Rotspitzigkeit im Rasen: das können Sie tun

Rasen

Überwiegend während der Sommermonate kann mitunter auf Rasenflächen eine bräunliche und später rötliche Verfärbung der Rasenpflanzen erkennbar sein. Es sieht nicht sehr schön aus, aber es besteht kein Grund zur Panik. Lediglich handelt es sich hierbei um eine der häufig auftretenden Rasenkrankheiten, der Rotspitzigkeit. Für den Rasen selbst besteht keine Gefahr. Die Rasenpflanzen nehmen dabei keinen Schaden. Über die Entstehungsursachen und Bekämpfung erhalten Sie nachfolgend weitere Informationen.

Typische Sommerkrankheit?

Die Erkrankung der Rasenpflanzen erfolgt meist während der Sommermonate, daher gilt die Rotspitzigkeit als typische Sommerkrankheit, welche auch unter der Bezeichnung Rotfaden bekannt ist. Jedoch stimmt das nicht wirklich, denn die Rasenkrankheit kann auch im Frühjahr und noch im Herbst auftreten. Im Prinzip ist eine Infektion von Rasenflächen in den Monaten April bis Oktober möglich, immer in Abhängigkeit der vorherrschenden Witterung. Während der Wintermonate tritt die Krankheit eher selten auf, da die Rotspitzigkeit keinen Frost verträgt.

Das Grün ist dann etwas unansehnlich, aber es sieht schlimmer aus, als es ist. Eine Gefahr für das Absterben der Rasenpflanzen besteht zu keiner Zeit. Meist vergeht die Krankheit von selbst, so schnell wie sie auch gekommen ist. Ausschlaggebend dabei ist eine entsprechende Witterung. Anfällig gegen diese Rasenkrankheit ist Sportrasen genauso wie der Rasen im Garten. Besonders betroffen sind

  • Gewöhnliche Rotschwingel (Festuca Rubra)
  • Straußgräser (Agrostis)
  • Rispengräser (Poa pratensis)
  • Weidelgräser (Lolium)

Pilz als Übeltäter

Rotspitzigkeit wird von Schwächeparasiten in Form der Pilze

  • Corticium fuciforme
  • Laetisaria fuciformis hervorgerufen.

Es gibt dabei jedoch verschiedene Ursachen, dass sich der Pilz ungehindert auf dem Rasen ausbreiten kann. Dabei kann es sich um Pflegefehler handeln, aber entscheidend für die Verbreitung der Rasenkrankheit sind daneben auch die vorhandenen Witterungsbedingungen. Durch eine unzureichende Pflege wird der Rasen geschwächt und der Pilz hat ein leichtes Spiel. Dazu gehören

  • Nährstoffmangel
  • hauptsächlich fehlt Stickstoff
  • Rasen vermoost und verfilzt
  • schlechte Belüftung der Rasenfläche
  • falsche Bewässerung
Rotspitzigkeit
Torben von Elling – Rasenprofi.de, Rotspitzigkeit, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0 DE

Begünstigt wird dann die Entstehung und Ausbreitung der Rotspitzigkeit durch eine ungünstige feucht-warme Witterung über einen längeren Zeitraum. Dabei sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend

  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad Celsius
  • Nebel und Morgentau

Allerdings kann auch länger anhaltende Trockenheit zum Verhängnis werden. Während dieser Zeit wird das Wachstum eingestellt, die Blätter verlieren an Widerstandskraft. Wenn die Blätter der Pflanzen dann feucht werden, ist die Infektionsgefahr erhöht.

Tipp: Morgentau kann die Entwicklung des Pilzes begünstigen. Bei kleinen Rasenflächen kann hier ein Abstreifen des Taus hilfreich sein.

Erste Anzeichen erkennen

Anfangs sind auf der Rasenfläche strohgelbe bis hellbraune Flächen mit einem Durchmesser bis zu 30 Zentimetern zu sehen. Die Graspflanzen machen einen vertrockneten Eindruck, trotz vorhandener Feuchtigkeit. Die unregelmäßig braunen Flecken breiten sich von der Blattspitze nach unten weiter aus. Zu diesem Zeitpunkt kann die Krankheit vielleicht noch nicht ganz eindeutig erkannt werden. Diese Anzeichen bleiben aber nicht lange so, hinzu kommt dann ein rosafarbenes Pilzgeflecht:

  • watteartiger rötlicher Flaum rund um die Blattspitzen
  • verklebte Blätter
  • tritt besonders morgens auf

Mit dem bloßen Auge ist dabei ein kugelsternförmiger roter Fruchtkörper erkennbar.

Bekämpfung und vorbeugende Maßnahmen

Normalerweise muss gegen den Rotfaden im Rasen nicht unbedingt eine großartige Bekämpfung erfolgen. Mitunter hilft dagegen schon Trockenheit. In der Regel verschwindet die Krankheit von allein wieder sehr schnell bei trockenem Wetter. Eine Gefahr geht von der Rotspitzigkeit nicht aus. Mithilfe einer richtigen Rasenpflege werden die Graspflanzen nach einem Befall durch den Pilz wieder zu einem neuen Austrieb angeregt. Darüber hinaus können so die Entstehung und weitere Verbreitung des Pilzes verhindert werden. Zu einer guten Pflege, Bekämpfung und Vorbeugung gehören:

Gute Nährstoffversorgung

Rasen düngen

Hier sollte ein Langzeitdünger Verwendung finden. Dieser muss hauptsächlich Stickstoff, Kalium und Phosphor enthalten. Mit einer zusätzlichen Gabe von Stickstoff kann bei einem vorhandenen Befall die Krankheit „behandelt“ werden. Bereits nach einigen Tagen ist dann von dem Pilzbefall nichts mehr viel sichtbar. Darüber hinaus sollte eine Düngung regelmäßig übers Jahr erfolgen, optimal wäre

  • fünfmal pro Jahr je Düngung 5 g Stickstoff
  • erste Düngung Ende Februar bis Mitte März
  • letzte Düngung im Spätherbst
  • zwischen Oktober und Februar keine Düngergaben

Ende Februar kann es zwar noch etwas zu kalt sein für das Wachstum, aber schon nach kurzer Zeit zeigt der Rasen eine schöne Farbe und die Pflanzen werden stressresistenter, was auch die Anfälligkeit gegen Rotspitzigkeit herabsetzt.

Richtig wässern

Es ist wichtig, das richtige Maß bei der Bewässerung zu finden. Zu viel Feuchtigkeit kann den Pilzbefall beschleunigen. Nach längeren Trockenperioden braucht der Rasen zwar dringend Feuchtigkeit. Es bringt aber nichts jeden Tag den Regner anzustellen. Daher ist es ratsam

  • einmal wöchentlich bewässern
  • dabei länger und durchdringender
  • vorzugsweise morgens wässern

Bei Wassergaben in den Abendstunden besteht die Möglichkeit, dass die Grashalme nicht vollständig abtrocknen können. Dies wiederum schafft für die Rotspitzigkeit ein ideales Mikroklima.

Boden regelmäßig belüften

An die Wurzeln der Rasenpflanzen muss regelmäßig Luft gelangen können, damit sie gestärkt werden und dauerhaft vor Krankheiten geschützt sind. Weiterhin wird durch eine regelmäßige Belüftung des Bodens Staunässe vermieden. Dafür gibt es spezielle Geräte. Alternativ kann auch eine einfache Grabegabel Verwendung finden. Damit werden in Abständen Löcher in den Boden gestochen und anschließend mit Sand aufgefüllt. Weiterhin sollte ebenfalls die Rasenfläche vertikutiert werden, um Rasenfilz, Moos und Unkraut zu entfernen. Diese Rückstände sind ein großer Infektionsherd dieser Krankheit. Die beste Zeit dafür ist

  • im Frühling (März/April)
  • im Herbst (September/Oktober)

Richtiger Rasenschnitt

Rasenmäher

Ein zu kurz gemähter Rasen ist immer anfällig für verschiedene Krankheiten, auch für die Entstehung und Ausbreitung des Rotfadens. Ebenso kann ein zu häufiges Mähen Schaden anrichten. Ein zu tiefer Schnitt sollte dabei stets vermieden werden, da die Pflanzen dann nicht in der Lage sind entsprechende Sonnenenergie aufzunehmen. In diesem Fall muss das Wachstum aus eigener Kraft angeregt werden, was wiederum zu einer Schwächung der Pflanzen führen kann und sie sind dadurch anfälliger. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass das Messer des Mähers scharf ist, um zusätzliche Verletzungen zu verhindern. Dort könnte der Pilz ungehindert eintreten. Empfehlenswert ist

  • Schnitthöhe höchstens 3 cm
  • im Schatten 5 cm

Hinweis: Hecken und Mauern in unmittelbarer Nähe der Rasenfläche halten den Wind fern. Eine Abtrocknung des Rasens ist dadurch erschwert und kann eine Entstehung der Krankheit fördern. Ebenfalls sollte regelmäßig Laub vom Rasen entfernt werden. Auch hier entsteht ein schlechtes Mikroklima.