Physalis überwintern – gelingender mehrjähriger Anbau der Kapstachelbeere

Physalis im Gartenbeet

Die exotische Physalis ist zwar eine mehrjährige, allerdings aber keine winterharte Pflanze. Daher muss die Kapstachelbeere im Winter gut geschützt und an einen geeigneten Standort verbracht werden. Denn im Freien wird sie in den hiesigen Breitengraden einen Winter ungeschützt in der Regel nicht überstehen. Bevor daher die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, müssen Maßnahmen zur Überwinterung der Physalis getroffen werden. Auch während der Winterruhe benötigt die Pflanze einige Zeit für die Pflege.

Winterhärte

Kapstachelbeere winterhart?

Leider ist die leckere Fruchtpflanze nicht winterhart, dennoch kann sie mehrjährig kultiviert werden. Denn auch wenn auf den Samentüten im Handel oft der Vermerk „einjährig“ geschrieben steht, so stimmt dies nicht ganz. Denn in ihrem ursprünglichen, subtropischen Lebensraum kann die Andenbeere zwischen acht und zehn Jahre alt werden. Wird die Pflanze daher im hiesigen Winter gut geschützt, dann können die Hobbygärtner auch hier länger als ein Jahr Freude an der schnell wuchernden, krautigen Pflanze mit den leckeren Beeren haben. Daher sollte bei der ersten Aussaat oder Pflanzung bereits auf das Folgende geachtet werden.

  • idealerweise im Kübel kultivieren
  • kann so im Winter an geschützten Ort verbracht werden
  • auch Freilandpflanzen können im Winter geschützt werden
  • ist aber in sehr kalten Wintern oft schwierig
  • es gelingt nicht immer, Beetsträucher zu überwintern

Die Kapstachelbeere verträgt keinerlei Frost, ideal sind für sie im Winter Temperaturen zwischen 10° und 12° Celsius.

Physalis Pflanze überwintern

Überwintern

Zeitraum für Überwinterung

Die Physalis muss in dem Zeitraum, in dem bereits mit frostigen Nächten zu rechnen ist, vor den eisigen Temperaturen geschützt werden. Daher ist es spätestens Ende Oktober so weit, die Pflanze an ihren Winterstandort zu verbringen, in dem sie die nächsten Monate verbleiben wird. Denn bereits ab Anfang November können erste Frostnächte zu erwarten sein. Im Frühjahr darf sie daher auch nicht wieder zu früh nach draußen ins Freie, denn auch hier können vor allem die Nächte noch recht kalt sein. So kann sie jedoch an warmen Tagen raus auf Terrasse oder Balkon, muss für die Nacht jedoch wieder nach Innen geholt werden. Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai kann die Kapstachelbeere dann wieder ganz aus ihrem Winterquartier ausziehen.

Standort

Heller Standort im Winter

Ideal ist es, wenn der Kapstachelbeere auch im Winter ein heller und leicht warmer Standort zur Verfügung gestellt werden kann. So sind die idealen Winterquartiere vor allem die Folgenden.

  • ein Gewächshaus
  • ein unbeheizter Wintergarten
  • alternativ auch ein mäßig beheizter Wintergarten
  • wenig beheizte Räume in der Wohnung
  • dies könnte zum Beispiel das Schlaf- oder Gästezimmer sein
  • an einem Fenster in einem Treppenhaus

Zu warm sollte die Physalis im Winter nicht stehen, daher ist ein Standort in einem warmen Wohn- oder Esszimmer auch nicht zu empfehlen. Ideal ist es, wenn die Temperaturen zwischen 12° und 15° Celsius liegen.

Physalis im richtigen Winterquartier überwintern

Dunkler Standort im Winter

Steht kein anderer Standort als ein dunkler Keller oder eine dunkle Garage für die Überwinterung zur Verfügung, so kann die Kapstachelbeere als letzte Möglichkeit für die kalte Jahreszeit auch hierin verbracht werden. Doch eine Garantie, dass die Überwinterung an einem dunklen Standort gelingt, ist nicht hundertprozentig gegeben. Der dunkle Raum sollte kühler sein, als ein heller Überwinterungsstandort. So sollte hierbei wie folgt vorgegangen werden.

  • Physalis bis zu den Wurzeln zurückschneiden
  • Pflanze bildet Rhizome, das heißt Wurzelausläufer
  • hieraus werden im Frühjahr neue Triebe austreiben
  • wenig gießen
  • nur wenn Ballen anfängt auszutrocknen
  • nicht düngen

Nach der Überwinterung muss die Pflanze dann wieder langsam an Licht und Wärme, Wasser und Dünger so früh wie möglich gewöhnt werden, damit sie genug Zeit zum Neuaustreiben hat. Aber auch hier sollte die Physalis nicht endgültig zu früh nach draußen verbracht werden, sondern die ersten Monate im Frühling in kalten Nächten wieder nach Innen umziehen.

Vorbereitung

Maßnahmen vor Überwinterung

Bevor die Physalis an ihren Winterstandort verbracht wird, muss die Pflanze vorbereitet werden. Hiermit sollte bereits im Herbst, etwa Ende September begonnen werden, damit sich der Strauch auf die harte Winterzeit vorbereiten kann. So sollten vor dem Umzug ins Winterquartier die folgenden Maßnahmen erfolgen.

orangefarbene Physalis Frucht in geöffneter Hülle

  • ab September/Oktober langsam die Gießmenge reduzieren
  • ab Anfang September mit der Düngung aufhören
  • alle reifen Beeren ernten
  • grüne Beeren am Strauch lassen
  • können noch nachreifen
  • benötigen hierfür nur Wärme, keine Sonne
  • große Pflanzen um ein bis zwei Drittel zurückschneiden

Physalis für die Überwinterung vorbereiten

Gerade, wenn die Töpfe sehr schwer sind, ist es hilfreich, große Pflanzen zurückzuschneiden, bevor sie ins Winterquartier umziehen. So können die Kübel leichter versetzt werden. Der Physalis schadet dieser Rückschnitt im Herbst nicht. Im Frühling wird diese dann noch mal so kräftig austreiben.

Pflege

Pflege im Winter

Die Physalis benötigt auch im Winterquartier ein gewisses Maß an Pflege. Denn auch im Winter wächst die Pflanze, doch diese Triebe sollten regelmäßig entfernt werden, damit später im Frühling genügend Kraft in die jetzt neu zu bildenden Triebe und Blüten gesteckt werden kann. Auch sollte auf eine regelmäßige Wassergabe im Winter geachtet werden. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden.

  • hell stehende Pflanzen benötigen mehr Wasser
  • nur gießen, wenn der Ballen trocken ist
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • ideal ist hierfür ein Feuchtigkeitsmesser
  • ist im gut sortierten Fachhandel erhältlich
  • dunkel stehende Pflanzen weitgehend in Ruhe lassen
  • keine Düngergaben
  • regelmäßige Untersuchungen auf Schädlinge durchführen
  • Pflanze wird von weißer Fliege oder Blattläusen befallen

Vor allem die Pflanzen, die in einem wärmeren und helleren Quartier, wie zum Beispiel einem temperierten Wintergarten untergebracht sind, benötigen diese Pflege im Winter und sollten alle zwei bis drei Tage auch auf Schädlinge untersucht werden. Stark zurückgeschnittene Pflanzen an einem dunkleren und kühleren Ort hingegen werden nicht so schnell befallen.

Physalis ist keine winterharte Pflanze

Nach Winterruhe

Maßnahmen nach dem Winter

Nach einem langen Winter an einem dunklen Standort muss die Physalis wieder langsam an den Frühling gewöhnt werden. Pflanzen, die hell gestanden haben, haben es nach der Überwinterung leichter, sich wieder an Helligkeit und Sonne im Frühling zu gewöhnen als solche, die den Winter über dunkel gestanden haben. Drohen jedoch noch frostige Nächte oder sogar frostige Tage, so muss hier vor allem der Standort sorgfältig ausgewählt werden. So sollte nach dem Winter wie folgt vorgegangen werden.

  • Mitte bis Ende Januar wieder häufiger gießen
  • das erste Mal düngen
  • danach wieder regelmäßig düngen
  • Physalis auch ans Licht gewöhnen
  • hierbei langsam vorgehen
  • Pflanze an einen helleren, nicht zu kalten Platz stellen
  • helles Treppenhaus oder ein unbeheizter Wintergarten sind ideal
  • an wärmeren Wintertagen mit Sonne auf Terrasse oder Balkon
  • vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • in den Nachtstunden wieder nach Innen verbringen

Physalis während der Überwinterung richtig pflegen

Damit die Physalis am Ende des Winters wieder beginnt auszutreiben, sollten diese Maßnahmen ergriffen werden. So gewöhnt die Pflanze sich langsam wieder an mehr Helligkeit und Sonne. Vor allem benötigt die Kapstachelbeere aber schon im frühen Frühjahr viel Helligkeit, um die Blüten für die späteren Früchte bereits jetzt ausbilden zu können. Steht sie zu lange zu dunkel und kühl kann dies der Ernte im Sommer schaden.

Stecklinge

Wer jedoch wenig Platz hat und nicht die gesamte Pflanze überwintern kann oder diese draußen im Freien kultiviert wurde, der kann auch Stecklinge nutzen, um diese zu überwintern. Hierbei wird wie folgt vorgegangen.

  • im Herbst die Physalis schneiden
  • verholzte Triebe nutzen
  • diese auf 15 bis 20 cm schneiden
  • mit einem oder zwei Augen in Anzuchterde stecken
  • alle Blätter entfernen
  • an einen hellen, leicht warmen Ort stellen
  • ideal sind 12° – 15° Celsius
  • feucht halten, Staunässe vermeiden
  • im Frühling in Kübel umsetzen

Physalis wird im Herbst geschnitten

Nach der Überwinterung, um auch die Stecklinge an den neuen Standort zu gewöhnen, wird wie bei einer großen Physalis nach der Überwinterung vorgegangen.

Im Freien

Wurde die Physalis im Beet kultiviert, dann gibt es auch hier Möglichkeiten, diese im Freien gut über den Winter zu bringen. Und auch große Kübelpflanzen bei denen nicht die Möglichkeit besteht diese über die frostige Zeit nach Innen zu verbringen, können so geschützt werden, dass die Kapstachelbeere keinen Schaden nimmt. Dennoch ist es immer besser, die Pflanze im Winter an einen überdachten und geschlossenen Standort zu bringen, denn eine hundertprozentige Garantie für das gelungene Überwintern im Freien gibt es leider nicht. So sollte hierbei wie folgt vorgegangen werden.

Physalis kann mit dem richtigen Schutz auch im Freien überwintert werden

  • bei Pflanze im Beet Erde mit Mulch abdecken
  • Physalis stark zurückschneiden
  • mit Pflanzenvlies rundherum schützen
  • eventuell Reisigmatten auf den Boden legen
  • nicht zusätzlich gießen
  • nur bei einer langen Trockenzeit
  • Kübelpflanzen auf einen Holzblock oder Styropor stellen
  • Kübel mit Reisigmatten umwickeln
  • zurückgeschnittene Physalis mit Pflanzenvlies umwickeln
  • in eine geschützte, schattige Ecke auf Terrasse oder Balkon stellen

Bei beiden Überwinterungsformen sollte nur auf eine geringe Wassergabe geachtet werden. Vor allem die im Kübel kultivierten Pflanzen können an den Wurzeln so schnell einen Frostschaden nehmen. Wenn gegossen werden muss, weil die Erde trocken ist, sollte dies nur an frostfreien Tagen geschehen.  Sobald die Tage wieder wärmer werden, kann über den Tag das Pflanzenvlies entfernt werden, damit die Physalis wieder mehr Luft bekommt und sich an die Helligkeit wieder gewöhnen kann. Wenn es nachts jedoch noch immer zu Frösten kommen kann, muss das Vlies in der Nacht wieder um die Kapstachelbeere gewickelt werden. Alternativ kann auch ein Überwinterungszelt aus dem Fachhandel genutzt werden.

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