Roter Ahornbaum - Titel

Der Rot-Ahorn (Acer rubrum) ist ein beeindruckender Solitärbaum mit wunderschönem Blattschmuck. Den setzt er vor allem im Herbst gekonnt in Szene. An die Pflege stellt ein Roter Ahornbaum keine besonderen Ansprüche.

Auf den Punkt gebracht

  • Roter Ahornbaum ist gut hitze- und trockenheitsverträglich
  • gilt als Klimabaum und zukunftsfähiges Gehölz
  • Beschaffenheit des Bodens und Fehler beim Düngen können Blattfärbung beeinflussen
  • am richtigen Standort die schönste Färbung

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Seifenbaumgewächse (Sapindales)
  • Botanische Bezeichnung: Acer rubrum
  • Deutsche Namen: Rot-Ahorn, Roter Ahornbaum, Kanadischer Rotahorn
  • Wuchs: locker, aufrecht, kegelförmig
  • Wuchshöhe: 1000-1500 cm
  • Laub: dunkelgrün, Laub abwerfend
  • Blüte: einfach, rot, in Büscheln, vor Laubaustrieb
  • Blütezeit: März bis April
  • Früchte: rotbraune Nüsschen
  • Giftigkeit: nicht giftig
  • Kalkverträglichkeit: kalktolerant

Standortbedingungen

Acer rubrum wünscht sich ein windgeschütztes und sonniges bis absonniges Plätzchen. Je sonniger, desto prächtiger die Herbstfärbung. Dennoch sollte er im Sommer nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt sein. Bestenfalls steht er frei, beispielsweise inmitten einer Rasenfläche. Auch kalte Lagen mit Ostwind können ihm nichts anhaben. Grundsätzlich kommt dieser Ahorn auch mit halbschattigen Plätzen zurecht, dann aber zulasten der Blütenbildung und Blattfärbung.

Rot-Ahorn, intensive Laubfärbung im Herbst

Tipp: Bei der Wahl des Standortes sollte man auch den schnellen Zuwachs an Höhe und Breite berücksichtigen sowie die endgültige Größe des Ahornbaumes. Am besten lässt man um den Baum herum etwa zehn Meter frei.

Bodenbeschaffenheit

Die Ansprüche an die Beschaffenheit des Bodens sind etwas weniger anspruchsvoll. Dieser Ahorn toleriert nahezu jeden guten Gartenboden, der nährstoff- und humusreich, tiefgründig, kalkarm und frisch bis feucht ist. Er kann sandig bis lehmig sowie neutral bis sauer sein. Was er nicht mag, sind verdichtete, staunasse, dauerhaft trockene und schwere Untergründe.

Pflanzung

Die beste Zeit zum Pflanzen ist im Frühjahr nach den Eisheiligen. Exemplare im Container können ganzjährig gepflanzt werden, so lange der Boden nicht gefroren ist und keine Temperaturen von über dreißig Grad herrschen.

  • zuerst ausreichend großes Pflanzloch ausheben
  • mindestens doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen
  • Erde im Pflanzloch gut auflockern
  • Erdaushub zu etwa einem Drittel mit Kompost mischen
  • Pflanze aus dem Topf nehmen
  • mittig ins Pflanzloch setzen
  • Bäumchen gerade ausrichten
  • mit Erdaushub auffüllen, Erde festtreten
  • drei Stützpfähle im Abstand von 30 cm zum Stamm einschlagen
  • mit Kokosseil verbinden, zum Schutz vor starken Winden
  • zum Schluss Pflanzbereich gründlich wässern
  • Gießrand kann Abfließen des Gießwassers verhindern

Hinweis: Roter Ahornbaum, der bereits vier oder fünf Jahre alt ist, sollte möglichst nicht mehr umgepflanzt werden. Besser, man macht sich bereits vor der Pflanzung Gedanken über den richtigen Standort.

Bedarfsgerechte Pflege

Damit ihr Roter Ahornbaum prächtig wächst und gedeiht, sollten Sie einige Tipps beachten.

Roter Ahorn (Acer rubrum)

Gießen

Wichtiger Bestandteil der Pflege ist das Gießen. Junge Bäumchen sollten in den ersten Standjahren regelmäßig gegossen werden, sobald die obere Bodenschicht abgetrocknet ist. Der Wurzelbereich sollte im Idealfall stets feucht, aber nicht nass sein. Ältere Bäume müssen in der Regel nur im Sommer, während längerer Trockenperioden gegossen werden. Kübelpflanzen benötigen mehr und häufiger Wasser, hier trocknet der Ballen wesentlich schneller aus.

Düngen

Dieser Ahorn gehört zu den Starkzehrern. Demzufolge benötigen insbesondere Jungbäume ausreichend Nährstoffe. Bestens geeignet sind organische Dünger wie Kompost, Hornspäne oder Pflanzenjauchen. Sie versorgen den Baum über Monate hinweg mit allen wichtigen Nährstoffen, da sie sie nur langsam an die Pflanze abgeben. Eine Gabe im Frühjahr reicht meist aus. Bei nährstoffreichen Böden muss man ab dem zweiten oder dritten Jahr nicht mehr düngen. In Nährstoffarmen sind zwei Düngergaben pro Jahr empfehlenswert, die erste im zeitigen Frühjahr, die Zweite im Juni/Juli.

Hinweis: Mineralische Dünger sind nicht empfehlenswert. Sie sind generell zu nährstoffreich, vor allem zu stickstoffhaltig, was die Anfälligkeit für Pilzinfektionen erhöht.

Schneiden

Roter Ahorn sollte so wenig wie möglich geschnitten werden, da er stark zum Nachbluten neigt. Zudem können über entstandene Schnittwunden Krankheitserreger eindringen und den Baum schwächen. Man sollte nur schneiden, wenn eine Krankheit vorliegt oder Teile des Baumes abgestorben sind.

Rotahorn (Acer rubrum)
  • Schnittmaßnahmen ausschließlich im Frühjahr
  • frostfreie Phase abwarten
  • nur mit ausreichend scharfem und desinfizierten Schnittwerkzeugen
  • nicht bis ins alte Holz schneiden
  • immer wenige Zentimeter vor einem Auge bzw. einer Knospe
  • hier treibt der Ahorn wieder aus
  • Äste und Zweige nicht direkt an der Basis kappen
  • kleine Stummel stehenlassen
  • sie vertrocknen nach und nach
  • Schnittwunden und Astbrüche mit Wundverschlussmittel versorgen
  • Handschuhe sind nicht erforderlich, Rot-Ahorn ist nicht giftig

Überwintern

Acer rubrum besitzt eine gute Winterhärte. Das trifft besonders auf ältere Bäume zu. Junge Pflanzen und Exemplare in Kübelhaltung sind empfindlicher. Beide benötigen einen entsprechenden Schutz. Bereits im Herbst schützt man die neu angelegten Knospen mit einem Vlies vor dem Erfrieren. Beim Überwintern von Kübelpflanzen muss zusätzlich der Wurzelbereich geschützt werden. Dazu stellt man ihn an einen geschützten Platz und umwickelt ihn mit Jute, Vlies oder ähnlich isolierenden Materialien.

Vermehrung

Über Stecklinge

  • von Frühlingsende bis Sommeranfang
  • 15-20 cm lange halb verholzte Stecklinge abschneiden
  • von nicht blühenden Trieben
  • untere Blätter entfernen
  • maximal die zwei obersten Blattpaare stehen lassen
  • kleine Töpfe mit Anzuchterde befüllen
  • pro Topf ein Steckling
  • etwa zu zwei Drittel in das Substrat stecken
  • Erde andrücken und befeuchten
  • Töpfe samt Steckling mit Klarsichtfolie abdecken
  • an warmen, halbschattigen Platz stellen
  • nach vollständiger Durchwurzelung auspflanzen

Durch Aussaat

Ein Roter Ahornbaum kann unter anderem durch Aussaat vermehrt werden, was allerdings etwas aufwendiger ist als eine Stecklingsvermehrung. Am einfachsten ist es jedoch, Samen von einem bereits vorhandenen Ahorn zu verwenden. Reif sind sie etwa Anfang Juni. Vor der Aussaat müssen sie stratifiziert werden, um die natürliche Keimhemmung aufzuheben.

Rot-Ahorn Blüte
Natürlich können Sie auch die Samen ihres eigenen Roten Ahornbaums zum Vermehren nutzen.
  • Samen für 24 Stunden in warmem Wasser vorquellen lassen
  • dann in Plastiktüte mit feuchtem Sand oder Lavagranulat legen
  • Tüte fest verschließen
  • für acht bis zwölf Wochen bei zwei bis fünf Grad in den Kühlschrank
  • danach in kleine Töpfe mit Anzuchterde oder Kokossubstrat säen
  • etwa einen Zentimeter tief
  • Substrat anfeuchten und gleichmäßig feucht halten
  • an warmen, halbschattigen Ort stellen
  • Keimdauer ca. drei bis sechs Wochen

Samen und Keimlinge sind besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Deshalb ist es ratsam, die Anzuchterde im Backofen keimfrei zu machen, für etwa 30 Minuten bei 150-180 Grad. Nach dem Abkühlen kann sie verwendet werden.

Hinweis: Die Samen dieses Baumes benötigen zur Keimung nicht nur Kälte, sondern auch einen gewissen Wassergehalt. Deshalb ist es ratsam, sie vor dem Stratifizieren vorquellen zu lassen.

Krankheiten

Mehltau

Anzeichen für einen Befall ist zunächst ein mehliger Belag auf den Blättern und später schwarz-braune Verfärbungen. Betroffene Blätter sterben ab. Im frühen Stadium und bei kleineren Bäumchen kann jedoch ein Milch-Wasser-Gemisch zum Besprühen hilfreich sein. Ist der Befall fortgeschritten oder der Baum zu groß, bieten sich Fungizide mit Depotwirkung an.

Verticillium-Welke

Diese Pilzkrankheit tritt meist im Frühjahr auf, wenn sich die erste Hitzewelle breitmacht. Zunächst zeigt sie sich an Teilen der Krone oder einzelnen Trieben. Erkennbar an auffällig kleinen, vertrockneten Blättern, heller Blattfärbung oder bereits abgestorbenen Zweigpartien. Die Krankheit kann sich manchmal über Jahre hinziehen. Möglichkeiten zur Bekämpfung gibt es nicht. Man kann nur versuchen, sie zu stoppen oder das Schlimmste abzuwenden, indem man betroffene Baumpartien bis ins gesunde Holz zurückschneidet und das Schnittgut entsprechend entsorgt.

Schädlinge

Blattläuse

Meist handelt es sich um schwarze Blattläuse. Sie verursachen Verfärbungen auf den Blättern, die dann verkrüppeln oder absterben. Zur Bekämpfung kann man das Gehölz mit Seifenlauge oder Neemprodukten einsprühen und zusätzliche Nützlinge einsetzen.

Schildläuse

Ein Roter Ahornbaum kann von der wolligen Napfschildlaus befallen werden. Man erkennt sie indes an kleinen, braunen, gewölbten Schildchen. Meist vertragen diese Bäume einen Schildlausbefall ganz gut, sodass auf eine Bekämpfung verzichtet werden kann.

Wollige Napfschildlaus

Gallmilben

Durch die Saugtätigkeit der Milben entstehen sogenannte Pflanzengallen, knoten- oder hornförmige, teils auffällig gefärbte Ausbuchtungen an den Blättern. Eine Bekämpfung ist jedoch in der Regel nicht erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Kann Roter Ahornbaum in die Nähe gepflasterter Bereiche gepflanzt werden?

Das ist nicht empfehlenswert, denn dieser Ahorn ist Flachwurzler. Sein Wurzelwerk könnte das Pflaster schnell durchwurzeln und anheben bzw. wegdrücken. Ein Abstand von mindestens fünf Metern ist ratsam, auch zu Mauern.

Warum wird der Rotahorn grün?

Eine Vergrünung kann unterschiedliche Ursachen haben. Sei es ein ungünstiger Platz, ein falscher pH-Wert des Bodens oder eine zu stickstoffhaltige Düngung. Um dem vorzubeugen, sollte man bereits bei der Pflanzung auf bestmögliche Standortbedingungen und eine bedarfsgerechte Düngung achten.

Wie oft sollte ein roter Ahornbaum im Kübel umgetopft werden?

Bis zu einem Alter von zehn Jahren topft man alle zwei Jahre um, ältere Exemplare nur noch alle fünf bis sechs Jahre.