Frisch gesäten Rasen wässern: wie oft Rasensamen gießen?

Rasensamen gießen

Die einen legen ihren Rasen mit großem Aufwand und nach einem exakt definierten Plan an. Die anderen dagegen bringen die Rasensamen mit geringem Aufwand in die Erde und lassen der Natur ihren Lauf. Aber ganz gleich, welcher Philosophie man anhängt, ohne Wässern wächst kein Rasen. Der Erfolg beim Anlegen geschlossener, dichter Rasenflächen hängt nämlich zum großen Teil davon ab, wie oft Sie Ihren frisch gesäten Rasen wässern.

Frisch gesäten Rasen wässern

Die Rasensamen befinden sich nach dem Anlegen der Rasenfläche im Boden und sollen dort möglichst rasch und vollständig keimen. Die erste Grundvoraussetzung hierfür ist eine ausreichende Wasserversorgung. Denn während das Samenkorn bis zur Bildung einer ersten Wurzel auf die eigenen Energiereserven in Form von eingelagerter Stärke zurückgreift, ist es bei Wasser vollständig auf die Versorgung von außen angewiesen. Besonders wichtig ist, dass die Verfügbarkeit von Wasser beziehungsweise Feuchtigkeit jederzeit gegeben ist. Denn fällt Rasensamen trocken, wird der Keimprozess unterbrochen. Die Folgen sind:

  • Ungleichmäßiger Entwicklungsstand des Rasens
  • Variierende Wuchsdichte
  • Lücken im Rasen durch teilweisen Ausfall von Saatgut nach Austrocknung

Achtung: Fällt das Saatgut des Rasens im frühen Keimstadium trocken, wird der Keimprozess unterbrochen, da sich das Saatkorn so vor einer Mangelentwicklung auf Grund fehlenden Wassers schützt. Ist die Keimhülle erst einmal offen, wird die empfindliche Keimwurzel durch Austrocknung in kürzester Zeit so stark geschädigt, dass sie abstirbt.

Rasensamen gießen

Doch wie oft müssen Sie Rasensamen denn nun gießen, um erfolgreich zu keimen und zu wachsen? Auf diese Frage lässt sich mit Hinblick auf die permanente Versorgung mit ausreichend Feuchtigkeit keine pauschale Antwort geben. Auch sollte die Frage nach dem wie oft eher aufgeweitet und zu einem „wie intensiv“ umgedeutet werden. Denn letztlich bestimmt nicht die Häufigkeit, sondern die auf die Dauer verabreichte Menge an Wasser den Erfolg der Raseneinsaat. Die Menge nötiger Wassergaben hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Häufigkeit und Regelmäßigkeit natürlicher Niederschläge
  • Durchlässigkeit des Bodens
  • Temperatur und Sonneneinstrahlung wegen Verdunstung
  • Windintensität wegen zusätzlicher Austrocknung der Oberfläche

Als groben Mittelwert liest man in einschlägiger Fachliteratur immer wieder eine Menge von rund zwei bis zweieinhalb Litern Wasser je Quadratmeter Rasenfläche und Tag. Je nachdem, wie die genannten Faktoren ausfallen, kann dieser Wert aber auch deutlich nach oben oder unten abweichen. Bei Dauerregen ist sicherlich keine zusätzliche Wassergabe erforderlich, während bei Trockenheit und hohen Temperaturen durchaus auch 5 oder mehr Liter je Quadratmeter nötig sein können.

Rasensamen
Rasensamen

Gießmenge

An dieser Stelle ist die Frage berechtigt, wie denn nun die richtige Gießmenge und -frequenz zu ermitteln ist. Eine allgemein anwendbare Formel existiert leider nicht. Stattdessen sollten Sie nach der Einsaat regelmäßig die Bodenfeuchte kontrollieren und sich so an die jeweiligen Wassermengen und Gießintervalle herantasten. Bewährt hat sich die so genannte Fingerprobe. Das bedeutet, mit dem Finger wird der Boden an einer beliebigen Stelle eingedrückt und die Feuchte so durch Fühlen und Sehen bestimmt. Die Gießmenge stimmt, wenn:

  • der Boden bis in eine Tiefe von ca. fünf Zentimetern dauerhaft feucht ist
  • Staunässe vermieden wird
  • Saatgut und Boden nicht trockenfallen

Damit das Gießwasser überhaupt in die erforderliche Tiefe vordringt und nicht sofort wieder verdunstet, dürfen Gießvorgänge nicht zu knapp bemessen sein. Bewährt ist beispielsweise der Einsatz von Rasensprengern, die mit moderater Intensität, jedoch über einen langen Zeitraum hinweg Wasser auf den Rasen aufbringen. Da die Bodenoberfläche aber selbst bei moderaten Temperaturen und bedecktem Himmel austrocknet, dürfen die einzelnen Gießvorgänge nicht zu weit auseinanderliegen. Die große Herausforderung für Sie als Hobbygärtner liegt darin, das richtige Gleichgewicht aus der optimalen Wassermenge, einer für die nötige Tiefe der Feuchtigkeit ausreichend langen Wassergabe und einer gegen die oberflächliche Austrocknung ausreichend häufigen Wässerung zu finden. Gängig sind dabei folgende Ansätze für die Häufigkeit der Wassergaben:

  • Frühjahr: täglich, morgens oder am Spätnachmittag nach Abklingen der Mittagssonne
  • Sommer: frühmorgens und spätabends, jeweils vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang
  • Herbst: wie im Frühjahr

Tipp: Wird einmal täglich gewässert, ist das Gießen der Rasensamen am Abend ideal. Dann hat die Feuchtigkeit ausreichend Zeit, in tiefere Bodenschichten vorzudringen, ohne dass die Sonne einen zu hohen Anteil wieder verdunstet. Zudem sorgt während der Übergangszeiten häufig morgendlicher Tau für eine zusätzliche Benetzung mit Feuchtigkeit.

Wie lange wässern?

Nachdem Ausmaß und Häufigkeit der Wassergaben hinreichend geklärt sind, sollte noch ein Wort dazu verloren werden, wie lange ein Rasen überhaupt gegossen werden muss. Damit aus den Rasensamen auch tatsächlich ein echter Rasen entsteht, sollte die Fläche über mindestens drei bis vier Wochen ohne Einschränkung feucht gehalten werden. Erst nach dem ersten Mähen sind die Pflanzen so gut entwickelt, dass sie sich ihre Feuchtigkeit selbst bei trockenen Phasen in ausreichendem Maß aus dem Boden gewinnen können. Allerdings ist selbst eine etablierte Rasenfläche bei extremer Trockenheit auf gelegentliches Gießen angewiesen.

Rasensprenger im Garten
Rasensprenger im Garten

Hinweis: Auch hier ist eine genaue Beobachtung der Rasenentwicklung aber unerlässlich. Wetter, Rasenart und Bodenbeschaffenheit können die Entwicklung schneller ablaufen lassen, aber auch deutlich verlangsamen. Wird das Gießen der Rasensamen stur nach Zeitplan eingestellt, obwohl die Pflanzen noch in ihrer Entwicklung stecken, kann der gesamte vorangegangene Aufwand schnell hinfällig werden.

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