Hortensiengewächse, Hydrangeaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Hortensien enthalten toxische Stoffe

Bei den Hortensiengewächsen (bot. Hydrangeaceae) handelt es sich um eine bis zu 220 Arten umfassende Pflanzenfamilie, die zu den Hartriegelartigen (bot. Cornales) in der Gruppe der Asteriden gehört. Aufgeteilt ist diese in etwa 17 Gattungen, die in den nördlichen Breiten und Subtropen von Europa, Nordafrika, Asien und Nord- und Mittelamerika beheimatet sind und dort vor allem als Zierpflanzen genutzt werden. Die Familie reicht bis in die Kreidezeit zurück.

Hortensiengewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Die Hortensiengewächse sind die Schwestergruppe der Blumennesselgewächse (bot. Loasaceae) und wurden früher mit den Steinbrechgewächsen (bot. Saxifragaceae) zusammengefügt, obwohl diese sich mit zahlreichen Merkmalen voneinander unterscheiden. An sich ist die Familie recht klein und umfasst ausschließlich die folgenden Unterfamilien.

  • Jamesioideae mit den Gattungen Fendlera und Jamesia: bis 7 Arten
  • Hydrangeoideae: 2 Triben, 10 Gattungen, etwa 213 Arten

Die Hydrangeoideae stellt die große Unterfamilie der Hortensiengewächse dar und in dieser findet sich der Tribus Philadelpheae, der wie folgt aufgeteilt ist.

  • Carpenteria: 1 Art
  • Deutzia: 60 Arten
  • Fendlerella: 3 Arten
  • Kirengeshoma: 2 Arten
  • Philadelphus: bis 71 Arten
  • Whipplea: 1 Art

Zudem gehört die Unterfamilie Hydrangeae dazu:

  • Broussaisia: 1 Art
  • Cardiandra: 4 – 6 Arten
  • Decumaria: 2 Arten
  • Deinanthe: 2 Arten
  • Dichroa: 12 – 13 Arten
  • Hydrangea: 29 Arten
  • Pileostegia: 2 Arten
  • Platycrater: 1 Art
  • Schizophragma: 8 – 10 Arten

Immer wieder kam es in der Einteilung der Familie dazu, dass einige Arten wieder entnommen und anderen Gattungen oder sogar Familien zugeordnet wurden. Besonders schwer hat dies Hydrangea getroffen, die Hortensien, die von über 80 auf 29 Arten heruntergestuft wurden.

Vegetative Merkmale

Die Hydrangeaceae sind an ihren vegetativen Merkmalen schnell zu erkennen, da sie sich nur selten im Wuchs und ihrer Morphologie unterscheiden. Das macht es für Forscher einfacher, die einzelnen Gattungen und Arten zu definieren und zuzuordnen. Typisch für alle Hortensiengewächse ist die Giftigkeit in vielen Pflanzenteilen, da eine Vielzahl von Giftstoffen gebildet werden, die zum Teil halluzinös wirken können.

Die Merkmale:

  • Wuchsform: ausdauernd, krautig, Liane, Halbstrauch, Strauch, verholzend, aufrichtig, Kletterpflanze, überhängend, aufsteigend
  • Lebenszyklus: immergrün, sommergrün
  • Höhe: bis zu 3 m
  • einige Arten bilden Rhizome aus, die verholzen
  • verholzende Taxa: Rinde schält sich in Streifen oder blättert ab
  • Laubblätter: gegenständig, seltener wirtel- oder wechselständig
  • Stiel entweder nicht vorhanden oder nur geringfügig vorhanden
  • Blattspreite: einfach
  • Blattrand: gelappt, gesägt, glatt, gezähnt
  • Nervatur: fiedernervig, bei einigen Arten acrodrom
  • es werden keine Nebenblätter ausgebildet
  • Großteil der Arten giftig in allen Pflanzenteilen
  • Inhaltsstoffe: Blausäure, Hydrangin
  • aufgrund berauschender Wirkung als Rauschmittel genutzt
  • dafür getrocknet und anschließend geraucht
  • mögliche Beschwerden bei Vergiftung: beklemmendes Gefühl, Atemnot, Magenbeschwerden, Schwindelgefühl, Krämpfe

Generative Merkmale

Anhand der generativen Merkmale sind die Hortensiengewächse äußerst gut zu erkennen, da diese den charakteristischsten Teil der Familie darstellen.

  • Blütenstand: zahlreich, wenig, seiten- oder endständig, zymös, seltener thyrsoid, schirmrispig, rispig
  • Hochblätter möglich
  • Blüten: zwittrig, radiärsymmetrisch, seltener diözisch, unfruchtbar, zygomorph
  • sterile Blüten meist deutlich größer
  • Blütenbecher: 4 – 12 Kelchblätter, verwachsen an der Basis, frei
  • Kronblätter: 4 – 12, Kalyptra
  • Nektardiskus
  • Staubblätter: 4 – 200, in mehreren Kreisen angeordnet, meist 2
  • Fruchtblätter: 2 – 12
  • Fruchtknoten: synkarp, 1 – 12 Kammern
  • einzelne Kammern enthalten bis zu 50 Samenanlagen
  • Griffel: 2 – 12 Griffeläste, seltener einfach
  • Frucht: Kapselfrüchte, Beeren
  • Früchte maximal 10 mm groß
  • Zierpflanze aufgrund der zahlreichen, häufig großen Blättern.

Arten

  • Fendlera linearis
  • Platycrater arguta
  • Deutzia crenata
  • Verschiedenfarbige Deutzie (bot. Deutzia discolor)
  • Zierliche Deutzie (bot. Deutzia gracilis)
  • Langblättrige Deutzie (bot. Deutzia longifolia)
  • Ningpo-Deutzie (bot. Deutzia ningpoensis)
  • Kleinblütige Deutzie (bot. Deutzia parviflora)
  • Purpur-Deutzie (bot. Deutzia purpurascens)
  • Raue Deutzie (bot. Deutzia scabra)
  • Sichuan-Deutzie (bot. Deutzia setchuenensis)
  • Japanische Wachsglocke (bot. Kirengeshoma palmata)
  • Kirengeshoma koreana
  • Europäischer Pfeifenstrauch (bot. Philadelphus coronarius)
  • Cardiandra moellendorffii
  • Später Pfeifenstrauch (bot. Philadelphus incanus)
  • Kleinblättriger Pfeifenstrauch (bot. Philadelphus microphyllus)
  • Garten-Hortensie (bot. Hydrangea macrophylla)
  • Rispen-Hortensie (bot. Hydrangea paniculata)
  • Kletter-Hortensie (bot. Hydrangea petiolaris)
  • Pfeifenstrauch, Philadelphus – Pflege-Anleitung

    Der Pfeifenstrauch, der gerne auch Falscher Jasmin, Duft- oder Bauernjasmin genannt wird, ist ein prächtiger und anspruchsloser Zierstrauch. Aus Landhaus- oder Bauerngärten ist er nicht mehr wegzudenken. Besonders edel wirken seine reinweißen gefüllten oder ungefüllten Blüten, die häufig noch einen intensiven Duft verströmen. In Einzelstellung, in Kombination mit anderen Gehölzen oder als Heckenpflanze entfaltet er seine ganze Pracht.

  • Schneeballhortensie, Hydrangea arborescens ‚Annabelle‘ – Pflege + Schneiden

    Gemeinhin genießen Hortensien einen zwiespältigen Ruf. Sie gelten als äußert schön anzusehen, aber auch als äußerst sensibel. Die Winterharte Schneeballhortensie Annabelle erfreut den Besitzer nicht nur mit einer ausgesprochen üppigen Blüte, sondern ist zudem extrem winterhart. Mit bis zu 1,5 Metern handelt es sich bei Hydrangea arborescens um beeindruckende Pflanzen, die selbst in kühlen Gefilden gut auskommen.

  • Samthortensie, Hydrangea sargentiana – Pflege, Schneiden und Tipps

    Die Samthortensie, auch als raue Hortensie bezeichnet, gehört zu den spannendsten Hortensienarten überhaupt. Sie sind ein Sonderling in der Familie der Hortensien, denn sowohl ihr Wuchs, als auch die tellerartigen Blüten sind anders als bei den meisten Unterarten der Familie. Dank einer robusten Gesundheit ist Hydrangea sargentiana auch für Anfänger dieser Pflanzengattung ein guter Begleiter.

  • Bauernhortensie, Gartenhortensie, Hydrangea macrophylla – Standort + Pflege

    Die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) ist eine Pflanze, die einen ganz besonderen Charme im Garten versprüht. Ihre schirmförmigen Blütenstände bestehen aus vielen einzelnen bläulich, rosa oder weiß gefärbten Einzelblüten, die sich ab Juni an dem Halbstrauch bilden und bis weit in den September hinein für ein herrliches Spektakel im Garten sorgen. Leider ist die Bauernhortensie nicht ausreichend frostresistent, sodass sie nur in milden Lagen ins Freiland gepflanzt werden kann.

  • Kletterhortensie, Hydrangea petiolaris – Pflege und Schneiden

    Die Kletterhortensie ist, wie der Name schon sagt, eine Kletterpflanze, die sich mit Hilfe von Haftwurzeln in Bäumen, an Wänden oder Zäunen selbst verankert und somit auch keine Rankhilfe benötigt. Die Blätter und die Blüten sind groß und können so jede unansehnliche Hauswand verschönern. Wird sie nicht zurückgeschnitten, kann Hydrangea petiolaris eine Wuchs- und Kletterhöhe von bis zu 15 Meter erreichen. Doch auch wenn sie freistehend gepflanzt wird, erreicht sie als Busch eine Höhe von 1,50 Metern und eignet sich so auch in einem Pflanzgefäß kultiviert auf dem Balkon oder der Terrasse.

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