Rasen Keimung beschleunigen

Mittlerweile gehört es schon zum guten Ton, dass in jedem Garten hierzulande eine Fläche Rasen angelegt wird. Dabei sind einige Faktoren wichtig, wie die Keimdauer. Alles dazu und zur Verkürzung dieser nachfolgend.

Keimzeit und Ansprüche

Wer in seinem Garten eine Rasenfläche anlegen will, weiß dass dazu ein wenig Geduld für ein gutes Ergebnis notwendig ist. Neben einer gründlichen Bodenvorbereitung und einer richtigen Aussaat spielt auch die Keimzeit eine entscheidende Rolle. Diese kann schon einmal einen Zeitraum zwischen 7 und 21 Tagen betragen, bis der Rasensamen endlich keimt. Die Dauer hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab wie

Rasensamen
Rasensamen
  • Qualität des Samens
  • vorhandene Sauerstoff im Boden
  • wichtig für Wurzelbildung
  • hohe Luft- und Bodenfeuchtigkeit
  • Bodentemperatur von mindestens 10 ° C
  • ideale Saattermin April/Mai oder August/September

Der Samen muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Nährstoffen von außen versorgt werden. Wichtig ist allerdings Wasser, eine entsprechende Feuchtigkeit, dadurch können die Rasensamen aufquellen. Währenddessen wird mithilfe des Enzyms Diastase Stärke in Zucker umgewandelt. Dann kann die Keimung beginnen, die gespeicherten Nährstoffe stehen dem Keimling zur Verfügung. Erst nach erfolgter Keimung der Samen und Bildung der ersten Wurzeln sind die Keimlinge auf Nährstoffe aus dem Boden angewiesen. Bei Bedarf kann dort ein Startdünger verabreicht werden. Unabhängig davon gibt es Möglichkeiten die Keimung zu beschleunigen, ob dies in jedem Fall sinnvoll ist, sei dahin gestellt.

Hinweis: Die einzelnen Rasensamen einer Saatmischung keimen recht unterschiedlich, da diese aus verschiedenen Rasensorten zusammengesetzt ist. Weiterhin bietet der Handel sogenannte Billigmischungen und teurere, aber hochwertige Rasenmischungen an. In der Regel keimt die günstige Sorte schneller, aber das Ergebnis lässt mitunter zu wünschen übrig.

Abdecken mit Folie

Folie zum Rasen entfernen

Um die Keimzeit bei Rasensamen zu beschleunigen, sprich zu verkürzen, müssen alle bereits genannten Faktoren für eine erfolgreiche Keimung vorhanden sein. Allerdings kann hier das Wetter mitunter nicht immer mitspielen. Durch starke Temperaturschwankungen und nicht gleichbleibenden Niederschlägen kann es schnell zu einer Beeinflussung der Keimdauer kommen. Das Abdecken der Aussaatfläche mit Folie kann hier Abhilfe schaffen und die Keimung der Samen durchaus beschleunigen. Verwendung sollte

  • spezielle Wachstumsfolie oder
  • alternativ transparente Plastikfolien

finden. Auf alle Fälle müssen die verwendeten Folien

  • lichtdurchlässig
  • wasserdurchlässig und
  • luftdurchlässig sein.

Warum abdecken?

Durch das Abdecken der Fläche mit Folie wird durch die Einstrahlung der Sonne darunter eine Art „Treibhausklima“ geschaffen, welches den Rasensamen schneller keimen lässt. Die Folie bietet

Rasen düngen

  • Schutz vor Austrocknung durch Wind und Sonne
  • Boden bleibt gleichmäßig feucht
  • Schutz vor Starkregen
  • dadurch Schutz vor Wegschwämmen der Samen
  • schnellere Erwärmung des Bodens
  • gleichmäßige Verteilung des Saatguts
  • Schutz vor Betreten der Fläche
  • Schutz vor Vogelfraß

Diese Methode ist recht einfach, aber dafür sehr effektiv beim Beschleunigen der Keimzeit.

Richtig abdecken

Bevor nun die Plane über die betreffende Rasen-Fläche gespannt wird, muss einiges getan werden:

  • vor Aussaat Boden gründlich aufrauen
  • ideal Verwendung einer Motorhacke
  • Samen gleichmäßig einsäen
  • nicht tiefer als 1 cm
  • dadurch Erhöhung der Keimrate
  • Rasensamen leicht anwalzen
  • dadurch entsteht guter Bodenkontakt
  • Fläche gründlich wässern
  • nicht vollständig durchnässen
  • anschließend Plane flächig auf Boden ausbreiten
  • Bahnen sollten mindestens 30 cm überlappen
  • an Seiten Folienbahnen fixieren
  • dazu Verwendung von Steinen oder Holzbrettern

Rasenfläche vorbereiten, um danach zu säen

Die Folie darf dabei nicht platt auf dem Boden liegen, denn die Keimlinge brauchen Platz zum Wachsen. Das Überlappen der Folienbahnen ist notwendig, damit keine Abdeckung der Teilflächen bei starkem Wind oder Regen erfolgen kann. Sonst können die Samen leicht wegschwämmen und das Ergebnis ist eine schlechte Keimung.

Hinweis: Die Folie darf nicht zulange dabei als Abdeckung dienen. Sie sollte entfernt werden, wenn die ersten Wurzeln fest im Erdreich verankert sind. Die Pflanzen brauchen nun genügend Sauerstoff, ausreichend Luft für ihre Entwicklung.

Vorkeimen der Saat

Hierbei handelt es sich um eine Methode zur Steigerung der Keimfähigkeit und ebenso der Widerstandskraft. Auch hier sind verschiedene Voraussetzungen notwendig wie

  • ausreichend Sauerstoff, Luft
  • Wärme und
  • entsprechend Feuchtigkeit

Sind diese Faktoren erfüllt, kann das Vorkeimen losgehen:

  • Küchenpapier auf Backblech ausbreiten
  • mit Wasser besprühen
  • Tuch soll feucht, aber nicht nass sein
  • Saatgut gleichmäßig ausbreiten
  • Überlappungen vermeiden
  • Aufstellung an warmen Ort
  • Fensterbank ist ideal
  • Vermeidung von Zugluft
  • regelmäßige Kontrolle der Feuchtigkeit
  • bei Bedarf mittels Sprühflasche besprühen
  • Verwendung von warmen Wasser

Rasen Keimung

Hinweis: Die Saat verträgt keine Trockenheit. Schnell können die Samenkörner absterben.

Durch Abdeckung mit einer durchsichtigen Folie kann die Keimung der Samen nochmals beeinflusst werden. In diesem Fall kann die Aussaatschale auch an einem etwas kühleren Ort stehen, beispielsweise im Wintergarten. Auf alle Fälle darf der Rasensamen nicht länger als fünf Tage so stehen bleiben. Sobald sich die ersten Wurzeln gebildet haben, brauchen sie Bodenkontakt um sich mit Nährstoffen zu versorgen. Im Prinzip können die Keimlinge dann an ihren vorgesehenen Platz verbracht werden.

Hinweis: Eine Rasenmischung besteht immer aus verschiedenen Grasarten, die auch eine unterschiedliche Keimdauer besitzen. Bei einem zu langen Vorkeimen besteht die Möglichkeit, dass dann bereits eine Grasart schon abgestorben und eine weitere gerade noch am Keimen ist.

Ist Vorkeimen sinnvoll?

Im Prinzip ist das Vorkeimen von Saatgut bei anderen Pflanzenarten von sinnvoll. Aber normalerweise erfolgt beim Vorkeimen der Rasensaat nicht wirklich ein Beschleunigen der Keimdauer. Im Prinzip handelt es hierbei lediglich um eine Vorziehung des jeweiligen Keimprozesses. Dieser ist dabei schon vor erfolgter Aussaat zum größten Teil abgeschlossen. Allerdings ist diese Methode auch von Vorteil, denn dadurch erfolgt ein schnelleres Wachstum des Rasens. Die Fläche ist früher begrünt als bei normaler Aussaat. Allerdings muss festgestellt werden, dass bei einer Neuanlage einer Rasenfläche das Vorkeimen sehr aufwendig ist und daher nicht wirklich sinnvoll. Dabei sollte betrachtet werden, dass für eine normale Fläche unzählige Keimlinge benötigt werden. Hier wäre der Aufwand viel größer als bei einer ganz normalen Aussaat.

Anders sieht es aber bei Nachsaaten aus, wenn auf einer Rasenfläche Lücken geschlossen werden müssen. Da eignet sich das Vorkeimen hervorragend.

Hinweis: Im Handel sind sogenannte Turbo-Nachsaaten erhältlich. Aufgrund eines Keimbeschleunigers kann die Keimdauer um 30 Prozent vorverlegt werden. Bereits nach sieben Tagen sind erste Pflänzchen sichtbar. Dieses Saatgut ist hervorragend für die Reparatur von Lücken geeignet.