Psychoaktive Pflanzen: 20 halluzinogene Arten
Es gibt viele Pflanzen, die eine halluzinogene Wirkung auf uns Menschen haben können, wenn Teile hiervon verzehrt oder auf andere Art zubereitet werden. Die meisten dieser psychoaktiven Pflanzen sind gleichzeitig aber auch giftig.
Auf den Punkt gebracht
- die meisten der psychoaktiven Pflanzen sind hoch giftig und dürfen daher nur mit Vorsicht genossen werden
- viele der psychoaktiven Pflanzen sind in naturnahen und Bauerngärten sehr beliebt, da sie viele Hummeln, Bienen und andere Insekten anziehen
- es gibt viele Gewächse, die halluzinogen genannt werden, dennoch kommen sie alle aus verschiedenen Pflanzenfamilien
Inhaltsverzeichnis
- Giftige psychoaktive Pflanzen
- Asiatische Kermesbeere (Phytolacca acinosa)
- Bauern-Tabak (Nicotiana rustica)
- Betelnusspalme (Areca catechu)
- Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum)
- Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)
- Gift-Lattich (Lactuca virosa)
- Hanf (Cannabis)
- Schlaf-Mohn (Papaver somniferum)
- Scheinmyrte (Anamirta cocculus)
- Sumpf-Porst (Ledum palustre)
- Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
- Tollkirsche (Atropa belladonna)
- Türkischer Mohn (Papaver orientale)
- Virginia Tabak (Nicotiana tabacum)
- Ungiftige halluzinogene Pflanzen
- Arznei-Mohn (Papaver bracteatum)
- Hortensie (Hydrangea macrophylla)
- Kalmus (Acorus calamus)
- Katzenminze (Nepeta cataria)
- Schilf (Phragmites australis)
- Trichterwinde (Ipomoea purpurea)
- Häufig gestellte Fragen
Giftige psychoaktive Pflanzen
Viele der Pflanzen, die ein Halluzinogen besitzen sind gleichzeitig auch giftig. Bei manchen reicht schon eine kleine Menge, um gefährlich zu werden. Die Liste zeigt die Pflanzen auf, die gerne für einen Rauschzustand genutzt werden, aber auch giftig sind. Daher sollten diese weder pur gegessen noch zubereitet zu sich genommen werden.
Asiatische Kermesbeere (Phytolacca acinosa)
- Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae)
- Samen und Wurzeln sind giftig
- Samen gilt als Schneckenmittel
- Wurzel wird als Rauschmittel genutzt
- Blätter ungiftig und können verzehrt werden
- kleine weiße Blüten
- krautige buschige Pflanze
- bis über einen Meter hoch
Bauern-Tabak (Nicotiana rustica)
- Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- Pflanze stammt aus dem Amazonasgebiet
- wird hier zur Heilung genutzt
- sehr hoher Nikotinanteil in den Blättern
- kann zu Vergiftungen bis zum Tod führen
- krautige Pflanze
- bis zu einem Meter hoch
- mit drüsigen, klebrigen Trichomen bedeckt
- unscheinbare gelbe Blüten an Rispen
Hinweis: Bei dem Bauern-Tabak handelt es sich nicht um den kultivierten Tabak, der für die Zigarettenherstellung genutzt wird.
Betelnusspalme (Areca catechu)
- Familie der Palmengewächse (Arecaceae)
- enthält Arecolin
- anregende Wirkung
- ähnlich der von Alkohol
- in hohen Dosen gefährlich
- in Taiwan werden Betelnüsse auf der Straße verkauft
- werden gerne gekaut
- wichtiges Symbol für die Ehe in Vietnam
- Fiederpalme bis zu 25 Meter hoch
- Blätter bis zu zwei Meter lang
Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum)
- Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
- lat. Name bedeutet Wolfstöter
- Rauschpflanze
- enthält Diterpen-Alkaloide
- Samen wurde von Kräuterfrauen im Mittelalter genutzt
- visueller Flug wird halluziniert
- wird zwischen 50 cm und 1,50 m hoch
- hellgelbe Blüten
- bei Hummeln sehr beliebt
Hinweis: Vom Gelben Eisenhut rührt wahrscheinlich die Überlieferung der fliegenden Hexen.
Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)
- Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- enthält Scopolamin und Hyoscyamin
- früher Narkotikum und Aphrodisiakum
- Vergiftungserscheinungen denen einer Tollkirsche ähnlich
- kräftige, krautige psychoaktive Pflanze
- violette Kelchblüten
Hinweis: Sobald sich Vergiftungserscheinungen nach einer Aufnahme von Pflanzenteilen zeigen die halluzinogen ist, sollte sofort der Notruf gewählt werden.
Gift-Lattich (Lactuca virosa)
- Familie der Korbblütler (Asteraceae)
- semi-legale Droge
- kann Schmerzen lindern
- leicht beruhigend
- verwendet wird getrockneter Milchsaft
- auch Blätter als Tee gekocht
- krautige Pflanze
- bis zu zwei Meter hoch
- gelbe, unscheinbare Blüten
- Wurzeln riechen unangenehm
Hanf (Cannabis)
- Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae)
- älteste Nutzpflanze der Erde
- wichtiger Rohstoffbieter
- Seile aus den Fasern
- Öl aus den Stängeln
- Inhalststoff Cannabidiol (CBD) schmerzlindernd
- berauschend ist nur (THC) Tetrahydrocannabinol
- krautige Pflanze
- unterschiedliche Wuchshöhen
- handförmige Blätter
Hinweis: Der Anbau von Cannabis ist seit dem 01.04.2024 legal in Deutschland. Genaue Informationen rund um die Legalisierung finden Sie hier.
Schlaf-Mohn (Papaver somniferum)
- Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
- somnifer heißt schlafbringend
- morphinhaltiger Milchsaft
- hieraus wird Opium hergestellt
- Samen werden in Küche und beim Backen verwendet
- duften angenehm nussig
- krautige Pflanze
- bis zu 1,5 Meter hoch
- rosafarbene oder purpurne Blüten
Hinweis: Der Anbau von Schlaf-Mohn auch als Zierpflanze im eigenen Garten ist laut Betäubungsmittelgesetz genehmigungspflichtig.
Scheinmyrte (Anamirta cocculus)
- Familie der Mondsamengewächse (Menispermaceae)
- Vorkommen in Asien
- psychoaktive Pflanze
- verschiedene Alkaloide in Wurzeln und Stamm
- Früchte wirken betäubend
- wurden im Fischfang genutzt
- windende, verholzende Liane
- Kultivierung hier nur im subtropischen Gewächshaus
Tipp:
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine psychoaktive Pflanze oral aufgenommen wurde, die gleichzeitig auch giftig ist, kann die Giftnotrufzentrale angerufen werden, die wertvolle Hinweise liefern kann.
Sumpf-Porst (Ledum palustre)
- Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae)
- Blätter wurden für das Bierbrauen verwendet
- berauschende Wirkung
- kann Aggressivität verursachen
- Vergiftungserscheinungen sind bekannt
- führen nicht zu Tod
- Inhaltsstoffe Palustrol und Ledol
- doldenartige Blüten
- rosarot bis weiß
- Strauch erreicht bis 1,5 Meter Höhe
Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
- Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- auch Hexenkraut genannt
- Inhaltsstoffe Hyoscyamin und Scopolamin
- Samen führen zu Halluzinationen und Verwirrtheit
- krautiger Wuchs
- bis 60 Zentimeter hoch
- schmutzig weiße Blüte mit violetten Adern
Hinweis:
Noch bis ins 17. Jahrhundert wurde das gebraute Bier mit den Samen des Bilsenkrauts angereichert. So wurde die berauschende Wirkung verstärkt. Durch das bayrische Reinheitsgebot wurde dies später verboten.
Tollkirsche (Atropa belladonna)
- Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- beliebt im Bauerngarten
- Atropin besitzt pupillenerweiternde Wirkung
- bei höherer Dosis Wahnzustände
- wurde wahrscheinlich auch von Kräuterfrauen im Mittelalter genutzt
- daher resultiert Verdacht auf Hexen
- krautige Pflanze
- bis zwei Meter hoch
- Frucht ähnelt schwarzer, kleiner Tomate
- Geschmack bitter
Hinweis: griechisch „Atropos“ ist die Göttin des Schicksals, die den Faden des Lebens durchschneidet.
Türkischer Mohn (Papaver orientale)
- Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
- auch als Garten-Mohn bekannt
- ähnelt dem Arznei-Mohn, ist kleiner
- beinhaltet keinerlei Morphin
- Oripavin und Thebain im Milchsaft
- hieraus kann Codein hergestellt werden
- krautige Pflanze
- bis zu einem Meter hoch
- orange bis tiefrote Blüten
Virginia Tabak (Nicotiana tabacum)
- Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- auch als Tobak bekannt
- wichtigster Inhaltsstoff Nikotin
- wirtschaftlich bedeutende Tabakart
- rosafarbene Blüten an Rispen
- Pflanze bis zu drei Meter hoch
Ungiftige halluzinogene Pflanzen
Bei den vielen verschiedenen Arten von Pflanzen gibt es durchaus auch solche, die zwar halluzinogen wirken, aber dennoch nicht giftig sind und somit gefährlich für uns Menschen werden könnten. Allerdings sind diese Arten rar gesät, es gibt nur wenige, die Liste ist hier kurz.
Arznei-Mohn (Papaver bracteatum)
- Familie der Mohngewächse (Papaveraceae)
- Morphin muss industriell gewonnen werden
- im Gegensatz zum Morphin aus dem Schlafmohn
- Anbau ist genehmigungspflichtig
- Nutzung als Zierpflanze erlaubt
- tiefrote Blüten
- krautige Pflanze
- kann bis zu 1,20 Meter hoch werden
Hortensie (Hydrangea macrophylla)
- Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
- junge Blüten und Triebe als Rauschmittel genutzt
- werden getrocknet und geraucht
- ähnliche Wirkung wie Marihuana (aus Hanf)
- beliebte Pflanze im Bauerngarten
- Halbstrauch
- laubabwerfend
- dicke, schirmförmige Blütenstände
- viele verschiedene Farben
Hinweis: Erst in den letzten Jahren entdeckten junge Menschen, dass die Hortensie halluzinogen ist und somit eine berauschende Wirkung besitzt.
Kalmus (Acorus calamus)
- Familie der Kalmusgewächse
- Halluzinogen steckt in den Wurzeln
- wirkt stimmungsaufhellend
- größere Dosis leichte Halluzinationen
- appetitanregend
- daher oft auch in Magenbitter
- wird auch als „Deutscher Ingwer“ bezeichnet
- traditionell in der asiatischen Medizin
- unscheinbare Blüten
- rötliche, vier bis zehn Zentimeter lange Kolben
Tipp: Eine ungiftige Tinktur aus der Kalmus Pflanze als psychoaktive Pflanze ist in der Coca-Cola enthalten.
Katzenminze (Nepeta cataria)
- Familie der Lippenblütler (Lamiaceae)
- Katzen werden von dem Geruch angezogen
- enthält Actinidin
- besitzt beruhigende Wirkung
- blassblaue bis weiße Blüten
- Pflanze bis zu einem Meter hoch
Schilf (Phragmites australis)
- Familie der Süßgräser (Poaceae)
- psychoaktive Pflanze
- Baeocystin und Bufotenin im Wurzelstock
- wirken halluzinogen bei Aufnahme
- besitzt Rhizome
- bildet Ähren aus
- ein Schilfrohr bis zu vier Meter hoch
Hinweis: Eigentlich ist Schilf eher für seine Eigenschaften als gutes Baumaterial bekannt und nicht als psychoaktive Pflanze.
Trichterwinde (Ipomoea purpurea)
- Familie der Windengewächse (Convolvulaceae)
- auch Purpurwinde genannt
- Samen werden in Wasser eingeweicht
- durch Emulsion können Rauschzustände erzielt werden
- 200 bis 300 Samen gleiche Wirkung wie 300 mg LSD
- purpurfarbene, rote oder rosa Blüten
- Pflanze bis zu zwei Meter hoch
- wächst auch auf Wegen und an Straßenrändern
Häufig gestellte Fragen
Wichtig ist, dass Sie die Wirkung wissen, wenn Teile einer Pflanze, die halluzinogen wirkt und zudem auch noch giftig ist, in den Mund genommen werden. Daher sollten Sie auf die Kultivierung solcher Gewächse im Garten verzichten, wenn sich im Haushalt kleine Kinder, eventuell auch Jugendliche und Haustiere befinden, die frei zugänglich an die Pflanzen herankommen würden.
Dies liegt daran, dass die Grenzwerte von einer berauschenden Dosis sehr nah an den toxischen Dosen liegen und diese schnell ineinander übergehen können. So werden Halluzinationen sehr schnell von komatösen Zuständen und Bewusstlosigkeit abgelöst.