Rhabarber aus dem Gartenbeet

Rhabarber

Rhabarber ernten – die beste Zeit

Rhabarber ist kein Obst, auch wenn er wie ein solches in der Küche verwendet wird, sondern ein Gemüse. Sein herb säuerlicher Geschmack ist sicher nicht Jedermanns Sache, setzt aber interessante Akzente und lässt sich schon recht früh im Jahr vielfältig nutzen. Über die beste Erntezeit gibt es viele Gerüchte und Halbwahrheiten, die wir hier klarstellen wollen.

Ernte-Zeitpunkt

Wann darf geerntet werden?

Je nach Klimaregion und gerade vorherrschendem Wetter treibt die Rhabarberstaude schon im März  aus. Warten Sie noch einige Wochen bis zur ersten Ernte. Die Staude sollte schon einige kräftige Stangen haben. Inzwischen dürfte es April geworden sein, die Stangen fühlen sich glatt an und sind je nach Sorte frisch grün oder leuchtend rot. Am besten schmecken die jungen Stangen, die Blätter sollten sich gerade erst entfaltet haben. Die Haupterntezeit liegt im Mai, aber auch im Juni ist oft noch eine reiche Ernte zu erwarten. Ab Johanni, dem 24. Juni ist die Erntezeit traditionell zu Ende.

Rhabarber im Garten zur besten Zeit ernten

Staude

Gibt es einen Unterschied zwischen der Ernte alter und junger Pflanzen?

Haben Sie Ihre Rhabarberstaude erst frisch gepflanzt, dann sollten Sie im ersten Jahr auf die Ernte ganz verzichten. So kann die Staude recht schnell zu einer kräftigen und robusten Pflanze heranwachsen. Im zweiten Jahr ernten Sie nur einige wenige Stangen, um die Staude nicht übermäßig zu schwächen. In allen weiteren Jahren ist eine normale Ernte möglich, bei der Sie die Pflanze jedoch niemals komplett abernten sollten.

wachsende Rhabarberstaude im Beet

Ernte-Tipps

Wie sollte geerntet werden?

Für die Pflanze ist es am besten, wenn Sie die zu erntende Stangen relativ weit unten anfassen und vorsichtig herausdrehen. So bricht die Stange an der dünnsten Stelle und die Pflanze wird nicht verletzt, wie dies beim Abschneiden passieren würde. Durch die Schnittfläche könnten leicht Krankheitskeime eindringen und die Staude schwächen. Außerdem bleibt Ihnen durch das Ausdrehen der besonders schmackhafte und zarte Wurzelansatz erhalten. Das ungenießbare Blatt schneiden Sie ab, es kann als Dünger auf dem Beet liegen bleiben oder wird auf den Kompost geworfen.

Die wichtigsten Ernte-Tipps:

  • Stangen immer ausdrehen, nicht abschneiden
  • junge Stangen nehmen
  • Blätter abschneiden
  • nicht nach Johanni ernten

Rhabarberstängel

Nicht Ernten

Warum sollte nach Johanni nicht mehr geerntet werden?

Es gibt zwei Gründe dafür, dass ab Ende Juni kein Rhabarber mehr geerntet werden soll. Der eine ist die in den Stangen enthaltene Oxalsäure. In hohen Mengen ist sie giftig, allerdings können Sie kaum so viel Rhabarber verzehren, um eine Wirkung zu verspüren. Im Laufe des Jahres steigt der Oxalsäuregehalt in der Pflanze jedoch an, während gleichzeitig der Geschmack nachlässt. Außerdem werden die Stangen zunehmend holziger und faseriger, was den Genuss zusätzlich schmälert.

Der zweite Grund, ab Johanni auf die Ernte zu verzichten, ist die Vitalität der Staude. Die Erntezeit beginnt ja recht früh im Jahr und die Staude sollte sich bis zur nächsten Ernte ausgiebig erholen können. Lassen Sie Ihre Rhabarberstaude ungestört wachsen und blühen. Im Herbst zieht sie die Blätter ein und übersteht mit kräftigen Wurzeln den kommenden Winter.

Ernte steigern

Wie kann ich die Erntemenge erhöhen?

Wenn Sie besonders früh mit der Rhabarberernte beginnen wollen, dann decken Sie schon im Januar Ihre Stauden mit einem Pflanzenvlies ab. Eine dicke Schicht aus Pferdemist leistet ebenfalls gute Dienste. Ist das Frühjahr sehr trocken, dann gießen Sie die Pflanzen sobald Sie das Vlies entfernt haben.

Rhabarber zur rechten Zeit ernten und nicht mehr nach Ende Juni

Wenn die Blütezeit beginnt, dann brechen Sie die ersten Rhabarberblüten sofort nach ihrem Erscheinen aus, dadurch geht mehr Kraft in die Stängel. Ernten Sie niemals die komplette Staude ab, lassen Sie etwa ein Drittel der Pflanze stehen, so kann sie besser regenerieren und sich für die nächste Erntesaison erholen.

Verzehr

Wie kann ich meinen Rhabarber in der Küche verwenden?

Die herb säuerlich schmeckenden Rhabarberstangen lassen sich in vielfältiger Weise in der Küche verwenden oder in geringen Mengen auch roh verzehren. Stippen Sie eine frisch geerntete (und geschälte) Stange einfach in Zucker und beißen Sie herzhaft hinein. Die roten Rhabarbersorten schmecken übrigens milder als die grünen, enthalten oft auch weniger der nicht unbedenklichen Oxalsäure.

Kochen sie Marmelade, vielleicht in einer Mischung mit Erdbeeren, verfeinert mit Vanille, Nelken, Zimt oder Ingwer. Mögen Sie es lieber deftig, dann kochen Sie aus den klein geschnittenen Stangen ein herzhaft-würziges Chutney, das Sie ganz nach Ihrem Geschmack mit Chili schärfen können. Aber auch zu Kompott oder Saft lässt sich Rhabarber hervorragend verarbeiten, eignet sich jedoch ebenso als Kuchenbelag. Eine Rhabarberschorle ist an heißen Tagen sicher eine willkommene Erfrischung.

Rhabarber enthält Oxalsäure

Oxalsäure

Wie vermindere ich die Aufnahme von Oxalsäure?

Essen Sie keine oder nur wenige rohe Rhabarberstangen. Wenn Sie die Stangen vorher schälen, nehmen Sie deutlich weniger Oxalsäure zu sich. Verwenden Sie Ihren Rhabarber möglich früh im Jahr, dann ist der Säuregehalt noch relativ niedrig. Verzehren Sie nie die Blätter der Staude, sie gelten als giftig und enthalten sehr viel dieser Säure. Ist Ihre Nierenfunktion eingeschränkt oder neigen Sie zu Nierensteinen, dann verzichten Sie auf den Genuss von rohen Rhabarberstangen und verzehren Sie das Gemüse auch erhitzt nur in geringen Mengen. Das Gleiche gilt für  kleine Kinder sowie schwangere und stillende Frauen.

Rhabarber in der Küche verwenden

Auch durch Erhitzen mindert sich der Oxalsäuregehalt in dem Gemüse, sie geht in das Kochwasser über. Blanchieren Sie Ihre Rhabarberstangen kurz und gießen Sie das Kochwasser weg. Allerdings geht Ihnen dadurch auch ein Teil der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe verloren. Verzehren Sie Rhabarbergerichte zusammen mit Milch oder Milchprodukten, dann reagiert die Oxalsäure mit dem darin enthaltenen Kalzium. Das so entstehende Kalziumoxalat wird ausgeschieden.

Oxalsäureverzehr minimieren:

  • keine rohen Stangen verzehren
  • Stangen vor dem Verzehr schälen
  • Rhabarber erhitzen
  • nur junge Stangen nehmen
  • Ernte frühzeitig im Jahr

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