Rasen blüht - Welche Gräser blühen im Rasen

Auch bei optimaler Vorbereitung des Bodens finden sich im Rasen immer wieder unerwünschte, aber auch manch nützlich blühende Fremdgräser. Verhindern lässt sich das in der Regel nicht. Was tun, wenn der Rasen blüht?

Auf den Punkt gebracht

  • gehäuftes Auftreten oft auf falsche oder mangelnde Rasenpflege zurückzuführen
  • Bekämpfung in den meisten Fällen schwierig
  • Ausbreitung dieser ungewollten Gräser nur schwer zu stoppen
  • Entfernung in den meisten Fällen nur manuell möglich

Unerwünschte blühende Fremdgräser

Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis)

Rasen blüht - Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis)
Quelle: AnRo0002, 20140827Digitaria sanguinalis2, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • etwa 50 cm hohes Süßgras
  • anfangs niederliegend, später knickend aufsteigend, locker behaart
  • gilt als Wirt für wandernde Wurzelnematoden
  • Blattspreiten fein seidig, weißlich-rötlicher Mittelnerv
  • Rasen blüht im Sommer und Frühherbst
  • drei bis sieben lockere Scheinähren
  • Rasen zunächst stark düngen
  • und/oder im Frühsommer flach vertikutieren
  • Hirse stellt sich auf, mit tiefem Schnitt abmähen
  • regelmäßige Düngung und Nachsaat, Rasennarbe dichthalten
  • oder vor der Blüte ausstechen

Einjähriges Rispengras (Poa Annua)

Einjähriges Rispengras - Poa annua
Quelle: AnRo0002, 20141123Poa annua1, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • unscheinbares, niedriges, hellgrün-gelbliches Gras
  • besiedelt kahle Stellen und Lücken quasi über Nacht
  • tritt von April bis Juni auf
  • hellgrüne Halme mit rispigen, fast weißen Blüten
  • selten länger als fünf Zentimeter
  • Ährchen grün, selten violett überzogen
  • wenn Rasen blüht, im Mai und Juni düngen
  • weniger häufig dafür reichlich wässern
  • Bekämpfung durch manuelles Ausstechen
  • mähen nur mit Fangkorb
  • Mähroboter begünstigen Ausbreitung dieser Gräser

Tipp: Die Blütenrispen samt Samen bilden sich bei günstiger Witterung den ganzen Sommer über. Das einjährige Rispengras gilt übrigens als guter Stickstoffanzeiger.

Gemeine Rispe (Poa trivialis)

Gemeine Rispe - Poa trivialis
  • wächst im Frühjahr vor allen anderen Gräsern
  • leicht mit Hirse zu verwechseln
  • bevorzugt auf feuchten und nassen Böden
  • wurzelt nur oberflächlich
  • Rasen blüht von Juni bis Juli
  • im Frühjahr hellgrüne Blattfärbung
  • später rötlicher Stängelgrund sichtbar
  • je älter desto struppiger der Wuchs
  • färbt sich bei Trockenheit rötlich-braun und stirbt ab
  • hinterlässt unschöne kahle Stellen
  • Bekämpfung ähnelt der vom einjährigen Rispengras

Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Grüne Borstenhirse - Setaria viridis
  • blühende Gräser mit Wuchshöhen von 5 bis 50 cm
  • knickend aufsteigende Halme
  • sehr dünn, nicht behaart
  • Blätter grün mit hellem oder violetten Mittelnerv
  • Rasen blüht vom Sommer bis zum Frühherbst
  • Blütenähren beim Überstreichen glatt
  • kompakt, nicht unterbrochen
  • Borsten dünn, lang, weich, grün, später ins Violette überlaufend

Hinweis: Hirse zeigt sich vor allem in lückenhaften Rasenflächen und Neuansaaten sowie bei Bodentemperaturen ab 20 Grad. Bei Temperaturen unter 15 Grad und weniger als 12 Stunden Licht stirbt sie ab.

Hundszahngras (Cynodon dactylon)

Hundszahngras - Cynodon dactylon
  • mehrjährige blühende Gräser, etwa 30 cm hoch
  • bis zu einem Meter langes, verzweigtes Rhizom
  • bildet oft dichte Rasen
  • Halme schlank, liegend, mit Adventivwurzeln und Seitentrieben
  • starker Konkurrent um Wasser
  • blüht vom Sommer bis zum Herbst im Rasen, in warmen Lagen ganzjährig
  • bis zu sieben fingerartig angeordnete Ähren
  • nur schwer aus dem Rasen zu bekommen

Hinweis: Eine Bekämpfung ist nur selektiv per Hand oder großflächig mittels Totalherbizid (dessen Einsatz wir hier ausdrücklich ablehnen) möglich.

Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli)

Hühnerhirse - Echinochloa crus-galli
  • bis 80 cm hohe blühende Gräser
  • knickend aufrechte oder aufsteigende Halme
  • an den Knoten behaart
  • Blätter dunkel, grau-grün, relativ breit
  • Mittelnerv weißlich, jüngstes Blatt gerollt
  • Rasen blüht von Juli bis September
  • Blütenstand, zusammengesetzte Rispe
  • ährenartige Teilblütenstände, hellgrün oder violett überlaufend

Quecken (Elymus)

Kriechende Quecke - Elymus repens
Quelle: Stefan.lefnaer, Elymus repens sl5, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • wächst schneller als Gräser aus Rasenmischungen
  • ausdauernd, weitreichende unterirdische Ausläufer
  • Blätter sattgrün, bläulich schimmernd
  • hochwüchsige Triebe, unterschiedliche Wuchsrichtungen, 50 bis 120 cm hoch
  • Blüte von Juni bis August
  • schlanke, ährige Blütenstände, 5 bis 20 cm lang
  • Quecken nur schwer zu beseitigen
  • nachwachsende Pflänzchen direkt nach Auflaufen herausstechen
  • möglichst mit kompletter Wurzel

Weißes Straußgras (Agrostis stolonifera)

Weißes Straußgras - Agrostis stolonifera
Quelle: Matt Lavin from Bozeman, Montana, USA, Agrostis stolonifera (3821003330), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • immergrün, ausdauernd, 8 bis 40 cm hoch
  • bildet dichten und weichen Teppich im Rasen
  • blattreiche oberirdische Ausläufer
  • Blätter kahl, fein zugespitzt, grau bis blaugrün
  • glatte, kahle, ästig aufsteigende Halme, zwei bis fünf Knoten
  • an unteren Knoten, Triebe und sproßbürtige Wurzeln
  • blüht zwischen Juli und August im Rasen
  • längliche rispige Blütenstände
  • Ährchen in dichten Büscheln

Hinweis: Auch wenn das Straußgras schön anzusehen ist, ist es weder besonders tritt- noch scherfest. Durch häufiges Vertikutieren wird es zudem zum Wachstum angeregt.

Erwünschte blühende Rasengräser

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)

Deutsches Weidelgras - Lolium perenne
  • in Rasensamen-Mischungen sehr beliebt
  • trittfeste, strapazierfähige, satt grüne blühende Gräser
  • schnellwüchsig, horstbildend, rund 20 cm hoch
  • wachsen besonders gut in stickstoffreichen Böden
  • Rasen blüht von Mai bis in den Herbst
  • Blütenhalme ca. 70 cm hoch
  • je kälter, desto anfälliger
  • regelmäßiges Mähen regt das Wachstum an

Achtung: Das Deutsche Weidelgras gilt hierzulande als eines der häufigsten Erreger für Heuschnupfen.

Rotschwingel (Festuca Rubra)

Rotschwingel - Festuca rubra
  • in hochwertigen Rasenmischungen häufig enthalten
  • mehrjährig, ausläufer- oder horstbildend, anspruchslos
  • Wuchshöhen zwischen 20 und 80 cm
  • steil aufrechte Halme
  • Blattscheiden fast komplett geschlossen
  • blüht von April bis Oktober im Rasen
  • aufrechte, wenig verzweigte Rispen
  • Bedingungen können je nach Unterart variieren

Häufig gestellte Fragen

Warum verbreiten sich blühende Gräser im Rasen?

Unerwünschte Gräser können sich umso leichter ansiedeln und ausbreiten, je nachlässiger man bei der Rasenpflege ist. Wird der Rasen lückenhaft, können sie sich sehr leicht ausbreiten. Umso wichtiger ist eine dichte, geschlossene Grasnarbe. Oft sind einige dieser blühenden Gräser auch in Rasensamen-Mischungen enthalten.

Wann ist der beste Zeitpunkt für entsprechende Nachsaaten?

Nachsaaten können in der Regel während der kompletten Vegetationsperiode vorgenommen werden. Soll der Rasen aufgrund eines zu starken Auftretens von Fremdgräsern komplett neu angelegt werden, bieten sich dafür das Frühjahr oder der Frühherbst an.

Kann man blühende Gräser im Rasen vermeiden?

Ganz verhindern kann man die Ansiedlung dieser Gräser nicht. Dennoch kann man mit der richtigen Rasenpflege einer unkontrollierten Ausbreitung entgegenwirken. Dazu gehören insbesondere eine gezielte Bewässerung und lange Trockenphasen sowie richtige Düngergaben und regelmäßiges, bestenfalls wöchentliches Mähen. Teilweise kann man durch oberflächliches Vertikutieren auch Samen, die in der Erde bereits beginnen zu keimen, unschädlich machen.