Rosen umpflanzen: wann ist der beste Zeitpunkt? So gelingt es

Rosen pflanzen

Das Umsetzen von Rosen kann sich je nach Alter der Pflanze als eine wahre Herausforderung darstellen. Unsere leicht verständliche Anleitung hilft Fehler zu vermeiden und beinhaltet zugleich wertvolle Tipps!

Rosen

Rosen haben eine besonders lange Lebensdauer und schmücken die heimischen Gärten über etliche Jahre mit ihren prächtigen Blüten. Da kann es durchaus vorkommen, dass die Pflanze schlichtweg zu groß für den aktuellen Standort wird und sie umgepflanzt werden muss. Zudem kann es sein, dass der Standort doch nicht optimal gewählt wurde und die Rose sich einfach nicht wohlfühlt. In solchen Fällen ist es ratsam, die Pflanze auf ein neues Plätzchen zu setzen.

Spaten zur Neupflanzung
Spaten zur Neupflanzung

Umpflanzen

Welche Rosen können umgepflanzt werden?

Generell lassen sich alle Rosen umpflanzen, allerdings hat das Alter der Gewächse einen entscheidenden Einfluss auf den Arbeitsaufwand. Denn die Rosen zählen zu den Tiefwurzlern und entwickeln somit im Laufe der Jahre ein gut durchwachsenes Wurzelwerk, das tief in die Erde reicht. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Rosenstock umzusetzen, kann anhand folgender Faktoren den zu erwartenden Arbeitsaufwand einschätzen.

  • Jungpflanzen lassen sich leicht umpflanzen
  • je älter die Pflanze ist, desto mehr Wurzeln bildet sie
  • ältere Gewächse lassen sich mit etwas Mühe umsetzen
  • besonders alte Rosen erfordern wesentlich mehr Aufwand
  • diese sind meist nicht mehr mit Spaten und Hand umpflanzbar
  • alte Rosen deswegen nur im Notfall umsetzen

Zeitpunkt

Rosen können zwar grundsätzlich das ganze Jahr umgesetzt werden. Allerdings ist es nicht ratsam, blühende Rosenstöcke umzupflanzen. Denn dies stellt eine enorme Belastung für die Gewächse dar, weshalb dies möglichst schonend gestaltet werden sollte. Im Idealfall werden die Rosenstöcke in der Vegetationsruhe zwischen Oktober bis Dezember umgesetzt, wobei ein Zeitpunkt im Herbst optimal ist. Denn das Umsetzen zu dieser Zeit ermöglicht den Rosen, ihre gesamte Kraft in das Wurzelwachstum zu stecken und somit vor dem Winter gut anzuwurzeln. Wer die Gewächse zu einem anderen Zeitpunkt umsetzen möchte, sollte Folgendes berücksichtigen.

Winter

  • Umpflanzen ist auch bei Frost möglich
  • Pflanze danach vor Frost schützen
  • z.B.: mit Laub und Tannenreisig

Frühling und Sommer

  • blühende Rosen umsetzen ist nicht optimal
  • hohe Temperaturen verursachen Stress
  • vor der direkten Mittagssonne schützen
  • viel gießen, damit sie nicht austrocknet
Gartenrose
Gartenrose

Standort

Die Wahl des neuen Plätzchens ist ebenfalls entscheidend für die Erfolgsaussichten des Umsetzens. Denn der Standort sollte zuvor möglichst nicht von Rosengewächsen besiedelt worden sein, denn sonst kann die sogenannte „Rosenmüdigkeit“ auftreten. Hierbei entwickeln sich die frisch eingepflanzten Rosenstöcke nur sehr spärlich und auch deren Wurzelwachstum ist besonders schwach. Das Wachstum der Pflanzen ist zudem abhängig von folgenden Faktoren.

  • reichlich Sonne, aber nicht zu heiß
  • möglichst luftiger Standort
  • Ausrichtung südöstlich oder südwestlich
  • durchlässige, nährstoffreiche Erde
  • optimal ist sandig-lehmiger Boden
  • Pflanzabstand von Edel- oder Beetrosen: 40-50 cm
  • Pflanzabstand von Strauch- und Kletterrosen: 80-150 cm

Tipp: Falls der Boden nicht den Anforderungen der Rose entspricht, kann dieser bei Bedarf verbessert werden. Schwere Böden werden hierfür mit Lavagranulat angereichert, wohingegen leichte Böden mit der Zugabe von Gesteinsmehl oder Bentonit verbessert werden.

Umpflanzen-Anleitung

Rosen umpflanzen: Anleitung in 5 Schritten

Bevor die Rose ausgegraben wird, sollte zunächst das neue Pflanzloch vorbereitet werden. Denn andernfalls müsste die Pflanze bis zum Einsetzen in der Luft verweilen und dadurch Stress erleiden. Das Pflanzloch sollte möglichst großzügig ausgehoben werden und etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. In der Regel ist es ausreichend, wenn das Loch etwa 40 cm tief und 40 cm breit ist. Denn somit ist sichergestellt, dass die Wurzeln ausreichend Platz haben und beim Einsetzen nicht beschädigt werden. Die nachfolgende Anleitung gibt einen Überblick über die weitere Vorgehensweise:

Schritt 1: Rosentriebe kürzen

Es lässt sich leider meist nicht vermeiden, dass beim Umsetzen einige Feinwurzeln beschädigt werden. Dies kann sich jedoch negativ auf die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanze auswirken, da ein Ungleichgewicht entsteht. Denn die gesunde Wurzelmasse schrumpft dadurch und kann die vorhandenen Triebe nicht mehr ausreichend versorgen. Es ist daher ratsam, die Rosentriebe vor dem Umpflanzen kräftig wie folgt zurückzuschneiden.

  • am besten, wenn die Rose ihre Blätter verloren hat
  • vorhandene Blätter und Blüten entfernen
  • alle Triebe kräftig kürzen
  • auf eine Länge von etwa 20-40 cm
  • etwa 3-7 Augen sollen verbleiben
Rosen kürzen
Rosen kürzen

Schritt 2: Rosenstock ausgraben

Durch den starken Rückschnitt lässt sich die Rose auch wesentlich besser ausgraben, da sie nicht mehr ganz so umfangreich ist. Bevor der Spaten in die Hand genommen wird, sollte zunächst der Durchmesser des Wurzelballens abgeschätzt werden. Dieser fällt bei älteren Rosen wesentlich größer als bei Jungpflanzen aus. Anschließend wird der Rosenstock wie folgt beschrieben ausgegraben.

  • mit dem Spaten um die Wurzeln in die Erde stechen
  • bei Jungpflanzen etwa 1 bis 2 Spaten tief
  • bei älteren Gewächsen einen Graben ausheben
  • zu lange Wurzeln abstechen
  • Pflanze vorsichtig anheben und aus der Erde nehmen
  • möglichst viel Erde an den Wurzeln lassen
Pflanzloch ausheben
Pflanzloch ausheben

Schritt 3: Wurzeln kürzen

Nachdem die Rose ausgegraben wurde, steht zunächst eine Kontrolle der Wurzelmasse an. Denn beim Ausheben des Rosenstocks werden auch beim vorsichtigen Arbeiten immer wieder Wurzeln beschädigt, wodurch Krankheitserreger leichter eindringen können. Allerdings dient das Zurückschneiden nicht nur zum Schutz, denn der Rückschnitt regt die Wurzeln auch zum Neuaustrieb an. Das Kürzen der Wurzeln stellt daher einen wichtigen Arbeitsschritt beim Umpflanzen der Rosen dar. Hierbei gilt es, Folgendes zu beachten.

  • mit einem scharfen, sauberen Schneidwerkzeug arbeiten
  • beschädigte Wurzeln zurückschneiden
  • jedoch möglichst wenig schneiden

Hinweis: Falls durch das Ausgraben ein großer Teil der Wurzelmasse verlorengeht, muss der obere Pflanzteil entsprechend angepasst und gekürzt werden!

Wurzeln kürzen
Wurzeln kürzen

Schritt 4: Rosenstock einsetzen

Im Idealfall wird die Rose direkt nach dem Ausgraben in das neue Pflanzloch eingesetzt. Falls dies jedoch nicht möglich ist, sollte die Pflanze feucht zwischengelagert werden. Hierfür bieten sich zweierlei Optionen an: Entweder die Rose wird in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt oder ihr Wurzelballen wird in feuchte Tücher gewickelt. Die Rose wird anschließend wie folgt in das vorbereitete Pflanzloch gesetzt.

  • Rose mittig und senkrecht einsetzen
  • Veredelungsstelle wird eingegraben
  • mindestens 5 cm tief
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen
  • bei Bedarf spezielle Rosenerde beimischen
  • dabei die Rose sanft rütteln
  • damit sich keine Hohlräume im Wurzelbereich bilden
  • Erde sanft andrücken, jedoch nicht zu fest
  • mit Erde anschließend einen Gießrand formen

Tipp: Die Erde sollte nicht zu fest angedrückt werden! Denn je dichter das Erdreich ist, desto mehr Energie benötigt die Pflanze für den Austrieb der Wurzeln.

Schritt 5: Gießen und anhäufeln

Nach dem Einsetzen wird die Rose reichlich gegossen, sodass sie ausreichend mit Wasser versorgt ist. Eine Menge von rund 10 bis 15 Litern pro Bewässerung deckt in der Regel den Wasserbedarf der Rose. Falls die Pflanze in der Vegetationsphase umgesetzt wurde, muss sie dementsprechend mehr gegossen werden. Um die Rose zusätzlich vor dem Austrocknen zu schützen, wird sie anschließend angehäufelt. Dieser Arbeitsschritt ist unabhängig von der Jahreszeit, denn im Sommer wird die Rose dadurch vor der Sonne geschützt und im Winter vor Frost. Das Anhäufeln ist daher ein essenzieller Bestandteil der Pflege und gestaltet sich wie folgt.

  • Erde mit den Händen um die Rose verteilen
  • etwa 20 bis 40 cm hoch
  • anschließend sanft andrücken
  • Erdhügel bis zum Frühjahr belassen

Tipp: Wann der optimale Zeitpunkt zum Abhäufeln ist, lässt sich in der Natur erkennen. Unter Hobbygärtnern ist bekannt, dass blühende Forsythien den Startschuss zum Abhäufeln geben.

Gießen mit Wasserschlauch
Gießen mit Wasserschlauch

Kübelrosen umsetzen

Viele Rosenarten lassen sich problemlos im Kübel und somit auf dem Balkon kultivieren. Allerdings müssen diese ebenso umgepflanzt werden, da der vorhandene Kübel meist auf Dauer zu klein wird. Wann die Pflanzen umgesetzt werden sollten, ist somit von ihrem Wachstum abhängig. Generell lässt sich sagen, dass alle zwei bis drei Jahre die Zeit zum Umpflanzen gekommen ist. Zumal nach dieser Zeit meist auch das Substrat zum Großteil verbraucht ist. Beim Umpflanzen von Topfrosen ist Folgendes zu beachten.

  • möglichst runde Kübel verwenden
  • oben und unten gleichmäßig breit
  • oder nach oben hin breiter
  • Pflanze in frisches Substrat setzen

Tipp: Wann immer alte Topfrosen sehr groß geworden sind, stellt das Umtopfen eine besondere Herausforderung dar. In diesem Fall ist es ratsam, die Pflanze mit frischem Substrat zu versorgen und zu düngen.

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