Rasenneuanlage von A-Z: wann und wie? | Infos zum Mähen und Düngen

Rasenneuanlage

Eine Rasenneuanlage ist kein Hexenwerk, erfordert aber unbedingt ein systematisches Vorgehen. Dabei spielen natürlich vor allem die Fragen Wann? und Wie? die entscheidenden Rollen. Und schließlich geht es auch darum, wann der neu angelegte Rasen erstmals gedüngt und gemäht werden sollte. Macht man alles richtig, kann man sich in der Regel schon nach sechs bis acht Wochen über ein herrliches, sattes Grün freuen. Und diese Freude sollte möglichst lange anhalten.

Rasenneuanlage: Wann?

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer erfolgreich eine Rasenfläche neu anlegen möchte, sollte das nicht irgendwann im Jahr tun, sondern sich auf zwei Zeiträume konzentrieren. Empfehlenswert ist hier vor allem der Monat April bis in den frühen Mai hinein. Alternativ kann auch Ende August bis Mitte September angesät werden. Wichtig ist einfach, dass der Boden warm, aber nicht ausgetrocknet ist. Rasensamen benötigt einerseits gewisse Temperaturen, andererseits aber auch genügend Feuchtigkeit, um keimen zu können. Sowohl im Frühjahr (April) als auch im Spätsommer (Ende August) sind diese Voraussetzungen meist gegeben. Allerdings sollte man sich jeweils an den tatsächlich vorherrschenden Wetter- und Temperaturbedingungen orientieren und sich nicht allein auf den Zeitpunkt fixieren.

Hinweis: Es macht absolut keinen Sinn, Rasensamen im April auszubringen, wenn im Garten noch Frost herrscht oder gar Schnee liegt. Ebenso wenig ist eine Aussaat Ende August oder Anfang September empfehlenswert, wenn der Boden noch ausgetrocknet ist und hochsommerliche Temperaturen herrschen.

Saatgut beim Rasen säen gleichmäßig verteilen

Rasenneuanlage: Wie?

Boden vorbereiten

Eine mindestens ebenso große Rolle bei der Neuanlage eines Rasen wie der richtige Zeitpunkt spielt die Vorbereitung des Bodens. Sie ist zweifellos der wichtigste Arbeitsschritt und trägt entscheidend zum Erfolg oder Misserfolg des Unterfangens bei. Den Boden vorzubereiten bedeutet in diesem Fall ihn tiefgründig aufzulockern und einzuebnen. Dabei empfiehlt sich folgendes, schrittweises Vorgehen:

  • bereits vorhandene Rasenteile mit einem Spaten sauber abstechen
  • Rasenteile im Boden untergraben oder auf den Kompost werfen
  • mit Spaten oder Motorhacke den Boden gründlich auflockern
  • dabei insbesondere größere Erdklumpen zerkleinern
  • mit einem breiten Holzrechen die Fläche einebnen
  • dabei alle vorhandenen Steine und Wurzeln entfernen

Ist der Boden besonders lehmhaltig, ist das Einbringen einer Drainage zum leichteren Wasserabfluss angeraten. Dafür sollte eine rund fünf Zentimeter starke Schicht Bausand gleichmäßig auf der gesamten Fläche ausgebracht werden.

Hinweis: Die Drainage aus Bausand verhindert auch zuverlässig, dass sich später im fertigen Rasen Moos besonders stark ausbreitet. Sie trägt folglich langfristig zu einer schönen Rasenfläche bei und spart einem Arbeit.

Die Vorbereitung des Bodens zum Anlegen des Rasens wird anschließend durch eine erste Verdichtung mit der Rasenwalze abgeschlossen. Dann sollte das Areal für mindestens eine Woche ruhen, damit sich das Erdreich senken kann und Hohlräume ausgefüllt werden.

Rasensamen einrechen

Tipp: Bilden sich während der Ruhephase des Bodens erste Unkräuter, reißt man diese am besten umgehend mit der Hand aus und entsorgt sie auf dem Kompost oder in der Mülltonne.

Rasensaatgut

Im Gartenfachhandel und in Baumärkten gibt es unzählige Mischungen an Rasensaatgut. Dummerweise existieren dabei enorme Qualitätsunterschiede. Zum Einsatz sollte bei der Rasenneuanlage aber nur qualitativ hochwertiges Saatgut kommen. Um diese unter dem Wust an Angeboten herausfinden zu können, benötigt man zwangsläufig einige Infos. Ein guter Wegweiser ist das sogenannte RSM-Siegel. Die Abkürzung steht für Regel-Saatgut-Mischung. Mischungen, die dieses Siegel tragen sind uneingeschränkt empfehlenswert, da sie ausschließlich ausgewählte Grassamen enthalten. Dass die Samen dieser Mischungen später relativ langsam keimen und das Gras zunächst auch langsam wächst, ist übrigens kein Mangel, sondern vielmehr ein Qualitätsmerkmal. Ein schöner Rasen braucht von Anfang an eben etwas Zeit.

Rasensaatgut ausbringen

Nach der etwa einwöchigen Ruhezeit für den Boden sollte schließlich der Samen ausgebracht werden. Es geht jetzt also an das eigentliche Säen des Rasens. Dafür wählt man am besten einen trockenen, weitgehend windstillen Tag. So geht man dabei vor:

  • Bodenoberfläche zunächst mit einem Rechen leicht aufrauen
  • Saatgut in eine Schüssel oder einen Eimer füllen
  • Samen mit der Hand entnehmen
  • dann mit weiten Armschwüngen gleichmäßig auf der gesamten Fläche verteilen
  • bei sehr großen Flächen einen Streuwagen verwenden

Beim Säen sollte man unbedingt sehr vorsichtig und zielgerichtet vorgehen. Eine gleichmäßige Rasenfläche ist entscheidend davon abhängig, dass auch das Saatgut möglichst gleichmäßig verteilt worden ist. Es empfiehlt sich deshalb, nicht wahllos über die Bodenfläche zu laufen, sondern dabei einem bestimmten System zu folgen, um keinen Abschnitt zu vergessen oder zu übersehen.

Walzen und Wässern

Das Anlegen des Rasens ist nun fast abgeschlossen. In einem vorletzten Schritt muss jetzt nur noch der Boden mit einer schweren Walze, die man sich am besten im Gartencenter ausleiht, verdichtet werden. Ziel ist es, einen perfekten Kontakt zwischen jedem einzelnen Samenkorn und dem Erdreich herzustellen. Von großer Bedeutung ist dabei, wie gewalzt wird. Die Walzung sollte unbedingt gleichmäßig sowohl in Längs- als auch in Querbahnen erfolgen. Ein Walzdurchgang reicht vollkommen aus. Schließlich muss die komplette Fläche noch gründlich gewässert werden. Dazu verwendet man am besten einen Rasensprenger, den man von Zeit zu Zeit unter Umständen verstellt.

Rasen bewässern

Düngen und Mähen

Natürlich drängt sich bei einer Rasenneuanlage umgehend die Frage auf, wann der Rasen denn das erste Mal gedüngt und gemäht werden darf. Das Mähen hängt dabei vor allem von der tatsächlichen Länge der Grashalme ab. Sie sollten mindestens eine Höhe zwischen fünf und zehn Zentimetern erreicht haben, bis man den Rasenmäher das erste Mal anwirft. Ratsam ist, das erste Mähen etwas weiter hinaus zu zögern und dabei eher auf eine Grashalmlänge von zehn Zentimetern zuzusteuern. Auf das Düngen können Sie zunächst verzichten. Unmittelbar nach der Aussaat und in den ersten Wochen danach enthält der Boden noch genügend Nährstoffe, um das Gras ausreichend zu versorgen. Wurde der Rasen im Frühjahr neu angelegt, kann das erste Mal im Herbst gedüngt werden. Grundsätzlich ist das Düngen vom Zustand des Rasens abhängig. Ein stark strapazierter Rasen benötigt häufig Düngergaben, als einer, der kaum betreten wird.