Einen neuen Rasen einfach wie einen Teppich ausrollen und die Füße im dichten und weichen Grün tief einsinken lassen. Das ist der Traum vieler Grundstücksbesitzer, wenn es um die Neuanlage einer Rasenfläche geht. Wenn da bloß nicht die hohen Kosten wären! Klar, eine bequeme Lösung verlangt Geld, aber wie teuer ist Rollrasen nun wirklich? Und was ist sonst noch zu zahlen, damit aus ein paar Rollen eine beneidenswerte Grünfläche wird?

Rollrasenarten

Zunächst die Frage: Welche Rollrasenart darf es sein? Ist denn nicht jeder Rollrasen wie der andere? Nein, schließlich gleicht auch keine Rasenfläche der anderen. Das liegt an den unterschiedlichen Vorlieben der Besitzer, den Standortbedingungen aber auch an der Beanspruchung der Rasenfläche. Um alle Ansprüche zu befriedigen, ist das Marktangebot breit aufgestellt. Sie finden zumeist Rollrasen unter folgenden Bezeichnungen:

  • Mediterranrasen: für Gärten nach mediterraner Art; verträgt Trockenheit
  • Schattenrasen: gedeiht auch unter schlechten Lichtverhältnissen
  • Spielrasen: ideal für eine Familie mit Kindern; auch Gebrauchsrasen genannt
  • Sportrasen: sehr robust, hält starke Beanspruchung aus
  • Golfrasen: das Grün genügt höchsten Ansprüchen

Bei den aufgeführten Rollrasenarten handelt es sich weniger um ein spezielles Gras, sondern um optimierte Mischungen verschiedener Rasensaatsorten. Die Bezeichnungen können bei einzelnen Anbietern variieren.

Fußballspielen auf grünem Rasen

Rollrasenpreise

Auf die Sorte kommt es an

Die oben angeführten Rasensorten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Zusammensetzung, sondern auch qualitativ. Das macht sich im Preis deutlich bemerkbar. Die Preise starten bei etwa 3 Euro pro Quadratmeter für einen einfachen Spielrasen. Qualitativ hochwertiger Rollrasen kostet ab 5 Euro pro Quadratmeter und die hochpreisige Variante liegt bei ca. 10 Euro. Das ist zumeist der sog. Golfrasen.

Hinweis: Die zuvor genannten Preise und alle weiteren in diesem Text sind inklusive Mehrwertsteuer gerechnet und verstehen sich nur als Richtwerte.

Menge

Was den Preis pro Rolle auch beeinflusst

Nicht nur die Rasenart, auch die Menge bestimmt über den Preis. Das übliche Marktgesetz gilt: Bei größeren Bestellmengen sinkt der Einzelpreis. Messen Sie die zu begrünende Fläche aus, damit Sie mit dieser Mengenangabe den Preis besser ermitteln können. Bei sehr großen Flächen lohnt sich auch, gezielt ein besseres Angebot zu erfragen.

Wird der Preis mit der Quadratmeterzahl der zukünftigen Rasenfläche multipliziert, kommt schnell eine ansehnliche Summe zusammen. Und das nicht nur bei den teuren Rasensorten. Die Anbieter liegen mit ihren Preisen zwar eng beieinander, aber ein Vergleich kann insbesondere bei großer Anbieterkonkurrenz lohnen. Vielleicht sprechen auch andere Faktoren für einen bestimmten Anbieter, zum Beispiel ein kürzerer Transportweg.

Eine kleine Reserve einrechnen

Witterungsbedingt kann sich Rollrasen etwas zusammenziehen, sodass Sie beim Verlegen eine kleinere Rasenfläche zur Verfügung haben, als vom Anbieter ursprünglich geliefert. Rechnen Sie daher immer mit mindestens 2 m² Mehrbedarf. Bei größeren Flächen sogar mit noch mehr. So entsteht keine unschöne Lücke, die Sie in einem zweiten Arbeitsgang unter Mehraufwand an Zeit und Geld schließen müssen.
Auch dieser Mehrbedarf muss bei der Ermittlung der Kosten für die Rasenrollen berücksichtigt werden.

Gesamtkosten

Weitere Kostenfaktoren, die „unvermeidlich“ sind

Wer denkt, dass der Preis für die grünen Rollen den größten oder gar den einzigen Posten bei der Kostenkalkulation bildet, der irrt gewaltig. Einige Rollen beim Anbieter machen noch lange keinen fertigen Rasen daheim. Zunächst müssen diese zu Ihnen gelangen, wobei ein schlichter und günstiger Paketversand bei dieser Art von Ware nicht infrage kommt.
Die Entscheidung für einen bequemen Rollrasen zieht aber noch weitere Arbeiten nach sich, die alle Zeit erfordern und folglich auch ihren berechtigten Preis haben:

  • Transport der Rollen
  • Vorbereitung des Bodens
  • Verlegearbeiten
  • Nachpflege
Rollrasen im Garten verlegen
Rollrasen im Garten verlegen

Transport und Rasenverlegung

Für Transport kommt noch mal ca. 1 Euro pro Quadratmeter hinzu. Ein naher Anbieter ist hier von Vorteil, da eine kürzere Transportzeit die Transportkosten ggf. reduzieren kann.
Wenn Sie den Rollrasen durch eine Fachfirma verlegen lassen, stellt das zumeist den höchsten Posten auf der Rechnung dar. Der Preis beläuft sich umgerechnet auf ca. 8 Euro pro Quadratmeter und gelegentlich auch mehr.

Tipp: Ein verbindlicher Kostenvoranschlag mit Festpreis schafft Sicherheit in der Kalkulation.

Bodenvorbereitung und Nachpflege

Selten ist eine Grundstücksfläche schon in einem so optimalen Zustand, dass auf ihr ohne weitere Verbesserungsmaßnahmen die Grasrollen ausgerollt werden können.

  • meist muss der Boden aufwendig gelockert werden
  • die Bodenbeschaffenheit bedarf oft einer Verbesserung
  • durch Zugabe von Mutterboden und Humus
  • die Fläche muss ggf. planiert werden
  • nach dem Ausrollen ist regelmäßig Dünger fällig

Die Vorarbeiten erhöhen den Quadratmeterpreis einer Rasenfläche um ca. 5 Euro. Dünger für die Nachpflege kostet etwas weniger als 1 Euro je m². Diese Kosten sind aber nicht unmittelbar durch den Rollrasen bedingt. Sie würden ebenso bei einer Eigenaussaat anfallen.

Bodenvorbereitung und Rollrasenverlegung

Auf einen Blick: Rollrasenkosten je m²

  • Vorbereitung des Bodens: 5 Euro
  • Rasenrollen: 3 bis 10 Euro je nach Rasenart
  • Transport: ab 1 Euro
  • Verlegen: ca. 6 Euro
  • Nachpflege: ca. 1 Euro
  • Gesamtpreis je nach Rasensorte: zwischen 16 und 23 Euro

Beispiel: Bei einer kleinen Rasenfläche von 100 m² kostet der fertige Rasen zusammengerechnet eine Summe zwischen 1.600 und 2300 Euro.

Bei der Verlegung eines Fertigrasens muss der Grundstücksbesitzer bis zu zehnmal tiefer in das Portemonnaie greifen, als das bei einer Eigenaussaat der Fall ist. Dafür wird der Rasen erst nach Bestellung frisch „geerntet“, entspricht im Aussehen den Vorstellungen und ist unkrautfrei gehalten. Natürlich ist die Fertigrasenfläche nach dem Verlegen auch schneller nutzbar.

Kosten durch Eigenarbeit einsparen

Wer sich für einen Fertigrasen entscheidet, muss zwangsläufig für die Rasenrollen Geld ausgeben. Alle anderen Tätigkeiten können auch in Eigenregie ausgeführt werden. Inwiefern das auch sinnvoll ist, hängt auch mit dem eigenen handwerklichen Geschick zusammen.

Aufgerollter Rasen sollte zudem schnellstmöglich nach der Lieferung verlegt werden, idealerweise innerhalb von 36 Stunden. Diese Arbeit ist anstrengend, zeitintensiv und erfordert weitere helfende Hände. Wagen Sie sich nur daran, wenn Sie sicher sind, dass auch bewerkstelligen zu können. Anderenfalls verderben die Rasenrollen oder das Ergebnis bleibt hinter den Erwartungen.

Rollrasen

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