Rhododendron düngen: Blaukorn, Pferdemist & Co | Die besten 10 Dünger

Rhododendron mit lila Blütenfarbe

Alljährlich im Frühling verwandelt sich ein ansonsten etwas langweilig wirkender Busch in ein wahres Farbfeuerwerk. Dabei hat jeder Rhododendron seinen persönlichen Farbton, in dem er die zahlreichen Blütenbälle taucht. Liebhaber dieser Gewächse können nicht genug vom schönen Anblick bekommen und legen sich gleich eine bunte Sammlung an. Doch braucht der Busch besondere Bausteine für seine Blüten, damit er unsere Erwartungen niemals enttäuscht? Oder dürfen es Kompost, Pferdemist und Co. sein?

Rhododendron düngen

Welche Ansprüche hat der Rhododendron?

Rhododendren lieben eine ausgewogene Nährstoffversorgung und einen niedrigen pH-Wert von 4 bis 5,5. Viele organische Dünger senken den pH-Wert und sind somit ideal für die Düngung dieser Pflanzensorte. Wenn der pH-Wert jedoch über 7,0 liegen sollte, reicht ein organischer Dünger nicht aus, um diesen schnell auf einen akzeptablen Wert abzusenken.
Damit Sie genau wissen, ob das Erdreich unter Ihrem Exemplar sauer genug ist, sollten Sie den pH-Wert messen. Dafür sind keine besonderen Fachkenntnisse erforderlich, entsprechende Teststreifen sind im Handel erhältlich. Sollte er zu hoch ausfallen, können Sie ihn mit einer Bittersalzlösung effektiver senken.

Rhododendron mit pinken Blüten

Kaffeesatz

Kaffeesatz ist ein wunderbarer Dünger für den Rhododendron, der in nahezu jedem Haushalt täglich und kostenlos anfällt. Darin sind alle wichtigen Nährstoffe enthalten, die dieser blühende Busch benötigt. Das sind in erster Linie Kalium, Phosphor und Stickstoff. Doch er hat noch ein paar weitere Vorteile im Gepäck, von denen die Pflanze zusätzlich profitieren wird:

  • senkt den pH-Wert ab
  • lockt Regenwürmer an, die den Boden auflockern
  • reichert den Boden mit Humus an
  • das ist ideal für „Kalkgegner“ und „Humusliebhaber“ Rhododendron

Da die haushaltsüblichen Mengen nicht gerade üppig sind, könnte es bei größeren oder mehreren Rhododendren notwendig sein, zusätzlich andere geeignete Dünger zu verwenden. Das Kombinieren mit anderen organischen Düngern lässt Kaffeesatz problemlos zu, zum Beispiel mit Hornmehl. Arbeiten Sie organische Dünger stets gut in den Boden ein, damit die Nährstoffe von Bodenorganismen pflanzentauglich freigesetzt werden können. So verwenden Sie dieses Hausmittel:

  • noch feuchter Kaffeesatz kann schimmeln
  • an einem warmen Platz trocknen lassen
  • am besten flach auf einem Teller ausgebreitet
  • dann in einem großen Behälter sammeln
  • Rhododendren damit zweimal pro Jahr düngen

Kaffeesatz als Dünger

Tipp: Vielleicht gibt es für Sie auch die Möglichkeit weiteren Kaffeesatz zu bekommen. Sie könnten zum Beispiel in einem Café oder Ihre Nachbarn und Bekannte danach fragen.

Kompost ohne Kalkbeigaben

Der heimische Kompost ist fast jeder Gartenpflanze willkommen. Auch für die Alpenrosen, wie die in den Gebirgsregionen wachsenden Rhododendren genannt werden, bietet er eine gute Nährstoffkombination an. Doch während es für die meisten Pflanzen ein gut durchmischter Komposthaufen sein darf, profitiert dieses Gewächs ganz besonders von Laub-, Rinden- und Nadelkompost. Wichtig ist auch, bei der Kompostierung auf die häufig üblichen Kalkzugaben zu verzichten.

Laubkompost

Wenn Sie im Herbst viele Eichenblätter oder Blätter der Buche und Esche zur Verfügung haben, können Sie daraus Laubkompost selbst herstellen. Dieser ist wie geschaffen für den anspruchsvollen Rhododendron.

  • entwickelt niedrigen pH-Wert
  • macht mineralisches Düngen überflüssig
  • von März bis August ausbringen
  • alle zwei Wochen eine 5-cm-Schicht unterm Busch verteilen

Die Verrottung dieser Laubblätter geht im Vergleich zu einem normalen Gartenkompost nur sehr langsam voran, zumal auf kalkhaltige Kompostbeschleuniger verzichtet werden muss. Wenn Sie jedoch regelmäßig dranbleiben und immer wieder frische Blätter nachliefern, werden Sie nach zwei Jahren ständig guten Kompost zu Hand haben. In Anbetracht der langen Lebensdauer einer Alpenrose ist diese Wartezeit akzeptabel.

Rindenkompost

Auch Kompost aus Rindenstücken senkt den pH-Wert des Bodens. Besonders geeignet sind:

  • Eichenrinde
  • Rinde von Nadelbäumen

Dieser Kompost sollte vor Ausbringung noch mit Lehm und kalkfreiem Gesteinsmehl vermischt werden. Ein kleiner Anteil Sand erhöht zudem die Durchlässigkeit. Wer keine Möglichkeit hat, selbst diesen Kompost herzustellen, oder nicht die Geduld hat, die lange Dauer der Verrottung abzuwarten, kann fertigen Rindenkompost im Handel kaufen. Dieser kostet in etwa zehn Euro pro 60 l, darf aber nicht mit dem groben Rindenmulch verwechselt werden, der vor allem als Austrocknungsschutz im Wurzelbereich ausgebracht wird. Mit Rindenkompost düngen Sie genau so, wie oben für Laubkompost beschrieben.

Nadelkompost

Pflanzenteile von Nadelbäumen werden in der Regel nicht auf einen Komposthaufen gegeben, weil sie den pH-Wert zu sehr senken. Für den Rhododendron ist diese Eigenschaft allerdings ideal. Der Nadelkompost ist, kombiniert mit Pferdemist, Hornspäne und Gartenerde, ein ideales Düngemittel für prächtig blühende Rhododendren.

  • in der Vegetationszeit von März bis August düngen
  • Mischung rund um den Wurzelbereich verteilen
  • im Abstand von 2-3 Wochen
  • immer einarbeiten

Nadelkompost als natürlicher Dünger

Sollte der Wurzelbereich Ihrer Rhododendren, mit einer Mulchschicht abgedeckt sein, muss diese vor der Düngung beiseitegeschoben werden. Nur dann kann er in den Boden eingearbeitet werden.

Hornspäne bzw. Hornmehl

Die groben Hornspäne und das feine Hornmehl eignen sich beide gut für die Versorgung der Rhododendren. Die Herstellung erfolgt aus Hörnern und Hufen von Tieren, der einzige Unterschied entsteht durch den unterschiedlichen Zerkleinerungsgrad. Die Nährstoffe des feineren Hornmehls stehen den Pflanzen schneller zur Verfügung, währen die groben Hornspäne monatelang nach und nach zersetzt werden.

  • günstig mit etwa 3 Euro pro kg
  • in jedem Baumarkt bzw. Gartencenter erhältlich
  • gelegentlich auch in Supermärkten
  • eine Handvoll pro Rhododendronpflanze genügt
  • im März ausbringen

Tipp: Rhododendren sind Flachwurzler. Bleiben Sie beim Einarbeiten des Düngers nur knapp unter der Oberfläche, damit Sie keine Wurzeln verletzen.

Pferdemist

Wenn sich Ihnen eine Gelegenheit bietet, Pferdemist für Ihren Garten zu bekommen, sollten Sie sie ergreifen. Reifer Pferdemist ist ideal für die Düngung von Rhododendren aber auch für viele andere Pflanzen im Garten. Reifer Mist verbreitet auch nicht den Geruch, der in einem Kuhstall typisch penetrant in die Nase hochsteigt.

  • nur reifen Mist verwenden
  • frischer Mist kann Wurzeln verbrennen
  • ca. 5 l pro Quadratmeter
  • im Frühjahr ausbringen
  • oberflächlich einarbeiten

Brennnesseljauche

Nachhaltiges Gärtnern ist angesagt und damit rücken natürliche Düngemittel in den Fokus umweltbewusster Gärtner. Eines davon ist die Brennnesseljauche. Sie lässt sich ganz einfach selbst kostenlos herstellen und ist damit auch preislich eine tolle Alternative zu teuren Spezialdüngern. Brennnessel gibt es schließlich an jeder Ecke umsonst, lediglich etwas Arbeitszeit für das Sammeln und Ansetzen, sowie Geduld während der Gärzeit sind vonnöten. Mit Brennnesseljauche können Sie zwischendurch düngen, aber stets 1:10 mit Wasser verdünnt.

  • pro 100 Gramm frische Brennnesseln 1 l Wasser
  • in einen offenen Eimer geben
  • nur mit einem feinen Netz abdecken
  • in der Sonne stehen lassen
  • täglich umrühren
  • die Gärung ist vorbei, wenn keine Bläschen aufsteigen

Brennnesselsud ansetzen

Tipp: Während der Gärung stinkt die Brennnesseljauche sehr. Geben Sie etwas Gesteinsmehl hinzu, damit der Geruch weitestgehend neutralisiert wird.

Asche

Asche von organischem Material ist ein geeignetes Düngemittel für Rhododendren. Jedoch sollte für die Düngung nur Asche von unbelastetem Holz bzw. Kohle verwendet werden. Bei gekauftem Brennmaterial ist nie ganz sicher, ob dieses nicht mit unerwünschten Stoffen belastet ist.

  • nur mit abgekühlter Asche düngen
  • Asche unterm Rhododendron ausstreuen

Blaukorn

Dieser Volldünger enthält zwar alle Nährstoffe, die Rhododendren benötigen, jedoch in hoher Dosis. Deswegen ist Vorsicht beim Düngen geboten, um eine schädliche Überdosierung zu vermeiden. Auch, weil Blaukorn nach der Düngung ausgewaschen werden kann und so schnell ins Grundwasser gelangt. Der Umwelt zu liebe sollte das unbedingt vermieden werden.

  • nur mit 40 bis 120 Gramm Blaukorn pro Quadratmeter düngen
  • genaue Menge ist abhängig von der Größe des Busches

Blaukorn als Dünger

Spezielle Dünger aus dem Handel

Wer keine Zeit oder Lust hat, vielleicht auch keine Gelegenheit, Kaffeesatz zu sammeln oder einen Komposthaufen anzulegen, kann sich in der großen Düngerabteilung eines Gartencenters umschauen. Dort werden Rinden- und Nadelkompost verkauft, aber auch spezielle Rhododendrendünger. Letztere verfügen über eine auf die Bedürfnisse der Alpenrose abgestimmte Nährstoffkombination. Welchen konkreten Dünger Sie kaufen, bleibt Ihnen überlassen, achten Sie aber unbedingt auf folgende Aspekte:

  • pH-Wert senkend bis pH-neutral
  • geringe Dosierung von Salzen
  • aber mit reichlich Kalium und Phosphor

Tipp: Gelbe Blätter zeigen Stickstoffmangel an. Es muss jedoch nicht zwangsläufig ein hochpreisiger Spezialdünger aus dem Handel zum Einsatz kommen, ein einfacher stickstoffbetonter Dünger reicht aus, um diesen Mangel zu beheben.

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