Seifenbaumgewächse, Sapindaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Litchi-Pflanze

Die Seifenbaumgewächse (bot. Sapindaceae) sind eine artenreiche Pflanzenfamilie, deren Taxa seit Jahrtausenden vom Menschen für eine Vielzahl von unterschiedlichen Verwendungszwecken genutzt werden. Sie gehört zur Ordnung der Seifenbaumartigen (bot. Sapindales), die sich in der Gruppe der Malviden (Eurosiden II) befinden und dort mit über 1.900 Arten in 142 Gattungen vertreten sind. Trotz der großen Verbreitung in den tropischen Zonen sind die Seifenbaumgewächse mit einigen Arten in den gemäßigten Breiten, vor allem Eurasien, verbreitet. Die Namensgebung geht auf den französischen Botaniker Antoine Laurent de Jussieu zurück, der diese 1789 aufstellte.

Seifenbaumgewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Die Seifenbaumgewächse waren bis zur Jahrtausendwende eine kleinere Familie, die einheitlich in ihrer Morphologie war. Dies hat sich mit der Eingliederung der einstigen, folgenden Familien und all ihren Taxa als die neue Unterfamilie der Rosskastaniengewächse (bot. Hippocastanoideae) erschwert.

  • Rosskastaniengewächse (bot. Hippocastanaceae)
  • Ahorngewächse (bot. Aceraceae)

Diese wurden im Zeitraum 2000 bis 2009 in die Sapindaceae gegliedert und stellen nun die oben genannte Unterfamilie dar. Insgesamt ist die Familie in vier Unterfamilien eingeteilt.

  • Hippocastanoideae: 4 Gattungen, 130 Arten, 2 Samenanlagen
  • Sapindoideae: 135 Gattungen, etwa 1.185 Arten, 1 Samenanlage
  • Dodonaeoideae: 20 Gattungen, 2 oder mehr Samenanlagen
  • Xanthoceroideae: 1 Gattung, 1 Art, 6 – 8 Samenanlagen

Die Anzahle der Samenanlagen beschreibt ist einer der größten Unterschiede zwischen all den Unterfamilien. Die größte Gemeinsamkeit aller Seifenbaumgewächse ist der Blütengrund, der einen Diskus ausbildet. Die grundlegende Unterfamilie der Seifenbaumgewächse stellen die Sapindoideae dar, von denen keine Art ursprünglich in Europa vorhanden ist. Als wichtigste Unterfamilie für den europäischen Raum sind die Rosskastaniengewächse zu nennen.

Vegetative Merkmale

In ihren vegetativen Merkmalen unterscheiden sich die Unterfamilien deutlich und aus diesem Grund finden sich unterschiedliche Wuchs- und Blätterformen. Das macht die Zuordnung rein über das Pflanzenmaterial schwierig, da sich die Seifenbaumgewächse am stärksten in der Blüte und nicht in den Stämmen ähneln.

Die Merkmale im Detail:

  • Wuchsform: Baum, Strauch, Liane, seltener krautig, aufrecht
  • Lebenszyklus: verholzend mehrjährig, ausdauernd, immergrün, sommergrün, viele Arten können mehrere tausend Jahre alt werden
  • Wuchshöhe: 2 m – über 30 m
  • Wuchsbreite: wenige Arten bis 22 m, typisch 1 – 3 m
  • Stamm eher breit als hoch
  • ausladende, meist dichte Krone
  • viele Arten bilden Trichome auf den oberirdischen Pflanzenteilen aus
  • verfügen über Borke
  • Stamm: meist drehwüchsig
  • Wurzelsystem: Flachwurzler, kräftig,
  • Laubblätter: wechselständig, gegenständig, spiralig, fingerförmig, gefiedert, meist recht groß
  • mit Blattspreite- und Scheide
  • nicht alle Arten bilden Nebenblätter aus
  • einige Arten bilden nutzbares Harz
  • viele Arten ziehen Insekten, vor allem Bienen an, da sie viel Nektar bilden
  • Nutzung: Holzlieferant, Nahrungspflanze, Ziergehölze, Fischgift, Medizin, Seifenherstellung, Kosmetika, Wollfärbung, Musikinstrumente
  • Ahornsirup ist ein typisches Produkt der Seifenbaumgewächse

Generative Merkmale

Die generativen Merkmale sind im Vergleich zu den vegetativen nicht so unterschiedlich, da sie wie oben beschrieben alle den Diskus am Blütengrund ausbilden. Besonders vielseitig sind die Seifenbaumgewächse in der Form der Früchte.

Die Merkmale im Detail:

  • Blütenstand: aufrecht, traubig, dicht, rispig, zylindrisch, konisch, pyramidenförmig, Seitenzweige bei einigen Arten
  • Blüte: eingeschlechtlich, seltener zwittrig, vierzählig, fünfzählig, zygomorph, radiärsymmetrisch
  • unterschiedlich groß
  • doppeltes Perianth
  • Kronblätter: häufig ungleich, genagelt, seltener geschuppt
  • Fruchtblätter: 2 – 6, verwachsen
  • Fruchtknoten: meist oberständig
  • viele verschiedene Farben sind vorhanden
  • Frucht: meist Kapselfrucht, Spaltfrucht, Flügelnuss
  • verfügen häufig über einen giftigen Samenmantel
  • dieser ist meist gefährlich, solange die Früchte unreif sind

Arten

  • Gelbhorn (bot. Xanthoceras sorbifolium)
  • Longanbaum (bot. Dimocarpus longan)
  • Litchi (bot. Litchi chinensis)
  • Rambutan (bot. Nephelium lappaceum)
  • Akee (bot. Blighia sapida)
  • Westlicher Seifenbaum (bot. Sapindus saponaria)
  • Waschnussbaum (bot. Sapindus mukorossi)
  • Ballonrebe (bot. Cardiospermum halicacabum)
  • Blasenesche (bot. Koelreuteria paniculata)
  • Japanische Rosskastanie (bot. Aesculus turbinata)
  • Gewöhnliche Rosskastanie (bot. Aesculus hippocastanum)
  • Zucker-Ahorn (bot. Acer saccharum)
  • Rotahorn (bot. Acer rubrum)
  • Japanischer Ahorn (bot. Acer pictum)
  • Feldahorn (bot. Aacer campestre)
  • Griechischer Ahorn (bot. Acer heldreichii)
  • Harpullia cupanioides
  • Eurycorymbus cavaleriei
  • Allophylus aldabricus
  • Cha tiao mu (bot. Delavaya toxocarpa)
  • Fächerahorn, Roter Fächer-Ahorn, Acer palmatum – Pflege-Anleitung

    In der traditionellen japanischen Gartengestaltung ist Fächerahorn ein grundlegendes Element, besonders seine rotlaubigen Sorten. Auch unter deutschen Hobbygärtnern ist Roter Fächerahorn äußerst beliebt. Neben grünen Sorten, als Teichrandbepflanzung, Hintergrund- oder Solitärpflanze ergeben sich eindrucksvolle Farbkombinationen. Die prächtige Herbstfärbung der filigranen Blätter, die sich in unterschiedlichen Rottönen zeigt und die korallenrote Rinde einiger Sorten machen den einzigartigen Zierwert dieses Gehölzes aus.

  • Japanischer Ahorn, Acer japonicum – Pflege-Anleitung

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