pH-Wert im Pool - Titel

Ein Pool zählt für viele Menschen zu den Annehmlichkeiten des eigenen Gartens. Für dauerhafte Freude muss auf technischer Seite alles passen. Das können Sie tun, wenn der pH-Wert im Wasser zu niedrig ist.

Auf den Punkt gebracht

  • Eine falsche Wassercharakteristik wirkt sich nachteilig auf Technik, Umwelt und Menschen aus
  • spezielle pH-Heber und andere pH-hebende Chemikalien sind gleichermaßen geeignet
  • Vorbeugend lässt sich Chemie sparen, wenn die Versäuerung des Poolwassers verhindert wird

Was bedeuten zu niedrige pH-Werte?

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch die Wasserqualität ist. Ein zu niedriger pH-Wert bedeutet, dass das Wasser zu „sauer“ ist. Das hat gleich mehrfach negative Auswirkungen:

  • Erhöhte Korrosion der Bauteile
  • Gesundheitliche Beeinträchtigungen der Badegäste, vor allem der Haut als Schutzbarriere
  • Verminderte Wirksamkeit anderer Poolchemie, v.a. Chlor
Pool Technik kann durch einen zu niedrigen pH-Wert in Mitleidenschaft gezogen werden

Der optimale Bereich

Optimal ist für Poolwasser ein Wert zwischen 7,0 und 7,4 auf der bekannten pH-Wert-Skala von 0 (sehr sauer) bis 15 (sehr alkalisch). Ist er zu niedrig, sollten Sie ihn zu Ihrem und dem Schutz Ihres Pools durch geeignete Maßnahmen erhöhen.

Hinweis: Je nach Poolgröße und -auslegung kann der optimale pH-Wert leicht variieren. Stellen Sie sicher, dass Sie vom Hersteller Ihres Poolsystems klare Angaben über den idealen, anzustrebenden Wert für das Wasser erhalten.

Den pH-Wert ermitteln

Ermitteln Sie nach dem Beckenvolumen unbedingt den tatsächlichen, tagesaktuellen pH-Wert Ihres Pools. Denn der Wert kann sich durch diese Einflüsse innerhalb kurzer Zeit weiter verändern:

  • Temperaturschwankungen
  • Veränderungen der Besonnung
  • Einsatz anderer Poolchemie
  • Zutritt anderer Fremdstoffe, wie Schmutz
  • Badebetrieb

Eine Bestimmung unmittelbar vor dem Anheben des pH-Wertes ist somit unerlässlich für die richtige Dosierung und den gewünschten Effekt. Gängiges Mittel für die Bestimmung des pH-Wertes sind Teststreifen. Diese werden mit Beckenwasser benetzt und verfärben sich in Abhängigkeit von der Wasserqualität. Eine beiliegende Farbskala ermöglicht dann das unmittelbare Ablesen des vorhandenen pH-Wertes.

Chor Menge im Pool messen

Das Poolvolumen

Ganz gleich, durch welche Maßnahmen Sie Ihren pH-Wert erhöhen wollen, immer wieder werden Sie als Basis der Bemessung die Wassermenge im Pool benötigen. Bestimmen Sie daher – sofern Sie die Menge nicht ohnehin schon kennen- zuallererst das Poolvolumen:

Rechteckige Pools:

  • Länge x Breite x Wassertiefe, jeweils in Meter (m) = Volumen in Kubikmeter (m3)
  • Beispiel: Breite 5 Meter, Länge 8 Meter, Tiefe 1,50m
  • 5,00m x 8,00m x 1,50m = 60,00 m3 Wasservolumen

Runde Pools:

  • Grundfläche nach Kreisformel Pi x Radius² x Wassertiefe, jeweils in Meter (m) = Volumen in Kubikmeter (m3)
  • Beispiel: Durchmesser 5,00 Meter, Tiefe 1,50m
  • 3,14 x (2,50m)² x 1,50m = 29,44 m3 Wasservolumen

Tipp: Sollte Ihr Pool keine Kreis- oder Rechteckform aufweisen, zerlegen Sie die Grundfläche bestmöglich in einfach bestimmbare Teilflächen. So lässt sich ein ovales Becken beispielsweise gut in ein annähernd deckungsgleiches Rechteck, sowie an den Enden zwei Halbkreise zerlegen. Diese können Sie dann nach den oben genannten Formeln berechnen.

pH-Heber

Die einfachste Art und Weise, den Wert zu erhöhen, ist der Griff zu vorgefertigten Präparaten einschlägiger Anbieter von Poolchemie. Diese so genannten pH-Heber kommen entweder als Granulat, oder in flüssiger Form als Lösung in den Handel. Je nach Dosierung des Präparats ist eine bestimmte Menge je Kubikmeter Poolwasser erforderlich. Studieren Sie daher unbedingt die Herstellerangaben zur Dosierung, um die Wasserqualität um den erforderlichen Wert zu erhöhen.

Soda

In vielen „professionellen“ pH-Hebern ist Soda, sprich Natriumcarbonat enthalten. An Stelle der oft teuren Poolchemie können Sie als Hausmittel auch auf das weit günstigere Waschsoda zurückgreifen. Je Kubikmeter Poolwasser führen ungefähr 5 Gramm Soda zu einer Anhebung des Wertes um 0,2.

Soda als Gegenmittel

Beispiel
Ausgangslage:

  • Vorhandener pH-Wert 6,6
  • Zielwert 7,2
  • Poolvolumen 60 Kubikmeter

Vorgehen:

  • Ermittlung zu erhöhender Wert: 7,2 – 6,6 = 0,6
  • Ermittlung Sodamenge je Kubikmeter Wasser: (0,6 / 0,2) x 5 Gramm Soda = 3 x 5 Gramm = 15 Gramm Soda
  • Bestimmung absolute Sodamenge: Beckenvolumen x Sodamenge je Kubikmeter, also 60 m3 x 15 Gramm = 900 Gramm Soda

Achtung: Bei der Verwendung von Waschsoda sind die Angaben zu Menge und Auswirkung weniger genau, als bei spezieller Poolchemie. Tasten Sie sich daher langsam an das gewünschte Ergebnis heran und messen Sie nach jeder Sodagabe und einer angemessenen Wartezeit erneut nach.

Chemie wie einsetzen?

Für den optimalen Erfolg müssen Sie nicht nur die richtigen Mittel, sondern auch deren Anwendung kennen. Ganz allgemein gesprochen ist der Einsatz von speziellen pH-Hebern, als auch von Soda in Reinform sehr simpel. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten:

Pool

Die Voraussetzungen

Damit Ihre Bemühungen nicht vergebens sind, sollte das Poolwasser beim Einsatz der Mittel weitest möglich den späteren Badebedingungen entsprechen. So vermeiden Sie, dass Veränderungen der Rahmenbedingungen nochmalige Nacharbeit erfordern. Insbesondere diese Faktoren sollten bereits im Bereich der späteren Nutzung liegen:

  • Wassermenge
  • Wassertemperatur
  • Zugesetzte Poolchemie, wie Chlor oder Aktivsauerstoff
  • Abgeschlossene Reinigung (wg. Saurer bzw. basischer Reinigungsmittel)

Die Zugabe

Nun kommt der eigentliche Arbeitsschritt, wenn Sie die ermittelte und abgemessene Menge der gewählten Chemie in den Pool geben:

  • Stoffe immer ins freie Beckenwasser geben, um Schäden durch kurzfristig extreme Dosierungen in Skimmer, Pumpe etc. zu vermeiden
  • Pumpe mit Filter einschalten und bis zur vollständigen Auflösung der Chemie in Betrieb lassen
  • System weitere rund 10 Minuten für gleichmäßige Verteilung im Wasser in Betrieb halten
  • Erzieltes Ergebnis mittels pH-Teststreifen messen
  • Bei Bedarf in selber Art und Weise nachdosieren

pH-Veränderungen vorbeugen – Chemie sparen

Pool auswintern

Chemie kostet Geld und bedeutet letztlich immer die Gefahr von Fehldosierungen und auch Unfällen in der Handhabung. Was liegt also näher, als den Einsatz der pH-Heber auf das absolut erforderliche Mindestmaß zu beschränken? Dazu bieten sich Ihnen zur Vorbeugung möglicher Absenkungen des Wertes verschiedene Ansatzpunkte:

  • Pool außerhalb Betrieb abdecken gegen Versäuerung des Poolwassers durch sauren Regen
  • Reinigung idealerweise mit pH-neutralen Reinigungsmitteln
  • Andere Poolchemie auf erforderliches Mindestmaß zu reduzieren, da üblicherweise Wechselwirkungen oder Einflussnahme auf Wassercharakteristika

Häufig gestellte Fragen

Trotz richtiger Dosierung erreiche ich den gewünschten pH-Bereich nicht. Wo liegt der Fehler?

Eine universelle Fehlerquelle für abweichende Ergebnisse gibt es leider nicht. In Frage kommen entweder Mängel bei der verwendeten Chemie, oder andere Einflussfaktoren auf die Wasserqualität. Prüfen Sie alle bereits benannten Punkte Schritt für Schritt, um dem Fehler auf die Schliche zu kommen.

Hat Waschsoda Nachteile gegenüber „echter“ Poolchemie?

Reines Waschsoda ist aus chemischer Sicht mit dem in spezieller Poolchemie verwendeten Natriumcarbonat identisch. Problematisch könnten Zusätze zur Steigerung der Waschleistung sein, die das Poolwasser nachteilig beeinflussen. Stellen Sie daher sicher, dass sie tatsächlich reines Natriumcarbonat verwenden.

Was mache ich, wenn ich über das Ziel hinausschieße?

Haben Sie die Anhebung des pH-Wertes über den Soll-Wert hinaus erreicht, werden Sie um ein Gegensteuern mit Ph-Senkern kaum herumkommen. Denn auch ein zu stark basisches Poolwasser hat nachteilige Auswirkungen auf die Poolchemie, die Technik und nicht zuletzt die Badegäste.