Riesenbärenklau melden Gilt eine Meldepflicht - Titelbild

Vor allem im Internet kursieren Angaben zu einer Meldepflicht vom Riesen-Bärenklau. Der Riesen-Bärenklau ist eine gefährliche Pflanze, die phototoxische Reaktionen verursacht. Eine Pflicht Riesenbärenklau zu melden gibt es nicht.

Auf den Punkt gebracht

  • Vorkommen: in feuchten Bereichen
  • phototoxische Reaktion bei Kontakt mit dem Pflanzensaft
  • es gibt keine Meldepflicht
  • bei Sichtungen im öffentlichen Raum ist eine Meldung an die zuständige Kommune empfehlenswert
  • auf Privatgrund müssen Sie sich selbst um die Entfernung der Pflanzen kümmern

Vorkommen

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Vor allem im Halbschatten kann der Riesen-Bärenklau sehr hoch werden, da er buchstäblich der Sonne entgegenwächst. Der Boden sollte immer mäßig feucht sein.

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Häufig zu finden ist der Riesen-Bärenklau an folgenden Orten:

  • Bach-/Flussufer
  • Seeufer
  • mäßig feuchte Sumpfbereiche
  • mäßig feuchte Gräben

Artabgrenzung

In Mitteleuropa gibt es noch einige weitere Bärenklau-Arten. Die häufigste Art ist der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), der heimisch ist, sowie den Österreichischen Bärenklau (Heracleum austriacum). Dieser kommt nicht nur in Österreich vor, sondern ist auch in Deutschland, vor allem in den südlichen Bundesländern, zu finden ist.

Erkennungsmerkmale vom Riesen-Bärenklau:

  • rötliche Flecken am Stiel
  • Stiel besitzt kaum bis keine kantigen Riefen
  • Stiel ist kaum bis leicht borstig behaart
Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Hinweis: Gelegentlich kann es vorkommen, dass auch andere Bärenklau-Arten rötliche Flecken haben. Bisher ist noch nicht ganz geklärt, ob es sich dabei um eine Kreuzung oder die Bildung von Anthocyanen als Sonnenschutz handelt.

Gefahrenpotenzial

Der Riesen-Bärenklau hat eine sehr hohe Konzentration an sogenannten Furanocumarinen. Dieser Inhaltstoff auf der Haut in Kombination mit UV-Strahlung löst eine phototoxische Reaktion aus, die einer Verbrennung ähnlich sieht.

Nicht nur der Riesen-Bärenklau kann eine phototoxische Reaktion hervorrufen, der Inhaltsstoff ist bei allen Doldenblütlern in mehr oder weniger hoher Konzentration vorhanden. Empfindliche Personen können beim Kontakt mit dem Pflanzensaft von anderen Bärenklau-Arten ebenfalls mit einer Dermatitis reagieren.

An sehr heißen Tagen sollten Sie sich auch nicht unter einen Riesen-Bärenklau stellen. Er sondert bei großer Hitze ätherische Öle über die Blätter ab, die bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen, beispielsweise in Form von Atemnot, hervorrufen können.

Öffentliche Räume

Es gibt keine offizielle Meldepflicht für den Riesen-Bärenklau. Entdecken Sie eine Pflanze im öffentlichen Raum, ist es jedoch empfehlenswert, den Riesenbärenklau bei der örtlichen Kommune, beispielsweise beim Umweltamt, zu melden. Es kann nämlich passieren, dass sich Kinder oder Hunde beim Kontakt mit den Pflanzen ernsthaft verletzen.

Blüte des Riesen-Bärenklaus (Heracleum mantegazzianum)

Im öffentlichen Raum übernehmen die Kommunen meist die Entsorgung der Pflanzen. Diese muss von Profis durchgeführt werden. Zum Entfernen muss ein Schutzanzug getragen werden, sowie Füße, Hände, Augen oder Gesicht vollständig bedeckt sein. Dadurch wird verhindert, dass der Pflanzensaft auf die Haut kommt.

Die Pflanzen müssen samt der Wurzel entfernt werden. Damit der Riesen-Bärenklau nicht erneut auftritt, wird auf der Stelle punktuell gelegentlich noch ein Herbizid ausgebracht.

Riesenbärenklau am Privatgrund

Da es keine Pflicht zum Melden von Riesenbärenklau gibt, müssen Sie dies auf einem Privatgrund auch nicht tun. Wenn Sie den Riesen-Bärenklau auf ihrem Grundstück loswerden wollen, sollten Sie die Entsorgung ebenfalls einem Profi überlassen. Gelegentlich können Sie sich an die örtliche Feuerwehr wenden, die gegen eine Spende diese Aufgabe übernimmt.

In der Regel ist die Entsorgung vom Riesen-Bärenklau allerdings kostenpflichtig. Daher sollten Sie die Pflanzen bereits entfernen, wenn sie das erste Mal auftauchen. Die Samen können im Boden über 100 Jahre überleben. Junge Pflanzen lassen sich noch meist ohne Gefahr restlos aus dem Boden entfernen.

Tipps zum Entfernen:

  • Müllsack über Pflanze stülpen
  • Haut bedecken
  • Schutzbrille tragen
  • Wurzel tiefgründig freilegen
  • im Anschluss Erdreich mit Unkrautfolie abdecken

Häufig gestellte Fragen

Was mache ich, wenn ich mit dem Pflanzensaft in Kontakt komme?

Waschen Sie die Stelle sofort mit Wasser ab und bedecken Sie anschließend. Bei einem großflächigen Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Wie entsorge ich Riesenbärenklau?

Geben Sie den ausgegrabenen Riesenbärenklau in eine Mülltüte und entsorgen ihn im Restmüll.

Wie hoch wird der Riesen-Bärenklau?

Durchschnittlich wird der Riesen-Bärenklau bis zu drei Meter hoch. Es gab jedoch vereinzelt Exemplare, die mehr als 3,5 Meter hoch waren.