Rhabarber richtig pflanzen: Pflanzabstand und Pflanzzeit

Rhabarber im Nutzgarten

Rhabarber gehört eigentlich zu den Blattgemüsen, wird jedoch am häufigsten in Süßspeisen eingesetzt, wie Kuchen oder Konfitüre. Im Garten gehört er zu den pflegeleichten Pflanzen. Rhabarber wird in Dauerkultur angelegt und bleibt viele Jahre am gleichen Standort. Bei genügend Wasser und Nährstoffen gibt es jedes Jahr eine reichliche Ernte. Auch die Vermehrung ist einfach, sie erfolgt über Stecklinge. Was bei der Pflanzung beachtet werden muss, wird hier aufgeführt.

Rhabarber pflanzen

Ein günstiger Standort für Rhabarberpflanzen ist sonnig oder halbschattig. Der Boden sollte nährstoffreich und durchlässig sein. Staunässe wird schlechter vertragen als sandige Böden. Vollschattige Standorte sind nicht so gut geeignet, da die Stiele dann sehr dünn bleiben und die Pflanzen nicht so kräftig wachsen. Wichtig ist, dass ein Standort gewählt wird, an dem der Rheum rhabarbarum mehrere Jahre verbleiben kann. Der Platz muss ausreichend groß sein, Rhabarberstauden werden im Laufe der Jahre sehr ausladend.

Hinweis: Volle Sonne kann unter Umständen dazu führen, dass der Rhabarber vermehrt blüht.

Ein gut geeigneter Ort ist der Kompost. Mit Rhabarber kann er umpflanzt werden und im Laufe der Zeit verschwindet der unansehnliche Haufen hinter den Pflanzen, die jedes Jahr größer werden. Außerdem bekommen die Rhabarberpflanzen dort gleich die notwendigen Nährstoffe für ihr kräftiges Wachstum.

Pflanzzeit

Der günstigste Zeitpunkt zum Anlegen eines Rhabarberbeetes liegt im Herbst oder Frühjahr. Eine Rhabarberstaude kann jedoch auch jederzeit dazwischen gepflanzt werden. Unabhängig vom Zeitpunkt erfolgt die erste Ernte immer erst im Folgejahr, besser noch später. Die Pflanzen sollten am Anfang gut anwachsen können und sich zu kräftigen Stauden entwickeln, bevor von ihnen geerntet wird. Deshalb werden in den ersten Jahren auch nur wenige Stiele herausgedreht und verarbeitet.

wachsende Rhabarberstaude im Beet

Tipp: Soll eine ältere Rhabarberpflanze geteilt werden, dann ist die richtige Pflanzzeit für die Teilstücke der Herbst. Bis zum Winter sind sie dann eingewachsen.
Wird Rhabarber aus Samen angezogen, kann er im Frühjahr auch vorläufig im Topf ausgesät und gepflegt werden. Die beste Zeit ist dann März oder April. Dauerhaft können Rhabarberstauden jedoch nur schwer im Topf gepflegt werden, sie werden einfach zu groß.

Pflanzabstand

Rheum rhabarbarum wird, bis auf wenige Ausnahmen, sehr groß. Nach einigen Jahren beansprucht er mindestens einen Quadratmeter Platz. Am sinnvollsten ist ein Abstand von 130 cm. Auch zu anderen Gewächsen sollte mindestens ein Meter Platz frei bleiben. Möglich ist eine Mischkultur mit verschiedenen Gemüsepflanzen, doch auch dann muss der jeweilige Pflanzabstand beachtet werden.

Der richtige Abstand hängt auch von der jeweiligen Rhabarbersorte ab. Es gibt kleinbleibende Arten und Rhabarbersorten, die Stiele ausbilden, die über 90 cm lang werden.

Wuchsgrößen einzelner Sorten, nach denen sich dann der Platzbedarf richtet:

  • Siruparber Canada Red: 60 – 80 cm
  • Lowberry Lilibarber (kleinbleibender Topfrhabarber): 10 – 20 cm
  • Himbeerrot: 60 – 80 cm
  • Early Green: 60 – 80 cm
  • Goliath: 120 cm
  • Frambozen Rood: 100 cm
  • Holsteiner Blut: 90 cm
  • The Sutton: 100 cm
  • Canada Red: 100 cm
  • Cambell: 90 cm

Rhabarber pflanzen: Anleitung

  1. Der Boden des ausgewählten Pflanzortes wird vorbereitet. Dafür wird er, wenn es sich um unkultivierten Boden handelt, tiefgründig umgegraben. Stand vorher anderes Gemüse auf dem Platz, reicht es, wenn er mit der Grabegabel gelockert wird.
  2. Größere Steine und Unkraut werden entfernt. Es wird außerdem Mist oder Kompost untergegraben. Besonders wichtig ist das bei Sandböden, um die Wasserspeicherkapazität zu verbessern. Pro Pflanze sollte man mit etwa 3 Liter Kompost rechnen.
  3. Für jede Pflanze wird ein Pflanzloch ausgehoben. Es muss nicht sehr groß sein. Der Boden sollte jedoch aufgelockert werden. Ist der Boden sehr schwer, wie etwa bei Lehmböden, lohnt sich eine Drainage aus Kies oder Split. Beim Graben der Löcher für mehrere Pflanzen muss der richtige Pflanzabstand beachtet werden.
  4. Die Rhabarberpflanze wird in das Loch gesetzt. Der Blattansatz mit den Knospen sollte knapp unter dem Boden liegen. Das Loch wird wieder zugefüllt, die Knospen mit Erde bedeckt. Die Erde fest andrücken oder antreten, damit die Wurzeln guten Bodenanschluss bekommen.
  5. Der Platz rund um den Rhabarber kann gemulcht werden, damit hält sich Feuchtigkeit besser und Unkraut wird unterdrückt. Außerdem werden während der Verrottung Nährstoffe freigesetzt. Geeignet ist dafür Rasenschnitt, Laub, gehäckselte Holzreste oder Kompost. Rheum rhabarbarum bevorzugt neutrale Böden, dass Mulchmaterial sollte also nicht zu viel Säure abgeben. Rindenmulch ist ungeeignet.
  6. Die Pflanzen werden kräftig angegossen. Auch in der nächsten Zeit sollte der Wurzelbereich nicht austrocknen.
  7. Die Rhabarberpflanze kann 10 Jahre am gleichen Ort verbleiben, es lohnt sich jedoch, ältere Pflanzen schon vorher zu verjüngen und umzupflanzen.

Rhabarber zur rechten Zeit ernten und nicht mehr nach Ende Juni

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