Psychoaktive Pflanzen - Titel

Es gibt viele Pflanzen, die eine halluzinogene Wirkung auf uns Menschen haben können, wenn Teile hiervon verzehrt oder auf andere Art zubereitet werden. Die meisten dieser psychoaktiven Pflanzen sind gleichzeitig aber auch giftig.

Auf den Punkt gebracht

  • die meisten der psychoaktiven Pflanzen sind hoch giftig und dürfen daher nur mit Vorsicht genossen werden
  • eine psychoaktive Pflanze wurde im Mittelalter gerne von Kräuterfrauen verwendet, aufgrund der halluzinogenen Wirkung wurden diese als Hexen betitelt
  • viele der psychoaktiven Pflanzen sind in naturnahen und Bauerngärten sehr beliebt, da sie viele Hummeln, Bienen und andere Insekten anziehen
  • es gibt viele Gewächse, die halluzinogen genannt werden, dennoch kommen sie alle aus verschiedenen Pflanzenfamilien

Giftige psychoaktive Pflanzen

Viele der Pflanzen, die ein Halluzinogen besitzen sind gleichzeitig auch giftig. Bei manchen reicht schon eine kleine Menge, um gefährlich zu werden. Die Liste zeigt die Pflanzen auf, die gerne für einen Rauschzustand genutzt werden, aber auch giftig sind. Daher sollten diese weder pur gegessen noch zubereitet zu sich genommen werden.

Arten von A – G

Asiatische Kermesbeere (Phytolacca acinosa)

Asiatische / Indische Kermesbeere (Phytolacca acinosa)
  • Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae)
  • Samen und Wurzeln sind giftig
  • Samen gilt als Schneckenmittel
  • Wurzel wird als Rauschmittel genutzt
  • Blätter ungiftig und können verzehrt werden
  • kleine weiße Blüten
  • krautige buschige Pflanze
  • bis über einen Meter hoch

Bauern-Tabak (Nicotiana rustica)

Bauern-Tabak (Nicotiana rustica) psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • Pflanze stammt aus dem Amazonasgebiet
  • wird hier zur Heilung genutzt
  • sehr hoher Nikotinanteil in den Blättern
  • kann zu Vergiftungen bis zum Tod führen
  • krautige Pflanze
  • bis zu einem Meter hoch
  • mit drüsigen, klebrigen Trichomen bedeckt
  • unscheinbare gelbe Blüten an Rispen

Hinweis: Bei dem Bauern-Tabak handelt es sich nicht um den kultivierten Tabak, der für die Zigarettenherstellung genutzt wird.

Betelnusspalme (Areca catechu)

Arekapalme, Betelnusspalme, Areca catechu
Arekapalme, Betelnusspalme, Areca catechu
  • Familie der Palmengewächse (Arecaceae)
  • enthält Arecolin
  • anregende Wirkung
  • ähnlich der von Alkohol
  • in hohen Dosen gefährlich
  • in Taiwan werden Betelnüsse auf der Straße verkauft
  • werden gerne gekaut
  • wichtiges Symbol für die Ehe in Vietnam
  • Fiederpalme bis zu 25 Meter hoch
  • Blätter bis zu zwei Meter lang

Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum)

Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum), psychoaktive Pflanzen
Quelle: Pmau, Aconitum lycoctonum, Les Amburnex – img 26044, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • lat. Name bedeutet Wolfstöter
  • Rauschpflanze
  • enthält Diterpen-Alkaloide
  • Samen wurde von Kräuterfrauen im Mittelalter genutzt
  • visueller Flug wird halluziniert
  • wird zwischen 50 cm und 1,50 m hoch
  • hellgelbe Blüten
  • bei Hummeln sehr beliebt

Hinweis: Vom Gelben Eisenhut rührt wahrscheinlich die Überlieferung der fliegenden Hexen.

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum), psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • enthält Scopolamin und Hyoscyamin
  • früher Narkotikum und Aphrodisiakum
  • Vergiftungserscheinungen denen einer Tollkirsche ähnlich
  • kräftige, krautige psychoaktive Pflanze
  • violette Kelchblüten

Hinweis: Sobald sich Vergiftungserscheinungen nach einer Aufnahme von Pflanzenteilen zeigen die halluzinogen ist, sollte sofort der Notruf gewählt werden.

Gift-Lattich (Lactuca virosa)

Gift-Lattich (Lactuca virosa), psychaktive Pflanzen
Quelle: T.Voekler, Lactúca virōsa 4690, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • semi-legale Droge
  • kann Schmerzen lindern
  • leicht beruhigend
  • verwendet wird getrockneter Milchsaft
  • auch Blätter als Tee gekocht
  • krautige Pflanze
  • bis zu zwei Meter hoch
  • gelbe, unscheinbare Blüten
  • Wurzeln riechen unangenehm

Arten von H – S

Hanf (Cannabis)

Hanf (Cannabis), psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae)
  • älteste Nutzpflanze der Erde
  • wichtiger Rohstoffbieter
  • Seile aus den Fasern
  • Öl aus den Stängeln
  • Inhalststoff Cannabidiol (CBD) schmerzlindernd
  • berauschend ist nur (THC) Tetrahydrocannabinol
  • krautige Pflanze
  • unterschiedliche Wuchshöhen
  • handförmige Blätter

Hinweis: Es ist verboten, Hanf zu kultivieren, auch wenn es nur zur Zierpflanze angelegt wird. Die Pflanze ist stark halluzinogen, wenn der Wirkstoff THC nicht herausgefiltert wird. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Schlaf-Mohn (Papaver somniferum)

Schlafmohn (Papaver somniferum), psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
  • somnifer heißt schlafbringend
  • morphinhaltiger Milchsaft
  • hieraus wird Opium hergestellt
  • Samen werden in Küche und beim Backen verwendet
  • duften angenehm nussig
  • krautige Pflanze
  • bis zu 1,5 Meter hoch
  • rosafarbene oder purpurne Blüten

Hinweis: Der Anbau von Schlaf-Mohn auch als Zierpflanze im eigenen Garten ist laut Betäubungsmittelgesetz genehmigungspflichtig.

Scheinmyrte (Anamirta cocculus)

Scheinmyrte (Anamirta Cocculus)
Quelle: Dinesh Valke from Thane, India, Anamirta cocculus (L.) Wight & Arn. (33242076845), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • Familie der Mondsamengewächse (Menispermaceae)
  • Vorkommen in Asien
  • psychoaktive Pflanze
  • verschiedene Alkaloide in Wurzeln und Stamm
  • Früchte wirken betäubend
  • wurden im Fischfang genutzt
  • windende, verholzende Liane
  • Kultivierung hier nur im subtropischen Gewächshaus

Tipp: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine psychoaktive Pflanze oral aufgenommen wurde, die gleichzeitig auch giftig ist, kann die Giftnotrufzentrale angerufen werden, die wertvolle Hinweise liefern kann.

Sumpf-Porst (Ledum palustre)

Sumpf-Porst (Ledum palustre), psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Blätter wurden für das Bierbrauen verwendet
  • berauschende Wirkung
  • kann Aggressivität verursachen
  • Vergiftungserscheinungen sind bekannt
  • führen nicht zu Tod
  • Inhaltsstoffe Palustrol und Ledol
  • doldenartige Blüten
  • rosarot bis weiß
  • Strauch erreicht bis 1,5 Meter Höhe

Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)

Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), psychoaktive Pflanzen
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Hyoscyamus_niger#/media/File:Atlas_roslin_pl_Lulek_czarny_8318_7171.jpg
  • Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • auch Hexenkraut genannt
  • Inhaltsstoffe Hyoscyamin und Scopolamin
  • Samen führen zu Halluzinationen und Verwirrtheit
  • krautiger Wuchs
  • bis 60 Zentimeter hoch
  • schmutzig weiße Blüte mit violetten Adern

Hinweis: Noch bis ins 17. Jahrhundert wurde das gebraute Bier mit den Samen des Bilsenkrauts angereichert. So wurde die berauschende Wirkung verstärkt. Durch das bayrische Reinheitsgebot wurde dies später verboten.

Arten von T – Z

Tollkirsche (Atropa belladonna)

Schwarze Tollkirsche, Atropa belladonna
Schwarze Tollkirsche, Atropa belladonna
  • Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • beliebt im Bauerngarten
  • Atropin besitzt pupillenerweiternde Wirkung
  • bei höherer Dosis Wahnzustände
  • wurde wahrscheinlich auch von Kräuterfrauen im Mittelalter genutzt
  • daher resultiert Verdacht auf Hexen
  • krautige Pflanze
  • bis zwei Meter hoch
  • Frucht ähnelt schwarzer, kleiner Tomate
  • Geschmack bitter

Hinweis: griechisch „Atropos“ ist die Göttin des Schicksals, die den Faden des Lebens durchschneidet.

Türkischer Mohn (Papaver orientale)

Türkischer Mohn, Papaver orientale
Türkischer Mohn, Papaver orientale
  • Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
  • auch als Garten-Mohn bekannt
  • ähnelt dem Arznei-Mohn, ist kleiner
  • beinhaltet keinerlei Morphin
  • Oripavin und Thebain im Milchsaft
  • hieraus kann Codein hergestellt werden
  • krautige Pflanze
  • bis zu einem Meter hoch
  • orange bis tiefrote Blüten

Virginia Tabak (Nicotiana tabacum)

Virginia Tabak (Nicotiana tabacum), psychoaktive Pflanzen
Quelle: Magnus Manske, P1000485 Nicotiana tabacum (tobacco) (Solanaceae) Plant, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
  • auch als Tobak bekannt
  • wichtigster Inhaltsstoff Nikotin
  • wirtschaftlich bedeutende Tabakart
  • rosafarbene Blüten an Rispen
  • Pflanze bis zu drei Meter hoch

Ungiftige halluzinogene Pflanzen

Bei den vielen verschiedenen Arten von Pflanzen gibt es durchaus auch solche, die zwar halluzinogen wirken, aber dennoch nicht giftig sind und somit gefährlich für uns Menschen werden könnten. Allerdings sind diese Arten rar gesät, es gibt nur wenige, die Liste ist hier kurz.

Arten von A – R

Arznei-Mohn (Papaver bracteatum)

Arzneimohn (Papaver bracteatum); psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Morphin muss industriell gewonnen werden
  • im Gegensatz zum Morphin aus dem Schlafmohn
  • Anbau ist genehmigungspflichtig
  • Nutzung als Zierpflanze erlaubt
  • tiefrote Blüten
  • krautige Pflanze
  • kann bis zu 1,20 Meter hoch werden

Hortensie (Hydrangea macrophylla)

Bauernhortensie - Gartenhortensie - Hydrangea macrophylla
  • Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
  • junge Blüten und Triebe als Rauschmittel genutzt
  • werden getrocknet und geraucht
  • ähnliche Wirkung wie Marihuana (aus Hanf)
  • beliebte Pflanze im Bauerngarten
  • Halbstrauch
  • laubabwerfend
  • dicke, schirmförmige Blütenstände
  • viele verschiedene Farben

Hinweis: Erst in den letzten Jahren entdeckten junge Menschen, dass die Hortensie halluzinogen ist und somit eine berauschende Wirkung besitzt.

Kalmus (Acorus calamus)

Kalmus (Acorus calamus), psychoaktive Pflanzen
  • Familie der Kalmusgewächse
  • Halluzinogen steckt in den Wurzeln
  • wirkt stimmungsaufhellend
  • größere Dosis leichte Halluzinationen
  • appetitanregend
  • daher oft auch in Magenbitter
  • wird auch als „Deutscher Ingwer“ bezeichnet
  • traditionell in der asiatischen Medizin
  • unscheinbare Blüten
  • rötliche, vier bis zehn Zentimeter lange Kolben

Tipp: Eine ungiftige Tinktur aus der Kalmus Pflanze als psychoaktive Pflanze ist in der Coca-Cola enthalten.

Katzenminze (Nepeta cataria)

Katzenminze
Nepeta cataria
  • Familie der Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Katzen werden von dem Geruch angezogen
  • enthält Actinidin
  • besitzt beruhigende Wirkung
  • blassblaue bis weiße Blüten
  • Pflanze bis zu einem Meter hoch

Arten von S – Z

Schilf (Phragmites australis)

Gemeines Schilfrohr (Phragmites australis ssp. australis), hochwachsende Gräser
Quelle: AnRo0002, 20181006Phragmites australis1, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Familie der Süßgräser (Poaceae)
  • psychoaktive Pflanze
  • Baeocystin und Bufotenin im Wurzelstock
  • wirken halluzinogen bei Aufnahme
  • besitzt Rhizome
  • bildet Ähren aus
  • ein Schilfrohr bis zu vier Meter hoch

Hinweis: Eigentlich ist Schilf eher für seine Eigenschaften als gutes Baumaterial bekannt und nicht als psychoaktive Pflanze.

Trichterwinde (Ipomoea purpurea)

Trichterwinde (Ipomoea purpurea)
  • Familie der Windengewächse (Convolvulaceae)
  • auch Purpurwinde genannt
  • Samen werden in Wasser eingeweicht
  • durch Emulsion können Rauschzustände erzielt werden
  • 200 bis 300 Samen gleiche Wirkung wie 300 mg LSD
  • purpurfarbene, rote oder rosa Blüten
  • Pflanze bis zu zwei Meter hoch
  • wächst auch auf Wegen und an Straßenrändern

Häufig gestellte Fragen

Darf ich eine psychoaktive Pflanze in meinem Garten kultivieren?

Im Gegensatz zu Hanfpflanzen ist es bei den meisten hier vorgestellten Pflanzen nicht verboten, diese im eigenen Garten zu kultivieren. Im Gegenteil, die meisten sind beliebte Gewächse für einen bunten Bauerngarten.

Wie gefährlich sind die Pflanzen, wenn ich sie im kultiviere?

Wichtig ist, dass Sie die Wirkung wissen, wenn Teile einer Pflanze, die halluzinogen wirkt und zudem auch noch giftig ist, in den Mund genommen werden. Daher sollten Sie auf die Kultivierung solcher Gewächse im Garten verzichten, wenn sich im Haushalt kleine Kinder, eventuell auch Jugendliche und Haustiere befinden, die frei zugänglich an die Pflanzen herankommen würden.

Warum ist eine psychoaktive Pflanze oftmals auch giftig?

Dies liegt daran, dass die Grenzwerte von einer berauschenden Dosis sehr nah an den toxischen Dosen liegen und diese schnell ineinander übergehen können. So werden Halluzinationen sehr schnell von komatösen Zuständen und Bewusstlosigkeit abgelöst.