Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Caltha palustris mit gelben Blütenknospen

Die Pflanzenfamilie der Hahnenfußgewächse (bot. Ranunculaceae) aus der Ordnung der Hahnenfußartigen (bot. Ranunculales) umfasst bis zu 62 Gattungen mit einer Vielfalt von über 2.500 Arten. Sie befinden sich in der Gruppe der Eudikotyledonen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst den gesamten Erdball bis auf die Antarktis und sie kommen in der größten Zahl in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel vor. Die Hahnenfußgewächse sind für ihre Giftigkeit bekannt.

Hahnenfußgewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Die Ranunculaceae sind eine Familie, die vor allem aufgrund ihrer Inhaltsstoffe direkt eingeordnet werden kann, da diese bei allen Arten gleich sind. Das macht die Einteilung für Forscher leicht und so bestehen die Hahnenfußgewächse aus den folgenden Unterfamilien.

  • Ranunculoideae: 10 Triben, 36 – 46 Gattungen mit um die 2.025 Arten
  • Thalictroideae: 1 Tribus, 8 Gattungen mit um die 450 Arten
  • Coptoideae: 1 Tribus, 2 Gattungen mit 16 Arten
  • Glaucidioideae: 1 Gattung mit 1 Art
  • Hydrastidoideae: 1 Gattung mit 1 Art

Die Ranunculoideae stellen innerhalb der Hahnenfußgewächse die größte Unterfamilie und werden in die folgenden Triben gegliedert.

  • Adonideae: 4 Gattungen
  • Delphinieae: 3 Gattungen
  • Nigelleae: 2 -3 Gattungen
  • Helleboreae: 1 Gattung
  • Cimicifugeae: 4 Gattungen
  • Caltheae: 2 – 3 Gattungen
  • Asteropyreae: 1 Gattung
  • Callianthemeae: 1 Gattung
  • Anemoneae: 7 – 9 Gattungen
  • Ranunculeae: 18 Gattungen

Die Ranunculoideae machen über 80 Prozent der gesamten Artenvielfalt der Familie aus und die Gesamtzahl der Taxa variiert von Zeit zu Zeit, da einige Arten neu hinzugefügt werden. Selbst die Gattungen wurden im Verlaufe der Forschung neu umstrukturiert. Die Hahnenfußgewächse sind zum ersten Mal aufgetaucht in der Kreidezeit, was fossile Funde belegen. Die Familie entwickelte sich über das Tertiär bis heute weiter.

Vegetative Merkmale

Trotz der großen Artenvielfalt der Ranunculaceae sind sie dank ihrer vegetativen Merkmale leicht zu identifizieren und von anderen Familien zu unterscheiden. Ihre Morphologie ist dabei so deutlich ausgeprägt, dass nur selten falsche Identifikationen in der Forschung auftreten. Ihre größte Gemeinsamkeit jedoch ist ihre Giftigkeit. Die Merkmale der Familie sind dabei sehr ursprünglich, was auf die Evolution der Familie hinweist.

  • Wuchsform: krautig, Halbsträucher, Sträucher, Liane
  • Lebenszyklus: ausdauernd mehrjährig, einjährig, einige Arten bilden Überdauerungsorgane aus (Rhizome), verholzend
  • Laubblätter: wechselständig, gestielt, gegliedert, zweilappig, dreilappig
  • Blattspreite: gekerbt, gefiedert
  • Blattform erinnert an einen Hahn
  • bilden keine Nebenblätter
  • Keimblätter: 1 – 2, meist verwachsen
  • viele Arten in allen Pflanzenteilen giftig
  • Giftstoff: Protoanemonin, Alkaloide
  • bei Trocknung der Pflanzen wird der Giftstoff Protoanemonin in Anemonin umgewandelt
  • Symptome bei Einnahme oder Verletzung der Gewächse: Rötungen, Juckreiz, Bildung von Blasen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Krämpfe, Lähmungen
  • trotz der Inhaltsstoffe als Heil- und Arzneipflanze verwendet
  • werden ebenfalls in der Homöopathie eingesetzt

Aufgrund der einzigartigen Form der Blätter wurden die Ranunculaceae Hahnenfußgewächse im deutschen Sprachgebrauch genannt. Je nach Sprache variiert der Vogel. Im Englischen wird die Familie „crowfoot“ (dt. Krähenfuß) genannt.

Generative Merkmale

Die generativen Merkmale der Hahnenfußgewäche überschneiden sich ebenfalls innerhalb der Familie und präsentieren sich ebenfalls ursprünglicher.

Die Merkmale:

  • Blütenstand: einzeln, zymös, traubig, rispig, auf einem Schaft
  • Blüten: zwittrig, radiärsymmetrisch, zygomorph
  • Perianth: Blütenhüllblattkreis mit 4 bis zahlreiche Blütenhüllblätter
  • Blütenhüllblätter: frei, in 1 – 2 Kreisen stehend
  • Nektarblätter mit Nektartasche vorhanden
  • Staubblätter: 15 – 100, fertil
  • Fruchtblätter: 3 – 100, frei, seltener verwachsen
  • Vermehrung: Bestäubung hauptsächlich durch Insekten, Wind seltener
  • Frucht: Balgfrüchte, Sammelbalgfrüchte, Nüsschen, Kapselfrüchte, Beerenfrüchte

Arten

  • Scheinanemone (bot. Anemonopsis macrophylla)
  • Kleiner Mäuseschwanz (bot. Myosurus minimus)
  • Wiesenrauten-Muschelblümchen (bot. Isopyrum thalictroides)
  • Anemonenähnliche Paraquilegia (bot. Paraquilegia anemonoides)
  • Gelbwurz (bot. Xanthorhiza simplicissima)
  • Kanadische Orangenwurzel (bot. Hydrastis canadensis)
  • Acker-Schwarzkümmel (bot. Nigella arvensis)Gift-Eisenhut (bot. Aconitum anthora)
  • Hoher Rittersporn (bot. Delphinium elatum)
  • Stephanskraut (bot. Delphinium staphisagria)
  • Stinkende Nieswurz (bot. Helleborus foetidus)
  • Sumpfdotterblume (bot. Caltha palustris)
  • Alpen-Waldrebe (bot. Clematis alpina)
  • Alpen-Kuhschelle (bot. Pulsatilla alpina)
  • Anemonen-Schmuckblume (bot. Callianthemum anemonoides)
  • Kerners Schmuckblume (bot. Callianthemum kernerianum)
  • Kaschmir-Trollblume (bot. Trollius acaulis)
  • Trollblume (bot. Trollius europaeus)
  • Kyllenisches Adonisröschen (bot. Adonis cyllenea)
  • Ähriges Christophskraut (bot. Actaea spicata)
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