Der optimale pH-Wert für Rasen | Messen und verbessern

Ein frischer, grüner Rasen ist der Stolz eines jeden Hobbygärtners. Neben Wasser, Licht und Nährstoffen spielt der pH-Wert des Bodens für sein Wachstum eine elementare Rolle. Denn nur im richtigen pH-Bereich ist der Rasen überhaupt in der Lage, die zur Verfügung gestellten Nährstoffe aufzunehmen und anschließend in seinen Stoffwechsel einzubinden. Wie man den Boden-pH-Wert richtig messen kann und wie er sich in Richtung optimalem pH-Bereich verbessern lässt, erklären wir hier.

Der ideale pH-Wert für Rasen

Den einen, idealen pH-Wert für Rasen gibt es leider nicht. Denn jeder Nährstoff ist in einem etwas anderen pH-Bereich optimal durch die Pflanzen erschließbar. Da man den Wert nicht einfach immer wieder mal eben für einen einzelnen Nährstoff anpassen kann, gilt es also, ein optimales Mittel der unterschiedlichen Anforderungen zu finden. Glaubt man der Fachliteratur, sind folgende Werte im Durchschnitt am besten geeignet, dem Rasen ein bestmögliches Wachstum zu erlauben:

  • Leichte, sandige Böden: 5,2 bis 6,0
  • Schwere, tonige Böden: 6 bis maximal 6,5

Rangiert die Bodenbeschaffenheit irgendwo zwischen diesen Extremen, sollte auch der pH-Wert im Rasen auf einen mittleren Wert eingeregelt werden.

pH-Wert messen

Für zuverlässige Aussagen zu den Bodeneigenschaften kommt es auf eine zuverlässige und zugleich einfache Messmethode an. Denn nur, wenn die Messergebnisse zuverlässig korrekt sind, lassen sich daraus Schlüsse über nötige Maßnahmen ziehen, die den Boden verbessern. Folgende Messmethoden eignen sich für den Einsatz durch Hobbygärtner und in Verbindung mit Rasen und seiner Wachstumsgrundlage:

  • pH-Messstreifen
  • Test-Sets mit Reagenzen
  • Bodenanalyse
  • Messgeräte (so genannte pH-Meter)
  • Zeigerpflanzen

Messstreifen

pH-Messstreifen sind vorbehandelte Papierstreifen, die den pH-Wert einer wässrigen Lösung anzeigen. Zur Ermittlung des Bodenwertes wird eine Bodenprobe mit destilliertem Wasser vermengt und der Streifen eingestellt. An Hand der Verfärbung des Streifens lässt sich in einer Vergleichsskala der genaue pH-Wert ablesen.

pH-Wert Teststreifen

Test-Sets

Ähnlich wie die Teststreifen funktionieren Testsets über Reagenzen. Nach Anleitung wird eine Bodenprobe mit reinem Wasser angesetzt und anschließend eine Testtablette zugegeben. Die sich entwickelnde Farbe der Lösung gibt den pH-Wert des Bodens an.

Bodenanalyse

Am aufwändigsten, aber auch am genauesten ist die Erstellung einer Bodenanalyse durch ein Labor. Hierzu wird eine Bodenprobe entnommen und zur Untersuchung eingeschickt. Neben dem pH-Wert werden dabei auch gleich alle anderen essentiellen Faktoren eines Kulturbodens bestimmt, so etwa der Nährstoffgehalt.

Messen über elektrische Geräte

So genannte pH-Meter ermitteln die Bodensäure über die elektrische Leitfähigkeit einer aus einer Bodenprobe erstellten wässrigen Lösung. Leistungsfähige Messgeräte sind allerdings sehr teuer und vor allem im Laborbedarf erhältlich. Je einfacher der pH-Meter ist, umso ungenauer werden in aller Regel die Ergebnisse.

Achtung: Immer wieder liest man von sehr günstigen Vielfach-Messgeräten, die neben der Bodensäure auch gleich noch die Lichthelligkeit, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit bestimmen. Vor diesen Geräten sei ausdrücklich gewarnt. Üblicherweise handelt es sich dabei um Billigstprodukte aus Fernost, die keinen der angeblich bestimmbaren Werte zuverlässig ermittelt und den Hobbygärtner bei seiner Sorge um den Rasen in die Irre führen, anstatt ihn zu unterstützen.

Zeigerpflanzen

Eine natürliche Alternative zur groben Bestimmung der Bodensäure sind so genannte Zeigerpflanzen. Je nach pH-Wert siedeln sich ganz bestimmte Pflanzenarten bevorzugt an und zeigen so die ungefähre Säure oder Alkalität an. Natürlich ersetzen sie nicht den Aufwand, für eine exakte Bestimmung zusätzlich zu messen. Bekannte und gut erkennbare Zeigerpflanzen sind:

Für saure Böden

  • Sauerampfer
  • Stiefmütterchen
  • Sauerklee
  • Schachtelhalm

Für basische Böden

  • Löwenzahn
  • Ackerwinde
  • Kuhschelle
  • Brennnessel
  • Klatschmohn
  • Huflattich
Chilenischer Sauerklee, Oxalis valdiviensis
Chilenischer Sauerklee, Oxalis valdiviensis

pH-Wert verbessern

Ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Bodenwert für die Rasenaufzucht nicht im optimalen Bereich liegt, gibt es zwei Möglichkeiten. Bei einem zu hohen Wert ist er zu alkalisch. In diesem Fall sollte er über eine Zugabe von Säure gesenkt werden. Ist der Wert dagegen zu niedrig, bedeutet das einen zu sauren Boden. In diesem Fall muss der Wert über die Zugabe von alkalischen Stoffen angehoben werden. Doch wie gelingt nun die praktische Anpassung des pH-Werts und welche Stoffe sind zum Verbessern des Bodens geeignet?

Senkung des pH-Werts

Um einen zu hohen Wert zu senken, muss man dem Boden letztlich Säure zuführen. Am besten gelingt das, wenn bodenähnliche Substanzen mit von Natur aus hoher Säure in die Erde eingearbeitet werden:

  • Torf
  • Kompost aus Eichenlauf
  • Nadelerde (die Erde aus der unmittelbaren Umgebung von Nadelbäumen)
  • Eisensulfat (Salz der Schwefelsäure)
  • Traubentrester (feste Rückstände aus der Pressung von Trauben bei der Saft- oder Weinherstellung)
  • Mulchschicht aus Nadelholz und Eichenlaub
  • Schwefel (vor allem bei stark verdichteten Böden)
  • Regenwasser (zur Bewässerung an Stelle von Leitungswasser)

Anhebung des pH-Werts

Ist der Rasen dagegen zu sauer, gilt es, den pH-Wert anzuheben. Entgegen der recht umfangreichen Liste gebräuchlicher Zugaben zur Senkung des Wertes kommen bei der Anhebung nur sehr wenige Stoffe zur Anwendung:

  • Kaliumhydroxid (Ätzkali)
  • Kaliumkarbonat
  • Soda
  • Gemahlener Kalk

Ganz gleich, für welchen Stoff man sich entscheidet, um den Boden zu verbessern, optimal wäre die Einarbeitung vor der Raseneinsaat. Dann lassen sich die Zusätze auf dem Boden verteilen und mit Hacke, Grabgabel oder auch Motorhacke einfach in die obere Bodenschicht einarbeiten. Allerdings wird es häufig der Fall sein, dass man bereits nach der Aussaat feststellt, dass die Pflänzchen sich nicht richtig entwickeln oder ein bestehender Rasen unschön wird und nicht mehr gedeiht. In diesen Fällen sollten die Zuschläge gleichmäßig über den Rasen verteilt werden und lediglich mäßig eingearbeitet werden. Eine gute Möglichkeit ist es, das Ganze mit dem frühjährlichen Mulchen zu verbinden und die Lockerung des Wurzelwerks gleichzeitig zur Einarbeitung von Kompost, Schwefel, Kalk etc. zu verwenden. Ein zu intensives Einarbeiten sollte allerdings unterbleiben, da ansonsten Schädigungen der Pflanzen eintreten können, die sich ebenfalls nachteilig auf das Bodengleichgewicht auswirken können.

Rasen

Tipp: Ist der Rasen bereits vorhanden, kann es sinnvoll sein, auf die „chemischen“ Varianten der Bodenverbesserung zurückzugreifen, also auf Schwefel, Eisensulfat etc. Diese Stoffe sind pulverförmig und können so gut auf dem Rasen ausgestreut werden. Schon alleine durch das Gießen oder den Regen werden sie gut in den Boden eingewaschen und können dort ohne zusätzlichen Aufwand wirken.