Pilze im Rasen | Woher kommen sie und was kann man dagegen tun?

Pilze im Rasen

Sie sprießen meist über Nacht. Wie aus dem Nichts erscheinen kleine Pilze einzeln oder in kleinen Gruppen, den so genannten Hexenringen im Rasen und verschandeln die gepflegte Grünfläche. Meist handelt es sich dabei um verschiedene Arten von Hutpilzen. In der Regel stellen sie jedoch keine Gefahr für den Rasen dar. Lediglich ist ihr Erscheinen nur ein optisches Problem. Um die Pilze dauerhaft zu entfernen und einem neuen Wachstum vorzubeugen, gibt es verschiedene Maßnahmen.

Pilze im Rasen

Das plötzliche Erscheinen von Pilzen im Rasen kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist handelt es sich dabei um Boviste oder Hutpilze wie giftige Düngerlinge, verschiedene Arten der Schwindlinge, Feldegerlinge oder Wiesenchampignons. Sie können einzeln oder aber auch in Gruppen erscheinen. Normal stellen sie keine ernsthafte Bedrohung für Rasenpflanzen dar. Manchmal tauchen aber auch die sogenannten Hexenringe, kreis- oder halbkreisförmige Bildungen von Pilzfruchtkörpern, auf.

Bevorzugt sprießen die Pilze im Spätsommer nach starken Regenfällen und anhaltender Staunässe im Boden. Sie lieben Feuchtigkeit und ein warmes, schattiges Klima. Häufig gelangen Pilzsporen auch mit dem Wind auf Rasenflächen. Falls sie dort dann gute Bedingungen vorfinden, ist ein schnelles Wachstum die Folge. Pilzsporen sind auch häufig in abgestorbenem Holz anzutreffen. Mit Kompost oder Pflanzsubstrat können Reste davon auf den Boden gelangen. Alte Baumstümpfe am Rand von Grünflächen sind ebenfalls perfekte Nährböden für Hutpilze.

Pilze im Gras

Ursachen

Nicht nur ungünstige Standort- und Witterungsbedingungen, sondern auch Pflegefehler können den Rasen anfällig für Pilzwuchs machen. Die häufigsten Ursachen dabei sind

  • dauerhafte Feuchtigkeit in Boden und Luft
  • Lichtmangel
  • verfilzte Rasenstücke
  • mangelhafte Belüftung
  • Übersäuerung des Bodens

Staunässe 

Meist ist Staunässe die Ursache für das Entstehen von Pilzen im Rasen. Hinzu kommen im Sommer meist noch feucht-warme Abschnitte mit stehender Luft. Besonders länger anhaltende Temperaturen zwischen 20 °C und 30 °C, Nieselregen oder auch feuchte Witterung im Winter bieten Pilzen optimale Bedingungen für ihr Wachstum. Daneben spielt aber auch die Bewässerung eine entscheidende Rolle. Der Rasen braucht Feuchtigkeit, aber zu viel Wasser kann schnell zu Staunässe führen, besonders wenn der Boden verdichtet ist.

Lichtmangel

Ein Lichtmangel begünstigt nicht direkt die Ausbreitung von Pilzkörpern, aber der Rasen wird nachhaltig geschwächt und ist dann äußerst anfällig für das Pilzwachstum. Gerade unter Bäumen mit einer sehr dichten Baumkrone kann sich keine starke Grasnarbe bilden. Die Rasenfläche ist dünn und durchlässig, gute Bedingungen für die Ausbreitung von Pilzen, Moos und Unkraut.

Rasenfilz

Gerade wenn über Jahre hinweg die Pflege des Rasens stark vernachlässigt wurde bildet sich sehr schnell ein dichter Rasenfilz. Die Rasenpflanzen bekommen dann keine Luft mehr. Letztendlich werden sie geschwächt und sind nicht mehr konkurrenzfähig. Ein verfilzter Rasen und damit verbunden eine mangelnde Belüftung bietet Pilzen gute Wachstumsbedingungen, denn Rasenfilz und Moos speichert Feuchtigkeit

Boden zu sauer

Wenn trotz guter Belüftung, Bewässerung und auch Düngung des Rasens dennoch Pilzfruchtkörper aus dem Boden schießen, kann nur eine Übersäuerung des Bodens vorliegen. Sollte dabei der pH-Wert unter der Grenze von 5,8 liegen, ist es notwendig dagegen Maßnahmen zu ergreifen. In der Regel kann dann die Kalkung des Bodens Abhilfe schaffen.

Hinweis: Auf durchlässigen, gut belüfteten und nährstoffreichen Böden haben Pilze keine Chance zum Wachsen.

Rollrasen besonders anfällig

Gerade auf frisch verlegtem Rollrasen finden Pilze ideale Bedingungen für gutes Wachstum. Denn die Rasenfläche muss viel gewässert werden, damit er richtig einwurzeln kann. Die Rasenwurzeln sind noch nicht vollständig ausgebildet. Es müssen regelmäßig Wassergaben erfolgen, aber diese sollten seltener aber durchdringlicher ausfallen. Ein weiterer Grund für das Auftauchen von Pilzen kann der Untergrund sein, worauf der Rasen gezüchtet wurde. Dieser kann Holzbestandteile enthalten, die sich mit der Zeit zersetzen. An der Rasenoberfläche erscheinen dann Pilze, wenn es ausreichend feucht und warm ist.

Rollrasen

Hutpilze dauerhaft entfernen

Wie bereits bemerkt, stellen Hutpilze in der Regel keine Gefahr für Rasenpflanzen dar. Mit ihrem unterirdischen Myzel (Pilzgeflecht) oder auch den Fruchtkörpern können sie nicht in Graspflanzen eindringen. Es ist eher ein optisches Problem. Meist hat es sich von selbst erledigt, wenn die Rasenfläche richtig durchtrocknet. Normal besteht kein Grund zur Sorge, lediglich bei der Bildung von Hexenringen sollten Sie aufpassen.

Bei dem Entfernen der Pilze muss vorsichtig vorgegangen werden, damit sich keine Sporen weiterverbreiten. Sonst nimmt die Anzahl der Pilze rasend schnell zu.

  • einzelne Pilze über dem Boden abschneiden
  • Entsorgung im Hausmüll
  • nicht auf den Kompost, sonst Weiterverbreitung
  • besser Pilze mit Erde ausstechen
  • Löcher mit frischer Erde oder Sand auffüllen

Wichtig ist immer erst die Entfernung der oberirdischen Fruchtkörper, bevor weitere Maßnahmen zur Bekämpfung erfolgen.

Hinweis: Auf keinen Fall sollten die Pilze mit dem Rasenmäher abgemäht werden. Die Sporen an der Hutunterseite würden sich so auf dem gesamten Rasen verteilen und sich vermehren. Ebenfalls bleibt das Pilzmyzel unbeschädigt und die Pilze sprießen fleißig weiter.

Für eine dauerhafte Bekämpfung ist es notwendig

  • den Pilzen die Nahrungsgrundlage zu entziehen
  • das Pilzmyzel aufzureißen und
  • gegebenenfalls Erde auszutauschen

Kontinuierliche Schnitt- und Vertikutierpflege

Um Hutpilze dauerhaft aus der Rasenfläche zu entfernen, ist ein regelmäßiges Mähen erforderlich. Dabei sollte der Fangkorb verwendet werden. Andernfalls sollte das Schnittgut auf befallenen Flächen nicht lange liegen bleiben. Die Entsorgung erfolgt im Hausmüll. Vorhandener Rasenfilz muss aufgerissen werden. Dazu erfolgt ein gitterartiges Vertikutieren. Empfehlenswert ist eine zusätzliche Auflockerung und Belüftung des Bodens.

Rasen vertikutieren
Rasen vertikutieren

Pilzmyzel entfernen

Das Myzel ist sehr weitläufig und kann bis zu einer Tiefe von 30 cm in die Erde wachsen. Mit der Grabegabel wird an den verpilzten Stellen mehrfach großräumig in den Boden gestochen und leicht angehoben. So kann das Myzel aufgerissen werden und es stirbt nach und nach ab. Großräumig wird es dann entfernt.

Obere Erdschicht austauschen

Bei klar abgegrenzten Pilzarealen wird die obere Erdschicht bis zu 30 cm tief entfernt, wenn das Myzel ausgestochen wurde. Anschließend werden die Löcher mit frischer Erde aufgefüllt. Zur neuen Aussaat sollte dann nur hochwertiger Rasensamen kommen.

Hinweis: Mit Fungiziden sollte keine Bekämpfung erfolgen. Normal sind chemische Mittel gegen Hutpilze im Rasen sowieso nicht zugelassen. Generell sollte im Garten kein Einsatz von Fungiziden und Herbiziden erfolgen, da das biologische Gleichgewicht durcheinander kommt und die Umwelt nachhaltig geschädigt wird.

Phänomen Hexenringe

Hexenringe zählen zu den Rasenkrankheiten. Die Pilzfruchtkörper stehen hier kreis- oder halbkreisförmig zusammen. Das Pilzgeflecht wächst in der Erde vom Zentrum in alle Richtungen gleichmäßig schnell. Mit den Jahren werden diese Hexenringe immer größer, wenn dagegen keine Maßnahmen ergriffen werden. Die Fruchtkörper sind sehr oft von dunkelgrünen Gräser gesäumt. Das Wachstum der Halme ist aufgrund der Absonderungen von Ammonium- Verbindungen durch die Hutpilze sehr gut. Diese dienen als Stickstoffquelle. Hexenringe bilden sich bei Nährstoffmangel und verdichtetem Boden. Erfolgt keine Bekämpfung, kann es zu Trockenschäden und Verfärbungen des Rasens kommen. Auch hier ist es wichtig

  • die Fruchtkörper der Pilze im Rasen vollständig zu entfernen
  • anschließend mit Grabegabel Pilzgeflecht aufzureißen
  • zusätzlich Boden aufzulockern

Hexenringe, kreisförmiger Pilzwuchs im Rasen

Pilzwuchs vorbeugen

Ein kräftiger Rasen ist kaum anfällig für Pilzwuchs. Dazu ist eine regelmäßige und richtige Pflege erforderlich. Das stärkt die Rasenpflanzen, macht sie widerstandsfähig und sie bilden einen dichten Wuchs und sind konkurrenzfähig gegenüber anderer Pflanzen.

Belüftung 

Durch eine Belüftung oder Aerifizierung des Bodens kann der Bildung von Staunässe vorgebeugt werden. Verwendung findet dabei ein spezielles Aerifiziergerät. Alternativ erfüllen auch Rasenlüfterschuhe oder eine Grabegabel diese Funktion. Die beste Zeit ist im Frühjahr von März bis Mai und im Herbst von September bis Oktober.

Vertikutieren 

Hierbei leistet ein elektrischer Vertikutierer gute Dienste. Die Messer dringen senkrecht in den Boden ein und lockern ihn so auf. Ein gitterartiges Vertikutieren kämmt vorhandenen Rasenfilz aus, beziehungsweise beugt einer Bildung vor. Diese Maßnahme kann auch bei bestehendem Pilzbefall erfolgen. Vertikutiert wird einmal im Jahr, entweder im März/ Mai oder September/ Oktober.

Nährstoffversorgung

Pilzwuchs ist stets ein Anzeichen für Nährstoffmangel. Am besten sollte stickstoffbetonter Langzeitdünger Verwendung finden. Dieser stärkt die Gräser und die Grünfläche ist widerstandsfähig und robust. Er enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die Düngung erfolgt im Frühjahr und Spätherbst. Im Herbst sollten Sie jedoch kaliumbetonten Dünger verwenden, um einem Befall mit der Pilzkrankheit Schneeschimmel im Winter vorzubeugen.

Kalken

Hutpilze lieben saure Böden. Abhilfe kann ein Kalken des Bodens schaffen. So wird der pH-Wert angehoben. Dazu ist allerdings eine Bodenanalyse notwendig. Einen einfachen Bodentest gibt es im Baumarkt. Eine Kalkung erfolgt nur bei Bedarf:

  • pH-Wert unter 5,5 (leichte, sandige Böden) 150 g Kalk pro m²
  • lehmige Böden 300 g Kalk pro m²
  • pH-Wert über 6,9 keine Kalkgabe

Bewässerung

Wasser ist auf der einen Seite für die Gesundheit und das Wachstum erforderlich, anderseits sind die Gräser gegen Pilze anfällig, wenn der Boden zu nass ist. Eine regelmäßige Wässerung sollte während länger anhaltenden Trockenperioden erfolgen. Der günstigste Zeitpunkt ist in den frühen Morgenstunden oder abends, wenn keine direkte Sonneneinstrahlung mehr erfolgt. Die Rasenpflanzen sollten zwischen den Sprengungen abtrocknen können. Lieber seltener wässern, dafür aber durchdringender.

Pilze im Rasen

Hinweis: Natürlich ist auch regelmäßiges Mähen notwendig. Die Mähintervalle sollten dabei kurz sein. Ebenfalls sollten Sie die Fläche in Abständen mit dem Fächerrechen abharken.