Schefflera vermehren mittels Stecklingen und Ableger | Strahlenaralie

Schefflera ist in all seinen Pflanzenteilen giftig

Mit einer Schefflera (bot. Schefflera arboricolaver), auch bekannt als Strahlenaralie, kann man ohne viel Pflegeaufwand üppiges Grün in seine vier Wände holen. Mit ihren formschönen, sattgrünen oder panaschierten Blättern und dem grazilen Wuchs, zählt sie zu Recht zu schönsten Grünpflanzen, ganz gleich, ob zu Hause oder im Büro. Sie ist nicht nur schön anzuschauen, sondern kann auch das Raumklima positiv beeinflussen. Darüber hinaus lässt sich diese Pflanze leicht vermehren.

Schefflera vermehren

In ihrer natürlichen Heimat kann diese Pflanze stattliche 40 m in die Höhe wachsen, wobei sie dort auch Blüten trägt. Blüten sind hierzulande bei der ausschließlich als Zimmerpflanze kultivierten Strahlenaralie jedoch eher selten. Den Namen Strahlenaralie verdankt dieser natürliche Lufterfrischer seinen strahlenförmigen, spitz ovalen Blättern. Die Schefflera lässt sich vegetativ und generativ vermehren.

Der Unterschied beider Vermehrungsarten liegt darin, dass durch eine vegetative Vermehrung ein exaktes Abbild der Mutterpflanze entsteht. Dagegen gehen bei der Generativen positive Eigenschaften der Elternpflanzen mehr und mehr verloren, es kann also eine Pflanze mit völlig neuen Eigenschaften entstehen. Bei der Schefflera sind beide Vermehrungsmethoden möglich. Man kann Ableger in Form von Kopf-, Stamm- und Blattstecklingen ziehen oder durch Abmoosen gewinnen, wobei die Stecklingsvermehrung die einfachste ist.

Schefflera arboricola, Strahlenaralie, Schefflerie
Schefflera arboricola, Strahlenaralie, Schefflerie

Über Stecklinge

Der beste Zeitpunkt um Kopf-, Blatt- oder Stammstecklinge zu schneiden, ist sowohl im Frühjahr als auch im Sommer. Man sollte sie nur von gesunden und gut gewachsenen Exemplaren schneiden, denn das garantiert gesunde und kräftige Jungpflanzen. Sie wachsen besser an und bilden leichter neue Wurzeln. Erfahrungsgemäß ist die Vermehrung über Kopfstecklinge am unkompliziertesten. Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, können die Stecklinge geschnitten werden.

Stecklinge schneiden

Stecklinge können das ganze Jahr über geschnitten werden, vorzugsweise aber im zeitigen Frühjahr zwischen Januar und März oder im Spätsommer, beispielsweise bei einem regulären Rückschnitt.

  • Für Kopfstecklinge, keine verholzten Triebspitzen von der Mutterpflanze schneiden
  • Für Stammstecklinge, den verholzten, mittleren Teil der Schefflera
  • Bei Blattstecklingen, das komplette Blatt samt Stiel
  • Blatt direkt am Stamm bzw. mit der dickeren Ansatzstelle abtrennen
  • Kopf- und Stammstecklinge sollten zwischen 10 und 20 cm lang sein
  • Viel länger sollten sie nicht sein, wurzeln sonst schlechter an
  • Müssen über ein bis drei Blätter und Nodien (Sprossknoten) verfügen

Ist der richtige Steckling gefunden, schneidet man ihn mit einem scharfen und zuvor möglichst desinfizierten Messer unterhalb eines Blattknotens von der Mutterpflanze ab. Die Stecklinge sollten weder abgerissen noch beim Schneiden gequetscht werden. Den Schnitt sollte man möglichst schräg ansetzen. Danach werden die untersten Blätter entfernt, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren. Anschließend lässt man die Stecklinge etwa einen halben Tag lang an der Luft trocknen.

Bewurzelung im Wasserglas

Die Wurzelbildung dauert bei der Strahlenaralie vergleichsweise lange. Um den Steckling im Wasserglas bewurzeln zu lassen, benötigt man ein einfaches Glas und weiches, am besten kalkarmes Weidenwasser.

  • Steckling nicht zu tief ins Wasser stellen
  • Blätter sollten nicht im Wasser stehen
  • Anderenfalls drohen schnell Schimmel- und Fäulnisbildung
  • Glas an einen warmen und hellen, nicht sonnigen Platz stellen
  • Bei Stammstecklingen, Wasserglas zusätzlich mit Alufolie umwickeln
  • Ideale Umgebungstemperatur liegt zwischen 18 °C und 23 °C
  • Innerhalb von vier bis zwölf Wochen erfolgt die Bewurzelung
  • Sorten mit panaschierten Blättern bewurzeln etwas langsamer

Hat der Steckling Wurzeln gebildet, zeigt sich das in der Regel an zaghaftem Austrieb. Dann kann er in ein geeignetes Substrat eingepflanzt werden. Das Substrat wird leicht feucht gehalten. Sobald der Ableger beginnt zu wachsen, ist das Schwierigste überstanden und die junge Pflanze kann wie die erwachsenen weiterkultiviert werden.

Ficus Steckling im Wasser
Ficus Steckling im Wasser

Tipp: Etwas Holzkohleasche ins Wasserglas gegeben, kann die Stecklinge vor Fäulnisbildung schützen.

Bewurzelung in Erde

Alternativ zum Wasserglas können Sie Stecklinge auch direkt in der Erde ziehen. Auch hier lässt man sie nach dem Schnitt etwas antrocknen, bevor man sie einpflanzt.

  • Stecklinge etwa 3-5 cm tief in kleine Töpfe mit entsprechendem Substrat stecken
  • Geeignet sind handelsübliche Anzuchterde, Blumenerde oder Kakteenerde
  • Kopfstecklinge gelingen in Torf-Sandgemisch am besten
  • Drei Stecklinge pro Topf erzeugen besonders schönen Wuchs
  • Nach dem Stecken, Substrat anfeuchten
  • Den Topf samt Stecklingen mit lichtdurchlässiger Folie abdecken
  • Ableger an einem warmen Platz bewurzeln lassen
  • Zeigt sich der erste zarte Austrieb, Folie entfernen
  • Ab einem Zuwachs von ca. 10 cm, das erste Mal leicht düngen und regelmäßig gießen

Tipp: Wer die Chance erhöhen möchte, dass die Schefflera wurzelt, sollte mehrere Stecklinge verwenden und diese jeweils in unterschiedliche Erden stecken. Hilfreich können auch Bewurzelungshilfen sein.

Blattstecklinge bewurzeln lassen

Das Vermehren über Blattstecklinge wird kaum praktiziert. Das liegt daran, dass die Blätter zwar Wurzeln bilden, in der Regel aber keine neuen Triebe. Einfacher ist es, wenn man an dem Blatt ein größeres Stück Stamm belässt. Wer es dennoch versuchen möchte, benötigt dafür wie bereits erwähnt, ganze Blätter samt Stiel, der mit dem Ansatz, direkt an der Basis abgeschnitten wird.

Anschließend kann man den Steckling wieder im Wasserglas bewurzeln lassen, indem man ihn mit dem Blattstiel ins Wasser stellt. Oder man steckt ihn direkt, etwa einen Zentimeter tief in einen Topf mit Anzuchterde. Die Erde wird befeuchtet und das Ganze wieder mit einer lichtdurchlässigen Folie abgedeckt, die zum Belüften täglich entfernt werden sollte. Gegebenenfalls kann man versuchen, Segmente eines Blattes zum Vermehren zu nutzen, in dem man diese etwa einen Zentimeter tief in feuchte Erde steckt und wieder Folie darüber stülpt. Nun das Substrat leicht feucht halten und abwarten, was passiert.

Tipp: Ganz gleich, für welche Form der Vermehrung man sich entscheidet, für den bestmöglichen Erfolg sollte man immer mehrere Ableger ziehen, um eine mögliche Ausfallquote auszugleichen.

Ableger durch Abmoosen gewinnen

Das Abmoosen ist eine weitere Möglichkeit diese Pflanze zu vermehren. Der beste Zeitpunkt ist auch hier im Frühjahr. Man schneidet den Stamm keilförmig bis zur Mitte ein. Um die Schnittstelle offenzuhalten, steckt man einen kleinen Stein oder ein Stück Holz hinein. Dann umwickelt man die Stelle mit feuchtem Sphagnum (Torfmoos) oder herkömmlichem Moos. Das Ganze deckt man mit Folie ab und bindet diese sowohl oben als auch unten zusammen.

Innerhalb weniger Wochen sollten sich dann an genau dieser Stelle Wurzeln gebildet haben. Nun kann der bewurzelte, obere Teil der Pflanze von der Mutterpflanze getrennt und separat eingepflanzt werden. Bei dieser Methode gewinnt man nicht nur einen neuen Ableger, auch die Mutterpflanze wächst besser verzweigt nach.

Tipp: Neben einer Stecklingsvermehrung und dem Abmoosen können Sie die Strahlenaralie auch durch Aussaat vermehren. Allerdings bringt diese dann keine identischen Pflanzen hervor.

Schefflera arboricola, Strahlenaralie, Schefflerie
Schefflera arboricola, Strahlenaralie, Schefflerie
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