Lorbeergewächse, Lauraceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Lorbeer, Laurus nobilis

Mit den Lorbeergewächsen (bot. Lauraceae) findet sich eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Lorbeerartigen (bot. Laurales), die zur Gruppe der Magnoliiden gehören. Sie umfasst um die 50 Gattungen und zwischen 2.000 bis 2.500 Arten, deren Verbreitungsgebiet sich hauptsächlich auf die tropischen Gebiete der Erde erstreckt. Die Arten der Familie haben besondere Bedeutung als Gewürzpflanzen und Nahrungsmittel, da sie mit Zimt, Avocados und Lorbeer einige der weltweit am häufigsten genutzten Gewürze und Nutzpflanzen zur Verfügung stellen.

Lorbeergewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Die Lorbeergewächse gelten als die größte Gruppe innerhalb der Lorbeerartigen und sind aufgrund ihrer morphologischen Verwandtschaft zu den Monimiengewächsen (bot. Monimiaceae) und Eierfruchtbaumgewächsen (bot. Hernandiaceae) noch nicht fertig eingestuft. Aus diesem Grund variieren die Zahlen über die Gattungen und Arten immer wieder, ebenso sind die Verwandtschaftsverhältnisse der drei Familien untereinander noch nicht eindeutig geklärt. Ebenso finden sich keine Unterfamilien, da die Familie seit 1990 nicht mehr aktualisiert wurde.

Die wichtigsten Gattungen jedoch sind:

  • Zimt (bot. Cinnamomum): 250 – 370 Arten
  • Dicypellium: 2 Arten
  • Lorbeeren (bot. Laurus): 2 Arten
  • Lindera: 100 Arten
  • Litsea: 200 – 400 Arten
  • Nectandra: 88 – 120 Arten
  • Persea: 50 – 100 Arten
  • Ocotea: 350 – 410 Arten
  • Phoebe: 100 Arten
  • Sinopora: 1 Art
  • Umbellularia: 1 Art

Bei der inneren Systematik kommt es häufig zu Verwirrungen, da eigentlich jede Gattung mehrere Synonyme hat und so einige Arten unter verschiedenen Gattungsnamen angeboten werden, auch wenn es sich um die gleiche Art handelt.

Vegetative Merkmale

Aufgrund ihres spezialisierten Verbreitungsgebiets ähneln sich die Lorbeergewächse stark untereinander und sind gut erforscht. Schon seit Jahrhunderten steht die Familie im Zentrum der Forschung, da sie so viele Arten enthält. Zudem sind sie wichtige Pflanzen für den Menschen, da viele Arten nützliche Pflanzenteile ausbilden.

Die Merkmale:

  • Wuchsform: Baum, Strauch, Kletterpflanzen, eine Gattung als krautiger Halbschmarotzer (Cassytha)
  • Lebenszyklus: immergrün, seltener laubabwerfend, verholzend, mehrjährig
  • Wuchshöhen: 1 m –  50 m
  • Rinde: glatt und flache Korkporen, rissig
  • Dichte: 0,2 g/cm3 – 1,3 g/cm3
  • Wurzeltyp: Brett-, Atem- und Stelzwurzeln
  • Laubblätter: meist wechselständig, seltener gegenständig, Wirtel
  • Blattspreiten: einfach, ledrig, ganzrandig
  • Blattoberseite: glänzend, dunkelgrün
  • Blattunterseite: blaugrün
  • Größe: 1 cm – 60 cm Länge
  • Blattform: kreisförmig, bandförmig
  • Trichome: gekammert, einzellig, nicht bei allen Arten vorhanden, Oberseite stärker behaart
  • Adern: fiederig, seltener 3 Hauptadern
  • einige Arten bilden in den Aderachseln Domatien aus
  • es werden keine Nebenblätter ausgebildet
  • alle Pflanzenteile duftend
  • Nutzung: Nahrungsmittel, Kosmetik, Gewürzpflanze, Parfümindustrie, pharmazeutische Industrie, Holzlieferant
  • historische Nutzung: Lorbeerkränze zur Ehrung von Sportlern und Feldherren

Generative Merkmale

Die Lorbeergewächse sind in ihren generativen Merkmalen äußerst vielseitig, doch werden aufgrund ihrer relativ kleinen Blüten häufig nicht beachtet. Dennoch kann an ihnen die Art leichter erkannt werden.

Die Merkmale:

  • Blütenstand: seitenständig, geschlossen, thrysenförmig, Rispen, Botryoid, Pseudodolde, Einzelblüte, kopfig, bis zu mehrere hundert Blüten
  • Blüte: zwittrig, eingeschlechtlich, radiärsymmetrisch, dreizählig, wenige Arten zweizählig, vierzählig, unregelmäßig
  • eingeschlechtliche Blüten: polygamomonözisch, diözisch, monözisch
  • Farbe: grün, weiß, rötlich, gelb
  • Größe: 1 – 20 mm
  • Blütenboden: frei, hohe Becherform, klein, stark vergrößert, urnenförmig
  • Blütenhüllblätter: in 2 – 4 Kreisen angeordnet, gleichgestaltet, seltener unterschiedlich gestaltet, ausgebreitet, aufrecht, zurückgebogen, seltener nach innen gebogen
  • bei einigen Arten fehlen Blütenhüllblätter komplett
  • Staubblätter: zwischen 3 – 30 Blätter in 4 Kreisen, Drüsenpaar
  • Staubbeutel: 2 – 4 Kammern, selten 1 Kammer
  • Fruchtblatt: 1, oberständig, selten unterständig, halbunterständig,
  • Samenanlage: 1 im Fruchtblatt
  • Frucht: Beeren, Steinfrüchte, fleischig, selten holzig

Arten

  • Barbusano (bot. Apollonias barbujana)
  • Mocinnodaphne cinnamomoidea
  • Avocado (bot. Persea americana)
  • Stinkender Lorbeer (bot. Ocotea foetens)
  • Kalifornischer Lorbeer (bot. Umbellularia californica)
  • Phoebe angustifolia
  • Nectandra coriacea
  • May Chang (bot. Litsea cubeba)
  • Frühzeitiger Fieberstrauch (bot. Lindera praecox)
  • Wohlriechender Fieberstrauch (bot. Lindera benzoin)
  • Stumpflappiger Fieberstrauch (bot. Lindera obtusiloba)
  • Echter Lorbeer (bot. Laurus nobilis)
  • Azoren-Lorbeer (bot. Laurus azorica)
  • Campherbaum (bot. Cinnamomum camphora)
  • Zimtkassie (bot. Cinnamomum cassia)
  • Cinnamomum japonicum
  • Echter Zimtbaum (bot. Cinnamomum verum)
  • Cassytha pubescens
  • Cassytha racemosa
  • Pau-cravo (bot. Dicypellium caryophyllaceum)
  • Avocadobaum, Avocado-Pflanze züchten – Avocadokern einpflanzen

    Die Avocado oder auch Persea americana oder Persea gratissima zählt zu den Lorbeergewächsen und ist in warmen, eher trockenen Gebieten heimisch. Avocados aus dem Supermarkt mangelt es häufig an der Qualität und sie sind auch relativ teuer, denn sie haben meist eine weite Reise zurückgelegt. Es ist sicher einen Versuch wert, Ihren eigenen Avocadobaum zu züchten. In dieser Pflanzanleitung finden Sie  hilfreiche Hinweise und Tipps für den Anbau und die Pflege dieses exotischen Gewächses.

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