Raupen mit Haaren - Titel

Aus Raupen werden faszinierende Schmetterlinge. Es lohnt sich, diese genau zu betrachten. Viele Raupen sind bunt gemustert, einige sind auffällig behaart. Wir stellen 12 heimische Raupen mit Haaren vor.

Auf den Punkt gebracht

  • Raupe mit Haaren ist meist die Larve eines Schmetterlings
  • Farben zum Schutz vor Fressfeinden oft perfekt an die Umgebung angepasst
  • leuchtende Farben signalisieren Gefahr
  • Achtung, Raupenhaare können gefährlich sein!

Raupen

Wenn wir im Garten oder beim Spaziergang durch den Wald einer Raupe mit Haaren begegnen, handelt es sich meist um eine Schmetterlingsraupe. Ähnlich den Schmetterlingen entwickeln sich auch Pflanzenwespen und Schnabelfliegen aus raupenähnlichen Larven, den sogenannten Afterraupen. Diese unterscheiden sich von Schmetterlingsraupen durch die Anzahl der freien Segmente zwischen Brust- und Bauchbeinen. Afterraupen haben hier ein Segment, Schmetterlingsraupen dagegen zwei.

Arten von A – D

Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris)

Raupe der Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris), Raupe mit Haaren
  • Ordnung: Eulenfalter (Noctuidae)
  • Vorkommen: an Waldrändern, sehr selten
  • Futterpflanzen: Bergahorn, Linde, Eiche, Buche
  • Entwicklung: ein bis zwei Generationen jährlich, Raupen schlüpfen zwischen Juli und September, überwintern als Puppe
  • Länge: 35 bis 40 Millimeter
  • Körperfärbung: gelb, weiße, schwarz umrandete Flecke am Rücken
  • Behaarung: dicht gelb behaart, im vorderen Bereich rote Haarbüschel
  • Schmetterling: Nachtfalter mit grauen Flügeln
  • Gefährdung: nein

Hinweis: Die Raupe der Ahorn-Rindeneule rollt sich bei Bedrohungen ringförmig ein. Die Raupe mit Haaren ähnelt dann einem kleinen Fellknäuel.

Brauner Bär (Arctia caja)

Brauner Bär, Raupe im Mai
  • Familie: Bärenspinner (Arctiinae)
  • Vorkommen: Waldränder
  • Futterpflanzen: Sauerampfer, Brennnessel, Brombeere
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen im August, überwintern im Boden, verpuppen sich zwischen Juni und Juli
  • Länge: bis 60 Millimeter
  • Körperfärbung: schwarz mit weißen Warzen
  • Behaarung: langhaarig, auf dem Rücken schwarzbraun mit grauen Spitzen, am Kopf rostrot
  • Schmetterling: kräftiger Nachtfalter mit weißen, schwarzbraun gemusterten Vorderflügeln
  • Gefährdung: ja, besonders geschützt

Buchen-Steckfuß (Calliteara pudibunda)

Buchen-Steckfuß (Calliteara pudibunda)
  • Familie: Trägspinner (Lymantriinae
  • Vorkommen: Laubwälder, Parks, Hecken
  • Futterpflanzen: Hainbuche, Rotbuche, Hasel
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen im Juli, verpuppen sich Ende Oktober, überwintern als Puppen im dicht behaarten Kokon
  • Länge: 45 bis 50 Millimeter
  • Körperfärbung: weißlich oder gelblich grün bis braunrosa, roter Haarbüschel am Hinterleib, schwarze Unterseite
  • Behaarung: dichte Behaarung in der Körperfarbe, am Rücken helle Haarpinsel
  • Schmetterling: Nachtfalter mit hellgrauen Flügeln, Vorderbeine dicht behaart
  • Gefährdung: nein

Arten von E – G

Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

Eichen-Prozessionsspinner
  • Ordnung: Zahnspinner (Notodontidae)
  • Vorkommen: überall in Deutschland an Eichen und Hainbuchen
  • Futterpflanzen: Eichen, Hainbuchen
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen Ende Mai, leben gesellig
  • Länge: 45 bis 50 Millimeter
  • Körperfärbung: schwarzbrauner Rücken, weißliche Seiten
  • Behaarung: Warzen rotbraun behaart, samtartig mit unzähligen Brennhaaren besetzte rötliche Spiegelflecke
  • Schmetterling: glänzende graue Vorderflügel mit dunklen Querbinden, zackenförmige Zeichnung an der Flügelspitze, behaarter Körper
  • Gefährdung: nein, gefährlicher Schädling

Hinweis: Die Raupen mit Haaren des Eichen-Prozessionsspinners leben gesellig in Gruppen. Sie gehen gemeinsam, im Gänsemarsch, auf Futtersuche. Diese Besonderheit führte zu dem Namen „Prozessionsspinner“.

Erdeichelwidderchen (Zygaena filipendulae)

Blutströpfchen Schmetterlingsraupe
  • Familie: Widderchen (Zygaenidae)
  • Vorkommen: überall in Deutschland an Waldrändern, auf Magerwiesen
  • Futterpflanzen: Hornklee, Distel, Heidekraut, Labkraut, Wegerich
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen im Juli, überwintern an schmetterlingsblütigen Pflanzen, verpuppen sich an Grashalmen zwischen Mai und Juni
  • Länge: 20 bis 22 Millimeter
  • Körperfärbung: grüngelb mit schwarzen Flecken und schwarzem Kopf
  • Behaarung: hellgelb behaart
  • Schmetterling: Widderchen mit sechs roten Flecken auf den schwarzen Flügeln.
  • Gefährdung: ja

Hinweis: Die Raupen mit Haaren des Widderchens enthalten giftige Stoffe. Die leuchtenden Farben warnen Vögel und Fressfeinde vor der Gefahr.

Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)

Großer Kohlweißling, Raupen im August
  • Familie: Weißlinge (Pieridae)
  • Vorkommen: Felder, Wiesen, Gärten
  • Futterpflanzen: Kohl, Kreuzblütler, Kapuzinerkresse
  • Entwicklung: zwei bis drei Generationen jährlich, dritte Generation überwintert als Puppe
  • Länge: 40 bis 45 Millimeter
  • Körperfärbung: junge Raupen hellgelb mit braunem Kopf, werden nach jeder Häutung dunkler, ältere Raupen schwarz gefleckt
  • Behaarung: ältere Raupen schwarz behaart
  • Schmetterling: weißer Tagfalter mit schwarzem Fleck auf den Flügeln
  • Gefährdung: nein, Schädling

Arten von M – S

Mondvogel (Phalera bucephala)

Mondvogel, Raupen bestimmen
  • Familie: Zahnspinner (Notodontidae)
  • Vorkommen: Laubwälder, Parks
  • Futterpflanzen: Linde, Buche, Goldregen, Erlen, Birken, Hasel
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen im Juli, leben anfangs gesellig, überwintern als Puppe
  • Länge: 55 bis 60 Millimeter
  • Körperfärbung: schwarz mit orangefarbenen Quer- und weißgelben Längsstreifen, schwarzer Kopf
  • Behaarung: weiß behaart
  • Schmetterling: Nachtfalter mit grauen, silbern beschuppten Vorderflügeln mit hellem Mondfleck, Körper stark behaart
  • Gefährdung: nein

Schlehenspinner (Orgyia antiqua)

Schlehen-Bürstenspinner Schmetterlingsraupe
  • Familie: Trägspinner (Lymantriinae)
  • Vorkommen: Wälder, Gärten
  • Futterpflanzen: Schlehdorn, Weißdorn, Berg-Ahorn
  • Entwicklung: zwei Generationen jährlich, Raupen schlüpfen im Mai und im August Länge: 25 bis 30 Millimeter
  • Körperfärbung: grau, am Rücken rot und schwarz gemustert, rote Punktwarzen
  • Behaarung: vier gelbliche bis bräunliche Haarbüschel auf dem Rücken, weiße Haarpinsel auf den Punktwarzen
  • Schmetterling: Männchen schlank mit rostbraunen Flügeln, Weibchen flügellos mit dickem Hinterleib
  • Gefährdung: nein

Hinweis: Die Raupe mit Haaren des Schlehenspinners gehört zu den schönsten Raupen in Mitteleuropa.

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Schwammspinner Raupe
  • Ordnung: Trägspinner (Notodontidae)
  • Vorkommen: Laubwälder, Streuobstwiesen
  • Futterpflanzen: Eichen, Hainbuchen
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Eier überwintern, Raupen schlüpfen im Frühling
  • Länge: 40 bis 70 Millimeter, weibliche Raupen größer als männliche
  • Körperfärbung: grau, fein gepunktet, blaue oder rote Warzen
  • Behaarung: dichte Behaarung auf den Warzen, Brennhaare
  • Schmetterling: kräftiger Nachtfalter, Männchen dunkelbraun, Weibchen gelblich weiß, deutlich größer als das Männchen
  • Gefährdung: nein, gefährlicher Schädling

Arten von T – Z

Trauermantel (Nymphalis Antiopa)

Trauermantel (Nymphalis Antiopa), Raupe mit Haaren
  • Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
  • Vorkommen: feuchte Laubwälder
  • Futterpflanzen: Weide, Birke
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen im Juni, leben gesellig, Verpuppung im Juli
  • Länge: 50 bis 55 Millimeter
  • Körperfärbung: schwarz, weiß gepunktet, orangerote Flecken auf dem Rücken, schwarze Dornen
  • Behaarung: fein weiß behaart
  • Schmetterling: dunkelbraun mit cremeweißem, gezacktem Flügelrand
  • Gefährdung: ja

Weißfleck-Widderchen (Amata phegea)

Weißfleck-Widderchen (Amata phegea)
  • Familie: Bärenspinner (Arctiinae)
  • Vorkommen: Nordosten Deutschlands, Nahetal, Südalpen
  • Futterpflanzen: Heidekraut, Labkraut, Wegerich
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen im August, überwintern im Boden, verpuppen sich zwischen Juni und Juli
  • Länge: bis 30 Millimeter
  • Körperfärbung: schwarz mit rostrotem Kopf
  • Behaarung: graubraune dichte Haarbüschel auf den Warzen
  • Schmetterling: kräftiger Nachtfalter mit schwarzblauen, weiß gefleckten Vorder- und Hinterflügeln
  • Gefährdung: ja, besonders geschützt

Wolfsmilch-Ringelspinner (Malacosoma castrensis)

Wolfsmilch-Ringelspinner (Malacosoma castrensis), Raupe mit Haaren
  • Familie: Glucken (Lasiocampidae)
  • Vorkommen: Trockenrasengebiete, Schafweiden
  • Futterpflanzen: Zypressenwolfsmilch
  • Entwicklung: eine Generation jährlich, Raupen schlüpfen Ende April, leben gesellig, Verpuppung Ende Juni
  • Länge: 55 bis 60 Millimeter
  • Körperfärbung: graublau, helle Rückenlinie, orangefarbene und dunkelgraue Längslinien
  • Behaarung: seitlich behaart
  • Schmetterling: kräftiger Falter mit gelbbraunen Vorderflügeln und dunkelbraunen Hinterflügeln, Körper dicht behaart
  • Gefährdung: nein

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Raupen des Eichenprozessionsspinners auch ohne direkten Kontakt gefährlich?

Die behaarte Raupe des Eichenprozessionsspinners hat neben den langen rotbraunen Haaren auf den Warzen auch kurze Flimmerhärchen. Diese lösen sich leicht ab und werden durch den Wind verbreitet. Bei empfindlichen Personen können diese schwere allergische Reaktionen auslösen.

Wie zeigen sich allergische Reaktionen auf Haare des Eichenprozessionsspinners?

Der Kontakt mit den Haaren der Raupe des Eichenprozessionsspinners kann zu Rötungen, Knötchen und Quaddeln führen, die an Insektenstiche erinnern. Zusätzlich klagen Betroffene über einen starken Juckreiz. Allergiker können mit Schleimhautreizungen in Mund und Nase, Atemnot, Husten und Asthma reagieren. Wer diese Symptome bemerkt, sollte schnell einen Arzt aufsuchen. Wechseln Sie bei Kontakt mit einer Raupe mit Haaren Ihre Kleidung. Meiden Sie befallene Gebiete.

Bedeuten die Haare des Eichenprozessionsspinners eine Gefahr für Tiere?

Auch für Wildtiere und Haustiere kann die massenweise Vermehrung des Eichenprozessionsspinners eine Gefahr bedeuten. Versuchen Sie, beim Gassigehen den Kontakt Ihres Hundes zu einer Raupe mit Haaren zu verhindern.

Welche heimischen behaarten Raupenarten sind giftig oder allergieauslösend?

Neben den gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners sind unter anderem die behaarten Raupen des Erdeichelwidderchens, des Schwammspinners und des Wolfsmilchschwärmers giftig. Berühren Sie niemals eine Raupe mit Haaren!