Hülsenfrüchtler, Fabaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Blauregen, Wisteria
Blauregen, Wisteria

Hülsenfrüchtler gehören in die Ordnung der Schmetterlingsblütenartigen (Fabales) und sind eine der artenreichsten Pflanzenfamilien überhaupt. Wie nur wenige andere Pflanzenfamilien haben Hülsenfrüchtler zwei gültige wissenschaftliche Namen, die alternativ verwendet werden können: Fabaceae oder auch Leguminosae. Die einzelnen Vertreter der facettenreichen Familie kommen nahezu überall auf der Welt vor und umfassen sowohl Bäume, Sträucher und Blumen als auch wichtige Kultur- und Nahrungspflanzen.

Hülsenfrüchtler

Niedrigere Klassifizierung

Die Hülsenfrüchtler umfassen etwa 730 Gattungen mit insgesamt fast 20.000 Arten, die in lediglich drei Unterfamilien eingeordnet werden. Diese Unterfamilien werden häufig als eigene Familien behandelt.

  • Faboideae (Schmetterlingsblütler): 28 Triben mit 476 Gattungen
  • Mimosoideae (Mimosengewächse): 3 Triben mit 82 Gattungen
  • Ceasalpinioideae (Johannisbrotgewächse): etwa 140 Gattungen

In dieser Pflanzenfamilie gibt es heute einige Triben, die keiner der oben genannten Unterfamilien zugeordnet werden.

Hierzu gehören:

  • Tribus Cercideae: 4 bis 12 Gattungen
  • Tribus Detarieae: etwa 22 Gattungen

Vegetative Merkmale

Viele Arten der Hülsenfrüchtler bilden Wurzelknöllchen aus und gehen mit ihnen eine Symbiose mit Stickstoff oxidierenden Bakterien ein. Auf diese Weise schaffen es die Pflanzen, sich mithilfe des Stickstoffs aus der Luft unabhängig vom Nitratgehalt des Erdreichs zu machen. So können sie auch auf sehr stickstoffarmen Böden wachsen und gleichzeitig zur Fruchtbarkeit des Bodens beitragen. In der Landwirtschaft und im Garten werden sie daher gerne zur Gründüngung eingesetzt.

  • ein- bis zweijährige, krautige Pflanzen
  • auch verholzende, ausdauernde Gewächse wie Sträucher, Bäume und Lianen
  • Blätter: alle Arten haben ursprünglich Fiederblätter
  • bei einigen Arten auf eine Endfieder reduziert
  • meist wechselständig angeordnet
  • manchmal zu Ranken umgebildet
  • rankende Sprossachsen führen kreisende Bewegungen aus
  • klettern selbstständig
  • Nebenblätter vorhanden
  • oft paarweise zu Dornen oder Stacheln umgebildet
  • bei einigen Arten verdickter Blattstiel statt Blattspreiten (Phyllodien)
  • bilden Wurzelknöllchen aus
  • Symbiose mit Nitrat produzierenden Bakterien
  • erhöhen den Nährstoffgehalt im Boden (Stickstoff)

Generative Merkmale

Der Name Hülsenfrüchtler stammt von einem Fruchttyp, der sogenannten Hülse, der nur in dieser Pflanzenfamilie vorkommt, und zwar in allen Unterfamilien. Während alle Arten der Hülsenfrüchtler einen ähnlichen Blattaufbau haben, unterscheiden sie sich im Aussehen der Blüte stark voneinander. Viele Arten der Hülsenfrüchtler sind wegen ihres hohen Gehaltes an Eiweiß (Legumin) und Stärke in den Früchten (Samen) ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.

  • traubige, rispige, wickelförmige, ährige oder kopfige Blütenstände
  • fünfzähnig
  • meist mit doppelter Blütenhülle (Perianth)
  • zwittrig, selten einhäusig
  • meist fünf Kronblätter, seltener 1 bis 4
  • nur bei wenigen Arten fehlen die Blütenhüllblätter
  • Staubblätter: meist 10, oft zu einer Röhre verwachsen
  • manchmal untereinander frei
  • selten nur zwei Staubblätter
  • oft nur ein oberständiges Fruchtblatt
  • Bestäubung durch Insekten, Vögel oder Fledertiere
  • Früchte: typische, meist längliche Hülsenfrucht
  • öffnet sich meist an der Bauch- oder Rückennaht
  • selten Gliederhülsen mit Nüsschen
  • gelegentlich Balgfrüchte oder steinfruchtähnliche Früchte
  • bis zu 100 Samen in einer Hülse
  • meist ungeflügelt

Besonderheiten bei den einzelnen Unterfamilien sind die Folgenden.

Mimosengewächse

  • getrenntgeschlechtliche Blüten, radiärsymmetrisch
  • häufig fünf verwachsene Kelchblätter (gelegentlich 3 bis 6)
  • bis zu 100 Staubblätter
  • häufig geflügelte Samen

Schmetterlingsblütler

  • Blütenkrone in typischer Schmetterlingsblütenform
  • oberes Kronblatt aufgerichtet (Fahne)
  • zwei seitliche Kronblätter (Flügel)
  • mehr oder weniger verwachsene untere Kronblätter (Schiffchen)

Johannisbrotgewächse

  • zygomorphe Blüten (zwei spiegelgleiche Hälften)

Arten

  • Färber-Ginster (Genista tinctoria)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Klee (Trifolium)
  • Gartenbohne (Phaseolus vulgaris)
  • Sojabohne (Glycine max)
  • Linse (Lens culinaris)
  • Erbse (Pisum sativum)
  • Lupine (Lupinus)
  • Erdnuss (Arachis hypogaea)
  • Robinie (Robinia pseudoacacia)
  • Akazie (Acacia)
  • Blauregen (Wisteria)
  • Goldregen (Laburnum), auch Bohnenbaum oder Gelbstrauch genannt
  • Korallenbaum (Erythrina variegata)
  • Duftwicke (Lathyrus)
  • Pfauenstrauch (Caesalpinia pulcherrima), auch Paradiesvogelbusch genannt
  • Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua)
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