Salbei trocknen, aber richtig: 4 Wege für bestes Aroma

Salbei sollte geschnitten werden

Wenn von Mai bis Ende August die Salbei-Ernte bevorsteht, fallen große Mengen Salbeiblätter an, die getrocknet und aufbewahrt werden wollen. Damit Sie ja kein bisschen von dem wertvollen Aroma verlieren, bieten sich unterschiedliche Wege zum Trocknen an, die den Tee oder das fertige Gewürz umso bekömmlicher machen. Die Methoden eignen sich effektiv, um Salvia zu konservieren und dadurch die Blätter bis zu zwei Jahren haltbar zu machen.

Vorbereitung

Bevor Sie mit dem Trocknen beginnen können, benötigen Sie natürlich zuerst die Salbeiblätter, die sie im oben genannten Zeitraum immer wieder ernten können. Wenn Sie besonders geschmackvollen Salbei wollen, sollten Sie kurz vor der Blüte im Juni ernten, da sich zu diesem Zeitpunkt die meisten ätherischen Öle in den Blättern finden. Schon während der Blüte nimmt die Intensität des Aromas ab, auch wenn noch ausgiebig Blätter ausgetrieben werden. Nachdem Sie die Salbeipflanzen abgeerntet haben, bereiten Sie diese wie folgt vor:

  • checken Sie die Blätter auf weiße Flecken
  • sortieren Sie diese aus, da es sich hierbei um eine Infektion mit Mehltau handelt
  • schütteln Sie die Blätter gründlich aus
  • so entfernen Sie Staub, Erde und andere Fremdstoffe
  • waschen Sie den Salbei nicht, denn das Waschen beeinträchtigt die Trocknung

Ziersalbei ist auch gut als Kübelpflanze geeignetAchten Sie darauf, die Blätter nach der Ernte sofort zu verarbeiten und nicht zu waschen. Je länger Sie mit dem Trocknen warten, desto mehr Aroma verlieren die Blätter und das wirkt sich negativ auf das Endergebnis aus. Vor allem Ihr Salbeitee würde durch eine zu lange Wartezeit nur noch schwach nach dem Kraut schmecken, was nicht erwünscht ist. Ihnen stehen folgende vier Möglichkeiten zum Konservieren der Blätter zur Verfügung:

  • an der Luft
  • im Backofen
  • im Dörrautomat
  • in der Mikrowelle

Tipp: Falls Sie Ihren Ernteertrag erhöhen wollen, sollten Sie die Blütenstände vor der Blüte im Juni entfernen. Dadurch kann sich die Pflanze ganz und gar auf die BIldung frischer, krautiger Triebe fokussieren.

Lufttrocknung

Eine der besten Methoden, um Sie mit getrockneten Blättern für Ihren Salbeitee zu versorgen, stellt die Lufttrocknung dar. Bei dieser werden die Salbeiblätter, wie der Name schon sagt, an der Luft getrocknet, um das ganze Potential des Aromas aus den Blättern zu kitzeln. Die Luft gehört neben Eis zu den ältesten Konservierungsmitteln und eignet sich deshalb äußerst gut für den Salbei. Je nach Menge, Platz und ob Sie ganze Triebe oder nur Blätter nutzen, finden sich zwei verschiedene Ansätze zum Verarbeiten der frischen Blätter, die wie folgt ausgeführt werden:

1. Falls Sie über ganze Triebe verfügen, binden Sie diese mit einem Faden oder Bast im untersten Bereich zusammen. Sie erhalten dadurch mehrere Bündel oder kleine Sträuße, die sie problemlos kopfüber aufhängen können. Lagern Sie die Bündel an einem dunklen Ort, der vor Regen und Feuchtigkeit geschützt ist, wie zum Beispiel das Gartenhäuschen. Ziehen Sie mit der Zeit immer wieder die Bindung enger, weil der getrocknete Salbei an Substanz verliert.

2. Lose Blätter des Salbeis dagegen werden zum Trocknen ausgelegt. Hierfür eignen sich Zeitungspapier oder ein Gazerahmen, auf denen Sie die Blätter verteilen. Diese werden ebenfalls dunkel und trocken gelagert. Achten Sie hier noch stärker darauf, dass versehentliche Windstöße die Blätter nicht wegwehen.

Die Lufttrocknung benötigt zwischen acht und 14 Tagen, bis die Kräuter getrocknet sind. Sie erkennen getrockneten Salbei daran, dass er leicht bröselt, sobald er berührt wird. Zudem ist immer ein Rascheln zu vernehmen, sobald die Büschel transportiert werden. Achten Sie beim weiteren Verarbeiten der getrockneten einzelnen Blätter darauf, diese nicht in den Händen zu zerbröseln. Dafür füllen Sie die Blätter einfach in die Behälter zur Aufbewahrung um.

Den Backofen nutzen

Der Backofen eignet sich recht gut, um den Salbei schnell und effektiv zu trocknen. Gegenüber der Lufttrocknung hat der Ofen den Vorteil, dass mehr Aroma in den Blättern gehalten wird und der Salbei nach einem Zeitraum von sechs bis acht Stunden fertig getrocknet ist. So müssen Sie nicht zwei Wochen warten, bis Sie Ihren Salbei als Tee genießen können. Gehen Sie hierbei wie folgt vor:

  • bereiten Sie eines oder mehrere Backbleche mit Backpapier vor
  • breiten Sie auf diesen die Blätter und Triebe zum Konservieren aus
  • achten Sie darauf, dass die einzelnen Blätter und Triebe sich nicht berühren
  • heizen Sie den Backofen vor auf 40°C Umluft
  • platzieren Sie die Bleche im Ofen
  • schließen Sie die Tür nicht ganz, sondern nutzen Sie einen Löffel aus Holz, einen Korken oder ein Holzstück, damit die Tür nicht zufällt
  • wenden Sie die Blätter und Triebe alle 30 Minuten
  • nach sechs bis acht Stunden den Ofen abschalten und abkühlen lassen
  • nicht die Tür schließen, sonst entsteht Kondenswasser
  • füllen Sie die Blätter niemals warm um, denn auch hier entsteht Kondenswasser im Glas, was sie faulen lässt

Hinweis: Trotz der Effektivität des Ofens, verbraucht dieser Prozess äußerst viel Energie. Daher ist diese Variante nicht unbedingt umweltschonend.

Salbei, Salvia officinalis

Den Dörrautomat zur Hilfe nehmen

Als Alternative zum Ofen können Sie einen Dörrautomatennutzen. Dieses ist speziell auf solche Projekte ausgelegt und einfach zu bedienen. Je nach Dörrgerät-Größe stehen zwischen fünf bis 20 Siebböden zur Verfügung, auf denen Sie den Salbei verteilen. Füllen Sie die einzelnen Böden maximal zu 90 Prozent, um diese beim Trocknen nicht zu überfüllen. Stellen Sie den Dörrautomat auf eine geeignete Stufe (Bedienungsanleitung) ein und lassen Sie die Blätter für acht bis zehn Stunden trocknen. Nach dieser Zeit sollten die getrockneten Blätter noch einen grünen Farbton haben und etwas biegsam sein, da bei dieser Variante die Flüssigkeit schonend aus den Blättern gezogen wird.

Hinweis: Trocknen Sie niemals andere Kräuter, während Sie den Salbei im Dörrgerät haben. Das würde zu einem unangenehmen Mix aus unterschiedlichen Aromen führen.

Für Eilige: die Mikrowelle

Als besonders schnelle Variante findet sich die Trocknung in der Mikrowelle. Hierfür geben Sie einfach eine angemessene Menge an Blättern in ein Gefäß, das für die Mikrowelle geeignet ist und stellen es in das Gerät. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Blätter nicht übereinander lagern, sonst müssen Sie diese alle 15 Sekunden wenden. Das Küchengerät wird auf eine Leistung von 200 Watt eingestellt und für zehn Sekunden in der Mikrowelle belassen. Checken Sie danach, wie trocken die Blätter sind. Je nach Menge kann dieser Prozess länger dauern.

Hinweis: Ein Nachteil an diese Methode ist der Verlust an wertvollen, ätherischen Ölen, die beim Trocknen in der Mikrowelle zerstört werden. Das macht sich sehr schnell in Ihrem Tee bemerkbar, da der Salbeitee nur noch wenige Aromen hat und die getrockneten Kräuter sich besser zum Räuchern oder zur Zierde in Trockengestecken eignen.

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