Rasen sanden: wann und womit? Mit Sand zu einem satten Grün?

Rasen richtig sanden

Der Rasen ist nicht nur eine gut gepflegte Grünfläche, sondern ein wichtiges Aushängeschild jedes Gartens. Üppiges Grün in satter Farbe ist für viele Gärtner das Highlight der eigenen grünen Oase und mit viel Pflege verbunden, um einen Rasen zu erhalten, der sich ansprechend in der Nachbarschaft präsentiert. Neben dem regelmäßigem mähen wirkt das Sanden als wahres Wundermittel für eine schöne Rasenfläche, da durch den Sand der Boden optimiert wird.

Sanden

Was ist sanden?

Beim Sanden des Rasens handelt es sich um eine Methode, um die Bodenbeschaffenheit der Rasenfläche zu verbessern und dadurch den Wuchs der Gräser anzuregen. Schon seit Jahrzehnten wird diese Methode genutzt, um Fußballfelder und Golfplätze vorzubereiten, die durch den Rasensand ihren charakteristischen Charakter und die tiefgrüne Farbe erhalten. Das körnige Mineral bessert die Grünfläche aus und behebt eine Vielzahl von Mängeln, die selbst bei einem gut gepflegten Rasen vorkommen können.

  • lockert verdichtete Böden auf
  • Drainage wird erzeugt, schützt somit vor Staunässe
  • der Boden wird durchlässig, falls die Erde zu schwer oder fett ist
  • sorgt für eine effektive Belüftung
  • Unebenheiten lassen sich ausgleichen

saftig grüner Rasen im Garten

Sie sehen, das Besanden eignet sich für viele unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten und optimiert diese, um für eine ansprechende Decke aus Gräsern sorgen zu können. Das macht das Besanden neben dem Mähen, Düngen und Wässern zu einem essentiellen Teil der Rasenpflege, der zu häufig übersehen wird. Folgen einer nicht vorhandenen Besandung zeigen sich in zahlreichen Laufspuren, zu trockenem oder zu feuchten Böden und einem lichtem Grün, das wirkt, als wäre nicht genug Rasen ausgesät worden.

Tipp: Rasensand ist zudem ein guter Schutz für die Rasenfläche, wenn der Garten häufig von Kindern oder Haustieren benutzt wird. Der Sand sorgt als Puffer und Schutzschicht für den Boden und somit die Qualität des Rasens.

Zeitpunkt

Der geeignete Zeitpunkt für das Verteilen des Sandes ist entweder das Frühjahr oder der Herbst. Falls Sie Ihren Rasen noch niemals mit Sand bearbeitet haben, sollten Sie dies unbedingt im Frühjahr ausführen, damit die Gräser über den Frühling und Sommer problemlos wachsen können. Im Folgejahr können Sie sich dann aussuchen, wann Sie die Besandung des Rasens durchführen. Sie müssen keinen weiteren Rasensand über das Jahr verteilen, da sich dieser in die Erde absenkt und dort bleibt. Selbst starke Regenfälle schwemmen ihn nicht aus und daher müssen Sie dies nur einmal im Jahr ausführen.

Sand-Art

Welcher Sand eignet sich dafür?

Bevor Sie mit dem Prozedere anfangen können, müssen Sie sich noch für das passende Sediment entscheiden, welches Sie am Ende verteilen. Hier gibt es zwei Varianten, die sich äußerst gut für dieses Vorhaben eignen und dabei nicht einmal so teuer in der Anschaffung sind.

  • Quarzsand
  • Spielsand

Hinweis: Produkte, die als Rasensand angeboten werden, sind meist eine dieser beiden Varianten und daher sollten Sie sich vor dem Kauf informieren, um welche der beiden Sandarten es sich handelt. Häufig steht dies auch auf der Verpackung des Sands.

Rasen mit richtiger Sand-Art sanden

Quarzsand

Quarzsand hat eine äußerst feine Struktur und besteht zum größten Teil, wenn nicht ausschließlich, aus Quarzkörnern. Das macht sie zu einer beliebten Variante für das Sanden, da er sich sehr gut für die Optimierung des Bodens, allen voran für die Drainage, eignet. Wenn Sie diese Variante wählen, sollten Sie ein Produkt mit folgenden Eigenschaften und nicht einfach einen beliebigen Bausand wählen, der geradeso herumliegt.

  • feinkörnig im Durchmesser von null bis zwei Millimetern
  • gewaschen
  • kalkarm
  • rundkörnig wenn möglich

Rasen als grüne Oase

Diese Beschaffenheit erweist sich als äußerst effektiv für das Sanden, da der Quarzsand aufgrund der feinen Körnung sofort in den Boden einziehen und wirken kann. Zudem lassen sich von diesem große Mengen verteilen, ohne dass er optisch auffällt. Eine günstige und zugleich perfekt geeignete Variante ist Rheinsand, der in genau dieser Form verarbeitet wird und daher die besten Voraussetzungen für das Sanden Ihres Rasens bietet.

Spielsand

Unter Spielsand wird Sand verstanden, den Sie auf einem Spielplatz im Sandkasten finden. Aufgrund seines Durchmessers von 0,063 bis zwei Millimetern ist er ebenso effektiv wie der Rheinsand. Ein weiterer Vorteil dieses Sandes ist die gründliche Reinigung, bei dem Schluff und Ton besonders effektiv aus dem Spielsand gewaschen wurden, um den Kindern das Formen des Sands zu erleichtern.

Hinweis: Verwechseln Sie diesen Sand nicht mit Fallschutzsand, der ebenfalls auf Spielplätzen genutzt wird und vor allem unter Schaukeln und Klettergerüsten zu finden ist. Dieser ist mit einem Durchmesser von acht Millimetern viel zu grob und sollte daher nicht genutzt werden.

Spielsand aus Sandkasten

Anleitung

Um den Rasen zu sanden, müssen Sie sich zuvor für einen Sand entscheiden und von diesem genügend erwerben. Bei der Dosierung des Sands gilt: für einen Quadratmeter Rasenfläche werden fünf Liter des Sands benötigt. Das heißt, für eine Rasenfläche mit einer Größe von zehn Quadratmetern, benötigen Sie fünfzig Liter des ausgewählten Sands. Wenn Sie sich für Rheinsand entschieden haben, kommt das auf Kosten von etwa vier Euro für einen Quadratmeter. Spielsand ist hier eindeutig billiger mit 20 Litern für etwa drei Euro. Den Rasen sanden Sie nach der Auswahl des Sands wie folgt beschrieben.

1. Schritt:

  • mähen Sie den Rasen auf eine Höhe von etwa zwei bis drei Zentimeter zurück
  • achten Sie dabei darauf, die Fläche gleichmäßig zu mähen, damit an bestimmten Stellen nicht zu viel genutzt werden muss

2. Schritt:

  • vertikutieren Sie die Fläche in Quer- und Längsrichtung
  • das Vertikutieren ist wichtig für den Boden, damit dieser wieder atmen kann und somit das Wachstum der Rasengräser unterstützt
  • dabei werden altes Moos und Mulch aus dem Vorjahr oder dem Sommer entfernt, was dem Boden wieder frischer macht
  • für diesen Schritt benötigen Sie natürlich einen Vertikutierer

3. Schritt:

  • stellen Sie den Vertikutierer auf eine Tiefe von drei bis fünf Millimeter ein
  • dies reicht aus, damit genügend altes Pflanzenmaterial entfernt wird und somit der Boden effektiv für die Sandzugabe vorbereitet ist

4. Schritt:

  • während dieses Arbeitsvorgangs machen sich einzelne Teile Erde bemerkbar, der Rasenfilz
  • diesen müssen Sie danach nur noch entfernen, am besten mit einer Harke oder einem Laubbesen
  • der Auffangkorb des Vertikutierers kann nur geringe Mengen Rasenfilz aufnehmen
  • Rasenfilz sorgt für die Verdichtung des Bodens, hält Wasser auf und ist als Brutstätte für allerlei Insekten geeignet
  • daher ist die Nutzung des Vertikutierers notwendig, um den Rasen wieder zu erfrischen und ihn von Krankheitserregern und Schädlingen zu befreien
  • zudem sorgt der Filz für Staunässe, die negativ für das Wachstum der Gräser ist

5. Schritt:

  • sobald die Fläche gesäubert wurde, müssen Sie den Sand in ein Streugerät einfüllen und nach und nach Ihren Rasen ablaufen
  • das Gerät übernimmt die Arbeit und verteilt das Sediment gleichmäßig und nicht zu dicht

Rasen sanden zur Rasenoptimierung

6. Schritt:

  • natürlich können Sie Schritt 5 auch per Hand ausführen
  • achten Sie dabei nur darauf, nicht einzelne Stellen zu stark zu sanden und somit ein Ungleichgewicht zu schaffen

7. Schritt:

  • danach nutzen Sie einen Rechen und verteilen den Quarzsand noch einmal
  • lassen Sie sich hierfür ruhig ein wenig Zeit und achten darauf, dass der gesamte Rasen besandet wurde
  • nach dem frischen Sanden sind die kleinen Körner noch gut zu erkennen und so können Sie sich daran orientieren
  • so sehen Sie, wo noch etwas fehlt oder zu viel verteilt wurde

8. Schritt:

  • anschließend können Sie bei zu hoher Trockenheit noch etwas die Rasenfläche anfeuchten

9. Schritt:

  • zwei Wochen nach dem Sanden sollten Sie den Rasen düngen, falls Sie sich für das Besanden im März oder April nach dem letzten Frost entschieden haben
  • das sorgt für eine gute Bodenbeschaffenheit und eine dichte Rasendecke in den kommenden Wochen

Aerifizieren

Je nach Zustand und Beschaffenheit des Rasens ist es vor dem Sanden notwendig, diesen anstatt des Vertikutierens zu aerifizieren. Beim Aerifizieren werden die Rasenflächen noch stärker belüftet, was nur notwendig ist, wenn Ihr Rasen stark verdichtet ist. Hierfür wird ein Aerifizierer in manueller oder mechanischer Ausführung verwendet. Diese verfügen über sogenannte „spoons“ (englisch für Löffel), die fünf bis zehn Zentimeter tiefe Löcher in den Boden stechen und dabei die Verdichtung noch effektiver auflösen. Das ist besonders wichtig bei alten Böden, die schon lange nicht mehr gepflegt wurden.

Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • im Abstand von zehn bis 15 Zentimetern die Spoons in die Erde treiben
  • dabei entstehen Erdteile in Form von Zylindern, die über die Wanne am Gerät aufgefangen werden
  • entsorgen Sie diese
  • danach können Sie wie oben beschrieben sanden
  • achten Sie dabei darauf, die Erdteile nicht wieder aus Versehen in den Boden zu treten, wenn Sie ein Gerät ohne Auffangwanne nutzen

Rasen sanden und dadurch satteren Wuchs erzielen

Topdressing

Topdressing – das i-Tüpfelchen

Wenn Sie Ihren Rasen noch gesünder gestalten und regelrecht zum Wachsen anregen wollen, sollten Sie das Topdressing nutzen. Bei diesem Begriff handelt es sich um eine nährstoffreiche Mischung aus Sand, organischen Komponenten und Düngemitteln.

Für die organischen Stoffe kommen zum Einsatz:

  • Torf
  • Kompost (in das Sediment gesiebt)
  • Lauberde in feiner Ausführung
  • Erdkegel/Zylinder, die sie während des Aerifizierens gesammelt haben

Dazu kommt ein klassischer Rasendünger, der in die Mischung gegeben wird. Das Topdressing ist ein wahrer Nährstoff-Cocktail für die Edel-Gräser des Rasens und dadurch schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine üppige Grasdecke, die sich zum Entspannen im Sommer eignet und durch ein strahlendes Grün begeistern wird. Die Inhaltsstoffe werden einfach zusammengemischt und anschließend gesiebt, damit das Topdressing auch gut verteilt werden kann.

Sandgemisch und Rasendünger für eine üppige Grasdecke

Spielwiese

Eine Spielwiese herrichten

Sie können sich die Schritte wie das Vertikutieren auch komplett sparen, wenn Sie keine gepflegte Rasenfläche vorbereiten wollen, sondern eine Spiel- und Erlebniswiese für sommerliche Aktivitäten. Selbst der Rasen um ein Fußballtor kann hiermit bearbeitet werden. Dafür benötigen Sie ebenfalls wieder einen passenden Sand, der direkt verteilt wird, ohne spezielle Maßnahmen außer dem Mähen umzusetzen. Hierfür benötigen Sie lediglich zwei Liter auf einen Quadratmeter und können diesen in das Streugerät einfüllen und verteilen. Danach nutzen Sie einen Rechen oder einen Besen, um ihn noch einmal genauer zu verteilen. Hier können sich Kinder und Haustiere so richtig austoben.

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