Rhabarber mit Hausmitteln düngen

Die einen lieben, die anderen hassen ihn. Dabei ist er mit der richtigen Verarbeitung ein echt leckeres Gemüse. Eine üppige Ernte setzt natürlich eine optimale Versorgung mit Nährstoffen voraus. Lesen Sie hier, womit Sie Rhabarber düngen sollten

Auf den Punkt gebracht

  • Rhabarber (Rheum rhabarbarum) gehört zu den Starkzehrern
  • Dauerkultur mit hohem Nährstoffbedarf
  • adäquate und ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen ist Hauptbestandteil der Pflege
  • regelmäßig düngen, im Idealfall organisch, beispielsweise mit Hausmitteln

Hausmittel als Dünger

Rhabarber bevorzugt feuchte, humus- und nährstoffreiche Böden sowie eine gleichbleibende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Die wichtigsten Nährstoffe sind Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Schwefel und Spurenelemente. Für welche Art von Dünger man sich letztendlich entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Grundsätzlich sollte man aber organische Dünger bevorzugen und auf Chemie weitestgehend verzichten. Zumal sich sogar Hausmittel sehr gut als Dünger eignen, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Gartenkompost

  • sehr guter Dünger auch für Rhabarber
  • bereits bei Pflanzung verabreichen
  • zusammen mit drei Händen voll Hornspänen
  • in gelockerten Boden einarbeiten
  • pro Quadratmeter etwa drei Liter Kompost
  • direkt nach Pflanzung Wurzelbereich mulchen
  • mit dicker Schicht aus gesiebtem Kompost
  • beispielsweise aus kompostierter Rinde, Laubkompost oder Grasschnitt

Später, während des Wachstums von März bis Mai wöchentlich eine dünne Schicht gut verrotteten Gartenkompost in den Boden einarbeiten. Nach der Ernte etwa Ende Juni, muss diese Pflanze ihre Nährstoffreserven wieder auffüllen. Dabei kann man sie unterstützen, indem man noch mal eine Schicht Kompost auf dem Boden ausbringt.

Rhabarber neben Komposter

Tipp: Wer es besonders gut machen möchte, pflanzt den Rhabarber gleich in die Nähe eines Komposthaufens.

Pferdemist

Pferdemist ist ein weiteres Hausmittel, das sich zum Düngen von Rhabarber eignet. Allerdings sollte er gut abgelagert sein, im Idealfall ein Jahr. Man bringt ihn bereits im Januar um die Pflanze herum aus und arbeitet ihn nur flach in den Boden ein. So stehen ihr die Nährstoffe bei einsetzendem Wuchs zur Verfügung. Eine weitere Gabe ist in der Regel nicht erforderlich, die Düngewirkung von Pferdemist hält lange an.

Tipp: Beim Kompostieren von Pferdemist ist es ratsam, ihn mit Laub oder Grasschnitt zu mischen und zusammen zu kompostieren. Länger als ein Jahr sollte er nicht abgelagert sein, denn der Nährstoffgehalt nimmt nach und nach ab.

Pflanzenjauchen

Pflanzenjauchen aus Brennnesseln, Ackerschachtelhalm oder Beinwellkraut sind zuverlässige Stickstofflieferanten für den Rhabarber. Diese Hausmittel sind einfach herzustellen, wirkungsvoll und zudem noch ökologisch. Insbesondere zur Regeneration der Pflanze nach der Ernte sind sie unerlässlich. Sie werden großzügig ausgebracht. Gegebenenfalls kann man das Ganze durch eine Gabe Kompost ergänzen. Empfehlenswert ist eine Folgedüngung im Frühjahr während der Hauptwachstumsphase.

Rhabarber düngen - Brennnesseljauche ansetzen
Frisch angesetzte Brennnesseljauche

Jauche herstellen

  • benötigt wird 1 kg frisches oder 150-250 g getrocknetes Kraut Ihrer Wahl
  • sowie zehn Liter Wasser, im besten Falle Regenwasser
  • Kraut sollte noch keine Blüten oder Samen tragen
  • klein schneiden und in Eimer geben
  • mit Wasser aufgießen und etwas Steinmehl dazugeben
  • Eimer für etwa zwei Wochen an sonnigen Platz stellen
  • Flüssigkeit täglich umrühren, Eimer abdecken
  • Jauche ist fertig, wenn sie nicht mehr schäumt
  • vor Düngung Jauche 1:10 verdünnen (1 kg Kraut auf 10 Liter Wasser)

Holzasche

Zu den möglichen Düngern in puncto Hausmittel gehört auch Holzasche. Sie liefert Kalk, Kalium, Eisen und Phosphat, aber keinen Stickstoff, der müsste anderweitig zugeführt werden.

  • Holzasche muss unterschiedliche Anforderungen erfüllen
  • Pflanzenasche aus verbranntem Holz, Stroh oder anderen Pflanzenmaterialien
  • ausschließlich Asche von unbehandeltem Holz verwenden
  • Asche von Braun- oder Steinkohle, Briketts zum Düngen von Rhabarber ungeeignet
  • ebenso wie glänzend bedrucktes Papier oder lackiertes, oberflächenbehandeltes und imprägniertes Holz
Holzasche

Tipp: Verzichten sollte man auch auf gängige Anzündhilfen, wie normales Zeitungspapier, Eierkartons oder handelsübliche Anzünder. Was man dagegen ohne Bedenken verwenden kann, sind trockene Zweige, kleine gespaltene Holzstücke, Sägespäne, Nussschalen oder Anzünder aus Holzwolle.

Anwendung

  • vor Düngen pH-Wert des Bodens testen
  • Asche wirkt stark basisch
  • vorwiegend auf lehmigen und tonigen Untergründen anwenden
  • maximal 30 g lose Asche pro Quadratmeter
  • im Herbst an windstillem Tag ausbringen
  • oder ins Gießwasser einrühren
  • dann auf zu düngender Fläche verteilen
  • trockene Asche mit Harke in den Boden einarbeiten
  • im Frühjahr mit Hornspänen anreichern und düngen

Tipp: Richtig angewendet ist Holzasche nicht nur ein guter Dünger, sondern kann auch die Vermehrung von pilzlichen Erregern stoppen.

Kaffeesatz

Auch Kaffeesatz enthält für den Rhabarber wichtige Nährstoffe wie Schwefel und Stickstoff. Bevor man ihn zum Düngen nutzen kann, sollte man ihn sammeln und an einem trockenen und luftigen Platz trocknen. Ist eine ausreichende Menge vorhanden, kann man eine Handvoll davon auf dem Wurzelbereich verteilen und dann flach einarbeiten.

Kaffeesatz sollte speziell bei dieser Pflanze nur in kleineren Mengen ausgebracht werden, da er leicht Boden versauernd wirkt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Kaffeesatz zu kompostieren und ihn so indirekt als Dünger zu verwenden. Dazu verteilt man den feuchten Satz einfach auf dem Komposthaufen.

Tipp: Kaffeesatz hat darüber hinaus die Fähigkeit, Regenwürmer anzulocken und kann darüber hinaus Schädlinge fernhalten.

Hornspäne, Hornmehl oder Horngries

Hornmehl oder Hornspäne liefern dem Rhabarber ebenso wie eine Jauche aus Brennnesseln Stickstoff. Sie stärken langanhaltend die Widerstandskraft der Rhabarberpflanzen. In der Regel werden Hornspäne mit reifem Kompost vermischt und dann verabreicht.

Hornspäne
Hornspäne
  • Mischung aus 100-150 g von dem feineren Hornmehl oder Horngries und drei Litern Kompost empfehlenswert
  • auf Boden ausbringen und leicht einarbeiten
  • Bodenorganismen wie Pilze und Bakterien erledigen den Rest
  • zersetzen Hornmehl oder Hornspäne
  • setzen so Stickstoff frei

Hinweis: Hornspäne haben übrigens keinen Einfluss auf den pH-Wert des Bodens.

Häufig gestellte Fragen 

Ist mit diesen Düngemitteln eine Überdüngung möglich?

In der Regel ist eine Überdüngung bei sachgemäßer Anwendung nicht möglich. Auch Verbrennungen der Wurzeln sind nicht zu erwarten.

Kann Dünger für gelbe Blätter verantwortlich sein?

Gelbe Blätter im Sommer sind ein ganz natürlicher Prozess, denn ab August zieht der Rhabarber ein und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus. Treten sie jedoch während des Wachstums auf, kann beispielsweise Pferdemist dafür verantwortlich sein. Ist der nicht lange genug abgelagert, kann er Wurzelschäden hervorrufen und in der Folge gelbe Blätter.

Wie oft kann mit Holzasche gedüngt werden?

Generell sollte nicht zu viel Asche in die Erde eingearbeitet werden. Empfehlenswert sind zeitliche Abstände von vier bis sechs Wochen zwischen den einzelnen Düngergaben. Bei Holzasche kann es durchaus zu einer Überdosierung kommen. Um das zu vermeiden, kann man sie vor dem Düngen mit Erde, Sand oder Gesteinsmehl mischen.