Rotbuchenhecke pflanzen: Pflanzabstand und Pflanzzeit

Rotbuchenhecke pflanzen

Die Rotbuche, botanisch Fagus sylvatica, ist überall in Europa heimisch, wo die klimatischen Bedingungen vorwiegend feucht und kühl sind. Als häufigster Laubbaum prägt sie hierzulande signifikant das Bild unserer Wälder. Kein Wunder, dass die Rotbuche zu den beliebten Heckenpflanzen gehört, denn sie ist perfekt an die unsere Witterungsverhältnisse angepasst. Wie und wann Sie eine Rotbuchenhecke am besten pflanzen, erfahren Sie unserer detaillierten Anleitung.

Rotbuchenhecke

Standort

Eine Rotbuche ist ein recht anspruchsloses Gehölz, das sowohl im hellen Schatten als auch in der Sonne wächst. Die Blätter des Laub abwerfenden Baumes tragen über den Sommer ein glänzendes Dunkelgrün und wechseln ihre Farbe im Herbst von Hellgelb nach Orangerot. Dort, wo sich das Gehölz wohlfühlt, verbleibt das vertrocknete Laub bis zum Neuaustrieb im Frühling an den Zweigen. Das macht sie als Hecke besonders attraktiv.

Boden

Rotbuchen gedeihen am besten auf humusreichen Sand- und Lehmböden, die die Feuchtigkeit gut speichern. Andererseits muss der Untergrund das Wasser auch leicht ableiten können, denn Trockenheit und Staunässe vertragen die sonst so robusten Buchen nicht.

  • normale Gartenböden
  • gut durchlässig
  • lehmig
  • frisch bis feucht
  • mittel nährstoffreich
  • humusreich
  • pH-Wert: leicht sauer bis kalkhaltig

Pflanzenauswahl

Wer Rotbuchen als Hecke pflanzen will, kann in Baumschulen zwischen Sämlingen, Stammbüschen und sogenannten Heistern wählen. Sämlinge und Heister werden in der Regel wurzelnackt angeboten. Da sie sehr schnell austrocknen, müssen sie nach dem Kauf rasch eingepflanzt werden. Ist das nicht möglich, können sie auch in einen Bottich gestellt und regelmäßig gewässert werden. Das ist aber nur für wenige Tage möglich, weil die Rotbuche sonst Schaden nimmt.

  • Sämlinge: einmal verpflanzte, kaum verzweigte Jungpflanzen (günstiger Preis)
  • Heister: zwei- bis dreimal verpflanzte Gehölze, besser verzweigt
  • Stammbüsche: mehrere Jahre alt, reicher verzweigt, meist im Container oder als Ballenware

Zwar sind Stammbüsche von Fagus sylvatica schon sehr weit entwickelt und bilden damit recht schnell einen Sichtschutz, allerdings sind diese Varianten auch sehr teuer. In der Regel verwendet man sie für Pflanzungen von Solitärgehölzen. Für sehr lange Hecken bieten sich etwa 80 bis 100 Zentimeter hohe Heister an. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Pflanzen eine Mindesthöhe von 60 Zentimeter haben und dass keine Verletzungen zu sehen sind.

Rotbuche, Fagus sylvatica
Rotbuche, Fagus sylvatica

Tipp: Oft sehen die Buchensetzlinge beim Kauf noch etwas karg und bescheiden aus. Wenn die Gehölze jedoch gesund sind, werden sie nach dem Einpflanzen kräftig ausschlagen.

Besondere Sorten

Rotbuchen haben trotz des Zusatzes „rot“ im Namen keine roten Blätter. Wer eine rotlaubige Hecke bevorzugt, sollte deshalb die Blutbuche (Fagus sylvatica ‚Purpurea‘) wählen. Die Blätter dieser Rotbuchensorte leuchten bereits beim Austrieb herrlich rot.

Pflanzzeit

Damit eine neu eingepflanzte Rotbuchenhecke gut einwachsen kann, ist der richtige Zeitpunkt wichtig. Im Idealfall pflanzen Sie die Hecke im Herbst vor den ersten Frösten. So haben die Gehölze vor der Winterruhe noch die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Zwar haben die Rotbuchen ihr oberirdisches Wachstum zu diesem Zeitpunkt eingestellt, das Wurzelwachstum ist jedoch bei Temperaturen von mindestens sieben Grad noch aktiv. Auch die feuchten Witterungsbedingungen im Herbst wirken sich positiv auf das Anwachsen der Rotbuchenhecke aus. Durch den Regen werden eventuelle Hohlräume geschlossen und die Wurzeln bekommen einen guten Kontakt zum Gartenboden. Wer diesen Termin verpasst hat, kann die Pflanzung von Containerware auch noch im Frühjahr durchführen.

  • ideale Pflanzzeit: Mitte September bis Ende Oktober
  • bei frostfreier Witterung bis ins zeitige Frühjahr
  • gilt für wurzelnackte Pflanzen und Containerpflanzen
  • alternative Pflanzzeit für Ballen- und Topfpflanzen: März bis Mitte Mai
  • generell ganzjährig möglich
  • nur an windstillen, bedeckten Tagen

Vorbereitung

Bevor es ans eigentliche Einsetzen der Heckenpflanzen geht, sind ein paar weitere Maßnahmen zu beachten, damit beste Voraussetzungen für ein leichtes Anwachsen gegeben sind.

1. Bodenverbesserungsmaßnahmen

Der Boden sollte vor dem Pflanzen der Rotbuchenhecke gut aufgelockert werden. Bei schweren und zu Staunässe neigenden Untergründen ist eine zusätzliche Drainage empfehlenswert. Mischen Sie den Erdaushub in diesem Fall zusätzlich mit Sand und Humus oder Kompost. Bei sehr sandigen Böden, die nur schlecht die Feuchtigkeit halten, ist das Untermengen von Gartenerde und Kompost empfehlenswert. Entfernen Sie außerdem jegliches Unkraut, große Steine und alte Wurzeln im Pflanzbereich.

2. Gehölze wässern

Um an ihrem neuen Standort einzuwachsen, benötigen die jungen Bäume ein paar Tage. In dieser Zeit besteht noch kein intensiver Kontakt zwischen den Wurzeln und dem Erdreich, sodass sie nur in geringem Maße Feuchtigkeit aus dem Boden aufnehmen können. Damit die Hecke nicht austrocknet, müssen die Gehölze vor dem Pflanzen noch einmal großzügig gewässert werden. Ballen- und Topfpflanzen sollten für etwa eine Stunde vor der Pflanzung in einen Eimer oder Bottich mit Wasser gestellt werden, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen.

Wurzelnackte Rotbuchen

In Baumschulen werden häufig wurzelnackte Fagus sylvatica angeboten. Diese Varianten sollten ohne lange Lagerzeiten in den Gartenboden eingepflanzt werden, da sonst die feinen Wurzeln vertrocknen und absterben. Allerdings dürfen auch diese Rotbuchen nicht länger als etwa eine Stunde im Wasser stehen.

Tipp: Stellen Sie wurzelnackte Rotbuchen am besten an einen schattigen Platz und pflanzen Sie diese so rasch wie möglich ein.

Rotbuchenhecke

Pflanztiefe

Damit die Hecke schön gerade wirkt, wird eine Schnur über die gesamte Länge gespannt. Es können entweder einzelne Pflanzlöcher gegraben oder besser gleich ein Pflanzgraben ausgehoben werden. Der Graben hat den Vorteil, dass er eine bessere Auflockerung des Gartenbodens gewährleistet. Achten Sie darauf, die Gehölze nicht zu tief einzupflanzen. Die obere Erdschicht im Topf sollte bündig mit dem Erdniveau abschließen. Eine Rotbuche reagiert recht stark auf Erdaufschüttungen im Wurzelbereich. Schon zehn Zentimeter zusätzliches Bodenniveau kann eine Rotbuchenhecke auf längere Zeit zum Absterben bringen.

  • Pflanzloch: mindestens doppelte Tiefe und Breite des Wurzelballens
  • Pflanzgraben: mindestens 50 cm tief und breit
  • Pflanztiefe: wie zuvor
  • nicht tiefer oder höher einpflanzen
  • bei wurzelnackten Pflanzen müssen alle Wurzeln unterhalb des Erdniveaus liegen

Pflanzabstand

Ebenso wichtig wie die richtige Pflanztiefe ist der passende Abstand zwischen den einzelnen Rotbuchen, damit die Bäume gesund und kräftig wachsen können. Bei einer Reihenpflanzung rechnet man mit zwei bis vier Pflanzen pro laufendem Meter. Wer eine richtig dicht wachsende Sicht- und Lärmschutzhecke möchte, kann eine versetzte Doppelreihe anlegen.

  • Pflanzabstand einfache Reihenpflanzung: etwa 25 bis 30 cm
  • Abstand Doppelreihe: 30 bis 40 cm
  • Gehölze pro Meter (Doppelreihe): 4 bis 7

Pflanzen einsetzen

Zunächst werden die Pflanzlöcher oder der Graben eventuell mit einer Schicht Drainagematerial wie Tongranulat oder Splitt aufgefüllt. Anschließend geben Sie mit Kompost angereicherten Aushub hinein und stellen locker die einzelnen Pflanzen im richtigen Abstand auf. Zum Schluss füllen Sie mit der restlichen Erde auf. Bevor Sie diese mit dem Fuß festtreten, kontrollieren Sie noch einmal den Pflanzabstand und ob die Rotbuchenhecke gerade verläuft. Jetzt sind noch Korrekturen möglich. Am besten legen Sie gleich einen Gießrand an.

Hinweis: Beachten Sie unbedingt geltende gesetzliche Regelungen für den minimalen Abstand zu Nachbargrundstücken. Dieser hängt vor allem von der geplanten Höhe der Hecke ab.

Pflege

Eine Rotbuchenhecke braucht keine speziellen Pflegemaßnahmen. Nach der Pflanzung ist es jedoch wichtig, für ausreichend Feuchtigkeit im Boden zu sorgen, damit die Buchen gut anwachsen können. In längeren Trockenperioden ist es daher vonnöten, regelmäßig zu gießen. Jungen Bäumen tut es ebenfalls gut, wenn sie im Frühjahr mit Hornspänen oder anderen organischen Langzeitdüngern versorgt werden.

Schneiden

An einem perfekten Standort wachsen Rotbuchen bis zu einem Alter von 50 Jahren sehr stark. In Höhe und Breite können die Bäume problemlos zwischen 40 und 70 Zentimeter pro Jahr zulegen. Vor allem zwischen April und Mai ist ein regelrechter Wachstumsschub zu beobachten. Um das Wachstum einzugrenzen und aus den Rotbuchen eine formschöne Hecke zu formen, werden die Gehölze idealerweise zweimal im Jahr zurückgeschnitten. Der erste Schnitt erfolgt eventuell gleich bei der Pflanzung. Zu diesem Zeitpunkt entfernt man jedoch lediglich alle abgestorbenen oder geknickten Äste, um das Eindringen von Krankheitserregern zu vermeiden.

  • Jungpflanzen nur einmal jährlich schneiden (Ende Juni)
  • Neuzuwachs um die Hälfte kürzen
  • zunächst nur Seitentriebe schneiden
  • später zweimal jährlich
  • zusätzlich im Februar
  • etwa drei Viertel der neuen Triebe schneiden

Hecke schneiden

Hinweis: Kürzen Sie bei Jungpflanzen den Haupttrieb stark ein, ist die Rotbuche nicht mehr in der Lage, weiter signifikant in die Höhe zu wachsen. Warten Sie mit dem Schnitt im oberen Bereich deshalb, bis die gewünschte Wuchshöhe erreicht ist.

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