Sägespäne entsorgen

Sägespäne fallen bei der Bearbeitung von Holz an und lassen sich in größeren Mengen nur schwer entsorgen. Glücklicherweise finden sich 6 Verwendungsmöglichkeiten im Garten, die Sie ohne Probleme ausprobieren können.

Kompost

Holzspäne müssen nicht immer entsorgt werden, wenn diese bei Ihnen anfallen. Sie können die Holzreste hervorragend in den Kompost einarbeiten, um den Boden zu lockern und somit die Struktur zu verbessern. Speziell in Lehmböden ist der Einsatz von Sägespänen gern gesehen, da diese ideal zum Auflockern geeignet sind und zusammen mit dem Kompost die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen versorgen. Sie müssen aber darauf achten, nicht zu viele Holzspäne zu benutzen, da es zu möglichen Komplikationen kommen kann:

Kompost
Kompostdünger ist ideal für den Marillenbaum.
  • Stickstoff wird entzogen
  • Kompost wird sauer
  • klumpt und fault

Vor allem der starke Stickstoffentzug ist ein großes Problem. Wenn Sie sich für den Einsatz von Sägespänen zur Auflockerung entscheiden, sollten Sie neben dem Kompost zusätzlich einen Stickstoffdünger verwenden, der mit ins Erdreich geben wird. So wirken Sie dem Defizit vor. Angelegt wird der Kompost mit Sägespänen auf die folgende Weise:

  • nicht zu feine Späne verwenden
  • als unterste Schicht ausbringen
  • Schichtdicke: 10 bis 15 cm

Niemals sollten Sie die Späne als Unterlage für den Kompost wählen, da das Material nicht genügend Luft an die oberen Schichten leiten kann, was Fäulnis und Schimmelbildung begünstigt. Falls Sie den Kompost etwas neutraler oder basischer wollen, müssen Sie Kalk hinzugeben. Als gute Kombinationen haben sich Holzspäne mit Rasenschnitt etabliert.

Hinweis: Verwenden Sie ausschließlich Sägespäne aus unbehandeltem Holz im heimischen Garten, da die chemischen Stoffe sonst in den Boden gelangen könnten. Das ursprüngliche Holz darf weder getränkt, lackiert, gestrichen, geleimt oder mit Bindemitteln versetzt sein, wie es zum Beispiel bei Spanplatten der Fall ist.

Mulch

Sägespäne mulchen

Mulchen mit Sägespänen ist neben der Nutzung in Kompost ebenfalls möglich. Jedoch müssen Sie hier vorsichtig vorgehen, denn wie oben bereits beschrieben, wird dem Boden durch die Holzreste Stickstoff entzogen. Eine Mulchschicht aus Sägespänen bietet sich zudem nicht für alle Pflanzenarten an, gerade aufgrund des intensiven Stickstoffabbaus. Dauerhaft sollten Sie nur Gewächse mit einer solchen Mulchschicht versehen, wenn es sich um einen Tiefwurzler wie zahlreiche Bäume, Sträucher und Stauden handelt. Aufgrund des tiefreichenden Wurzelsystems können sie sich Stickstoff aus den unteren Schichten ziehen. Angewandt werden Späne wie jeder andere Mulch. Überprüfen Sie den Mulch regelmäßig auf faulige Stellen und entfernen Sie diese.

Schneckenschutz

Ja, Sie können Holzspäne im Garten als Schneckenschutz verwenden. Schnecken vertragen das Material aufgrund der rauen Struktur nur schlecht, da sie in ihrer Bewegung gehindert werden. Zugleich sind die Späne stark saugfähig und sorgen dafür, dass die Schnecken mit der Zeit austrocknen, wenn sie sich zu lange auf diesen aufhalten. Das sollten Sie sich zu Nutze machen, indem Sie eine Barriere um Ihre empfindlichen Pflanzen errichten. Achten Sie dabei auf die folgenden Punkte für einen effektiven Schutz:

  • Höhe: min. 5 cm
  • Breite: 50 bis 100 cm
  • nicht direkt auf Wurzelballen auslegen

Ebenfalls sollten Sie darauf achten, dass windige Standorte nicht wirklich für diese Methode geeignet sind. Die Holzspäne würden einfach weggeweht werden, was den Nutzen deutlich verringert, da viele Schnecken recht hartnäckig sein können. Deswegen werden breite Streifen um die Pflanze platziert. Je mehr Späne die Weichtiere überqueren müssen, desto früher geben sie auf. Wundern Sie sich aber nicht, wenn größere Exemplare manchmal die Barriere überstehen, denn je mehr Masse das Tier hat, desto geringer fällt die Wirkung aus. Um die Barriere aufrechtzuerhalten, müssen Sie diese nach Regenfällen auffüllen und faulige Sägespäne entfernen.

Schnecke im Gartenbeet
Schnecke im Gartenbeet

Gartenwege

Aufgrund ihrer Eigenschaften werden Holzspäne gerne als Gartenwege genutzt. Sie nehmen viel Feuchtigkeit auf und ermöglichen einen weichen Untergrund, der sich hervorragend für Barfußläufer, Haustiere und Kinder anbietet. Geeignet sind größere Späne, die an Rindenmulch erinnern. Auf diese Weise werden die Holzspäne nicht durch den Wind abgetragen, was mit der Zeit zu einem leeren Weg führen würde. Da es kein festes Material ist, können selbst Wege mit scharfen Kurven angelegt werden. Nicht zu vergessen ist die gute Wirkung gegen Unkraut, denn Holzspäne verhindern das Wachstum der störenden Pflanzen, was den Wartungsaufwand der Gartenwege deutlich verringert. Die folgenden Punkte müssen Sie beim Anlegen von Wegen aus Holzspänen beachten:

  • müssen in der Sonne liegen
  • Höhe der Schicht: min. 10 cm
  • Drainage anlegen
  • Drainagematerial: Schotter, Kies
  • Wegbegrenzung notwendig

Als Wegbegrenzung haben sich Natursteine etabliert, doch können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Begrenzung ist wichtig, damit die Holzspäne beim Gehen nicht vom Weg in den Garten getragen werden. Der wichtigste Punkt überhaupt ist die Lage. Nutzen Sie die Späne nur, wenn Sie Wege anlegen, die den Großteil des Tages in der Sonne liegen. Holzspäne neigen zum Faulen, wenn sie dauerhaft nass bleiben und nicht trocknen können. Aus diesem Grund werden ausschließlich sonnige Lagen für diese empfohlen, denn sonst müssen Sie die Späne in regelmäßigen Abständen komplett erneuern. Gerne genutzt werden Wege aus Sägespänen in Beeten jeglicher Art. Die Wege dienen aufgrund ihrer Breite sogar als Abwehr vor Schnecken.

Tipp: Wenn Teile in Ihrem Garten häufiger verschlammen, können Sie Holzspäne hervorragend zur Verbesserung der Flächen verwenden. Die Späne sorgen dafür, dass häufig begangene Wege selbst an regnerischen Tagen nicht einsinken, da die überschüssige Feuchtigkeit hervorragend gebunden wird.

Tierhaltung

Wenn Sie Tiere im Garten halten, zum Beispiel als Selbstversorger, müssen Sie die Späne nicht entsorgen. Sie können diese als Einstreu verwenden und somit einen Großteil des Bedarfs decken, der bei der Haltung anfällt. Geeignet sind die Späne als Einstreu für die folgenden Tiere:

Sägespäne Verwendung
  • Pferde
  • Kleintiere wie Hasen oder Meerschweinchen
  • Geflügel (nicht für größere Kükengruppen geeignet)

Achten Sie bei der Nutzung der Späne darauf, diese in regelmäßigen Abständen auszutauschen, damit diese nicht zu nass werden. Nässe erhöht die Gefahr auf Schimmel und Fäulnis, was sich negativ auf die Gesundheit der Tiere auswirkt. Gerade Pferde leiden unter zu viel Feuchtigkeit.

Räuchern

Wenn Sie im Garten räuchern, können Sie Holzspäne als kostenloses Räuchermittel verwenden. Sie bieten sich als provisorischer Ersatz für Räuchermehl an, liefert aber nicht die besten Ergebnisse, was Sie bei der Nutzung beachten sollten. Wichtig für die Nutzung als Räuchermittel ist die Art der Verarbeitung. Natürlich muss das Holz unbehandelt sein. Ebenso sollten Sie größere Späne zu einem feineren Mehl zerkleinern, damit es leichter anfängt zu glimmen. Wenn Sie das Holz mit einer Kettensäge zerkleinern wollen, sollten Sie davon absehen. Das Kettenöl sorgt nicht wirklich für ein angenehmes Aroma.