Rasen entfernen: wie effektiv helfen Rindenmulch, Folie und Vlies?

Rasen

Ein jeder Hobbygärtner hegt und pflegt seinen Rasen wie seinen Augapfel. Doch immer wieder gibt es Situationen, in denen man genau das Gegenteil erreichen möchte. Für eine andere Nutzung oder auch nur eine Neueinsaat macht es Sinn, zunächst den bestehenden Rasen vollständig zu entfernen. Um genau das zu erreichen, kursieren unter Gartenliebhabern und Heimwerkern vielfältigste Techniken. Die bekanntesten unter ihnen sind der Einsatz von Folie, Vlies und Rindenmulch. Doch funktionieren sie wirklich?

Rasen entfernen

Natürlich existieren unzählige verschiedene Techniken für das Entfernen von Gras. Die meisten davon helfen, werden aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht sehr gerne eingesetzt. Entweder sind sie nur mäßig effektiv oder mit hohem technischem Aufwand verbunden. Außerdem möchten viele Hobbygärtner gerade im eigenen Garten auf chemische Stoffe verzichten, da sie Auswirkungen auf andere dort bezogene Pflanzen befürchten. Zuletzt verbleiben als gängige Techniken der Einsatz von:

  • Folie
  • Vlies
  • Mulch aus Baumrinde

Alle drei Varianten entfernen Rasen mit denselben Ansätzen:

  • Entzug
    • Licht
    • Feuchtigkeit
    • Sauerstoff
  • Steigerung der Temperatur zur Unterstützung der Austrocknung

Die Rasenfläche wird durch den Einsatz dieser Methode nicht aktiv abgetötet. Stattdessen werden ihm die Lebensgrundlagen entzogen, so dass er von selbst abstirbt. Dieses Vorgehen kostet in erster Linie Zeit. Umso wichtiger ist es, dass die Wirksamkeit auch tatsächlich gegeben ist. Denn widerstandsfähige Gräser helfen einem Missstand der Versorgung in einem einzelnen Bereich meist durch alternative Lösungen ab. In der Folge reicht eben nur der Entzug von Licht oder Wasser oder Luft nicht aus. Stattdessen kann erst die Kombination aller drei Faktoren effektiv bei der Beseitigung helfen.

Man sollte annehmen, dass die Wahl des Materials dabei letztlich egal ist. Allerdings unterscheiden sie sich in einigen Punkten deutlich, so dass ein näherer Blick auf Ihre tatsächliche Eignung lohnt.

Folien

Ob als echte Gartenfolie oder universell einsetzbare Mehrzweckplane, Folien sind nahezu jedem Menschen bekannt. Aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt, sind Folien allesamt vollständig luft- und wasserdicht. Je nach Material und Färbung oder Transparenz hält eine Folie außerdem Licht teilweise oder ebenfalls vollständig zurück. Bei der Verwendung zum Entfernen von Gras wird sie flächig auf dem gesamten Rasen ausgelegt und mit Steinen, Brettern oder Ähnlichem beschwert.

  • Material: verschiedene Kunststoffe, wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder auch Polyvinylchlorid (PVC) als homogener Verbund, teilweise mit Faserzulage zur materiellen Verstärkung
  • Eigenschaften: luftdicht, wasserdicht, gefärbt meist stark bis vollständig lichtundurchlässig
  • Wirksamkeit:
    • Luftentzug:
    • Entzug von Licht: je nach Folienbeschaffenheit mäßig bis sehr gut
    • Feuchtigkeitsentzug: sehr gut
    • Temperaturanstieg: durch Luftdichtheit und Aufheizung in Folge Sonneneinstrahlung sehr gut gegeben

Folie um zum Rasen entfernen

Tipp: Greifen Sie bei Folien nicht auf die sehr günstigen, aber auch extrem dünnen Abdeckfolien aus dem Malerbedarf zurück. Sie reißen sehr schnell ein und lassen Wasser und Luft an die Grassoden. Zudem sind sie nicht lichtdicht, so dass das Absterben der Graspflanzen deutlich behindert wird. Wählen Sie stattdessen robuste und vollständig lichtundurchlässige Mehrzweckfolien, wie etwa Gewebeplanen oder auch Baufolien.

Fazit

Wird die richtige Folie gewählt, ist diese sehr gut für das Entfernen von Rasen ohne chemische Mittel oder aufwändige Grabarbeiten geeignet. Da dem Gras alle wesentlichen Wachstumsfaktoren entzogen werden, dürfte die Folie vergleichsweise rasch zum Ziel führen.

Vlies

Gängige Vliese für den Gartenbau bestehen aus einem heterogenen Gewebe von Kunststofffasern. Je nach Ausrichtung des Materials ist es mehr oder weniger stark durchlässig für Luft und Feuchtigkeit. Die Lichtdurchlässigkeit hängt dagegen stark von der Materialdicke und der Faserdichte ab. Der Einsatz von Vliesgeweben erfolgt analog zu Folien in Bahnen oder vordefinierten Stücken und muss durch eine Beschwerung gegen Wegschwimmen bei Regen und Windsog ergänzt werden.

  • Material: vergleichbar zu Folien
  • Eigenschaften: luftdurchlässig, wasserdurchlässig, mäßig bis sehr gut lichtundurchlässig, meist durch Faserverbund wärmedämmende Eigenschaften
  • Wirksamkeit:
    • Entzug von Luft: durch Gewebestruktur meist nur mäßig gegeben
    • Lichtentzug: mäßig bis sehr gut gegeben, stark abhängig von Art des Vlieses
    • Feuchtigkeitsentzug: durch Wasserdurchlässigkeit nur gering
    • Temperaturanstieg: gute Erwärmung von Erdreich und Rasen durch isolierende Wirkung der Vliesmaterialien

Vlies auf dem Boden

Fazit

Da der Feuchtigkeitsentzug und Luft durch Vliese gar nicht bis maximal mäßig erfolgreich ist, kommt dem Lichtentzug als Lebensgrundlage die größte Bedeutung zu. Sollen Vliesmaterialien beim Entfernen von Rasen helfen, müssen sie daher möglichst lichtundurchlässig gewählt werden. Allerdings muss auch dann mit einer relativ langen Wartezeit bis zum Erfolg gerechnet werden. Denn die Pflanzen sind mit wenig Licht noch lange in der Lage, Grundfunktionen des Lebens aufrechtzuerhalten.

Achtung: Je schlechter ein Vlies die erforderlichen Aufgaben erfüllt, umso schneller kippt der Sinn seiner Verwendung. Im Extremfall kann das Rasenwachstum durch die zusätzliche Wärme sogar zunächst verbessert werden. Sind Wasser und Licht zumindest minimal gegeben, kann die unter dem Vlies entstehende Wärme einen zusätzlichen Wachstumsschub im Rasen auslösen.

Rindenmulch

Entgegen den vorangegangenen Materialen setzt die Verwendung von Rindenmulch auf ein natürliches, auch andernorts im Garten eingesetztes Material. Da es sich um Schüttgut handelt, ist der Aufwand für das flächige Aufbringen aus durchgängige, abdeckende Schicht auf dem Rasen deutlich höher. Und auch das Entfernen nach Abschluss des Einsatzes ist mit weit größerem Zeit- und Materialeinsatz verbunden.

  • Material: zerkleinerte Rinde von Nadel- oder Laubbäumen
  • Eigenschaften: Rindenmaterial selbst licht- und luftdicht, Feuchte aufnehmend und abgebend, Eigenschaften des eigentlichen Materials für die Rasenbeseitigung jedoch wenig aussagekräftig, stattdessen Gesamtwirkung der angeschütteten Deckschicht relevant
  • Wirksamkeit:
    • Luftentzug: bei ausreichenden Schichtdicken mäßig gegeben, erst bei sehr hohen Schichtdicken von mehr als 5-8 Zentimetern als gut zu bezeichnen
    • Lichtentzug: ab rund 5 Zentimetern Schichtdicke gut gegeben
    • Entzug von Feuchtigkeit: nicht gegeben, da Rindenmulch feuchteregulierend, also Wasser aufnehmend und abgebend
    • Temperaturanstieg: durch Dämmwirkung sehr gut gegeben

Rindenmulch

Fazit

Wer Rasenflächen mit Mulch aus Baumrinde entfernen möchte, muss dafür einiges an Aufwand in Kauf nehmen. Denn erst bei hohen Auftragsstärken wirkt das aus natürlichen Rohstoffen gewonnene Material überhaupt. Darunter lassen die oft bis zu mehreren Zentimetern großen Einzelstücke große Lücken entstehen. Durch diese ist die Versorgung mit Wasser und Licht weiterhin gut gegeben. Aber auch bei einem intensiven Auftrag des Rindenmulchs wird der vollständige Abschluss von Luft kaum möglich sein. Während sich Licht sehr gut ausschließen lässt, ist das Rindenmaterial der Feuchteversorgung zunächst sogar förderlich. Denn es nimmt Wasser auf und gibt es zeitverzögert wieder ab, so dass der Rasen noch lange davon profitiert. Zuletzt kann die Rinde durch Zersetzungsprozesse sogar als Nährstofflieferant dienen, was der Rasenbeseitigung ebenfalls nicht zuträglich ist. Insgesamt kann Rindenmulch also durchaus zielführend eingesetzt werden, sollte aber in großer Menge aufgetragen und über eine lange Zeit dort belassen werden.