Rasen düngen im Frühjahr: ab wann und womit? Die ideale Temperatur

Rasen düngen im Frühjahr

Der Winter kann dem Rasen ziemlich zusetzen und damit er sich für die kommende Saison gut entwickelt, ist es vor allem im Frühling wichtig, richtig zu düngen. Beim Düngen ist der richtige Zeitpunkt ein entscheidender Faktor für einen schönen Rasen und die Verwendung von einem geeigneten Düngemittel. Die falsche Zusammensetzung von Düngern oder zu konzentriertes Düngen kann der Rasenfläche Schaden zufügen und zum Absterben des Grases führen.

Rasen düngen im Frühjahr

Zeitpunkt

Mit der Pflege können Sie beginnen, wenn die Bodentemperatur mehrere Wochen im Bereich von 12°C liegt. Dann können erste Maßnahmen ergriffen werden und dazu gehört als Vorbereitung zum Düngen das Vertikutieren.
Etwa zwei Wochen später, wenn die Temperaturen weiterhin konstant bleiben und sich der Boden vom Vertikutieren erholt hat, können Sie das erste Mal düngen. Oft wird der Fehler gemacht, unmittelbar nach dem Vertikutieren erstmals Düngemittel zu verteilen. Dies ist jedoch nicht der richtige Zeitpunkt, denn Vertikutieren beschädigt auch die Grasnarbe. Treffen Düngemittel dann direkt auf offen liegende Wurzeln, kann dies dazu führen, dass sie verbrennen und die Grasnarbe möglicherweise auch nachhaltig beschädigt wird.

Rasen düngen mit einem Streugerät
Ein Streugerät hilft beim gleichmäßigen Düngen.

Sollte die Temperatur zwischenzeitlich wieder fallen oder vielleicht sogar noch einmal ein Kälteeinbruch kommen, sollten  Sie keinesfalls düngen. Die Temperaturen sollten auch nach dem Ausbringen von Düngemitteln in den nächsten ein bis zwei Wochen zumindest nicht unter 10°C fallen.

Hinweis: Wann Sie genau mit dem Düngen starten können, ist saisonal oft sehr unterschiedlich. In einem milden Frühjahr können Sie mit der Rasenpflege vielleicht schon Ende Februar bzw. Anfang März starten. Den Rasen können Sie dadurch Mitte bis Ende März das erste Mal düngen. Bei einem sehr langen Winter kann es passieren, dass Sie erst im April mit dem Düngen des Rasens beginnen können.

Düngemittel einwässern

Wann Sie düngen können, hängt jedoch nicht nur mit der Bodentemperatur zusammen, sondern der Boden sollte auch trocken sein. Allerdings benötigt Düngergranulat Feuchtigkeit, damit es zersetzt und für die Wurzeln verfügbar ist. Der Zeitpunkt sollte so gewählt sein, dass es innerhalb der nächsten Tage regnet, wodurch die Wurzeln gleich mit den ersten Nährstoffen versorgt werden. Kündigt sich kein Regen an, müssen Sie den Rasen notfalls wässern.

Geeigneter Dünger

Zusammensetzung von Düngemitteln

Vor allem nach einem Winter mit wenigen Niederschlägen kann es sein, dass im Frühling nur mäßig gedüngt werden muss. Womit gedüngt wird, hängt von der Zusammensetzung des Bodens ab, was durch eine Bodenprobe bestimmt werden kann.
In der Regel bestehen die Düngemittel aus Stickstoff, wobei den Großteil der Carbamidstickstoff ausmachen sollte. Ein weiterer Bestandteil sollte Kaliumoxid sein, da dies im Frühjahr die Resistenz gegenüber Trockenheit in den darauffolgenden Monaten fördert. Zudem sorgt das Kalium dafür, dass der Rasen mit Temperaturschwankungen bis zum Sommer besser umgehen kann. Ergab die Bodenprobe, dass die Erde zu wenig Kalk enthält, sollten Sie darauf achten, dass im ausgewählten Düngemittel auch Kalzium enthalten ist.

Die Zusammensetzung sollte folgendermaßen aussehen:

  • 25% Gesamtstickstoff
  • 15% Kaliumoxit
  • 6% Phosphat

Der Rest entfällt auf weitere Nährstoffe wie Kalzium und Magnesium sowie Füllmaterial, damit der Dünger nicht zu konzentriert aufgebracht wird.

Dünger mit Langzeitwirkung

Bei der Frage des geeigneten Düngers, ist nicht nur die Zusammensetzung relevant, sondern auch die Form des Düngers. Im Frühjahr ist ein Langzeitdünger in Form von Feststoffdüngern ideal. Sie haben den Vorteil, dass sie sich großflächig einfach nur mit der Hand ausstreuen lassen. Zudem geben Feststoffdünger kleine Mengen an Wirkstoffen nach und nach ab, wodurch bis zu zehn Wochen nach der ersten Düngergabe im Frühling nicht mehr nachgedüngt werden muss.

Geeignete Feststoffdünger im Frühjahr

Neben den handelsüblichen Düngern gibt es auch Alternativen zum Rasendünger. Eine Alternative befindet sich bereits im Garten und ist ideal, wenn der Rasen einen mittleren Nährstoffbedarf im Frühling hat. Fertiger Kompost ist eine sehr gute Nährstoffquelle und hat den Vorteil, dass er nicht nur Nährstoffe liefert, sondern auch vorbeugend einer Bodenverdichtung entgegen wirkt.

für den Kompost geeignete Materialien

Alternativ zum gekauften Rasenkalk, können Sie zerkleinerte Eierschalen als Kalziumgabe auf dem Rasen verstreuen. Wichtig dabei ist, dass Sie die Eierschalen fein zerkleinern, damit es zu keine schmerzhaften Verletzungen kommt, wenn etwa Kinder barfuß über das Gras laufen.

Kalium, das besonders wichtig als Teil von Düngern ist, nicht nur um die Trockenheitsresistenz zu fördern, sondern um dem Blattsterben vorzubeugen, findet sich oft ebenfalls im eigenen Haus oder Garten. Besonders viel Kalium ist in Holzasche enthalten, die Sie etwa von Kaminen oder aus dem Grill das Jahr über sammeln und im Frühjahr verstreuen können.

Ein vielseitiger Dünger im Garten, der auch die Rasenfläche verwendbar ist, ist Kaffeesatz. Als Teil von selbst zusammengestellten Feststoffdüngermischungen für den Rasen, sollte Kaffeesatz in jedem Fall gesammelt werden, denn er enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Ungeeignete Düngemittel

Mulch als Düngegabe im Frühling ungeeignet

Alternativ zum Dünger aus dem Handel, wird zunehmend der Rasen gemulcht. Der Mulch, der auf der Grasnarbe verrottet, bringt wieder Nährstoffe in den Boden. Im Frühjahr ist Mulch allerdings nicht als Dünger geeignet. Er hat meist nicht die richtige Zusammensetzung an Nährstoffen, damit er den Rasen nach dem Winter optimal versorgen kann. Zudem dauert es sehr lange, bis das erste Mal gemulcht werden kann, wodurch der Zeitpunkt des Düngens deutlich nach hinten verlagert wird. Das sorgt wiederum dafür, dass der Rasen, nicht kräftig genug ist, wenn die Temperaturen ansteigen und er durch die Hitze verbrennen kann.

Der Mulch hat im Frühling als Dünger zudem den Nachteil, dass die Temperaturen noch nicht ideal sind für die Verrottung. Dadurch dauert es länger, bis der Grünschnitt welk wird und erstickt möglicherweise die Grasnarbe darunter. Daher sollten Sie vor allem im Frühling zum Düngen ein geeignetes Granulat verwenden.

Rindenmulch

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