Wieviel Chlor muss in den Pool? | Perfekte Erstbefüllung

Wieviel Chlor muss in den Pool?

Ein eigener Pool bringt eine deutliche Aufwertung des heimischen Gartens als Naherholungsbereich mit sich. Nicht nur bei sommerlichen Hitzewellen lädt er zu Abkühlung, Bewegung und schlicht Entspannung ein. Analog zu öffentlichen Schwimmbädern sorgt auch hier Chlor für eine gleichbleibend gute Wasserqualität. Welche Menge Chlor in das Poolwasser gehört und wie die perfekte Erstbefüllung gelingt, verraten wir Ihnen hier.

Wie viel Chlor kommt in den Pool?

Wie genau die richtige Menge Chlor im Pool auszusehen hat, lässt sich nur schwer mit einem einzigen Wert angeben. Dafür gibt es zwei Gründe:

Unterschiedliche Herstellerangaben

Jeder Hersteller von Pools oder Poolzubehör gibt für seine Produkte einen eigenen Wert des idealen Chlorgehalts im Pool an. Die Werte liegen zwar alle im ähnlichen Bereich, sind jedoch selten völlig identisch. Bringt man gängige Angaben zur Deckung, resultiert daraus ein anzustrebender Wert von rund 0,6 bis 1,0 mg Chlor je Liter Poolwasser, kurz ausgedrückt 0,6 – 1,0 mg/l.

Die Varianz

Der Chlorgehalt eines Pools ist nie konstant, sondern nimmt im Laufe der Zeit beständig ab. Das heißt, zunächst startet man mit einem etwas höheren Wert und endet vor der erneuten Chlorung bei einem Wert unter dem Idealwert. Daher finden sich für die Erstchlorung häufig Angaben, die mit bis zu 3 mg/l über dem gemittelten Idealwert von etwa 1 mg/l liegen.

Ein weiterer Grund für eine anfängliche Überdosierung des Chlors kann die Absicht sein, eine so genannte Schock-Chlorierung oder auch Schock-Desinfektion, durchzuführen. Näheres dazu findet sich ergänzend nach der Schritt für Schritt Anleitung.
Für die Erstbefüllung des Pools kann man sich also entweder am idealen Chlorgehalt im Wasser orientieren, oder bewusst dem etwas höheren Wert für die Erstbefüllung folgen. Je nach Entscheidung kann die erste Nachchlorung etwas früher nötig sein, oder aber der anfänglich höhere Chlorwert für besonders empfindliche Personen unter Umständen durch eine etwas intensivere Wahrnehmung im Wasser zum Vorschein kommen.

Hinweis: Selbst wenn man sich für eine höhere Anfangschlorung entscheidet, resultieren aus dem höheren Wert keinerlei Bedenklichkeiten hinsichtlich der Wasserverträglichkeit für die Badenden. Diese festgelegte Obergrenze ergibt sich nicht aus einer einsetzenden Gefahr durch den Chlorgehalt, sondern viel mehr aus der für die erwünschte Desinfektion erforderlichen Menge an Chlor.

Chlorgehalt und pH-Wert

In direktem Zusammenhang mit dem Chlor Gehalt des Pools steht auch immer der pH -Wert des Poolwassers. Zwar lässt sich die angestrebte Chlor Menge unabhängig vom pH -Wert einstellen. Die gewünschte desinfizierende Wirkung kann der Stoff dagegen nur in einem recht engen Rahmen des pH -Werts erfolgen. Dieser liegt im Optimalfall zwischen 7,0 und 7,4. Ergibt die Kontrolle mittels pH-Teststreifen abweichende Werte, sollten Präparate zur Anhebung oder Absenkung des Wertes vor Zugabe des Chlors gemäß Herstellerangaben eingesetzt werden.

Chor Menge im Pool messen

Hinweis: Nimmt man im Pool einen deutlichen Chlorgeruch wahr, ist nur selten ein Zu Viel der Substanz die Ursache. Weit häufiger sorgt ein falscher pH -Wert zur Ausflockung eines Anteils des Chlors. Genau dieser ausgefallene Anteil ist der dann, der dann geruchlich deutlich wahrnehmbar ist.

Chlorpräparat

Der Markt für private Pools wächst ständig. Ebenso wächst das Angebot erforderlicher Hilfsstoffe, wozu das Chlor definitiv zählt. Üblich sind heute vor allem Chlortabletten oder Pellets, seltener feines Granulat oder Pulver. Alle diese Produkte lassen sich bei korrekter Handhabung ohne Gefährdung in ähnlicher Art und Weise lagern und einsetzen. Abgeraten wird an dieser Stelle ganz klar von flüssigen Lösungen oder einem gasförmigen Einsatz. Beides ist auf dem freien Markt für die private Anwendung nahezu nicht erhältlich, da die Gefahren bei fehlerhafter Anwendung enorm sein können.

Pool Erstbefüllung

Nachdem nun bekannt ist, wieviel Chlor je Liter Poolwasser nötig ist, geht es an die Umsetzung der Erstchlorung. Diese erfolgt in aller Regel als Stoßchlorung, also als einmalige Gabe der gesamten Menge in den Pool. Spätere Nachchlorungen erfolgen dagegen meist über eine permanente Langzeitgabe, beispielsweise über Langzeitgranulat mit langsamer Auflösung.
Schritt für Schritt führt dieses Vorgehen zum richtigen Chlorgehalt:

  • Pool vor Durchführung der Erstchlorung vollständig befüllen
  • Wassermenge in Liter ermitteln – errechenbar aus Länge, Breite und Tiefe des Pools
  • Prüfung und ggf. Einregelung des pH-Werts für optimale Wirksamkeit des Chlors mit pH-hebern oder -senkern
  • Berechnung der erforderlichen Chlormenge (Chlormenge in mg = Beckenvolumen in Litern x Chlorgehalt je Liter Wasser)
  • Bestimmung der absolut nötigen Chlormenge durch Waage oder Abzählen der Chlortabletten
  • Variante 1: Auflösen der Tabletten in separatem Eimer und eingießen der Lösung an verschiedenen Stellen des Pools
  • Variante 2: direkte Gabe der Pellets in den Pool, Gabe dabei über den ganzen Pool verteilen
  • Nach Wartezeit bis zur vollständigen Auflösung und Verteilung im Poolwasser Prüfung des Chlorgehalts mittels Teststreifen oder Messgerät

Hinweis: Viele moderne Chlorgranulate sind dazu geeignet, unmittelbar in den Pool gegeben zu werden. Andere Produkte sollten laut Hersteller vorab im Eimer aufgelöst werden, um Verfärbungen am Poolboden zu vermeiden. Vor Anwendung des Chlors sollte daher unbedingt die Gebrauchsanleitung des gewählten Produkts zu Rate gezogen werden.

Pool Erstbefüllung

Schockchlorung

Immer wieder liest man im Zusammenhang mit der Erstbefüllung von Pools von einer Schockchlorung bzw. Stoßchlorung. Einerseits wird damit häufig die einmalige und zeitgleiche Gabe der gesamten Chlormenge in das Poolwasser bezeichnet. Eigentlich wird bei einer Schockchlorung aber ein anderes Ziel verfolgt:

Dazu wird nicht nur die gesamte Menge an Chlor dem Pool auf einmal verabreicht, sondern darüber hinaus auch bewusst überdosiert und so ein nochmals deutlich erhöhter Chlorgehalt von bis zu 50 mg/l (!!!) erzielt. Ziel dieses Vorgehens ist es, so genannte Chloramine zu verhindern. Chloramine, oder auch gebundenes Chlor, sind Verbindungen aus Chlor und stickstoffhaltigen Stoffen, wie beispielsweise Eiweiß oder Harnstoff. Vor der Desinfektion durch Chlor sind im Wasser meist deutlich höhere Anteile dieser Stoffe enthalten, wie es in Wasser mit aktiver Chlorung der Fall ist. Bei der ersten Chlorgabe ist daher in erhöhtem Maße mit den daraus resultierenden Chloraminen zu rechnen. Folge sind der typische Schwimmbadgeruch, sowie die Trübung des Wassers und die Bildung weißer Flocken.

Achtung: Nach Durchführung einer Schockchlorung sollten Sie den Pool bis zum Abklingen des Chlorgehalts auf normale Werte nicht nutzen! Denn ansonsten können Augen- und Hautreizungen, sowie Probleme der Atemwege die Folge sein.