Kakteengewächse, Cactaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Goldkugelkaktus im Frühjahr umtopfen

Die Kakteengewächse (bot. Cactaceae) sind eine bekannte Pflanzenfamilie, die mit etwa 130 Gattungen und bis zu 1.800 Arten  aufwarten kann. Die Familie gehört zur Ordnung der Nelkenartigen (bot. Caryophyllale), die wiederum zur Gruppe der Eudikotyledonen gehören. Ein klassisches Merkmal der Kakteen sind ihre Dornen, die ein Großteil der Arten ausbilden und als Schutz vor möglichen Fressfeinden dienen. Das Verbreitungsgebiet der Kakteengewächse beschränkt sich bis auf eine Art (Rhipsalis baccifera) auf den amerikanischen Kontinent und prägt dort ganze Regionen.

Kakteengewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Die Kakteengewächse sind zahlreich vorhanden und sie alle haben einen Punkt gemeinsam: sie kommen ohne viel Wasser aus. Das ist eines der wichtigsten Merkmale der gesamten Familie und dies zeigt sich ebenfalls in den vier Unterfamilien, in die die Cactaceae gegliedert sind.

  • Pereskioideae: 1 Gattung mit 16 Arten
  • Opuntioideae: 5 Triben, 15 Gattungen mit etwa 300 Arten
  • Maihuenioideae: 1 Gattung mit 2 Arten
  • Cactoideae: 9 Trieben, 100 Gattungen mit über 1.500 Arten

Die wichtigste Unterfamilie sind die Cactoideae, die mehr als 85 Prozent der gesamten Familie ausmachen und der Ursprung aller Darstellungen in Literatur, Film und Malerei in Bezug auf den „Wilden Westen“ sind.

Die Cactoideae haben die folgenden Triben:

  • Browningieae mit 6 Gattungen
  • Cacteae mit 25 Gattungen
  • Calymmantheae mit einer Gattung
  • Cereeae mit 12 Gattungen
  • Hylocereeae mit 6 Gattungen
  • Notocacteae mit 11 Gattungen
  • Pachycereeae mit 16 Gattungen
  • Rhipsalideae mit 4 Gattungen
  • Trichocereeae mit 27 Gattungen

Vegetative Merkmale

Kakteengewächse sind anhand ihrer Wuchsformen und den Dornen leicht von anderen Pflanzenfamilien zu unterscheiden. Jedoch sind sie innerhalb der Pflanzenfamilie nach Tribus und Gattung unterschiedlich, vor allem in Bezug auf ihre vegetativen Merkmale. Sie kommen in einer Vielzahl von Formen, die zudem auf die Herkunft hinweisen können.

Die Merkmale:

  • Wuchsform: Sträucher, Bäume, Geophyten, kugelig, flach
  • alle Kakteengewächse bis auf wenige Ausnahmen sind Sukkulenten
  • Lebenszyklus: ausdauernd, mehrjährig
  • Wuchshöhe: 1 cm – 2.000 cm
  • Wuchsgeschwindigkeiten von bis zu 100 cm pro Jahr, einige Arten wachsen nur bedingt merklich
  • bevorzugen Standorte mit wenig Feuchtigkeit und saisonalen Regenfällen
  • Wurzeln: faserig oder sukkulente Knollen, sukkulente Rüben
  • Wuchs: aufrecht, aufstrebend, seltener hängend, kriechend
  • Sprosse: zylindrisch, Platykladien, Rippen, Warzen
  • Areolen: verteilt, direkt auf Rippen und Warzen, filzig, mit Dornen versehen, äußerst selten ohne Dornen, wollig, borstig
  • kurzlebige, pfriemförmige, sukkulente Laubblätter bei wenigen Arten
  • Großteil der Arten verfügt nicht über Laubblätter
  • Nebenblätter werden nicht ausgebildet
  • Alter: 15 bis über 200 Jahre
  • Alter hängt von Blüte ab
  • Frühblüher: kürzere Lebenszeit
  • Spätblüher: lange Lebenszeit
  • Leitbündel im Pflanzeninneren
  • Leitbündel transportieren Kakteensaft zu den Areolen
  • Saft: klar, seltener als Milchsaft

Da es sich bei den Kakteengewächsen um Sukkulenten handelt, halten diese heiße Temperaturen und lang anhaltende Trockenperioden problemlos aus. Aus diesem Grund bilden sie Dornen aus, denn der Pflanzensaft ist bei zahlreichen Lebewesen begehrt und wird selbst vom Menschen genutzt.

Generative Merkmale

Cactaceae werden als Zierpflanzen gehalten, da sie recht anspruchslos und von ansprechenden Blüten geziert werden.

Die Merkmale im Überblick:

  • Blütenstand: einzeln, aus den Areolen, seltener gruppenbildend, in den Furchen
  • Blüten: zwittrig, radiärsymmetrisch, selten zygomorph
  • Durchmesser: 5 mm – 300 mm
  • Blütenhüllblätter: 5 – 50, kron- oder hochblattartig
  • Staubblätter: 50 – 1.500, rad-, röhren- oder glockenförmig
  • meist geöffnet, wann jeweiliger Bestäuber aktiv ist
  • Bestäubung: Schmetterlinge, Fledermäuse, Kolibris, Bienen
  • Fruchtknoten: unterständig, besetzt mit Wolle, Dornen, Schuppen
  • dient als Abwehr
  • Früchte: ähneln Beeren, gefärbt, bis 3.000 Samen, diese keimen nur bei Licht

Arten

  • Acanthocalycium spiniflorum
  • Peyote Cimarrón (bot. Ariocarpus retusus)
  • Seeigelkaktus (bot. Astrophytum asterias)
  • Greisenhaupt (bot. Cephalocereus senilis)
  • Felsenkaktur (bot. Cereus peruvianus „Monstrosus“)
  • Cleistocactus acanthurus
  • Schwiegermutterstuhl (bot. Echinocactus grusonii)
  • Saguaro (bot. Carnegiea gigantea)
  • Echinopsis oxygona
  • Ferocactus peninsulae
  • Gymnocalycium bruchii
  • Osterkaktus (bot. Hatiora gaertneri)
  • Lobivia hertrichiana
  • Lophophora diffusa
  • Mammillaria gigantea
  • Melocactus braunii
  • Parodia tenuicylindrica
  • Pfeiffera monacanthum
  • Great Plains Prickly Pear (bot. Opuntia polyacantha)
  • Parodia ritteri
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