Rindenmulch im Garten: die wichtigsten Vorteile und Nachteile

Rindenmulch

Kaum ein Hobbygärtner kommt ohne Rindenmulch aus. Dabei dient er nicht nur optischen Zwecken, sondern schützt auch Böden und Pflanzen. Abgeschaut hat man sich das bei der Natur. Doch nicht jeder Mulch ist für jeden Boden oder jede Pflanze gleichermaßen gut geeignet. Zudem gibt es beim Mulch selbst, teils sehr große Unterschiede in der Qualität. Auch bei der Wahl des richtigen Produkts und seiner Anwendung gibt es Einiges zu beachten.

Mulch ist nicht gleich Mulch

Bei Rindenmulch handelt es sich um gehäckselte Baumrinde, einem Abfallprodukt aus der Forstwirtschaft. In der Regel enthält Mulch die Baumrinde einheimische Nadelgehölze wie Kiefer, Fichte oder Douglasie. Er wird im Handel in unterschiedlichen Qualitäten und Körnungen angeboten, teilweise sogar in verschiedenen Farben, natürlich eingefärbt. Von Natur aus eine intensive rostrote Färbung hat lediglich Pinienrinde aus dem Mittelmeerraum, die ebenfalls im Handel angeboten wird und in immer mehr Gärten zu finden ist. Mulch aus Pinienrinde soll der Beste sein, den man hierzulande käuflich erwerben kann.

Rindenmulch im Garten

Qualität zahlt sich aus

Bei der Qualität, insbesondere der Zusammensetzung von Rindenmulch, gibt es sehr große Unterschiede. Es gibt weder Regelungen noch eine Norm, wie er beschaffen sein muss. Theoretisch muss er nicht einmal aus Baumrinde bestehen. Im ungünstigsten Fall besteht sogar die Möglichkeit, dass es sich beim dem, was als Rindenmulch angeboten wird, zu einhundert Prozent um Fremdstoffe handelt. Teilweise wird auch eine zu hohe Kadmium-Belastung bemängelt. Kadmium ist ein Schwermetall, das als sehr giftig eingestuft wird. Fährerweise muss man auch erwähnen, dass nicht jedes Produkt derart belastet ist. Aber woran kann man nun hochwertigen Mulch erkennen?

  • Wichtiges Qualitätsmerkmal von Mulch, ist der Geruch
  • Frischer Mulch duftet angenehm nach Wald und ätherischen Ölen
  • Je älter das Material, desto erdiger ist der Geruch
  • Zusammensetzung ein weiteres Indiz für Qualität
  • Viele Produkte enthalten oft Billigmulch
  • Billigprodukte häufig mit ungesiebten Fremdstoffen verunreinigt
  • Mulch mit niedrigem Anteil an Baumrinde enthält weniger Gerbstoffe
  • Unkräuter werden deshalb nicht so effektiv unterdrückt
  • In minderwertigen Produkten, Mulch sehr fein oder sogar pulvrig
  • Feines Material verrottet sehr schnell
  • Kann im Boden Sauerstoffaustausch behindern
  • Hochwertiger Mulch enthält größere Teile abgeschälte Baumrinde
  • Wichtig ist eine Struktur- bzw. Rindengröße von 16 bis 40 mm
  • Qualitativ guter Mulch behält länger seine Form
  • Positive Wirkung hält dementsprechend länger an
  • Wichtigster Hinweis auf gute Qualität ist das RAL-Gütezeichen 250/1-1
  • Produkte mit diesem Gütesiegel nicht chemisch behandelt

Als Mercedes unter den Mulcharten gilt Pinienmulch. Er soll die beste Qualität aufweisen. Pinienrinde besitzt einen hohen Harzanteil, der die Eigenschaft hat, den Mulch sehr lange haltbar zu machen. Aber auch hier gibt es Einschränkungen, denn selbst wenn auf dem Produkt ‚Reine Pinie‘ steht, ist das keine Garantie dafür, dass auch tatsächlich Pinie drin ist. Oft ist auch ganz normaler Mulch aus Nadelholzrinden darin.

Nicht für alle Pflanzen geeignet

Mulch ist ohne Zweifel für viele Dinge im Garten gut und empfehlenswert. Dennoch besteht bei einigen Pflanzen eine Unverträglichkeit gegenüber Rindenmulch. Für alle säure- und Humus liebenden Pflanzen wie. z.B. Rhododendron, Hortensien oder Farne, ist das Mulchen ein Muss ebenso wie für Schattenstauden, Rosen und frisch gepflanzte Bäume, Sträucher und Hecken sowie auf größeren Freiflächen. Sie profitieren besonders davon.

Anders sieht es bei Stauden und Blumen im Garten aus, die keine dauerhafte Feuchtigkeit vertragen oder auf einen eher alkalischen pH-Wert angewiesen sind. Auch Gemüsebeete, Himbeeren und Erdbeeren sollte man besser gar nicht mulchen. Die sind eher dankbar für eine Schicht Stroh oder Grasschnitt.

Rindenmulch

Rindenmulch richtig anwenden

Unklarheiten gibt es häufig auch darüber, wie man Mulch im Garten richtig ausbringt. Dabei geht es vor allem um den richtigen Zeitpunkt und die Dicke. Der beste Zeitpunkt Mulch auszubringen ist im Herbst, möglich ist es aber ganzjährig. Je gröber das Material ist, desto dicker darf die Schicht sein. Empfohlen werden in der Regel fünf bis sieben Zentimeter. Vor dem Ausbringen sollte der Boden gut aufgelockert, von jeglichen Unkräutern befreit und gedüngt werden, insbesondere mit Stickstoff, denn den entzieht der Mulch dem Boden. Aber gehäckselte Baumrinde hat nicht nur Nachteile, sondern auch eine Menge Vorteile.

Vorteile

Die Vorteile von Mulch sind sehr vielfältig und weitreichend bekannt, sowohl für die Bodenbeschaffenheit als auch die darauf wachsenden Pflanzen. Er wird als oberste Schicht auf dem Boden ausgebracht, wo er seinen Zweck erfüllen und seine Wirkung entfalten kann.

  • Mulch fördert die Ansiedlung von Kleinstlebewesen
  • Dadurch verbessern sich Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit
  • Bei ausreichender Dicke, Schutz vor natürlicher Bodenerosion
  • Abschwemmen des Oberbodens kann so verhindert werden
  • Hochwertiger Mulch reguliert Bodentemperatur und Feuchtigkeit im Boden
  • Auch im Sommer bei andauernder Hitze und Trockenheit
  • Rindenmaterial bietet im Winter Schutz vor Austrocknung und Frost
  • Verhindert bzw. unterdrückt übermäßigen Unkrautwuchs
  • Verantwortlich dafür ist die enthaltene Gerbsäure
  • Führt zu einer deutlichen Arbeitserleichterung
  • Mulch bietet Unterschlupf und Lebensraum für viele kleine Tiere bzw. Insekten
  • Kosten für herkömmlichen Rindenmulch überschaubar
  • Gehäckselte Baumrinde hat auch einen dekorativen Effekt
  • Gemulchte Flächen vermitteln sauberen und gepflegten Eindruck

Ein Sonderfall ist die Pinienrinde, die in der Beliebtheit, herkömmlichen Mulch mehr und mehr hinter sich lässt. Grund hierfür ist die gute Qualität und andere Vorteile. So hat Pinienmulch einen geringeren Säuregehalt und beeinflusst somit den pH-Wert des Bodens deutlich weniger als herkömmlicher Mulch. Er hält mehr als doppelt so lange wie Rinde heimischer Nadelhölzer und auch die Belastung mit Kadmium ist viel niedriger. Auch Pinienrinde kann Unkraut weitestgehend unterdrücken. Sie verrottet langsamer als Kiefer oder Fichte und wird ebenfalls in unterschiedlichen Körnungen angeboten. Ihre typische rot-braune Färbung sorgt darüber hinaus für eine gepflegte Optik. Die gute Qualität wird auch bei Pinienrinde durch das RAL-Gütesiegel bestätigt.

Rindenmulch im Beet

Nachteile

Neben den vielen guten Eigenschaften hat sowohl Mulch aus heimischen Nadelgehölzen als auch Pinienmulch den einen oder anderen Nachteil, den man nicht außer Acht lassen sollte.

  • Es gibt Unverträglichkeit bei einigen Pflanzen
  • Mulch aus Nadelgehölzen entzieht dem Boden Stickstoff
  • Entzug von Stickstoff erfolgt während des Verrottungsprozesses
  • Das führt vorübergehend zu einem Stickstoffmangel
  • Vor allem für Flachwurzel problematisch
  • Zur Vorbeugung, Boden vor dem Mulchen mit Stickstoff düngen
  • Rindenmulch lockt nicht nur nützliche Tiere, sondern auch Schnecken an
  • Schnecken nutzen Mulch als Unterschlupf und zur Eiablage
  • Insbesondere, wenn der Rindenmulch nass ist
  • Um sie nicht zusätzlich anzulocken, nur vorgetrockneten Mulch verwenden
  • Ausschließlich bei trockenem Wetter mulchen
  • Nässe staut sich dann nicht so schnell unter dem Rindenmaterial

Auch wenn Pinienrinde generell sehr gut sein soll, hat auch sie Nachteile. Einer davon ist der geringere Gehalt an Gerbsäure, was dazu führt, das die Unkrauthemmung nicht optimal ist. Dementsprechend muss der Boden vor dem Mulchen umso sorgfältiger vorbereitet und von Unkräutern befreit werden. Nachteilig sind darüber hinaus die langen Transportwege, denn Pinien sind keine heimischen Gehölze. Letztendlich ist es auch eine Frage des Preises, für welche Mulchart man sich entscheidet, wobei die Kosten für Pinienmulch etwas höher sind, als die für Rindenmulch aus Kiefer, Fichte und Douglasie.

Rindenmulch

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