Orchideen, Orchidaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Phalaenopsis stammt von den Philippinen

Orchideen faszinieren uns mit ihren Blüten. Die exotischen Pflanzen sind weltweit verbreitet. Sie kommen auf allen Kontinenten vor. Nur auf der Antarktis und in Wüstengebieten sind keine Orchideen zu finden. Hierzulande sind sie beliebte Zierpflanzen. Da Orchideen eine der größten Pflanzenfamilien bilden, ist die Größe und Farbe der Blüten beinahe unendlich.

Orchideen

Orchideen oder Orchideengewächse, botanisch Orchidaceae, sind eine eigenständige Pflanzenfamilie der Ordnung Spargelartige (Asparagales). Allerdings werden die Orchideen als Schwestergruppe zu den anderen Pflanzenfamilien der Ordnung eingestuft. Das bedeutet, dass sich die Orchideen bereits sehr früh von den anderen Pflanzen der Ordnung Asparagales entfernt haben.

Niedrige Klassifizierungen

Die Pflanzenfamilie hat rund 1.000 Gattungen. Die Anzahl der Arten werden heute auf 15.000 bis 30.000 Arten geschätzt. Damit sind Orchideen nach den Korbblütlern (Asteraceae) die zweitgrößte Familie in der Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida). Die artenreichsten Gattungen mit teilweise über 1.000 Arten sind überwiegend in den Tropen verbreitet. Zwar ist die Artenvielfalt in der gemäßigten Klimazone deutlich geringer, aber auch in Europa, Ostasien und Nordamerika finden sich einige hundert Arten. Innerhalb der Pflanzenfamilien gibt es fünf Unterfamilien.

  • Apostasioideae
  • Cypripedioideae
  • Epidendroideae
  • Orchidoideae
  • Vanilloideae

Vegetative Merkmale

Orchideen unterscheiden sich nur durch wenige eindeutige Merkmale von ihren verwandten Pflanzenfamilien. Zudem sind alle Merkmale von Orchideen nur bei sehr wenigen Arten zu finden, denn die meisten Orchideenarten weisen nur einen Teil der Merkmale auf.

  • Wuchsform: es können die Wuchsformen epiphytisch, terrestrisch und lithophytisch unterschieden werden
  • epiphytisch: wachsen auf anderen Pflanzen, aber nicht als Schmarotzer
  • terrestrisch: wachsen auf der Erde
  • lithophytisch: wachsen auf Steinen oder Felsen
  • epiphytisch: über die Hälfte der tropischen Orchideenarten mit morphologischen und physiologischen Besonderheiten
  • monopodiales oder sympodiales Wachstum
  • monopodial: einheitliche Sprossachse
  • sympodial: bilden durch Verzweigungen aufeinander folgende Sprossglieder aus
  • Pseudobulben häufig bei sympodial wachsenden Orchideen
  • Lebenszyklus: mehrjährig
  • Höhe: unterschiedlich, je nach Art
  • giftige und ungiftige Arten
  • Blätter: überwiegend parallelnervig
  • selten sind Querverbindungen sichtbar
  • in der Regel zweireihig
  • abwechselnd an den Seiten des Sprosses (entgegengesetzt)
  • viele Arten mit nur einem ausgebildeten Blatt
  • Blattformen u.a.: kreisrund, eiförmig, elliptisch, nierenförmig, spatelig, länglich, spießförmig, borstenförmig
  • Form der Blattspitzen u.a.: stumpf, spitz, dreispitzig, eingeschnitten oder -gekerbt, ungleich scharf gezähnt
  • Blattränder: überwiegend glatt, manchmal leicht gewellt, eher selten stark gekräuselt
  • Blätter mit oder ohne Blattstiel
  • Blattfestigkeit: dünn und weich bis fleischig fest, auch sukkulente Blätter möglich
  • Blattfarbe: alle Schattierungen von Grün, rötlich bis rotbraun, manchmal auch sehr hell bis weiß
  • sekundäre Wurzeln aus dem Spross
  • Wurzeln als Haft- und Halteorgan
  • Wurzeln oft mit Velamen
  • teilweise chlorophylltragend
  • Wurzeln sind selten verzweigt
  • Speicherorgane oder knollenähnliche Gebilde bei vielen terrestrischen Arten an den Wurzeln
  • nicht essbar

Generative Merkmale

Die anmutenden Blüten der Orchideen sind der Grund, warum die Blühpflanzen so beliebt sind.

  • Blütenstand: in der Regel trauben- oder rispenförmig
  • endständige, apikale und seitenständige Blütenstände
  • über 100 Blüten pro Blütenstand möglich
  • einblütige Arten
  • Blüten entspringen am Spross
  • Blüten werden von einem Tragblatt gestützt
  • Blütengröße: wenige Millimeter bis zu 20 Zentimetern
  • Blütenfarbe: weiß, grün, blau, rot, gelb, mehrfarbig
  • fast alle zwittrig
  • Blütenblätter: frei oder miteinander verwachsen
  • Kelchblätter (Sepalen) bilden den äußeren Hüllblattkreis
  • Kronblätter (Petalen) bilden den inneren Hüllblattkreis
  • Blütenhüllblatt des inneren Hüllkreises auf der Symmetrieachse (Lippe) weicht in Form, Größe und Farbe von an den anderen ab
  • monandrische oder diandrische Staubblätter
  • Blüten sind größtenteils bilateral-symmetrisch (zygomorph)
  • Pollen zu Pollinien verklebt
  • hängen auf einem Schaft mit einer Klebscheibe
  • winzige Samen, für Keimung Symbiose mit Pilzen notwendig
  • Kapselfrüchte in unterschiedlichen Formen, Größe und Farben

Arten

  • Bulbophyllum (1.800 Arten)
  • Pleurothallis (1.250 Arten)
  • Dendrobium (1.200 Arten)
  • Epidendrum (1.120 Arten)
  • Lepanthes (970 Arten)
  • Calanthe
  • Ceratostylis
  • Cymbidium
  • Dracula
  • Encyclia
  • Frauenschuh (5 Gattungen: Cypripedium, Paphiopedilum, Phragmipedium, Selenipedium, Mexipedium)
  • Maxillaria
  • Miltonia
  • Laelia
  • Liparis
  • Stelis
  • Restrepia
  • Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis)
  • Vanda (Acocenda)
  • Venusschuh (Paphiopedilum)
  • Phalaenopsis, Schmetterlingsorchidee – Pflege & Umtopfen

    Die Phalaenopsis ist eine der Spitzenreiter unter den Zimmerpflanzen und die beliebteste aller Orchideen. Die formschönen und blütenreichen Pflanzen gibt es unzähligen Farbvariationen. Auch wenn Orchideen häufig als kleine Diven verschrien sind, toleriert die Phalaenopsis kleinere Pflegefehler, sodass sich an ihnen auch Einsteiger probieren können. Bei entsprechender Pflege beeindrucken sie viele Wochen im Jahr mit ihrer atemberaubenden Blütenpracht.

  • Cymbidium Orchidee: Pflege von A-Z – Cymbidium zum Blühen bringen

    Der Form ihrer dekorativen Blüten verdankt die Cymbidium Orchidee ihren Namen. Denn diese erinnern mit den gewölbten, kahnartigen Lippen an ein Boot, was auf Griechisch "kymbos" heißt. Beheimatet ist die Schönheit vor allem in Thailand, Burma und Nordindien, sowie in Australien und Indonesien. In den hiesigen Breitengraden werden Hybriden im Handel geboten, die sich aufgrund ihrer Kreuzungen vor allem für die Zimmerkultur eignen. Mit der richtigen Pflege blüht die Cymbidium in den schönsten Farben.

  • Frauenschuh Orchidee, Venusschuh, Paphiopedilum – Pflege von A-Z

    Eine der beliebtesten Orchideen-Arten auf den hiesigen Fensterbänken ist die Frauenschuh Orchidee, die hier auch als Venusschuh bekannt ist. Aufgrund ihrer Herkunft aus Thailand, den Philippinen oder auch Borneo und Sumatra ist sie subtropisches Klima gewohnt und ist daher auch sehr kälteempfindlich. Eine Kultivierung im Kübel ist daher unerlässlich. Etwas aufwendig gestaltet sich die Pflege der Frauenschuh-Orchidee, doch wird ihr die richtige geboten, dann dankt sie dies mit vielen schönen Blüten und einem langen Leben.

  • Dendrobium nobile – Pflege, Schneiden und Vermehren der Orchidee

    Dendrobium nobile ist in Deutschland auch bekannt als Traubenorchidee, da die zahlreichen Blüten fast schon wie in Reben zusammenstehen und im Gegensatz zur Nachtfalterorchidee (Phalaenopsis) direkt am Stämmchen gebildet werden. Die ostasiatische Orchideengattung verzückt blühend über die kalte Jahreszeit und bezaubert mit einem angenehm intensiven Duft, der sich durch die richtige Pflege dank der zahlreichen Blüten in allen Wohnräumen entfaltet.

  • Vanda Orchidee – Haltung, Pflege im Glas und Vermehren

    Tiefe blaue Blüten und eine staatliche Größe zeichnen die Vanda Orchidee aus, die neben Phalaenopsis und Traubenorchideen zu den wohl bekanntesten Zimmer-Orchideen in Deutschland gehört. Trotz ihrer Blütenpracht und dem intensiven, lieblichen Aroma ist sie nicht die einfachste Orchidee und verlangt viel Pflegeaufwand und einen passenden Standort. Ihre Farbenpracht macht sie zu einer beliebten Blume, die bei artgerechter Haltung gerne hoch wächst und stark austreibt.

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