Psychoaktive Pilze

So genannte Zauberpilze sind dafür bekannt, eine Art bewusstseinserweiternde Wirkung zu haben. Es gibt auch einheimische psychoaktive Pilze, zu denen die folgenden gehören.

Auf den Punkt gebracht

  • die meisten Arten sind sehr klein
  • die tatsächliche Wirkung ist unsicher
  • die Nutzung ist gefährlich
  • Vorsicht bei Verwechslungen mit Giftpilzen

Dachpilze

Blaustieliger Dachpilz (Pluteus cyanopus)

  • Größe: bis 8 cm
  • Hut: bis 6 cm, bräunlich, wird zur Mitte dunkler
  • Lamellen: frei, jung weißlich, später braunrot
  • Stiel: dünn, hell, weißlich, grau, bräunlich,
  • Geruch und Geschmack: mild, angenehm
  • Standort: totes Laubholz, Sägespäne
  • Vorkommen: sehr selten, Sommer bis Herbst
Blaustieliger Dachpilz (Pluteus cyanopus)
Quelle: Dan Molter, Pluteus cyanopus 54538, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Graugrüner Dachpilz (Pluteus salicinus)

  • Größe: bis 10 cm
  • Hut: bis 10 cm, alle Grauvarianten, seidig, feinschuppig
  • Lamellen: frei, jung weiß, später rosa, mit Zwischenlamellen
  • Stiel: dünn, weißlich bis leicht bläulich, überfasert
  • Geruch: neutral oder rettichartig
  • Geschmack: mild
  • Standort: psychoaktive Pilze auf totem Laubholz
  • Vorkommen: Frühling bis Herbst
Graugrüner Dachpilz (Pluteus salicinus)
Quelle: Björn S…, Pluteus salicinus (44034782505), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Düngerlinge

Behangener Düngerling (Panaeolus papilionaceus)

  • Hut: bis 3 cm, hellbraun, Rand mit Velumenresten behangen
  • Lamellen: angheftet, bauchig, erst grau, dann schwarz
  • Stiel: dünn, wie Hut gefärbt, bereift
  • Geruch: pilzig
  • Geschmack: mild
  • Standort: heimisch auf Wiesen
  • Vorkommen: überall häufig, gesellig wachsend, Frühling bis Spätherbst
Behangener Düngerling (Panaeolus papilionaceus)
Quelle: Bernard Spragg. NZ from Christchurch, New Zealand, Panaeolus sphinctrinus. (27370535105), Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Dunkelrandiger Düngerling (Panaeolus cinctulu)

  • Größe: 7 bis 10 cm
  • Hut: bis 3 cm, braun, von der Mitte her ausblassend
  • Lamellen: schokobraun bis schwarz, angewachsen, gedrängt
  • Stiel: dünn, braun, manchmal auf Druck blauend
  • Geruch: neutral oder mehlig
  • Geschmack: unangenehm, mild, mehlig, getrocknet auch salzig
  • Standort: Wiesen, Parks, Rasen, immer in Verbindung mit Gras
  • Vorkommen: häufig, büschelig wachsend, Spätfrühling bis Herbst
Dunkelrandiger Düngerling (Panaeolus cinctulu), psychoaktive Pilze
Quelle: This image was created by user Sava Krstic (sava) at Mushroom Observer, a source for mycological images. You can contact this user here. 2012-08-13 Panaeolus cinctulus (Bolton) Britzelm 248623, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Dunkler Düngerling (Panaeolus fimicola)

  • Größe: 5 bis 6 cm
  • Hut: bis 3 cm, dunkelbraun mit hellerem Rand, im Alter oder bei Trockenheit ausblassend
  • Lamellen: angewachsen, dunkelbraun bis schwärzlich
  • Stiel: dünn, heller als der Hut, glatt
  • Geruch und Geschmack: neutral
  • Standort: Wiesen, Parks, Wälder, auch auf gedüngten Flächen heimisch
  • Vorkommen: Frühling bis Herbst
Dunkler Düngerling (Panaeolus fimicola)
Quelle: Jerzy Opioła, Panaeolus fimicola G34 (3), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Getropftschneidiger Düngerling (Panaeolus guttulatus)

  • Größe: 6 bis 7 cm
  • Hut: bis 6 cm, dunkelgrau bis braun
  • Lamellen: grau, weißlich, angeheftet, mit Zwischenlamellen
  • Stiel: wie Hut, längsfaserig, dünn
  • Geruch und Geschmack: unbedeutend
  • Standort: Mischwald, heimisch auf sandigem Boden
  • Vorkommen: selten, Frühling bis Spätherbst

Heudüngerling (Panaeolina foenisecii)

  • Größe: bis 8 cm
  • Hut: bis 3 cm, Brauntöne, in der Mitte ausblassend, sehr dunkler Rand, erst glockenförmig, später abgeflacht
  • Lamellen: angewachsen, entfernt stehend, braun bis schwärzlich
  • Stiel: dünn, im unteren Teil dunkel, nach oben heller werdend, hohl
  • Geruch: würzig, pilzig
  • Geschmack: unterschiedlich, von neutral über bitter bis pilzig
  • Standort: Wiesen, Parks, Gärten
  • Vorkommen: Frühling bis Herbst
Heudüngerling (Panaeolina foenisecii), psychoaktive Pilze
Quelle: natureluvr01, Panaeolus foenisecii (Haymakers mushroom) (7958493918), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Langstieliger Düngerling (Panaeolus acuminatus)

  • Größe: bis 8 cm
  • Hut: bis 3 cm, glockig, Brauntöne, ausblassend
  • Lamellen: angeheftet, dunkelbraun bis schwärzlich
  • Stiel: dünn, braun, genattert, bereift, hohl
  • Geruch und Geschmack: neutral
  • Standort: Parks, Weiden, grasige Wege
  • Vorkommen: selten, Spätsommer bis Herbst
Langstieliger Düngerling (Panaeolus acuminatus)
Quelle: This image was created by user Ron Pastorino (Ronpast) at Mushroom Observer, a source for mycological images. You can contact this user here. 2014-02-11 Panaeolus acuminatus (Schaeff.) Quél 403609, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 3.0

Wulstlinge

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

  • Größe: bis 16 cm hoch
  • Hut: bis 18 cm breit, rot, orangerot, mit weißen Flocken
  • Lamellen: weiß, angewachsen
  • Stiel: weiß, Knolle und Ring ebenfalls weiß, Ring hängend angewachsen, gerieft
  • Geruch und Geschmack: angenehm pilzartig, mild
  • Standort: Mischwald, Wiesen, in der Nähe von Fichten oder Birken
  • Verbreitung: überall häufig, Sommer und Herbst
Fliegenpilz (Amanita muscaria), psychoaktive Pilze

Hinweis: Der Fliegenpilz ist der wohl bekannteste Giftpilz in Deutschland.

Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata)

  • Größe: bis 14 cm
  • Hut: bis 15 cm, gelblich, im Alter ausblassend, mit weißen Flöckchen besetzt, Rand gerieft, feucht schmierig, glatt
  • Lamellen: frei, gedrängt, weißlich
  • Stiel: weiß, Ring hängt herab und ist flüchtig, mit Knolle
  • Geruch: neutral
  • Geschmack: angenehm, mild, nussartig
  • Standort: Mischwald, gern unter Kiefern und Fichten
  • Vorkommen: häufig, Frühling bis Spätherbst
Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata)
Quelle: Björn S…, Gemmed Amanita – Amanita gemmata (38035058391), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Pantherpilz (Amanita pantherina)

  • Größe: 12 bis 16 cm hoch
  • Hut: bis 15 cm, verschiedene Brauntöne, mit weißen Flocken, Huthaut abziehbar
  • Lamellen: weißlich, frei
  • Stiel: weiß, mit feinen Schuppen, zur Knollen hin ringförmig abgesetzt (Bergsteigersöckchen), Ring hängend, vergänglich, nicht gerieft
  • Standort: im Mischwald heimisch, Symbiosepilz
  • Verbreitung: häufig, von Frühjahr bis Herbst
Pantherpilz (Amanita pantherina), Giftpilz, psychoaktive Pilze
Quelle: Σ64, Amanita pantherina 19, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY 3.0

Hinweis: Pantherpilze sind sehr giftig, es sind Todesfälle bekannt.

Weitere psychoaktive Pilze

Beringter Flämmling (Gymnopilus junonius)

  • Größe: bis 17 cm hoch
  • Hut: bis 20 cm, gelblich, orange, braun, filzig oder beschuppt, Rand eingerollt
  • Lamellen: blass gelblich bis rostbraun, angewachsen, mit Zwischenlamellen
  • Stiel: bis 15 cm,
  • Geruch: pilzig, holzig
  • Geschmack: bitter
  • Standort: psychoaktive Pilze an alten, verrottenden Laub- und Nadelhölzern, auch auf Sägespänen
  • Vorkommen: nicht selten, Sommer bis Herbst
Beringter Flämmling (Gymnopilus junonius)
Quelle: Bernard Spragg. NZ from Christchurch, New Zealand, Laughing Jim (Gymnopilus junonius) (25965072857), Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Blauender Kahlkopf (Psilocybe cyanescens)

  • Größe: 8 bis 11 cm hoch
  • Hut: bis 4 cm, bräunlich, trocken ausgebleicht, feucht schmierig, erst buckelig, später ausgebreitet, bei Verletzung blaugrün verfärbend
  • Lamellen: angewachsen, grau bis braun, entfernt stehend
  • Stiel: dünn, hellbraun, bei Druck grünblau verfärbend
  • Geruch und Geschmack: mild bis muffig
  • Standort: in Laubwäldern mit kalkreichen Böden heimisch, in feuchten Gärten, immer auf Totholz
  • Vorkommen: selten, Spätsommer bis Spätherbst
Blauender Kahlkopf (Psilocybe cyanescens), psychoaktive Pilze
Quelle: Lukas from London, England, Psilocybe cyanescens (49053071791), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 2.0

Grünender Risspilz (Inocybe aeruginascens)

  • Größe: bis 7 cm
  • Hut: bis 7 cm, gelblich, grünlich, bräunlich, Rand wellig und rissig
  • Lamellen: angewachsen, mit Zwischenlamellen, wie Hutfarbe, aber heller
  • Stiel: etwas heller als der Hut oder mit Grünblaustich, mit Körnchen besetzt
  • Geruch: unangenehm, seifig
  • Geschmack: mild
  • Standort: Parks, Gärten, Wälder immer in Verbindung mit Bäumen, auf feuchten, sandigen Böden
  • Vorkommen: Frühling bis Sommer

Grünes Samthäubchen (Conocybe aeruginosa)

  • Größe: bis 5 cm
  • Hut: fast 2 cm, grünspanfarbig, Mitte dunkler, Rand gerieft
  • Lamellen: angeheftet, gedrängt, zimtbraun
  • Stiel: dünn, hell, glatt, brüchig, hohl
  • Geruch: obstartig, fruchtig
  • Geschmack: mild
  • Standort: in Laubwäldern heimisch, außerdem in Gärten und Parks, kalkliebend
  • Vorkommen: selten, Frühling bis Spätherbst
Grünes Samthäubchen (Conocybe aeruginosa)
Quelle: This image was created by user Jacob Kalichman (Pulk) at Mushroom Observer, a source for mycological images.
You can contact this user here.
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Purpurbrauner Mutterkornpilz (Claviceps purpurea)

  • Größe: 1 bis 2 cm
  • Fruchtkörper: dunkel, beinahe schwarz, hängt an Getreidekörnern oder Gräsersamen
  • Wirtspflanzen: Hafer, Gerste, Weizen, Quecke
  • Geruch: unbedeutend
  • Geschmack: mild
  • Verbreitung: überall zu finden
Purpurbrauner Mutterkornpilz (Claviceps purpurea), psychoaktive Pilze
Quelle: megachile, Claviceps purpurea 38021955, Bearbeitet von Gartendialog, CC0 1.0

Hinweis: Beim modernen Getreideanbau selten geworden, aber noch auf Gräser am Ackerrand zu finden.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte man bei der Verwendung vorsichtig sein?

Zum einen besteht immer die Gefahr eine Überdosierung. Zum anderen ist es schwer, psychoaktive Pilze richtig zu erkennen und heimische Giftpilze haben weit gefährlichere Wirkungen, bis hin zum Tod.

Welche Wirkstoffgruppen haben psychoaktive Pilze?

Es gibt die ibotensäurehaltigen Pilze (heimische Fliegenpilzarten, Narzissengelber Wulstling und Pantherpilze) und die alkaloidhaltigen Arten (Mutterkornverwandte). Die größte Gruppe stellen die psilocybinhaltigen Pilze, zu denen alle anderen vorgestellten Arten gehören.

Wie macht sich die Wirkung bemerkbar?

Es kann zu Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen kommen, es können sowohl positive als auch negative Gefühle und Erinnerungen durch psychoaktive Pilze ausgelöst werden. Zu den körperlichen Symptomen gehören Schwindel, Übelkeit, erhöhter Herzschlag, Appetitverlust, Muskelschmerzen, aber auch Muskelentspannung.

Ist die Verwendung von Zauberpilzen legal?

Laut neuester Gesetzgebung fallen heimische psychoaktive Pilze unter das Betäubungsmittelgesetz, sofern es sich um psilocybinhaltige Arten handelt. Der Besitz und Verkauf ist daher strafbar.