Rote Läuse bekämpfen

Kleine rote Pünktchen auf den Blättern einer Pflanze? Der Verdacht liegt nahe, dass es sich dabei um Rote Blattläuse handelt. Die Tierchen können sowohl reine Wohnungspflanzen als auch die Pflanzen im Garten befallen. In beiden Fällen sollte alles daran gesetzt werden, um die Schädlinge wieder loswerden zu können. Zum Glück kann das mit einfachen Hausmitteln und ohne viel Aufwand geschehen.

Rote Läuse …

Bevor man daran gehen kann, den roten Läusen den Garaus zu machen, sollte man erst einmal sicher sein, dass es sich tatsächlich um einen Blattlausbefall handelt. Die kleinen Biester werden auch gerne mit ganz anderen Plagegeistern verwechselt – mit den roten Spinnen nämlich. Die rote Spinne aber ist eine Milbenart und gehört definitiv nicht zu den Blattläusen. Sie muss folglich auch auf eine andere Art und Weise bekämpft werden. Die Unterscheidung, welcher Pflanzenschädling tatsächlich vorliegt, ist nicht immer ganz einfach. Ein deutlicher Hinweis, auf rote Blattläuse sind jedoch kleine weiße Pünktchen, die sich neben den Tieren befinden. Diese Pünktchen sind Hautpartikel der Läuse, die beim Wachsen der Tiere abgestoßen werden. Können sie zwischen der roten Invasion auf einem Blatt ausgemacht werden, kann man getrost davon ausgehen, dass kein Befall mit den roten Milben vorliegt, sondern Blattläuse am Werk sind.

Rote Blattläuse

Bekämpfen

Gegen einen Blattlausbefall sollte immer vorgegangen werden – und zwar ganz unabhängig davon, um welche Blattlausart es sich handelt. Die Tiere können eine Pflanze, auf der sie sich breit gemacht haben, nämlich ganz erheblich schädigen. Grund dafür ist ihre Saugtätigkeit. Die Biester ernähren sich nämlich vom Saft der jeweiligen Pflanze. Um an den zu gelangen, stechen sie insbesondere die Blätter an. Über kurz oder lang wird eine betroffene Pflanze auf diese Weise massiv geschädigt. Die Pflanze kann daran auch zugrunde gehen. Rote Läuse zu bekämpfen ist deshalb dringend angeraten. Man muss sie unbedingt wieder loswerden. Dafür gibt es spezielle Mittel, die im Gartenfachhandel erhältlich sind. Oder aber man entscheidet sich für ein altes Hausmittel.

Hausmittel

1. Nikotin

Das Nervengift Nikotin ist ein überaus wirksames Mittel, um bestimmte Pflanzenschädlinge effektiv bekämpfen zu können. Es ist in der Lage einen vorhandenen Blattlausbefall innerhalb weniger Tage zu stoppen. Man sollte sich allerdings klar darüber sein, dass es keine vorbeugende Wirkung hat. Nach einer erfolgreichen Bekämpfung kann es deshalb sein, dass rote Läuse oder auch eine andere Blattlausart innerhalb eines Zeitraums von etwa sechs Monaten wieder auftauchen. Die Bekämpfung beruht dabei auf einem Sud, der Nikotin enthält und mit dem eine befallene Pflanze besprüht wird. So ein Sud lässt sich ganz leicht selbst zubereiten. Folgendes wird dafür benötigt:

  • geschnittener Tabak oder Zigarettenstummel
  • Wasser
  • Schmierseife
  • alter Topf
  • Wärmequelle (Küchenherd)
  • Schere oder Messer
  • Handschuhe
  • Sprühflasche
  • Sieb

Tabak als Hausmittel gegen Läuse

Der wichtigste Inhaltsstoff des Blattlaus-Sudes ist das Nikotin. Um es aus dem Tabak zu lösen, wird dieser in Wasser ausgekocht. Geschnittener Tabak, wie er etwa von Zigaretten-Selbstdrehern verwendet wird, kann dabei einfach so verwendet werden. Alternativ bietet es sich an, Zigarettenstummel zu verwenden. Diese sollten jedoch mit einem Messer oder einer Schere noch etwas zerkleinert werden. Wer dabei unangenehme Gerüche an seinen Händen vermeiden möchte, sollte bei der Zerkleinerung Handschuhe tragen. Der Tabak wird in kochendes Wasser geworfen und sollte anschließend mindestens zehn Minuten köcheln. Danach lässt man den Sud abkühlen und für mehrere Tage ziehen. Dann wird er gesiebt und in die Sprühflasche gefüllt. Jetzt muss nur noch die betroffene Pflanze über etwa sieben Tage hinweg komplett damit besprüht werden.

2. Kern- und Schmierseife

Nicht ganz so effektiv wie ein Sud aus Tabakresten, aber dennoch sehr wirksam ist eine Lösung aus Kern- oder Schmierseife. Dabei werden circa 50 Gramm Seife in einem Liter warmen Wasser aufgelöst. Nach dem Abkühlen erfolgt wiederum ein Umfüllen in eine Sprühflasche und die Besprühung der befallenen Pflanze über mehrere Tage hinweg. Die Wirkungsweise lässt sich noch verstärken, wenn der Lösung zwei Teelöffel Alkohol oder Spiritus beigegeben werden, um die Blattläuse zu bekämpfen

Kernseife

3. Brennnesseln

Analog zum Tabaksud kann auch ein Sud aus Brennnesseln dabei helfen, rote Läuse loszuwerden. Der Sud wird dabei genauso zubereitet wie der aus Tabakresten. Besonders wichtig ist dabei allerdings das Tragen von Handschuhen, um unangenehme Hautreizungen durch die Brennnesseln zu vermeiden. Von besonderer Bedeutung ist hier im Übrigen, dass der Sud nach dem Abkühlen höchstens ein, zwei Tage durchziehen sollte. Steht er länger kann es zu einer ungewollten Gärung kommen. Wichtig: Den Sud niemals pur auftragen, sondern nur gut verdünnt.

Brennnesselsud
Brennnesselsud

Weitere Hausmittel

Neben den oben beschriebenen Hausmitteln existieren noch eine Reihe weiterer, deren Wirkung zum Teil höchst unterschiedlich bewertet wird. Das Prinzip dahinter ist immer die Zubereitung eines Suds bzw. einer Lösung. Diese kann beispielsweise auch aus frischem oder getrocknetem Oregano, aus Rainfarn, Wermut, Ackerschachtelhalmen, Zwiebeln oder Knoblauch angesetzt werden. Insgesamt gilt für alle Hausmittel, dass sie mitunter etwas Geduld erfordern. In der Regel müssen sie über mehrere Tage hinweg angewandt werden, bis sich ein Erfolg einstellt. Ist der nach einer Normalzeit von rund sieben Tagen noch nicht da, macht man einfach ein paar Tage weiter. Darüber hinaus sollte man sich bewusst sein, dass Blattläuse bzw. rote Läuse auch nach der Behandlung immer wieder auftreten können. Dann hilft nur, den jeweiligen Bekämpfungsvorgang zu wiederholen.