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Rasenpflege-Reihenfolge: Düngen, Mähen und Kalken

Dass ein schöner Rasen viel Pflege braucht, steht außer Frage. Dabei kommt es auch auf die richtige Reihenfolge in der Rasenpflege an. Fehler bei den Pflegemaßnahmen können fatale Auswirkungen auf das Ergebnis haben.

Auf den Punkt gebracht

  • je nach Standort drei bis vier Mal im Jahr düngen
  • vor Düngung Bodentest empfehlenswert
  • beim Mähen auf optimale Halmlänge achten
  • Intervalle Saatgut- und jahreszeitenabhängig
  • Kalken nur nach Bedarf

Rasenpflege im Frühjahr

Rasenpflege zieht sich durch das ganze Gartenjahr. Neben ausreichender Bewässerung und Vertikutieren sind vor allem der richtige Zeitpunkt und das perfekte Maß beim Düngen, Mähen und Kalken entscheidend. Die Rasenpflege-Arbeiten beginnen bereits im zeitigen Frühjahr.

Erste Düngung

Bevor es im Frühjahr ans Düngen geht, muss der Rasen von Laub und anderen Pflanzenresten befreit werden. Ist er verfilzt, ist anschließendes Vertikutieren sinnvoll. Dann ist es Zeit für die erste Düngung.

  • von Anfang bis Mitte April
  • sofern keine Fröste mehr zu erwarten sind
  • Samen keimen bei Außentemperaturen von mindestens 15 Grad
  • Bodentemperatur mindestens 10 Grad
  • nicht bei Regenwetter und praller Sonneneinstrahlung
  • stickstoffhaltige Dünger mit Langzeitwirkung verabreichen
  • lassen die Gräser kräftiger austreiben
  • fördern Breitenwuchs, sorgen für Grünfärbung der Gräser
  • Dosierung nach Vorgaben der Hersteller
Rasen düngen

Düngen kann man vor oder nach dem Mähen. Wird erst gedüngt, sollte der Dünger zum Zeitpunkt der Mahd bereits in den Boden eingezogen sein und nicht auf dem Rasen liegen. Anderenfalls könnte sich das Düngegranulat in den langen Grashalmen verfangen und bei Nässe darauf kleben bleiben. Das wiederum kann den Rasenmäher verkleben. Wer das vermeiden möchte, sollte die Reihenfolge ändern und erst zum Rasenmäher greifen und etwa drei Tage später düngen.

Tipp: Bei neu gesätem Rasen sollte man mit der ersten Düngung warten, bis die Gräser aus dem Boden sprießen.

Erste Mahd

Mähen ist ein weiterer wichtiger Teil in der Rasenpflege und Voraussetzung für einen schönen dichten Rasen. Sobald der Rasen zu wachsen beginnt, muss regelmäßig gemäht werden. Nur so kann sich eine dichte Grasnarbe entwickeln. Nach der Düngung sollte man dem Rasen etwas Ruhe gönnen. Sobald die Gräser eine Wuchshöhe von etwa sieben Zentimeter erreicht haben, ist es Zeit für den ersten Schnitt.

  • Rasen von Laub- und Pflanzenresten befreien
  • optimale Schnitthöhe bei vier bis fünf Zentimeter
  • nicht zu kurz schneiden
  • Unkräuter und Wildwuchs können sich ausbreiten
  • Risiko brauner Flecken erhöht
Rasen mähen mittels Rasenmäher

Die Häufigkeit beim Mähen hängt von der Jahreszeit ab, denn im Frühjahr wächst der Rasen deutlich schneller als im Herbst. Spätestens bei einer Halmlänge von sieben bis acht Zentimetern sollte der nächste Schnitt erfolgen und das Schnittgut nach dem Mähen vom Rasen entfernt werden.

Boden kalken 

Gekalkt werden muss nur dann, wenn der pH-Wert deutlich unter 5,5 liegt. Am besten testet man den Boden bevor man Kalk ausbringt. Baumärkte bieten entsprechende Testsets an. Meist reicht es aus, dem Boden alle drei bis vier Jahre Kalk zuzuführen.

  • bester Zeitpunkt im Frühjahr
  • Kalkung auch im Herbst möglich
  • spätestens im Oktober
  • Boden sollte trocken sein, zuvor vertikutieren
  • Kalk in entsprechender Dosierung ausbringen
  • mit Streuwagen oder per Hand (Handschuhe)
  • anschließend gut bewässern
  • danach vier Wochen ruhen lassen
Kalk auf Rasen

Zwischen Kalkung und Düngung spielt die Reihenfolge keine Rolle, sofern man bei der Rasenpflege eine Pause von mindestens zwei Wochen einhält. Sodass sich das Düngegranulat komplett auslösen kann.

Tipp: Generell braucht Rasen ein leicht saures Milieu, deshalb sollte man nicht zu viel kalken.

Pflegearbeiten im Sommer

In der heißen Jahreszeit, wenn die Sonne auf das Grün scheint, gilt es, bei der Reihenfolge der Rasenpflege, keine Fehler zu machen.

Zweite Düngung

Zu Beginn des Sommers im Juni folgt die zweite Düngung, jetzt wachsen die Gräser am stärksten. Bei dieser Düngung geht es darum, die Widerstandskraft der Rasengräser zu stärken, um sie vor Schäden durch Hitze und Trockenheit zu schützen.

  • ausgewogenes Verhältnis zwischen Stickstoff und Kalium wichtig
  • Langzeitrasendünger speziell für die Düngung im Sommer
  • versorgen Rasen über mehrere Wochen mit Nährstoffen
  • regeln den Wasserhaushalt
  • verbessern Widerstandskraft der Rasengräser
  • bei starker Nutzung gegebenenfalls eine weitere Düngung im August
Mähroboter

Tipp: Nutzt man Mulchmäher oder Mähroboter, muss in der Regel weniger gedüngt werden. Das gehäckselte Schnittgut bleibt auf der Fläche liegen und dient so als Dünger.

Regelmäßiger Schnitt

Ein zu kurzer Rasenschnitt kann auch für die Rasenpflege im Sommer verheerende Folgen haben. Anhaltende Trockenheit insbesondere im Juli und August sowie intensive Sonneneinstrahlung würden den Rasen verbrennen. Dementsprechend sollten die Gräser jetzt etwa einen Zentimeter länger sein als im Frühjahr, also ca. fünf Zentimeter. Gemäht wird im Sommer etwa einmal wöchentlich, idealerweise in den kühleren Abendstunden, so können die Gräser das Wasser besser aufnehmen.

Tipp: Hochwertige Rasensaaten wachsen durchschnittlich 2,5 cm in der Woche und sogenannte Billigsaaten 3,6 cm. 

Rasenpflege im Herbst

Auch gegen Ende des Jahres gibt es in der Reihenfolge der Maßnahmen zur Rasenpflege einiges zu beachten, um das Grün auf den Winter vorzubereiten.

Letzte Düngung

Jetzt erfolgt die letzte Düngung. Die sollte im Gegensatz zum Frühjahr kaliumbetont sein. Kalium festigt das Pflanzengewebe und macht die Gräser robuster und widerstandsfähiger für den Winter. Diese Düngung sollte nicht zu spät erfolgen. Denn sobald die Temperaturen unter neuen Grad fallen und kein Wachstum mehr stattfindet, können die Gräser den Dünger nicht mehr aufnehmen. Am besten düngt man zwischen Ende August und Oktober.

Rasenaktivator mittels Streuwagen ausbringen
Ein Streuwagen hilft beim gleichmäßigen Verteilen des Granulats.

Letztmalig schneiden

Der letzte Schnitt im Herbst sollte vor dem ersten Frost erfolgen, bevor die Bodentemperatur unter neun Grad fällt. Die ideale Halmlänge liegt bei ca. fünf Zentimetern. Wird kürzer geschnitten, kann der Frost leichter in den Boden eindringen und die Wurzeln der Gräser schädigen. Sind sie dagegen zu lang, können sie durch Schnee zu Boden gedrückt werden, was das Risiko von Pilzerkrankungen erhöht.

Tipp: Bei Bedarf kann der Boden auch jetzt im Herbst nochmals gekalkt werden.

Häufig gestellte Fragen

Sollte man lieber organisch oder mineralisch düngen?

Generell sollte man nur spezielle Rasendünger zur Rasenpflege verwenden, denn die sind auf die Bedürfnisse der Gräser abgestimmt. Mineralische Dünger stehen den Gräsern direkt zur Verfügung, sollten aber etwas niedriger dosiert werden, um Überdüngung zu vermeiden. Organische Dünger sind aufgrund ihrer natürlichen Langzeitwirkung empfehlenswerter, eine Überdüngung ist hier kaum möglich.

Kann das Kalken des Rasens Pflanzen in der Umgebung schädigen?

Das ist durchaus möglich, insbesondere dann, wenn diese Pflanzen auf einen sauren Boden angewiesen sind wie z. B. Heidelbeeren oder andere Moorbeetpflanzen. Am besten man informiert man sich vor der Pflanzung, welche Pflanzen in welcher Form betroffen sein könnten.

Wovon hängt die Dosierung beim Kalken ab?

Die Kalkmenge hängt vom pH-Wert bzw. der Bodenart ab. Sie kann zwischen 150-200 g/m² auf sandigen Böden, 300-400 g/m² auf lehmig-sandigen und 350-450 g/m² auf lehmigen und tonigen Böden schwanken. Um die richtige Menge auszubringen, sind also genaue Kenntnisse über die Beschaffenheit des Bodens wichtig. Zu viel Kalk bei der Rasenpflege kann großen Schaden anrichten.


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