Schmetterlingsstrauch schneiden: Anleitung in 6 Schritten

Schmetterlingsstrauch, Buddleja davidii

Der Sommer- bzw. Schmetterlingsflieder, botanisch Buddleja davidii, ist hierzulande äußerst beliebt, da er im Sommer wunderschöne Rispenblüten ausbildet und, wie der Name vermuten lässt, ein Magnet für Schmetterlinge ist. Damit dies von Anfang an so ist und in späteren Jahren auch so bleibt, braucht er jedoch einen regelmäßigen Schnitt. Dieser wird im Spätwinter durchgeführt, denn von März bis September herrscht wegen der Brutzeit der Vögel ein Schnittverbot. Hier erfahren Sie, wie Sie den Schmetterlingsstrauch richtig schneiden.

Schmetterlingsstrauch schneiden

Bevor Sie die Schere in die Hand nehmen und loslegen, sollten Sie ein paar Dinge rund ums Schneiden beachten, damit der Sommerflieder keinen Schaden nimmt.

Schneidewerkzeug

Da beim Schneiden des Schmetterlingsstrauches Äste und Zweige mit unterschiedlicher Dicke geschnitten werden müssen, sollten Sie auch über das entsprechende Schneidewerkzeug verfügen.

  • für Triebe mit einer Stärke von bis zu 2 Zentimetern eine Handschere (Gartenschere, Bypass-Schere)
  • Äste mit einer Stärke zwischen 2 und 4 Zentimetern eine Astschere
  • für Triebe mit einer Stärke von mehr als 4 Zentimetern eine Schwert- oder Klappsäge (zum Auslichten)

Achten Sie stets darauf, dass das Schneidewerkzeug scharf und sauber ist. Dies erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern verringert auch die Gefahr, dass Sie mit Werkzeugen Krankheiten übertragen.

Sommerflieder im Gartenbeet
Sommerflieder

Schnitttechnik

Beim eigentlichen Schnitt sollten Sie darauf achten, dass Sie den Trieb nicht quetschen. Kommt dies doch einmal vor, dann setzen Sie den Schnitt unterhalb der Quetschung neu an. Auf keinen Fall sollten Sie an der gequetschten Stelle weiterschneiden, denn diese ist ein ideales Einfallstor für Schädlinge und Krankheiten.

Werden im Frühjahr die abgeblühten Triebe des Vorjahres abgeschnitten, dann sollten Sie

  • Schnitt knapp oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe ansetzen
  • Schnitt leicht von der Knospe wegführen (leicht schräg schneiden)

Um Bodentriebe zu entfernen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Astschere an der Basis ansetzen
  • Bodentrieb leicht schräg abschneiden

Hinweis: Bei dieser leicht schrägen Schnittführung kann Gieß- und/oder Regenwasser besser abfließen. Dies dient als Schutz vor Pilzinfektionen und anderen Krankheiten.

Schnittzeitpunkt

Neben dem richtigen Zeitpunkt im Kalender gibt es auch einige Voraussetzungen für den richtigen Tag für den Schnitt des Sommerflieders. Am besten gehen Sie an einem frostfreien und bedeckten Tag zu Werke. Sonnen- und Regentage sind für einen Schnitt nicht geeignet. Da der Sommerflieder bereits sehr zeitig im Jahr geschnitten werden sollte, sollten die idealen Bedingungen über mehrere Tage bestehen, damit sich der Schmetterlingsstrauch vom Schnitt erholen kann.

Schmetterlingsstrauch schneiden: Anleitung

Damit der Schmetterlingsstrauch kräftig und gesund gedeiht, sollten Sie folgende Schnittarten regelmäßig durchführen:

  • Erziehungsschnitt bei jungen Pflanzen
  • Erhaltungsschnitt bei älteren Pflanzen
  • Schnitt verblühter Blüten
  • Auslichtungsschnitt
  • Verjüngungsschnitt
  • Erziehungsschnitt

Erziehungsschnitt

Der Erziehungsschnitt erfolgt in den ersten fünf Standjahren des Schmetterlingsflieders. Das Ziel dieses jährlichen Schnitts ist die Bildung eines stabilen Gerüstes aus älteren Trieben. Denn dieses bildet die Basis für den Austrieb der Blütenzweige.
In den ersten drei Standjahren gehen Sie wie folgt vor:

  • nur die stärksten 3 bis 5 Bodentriebe stehen lassen
  • bilden des Gerüsts
  • Gerüstriebe auf 30 Zentimeter einkürzen
  • kümmerliche, abgestorbene und überzählige Triebe bodennah abschneiden
  • Zeitpunkt: Spätwinter (Mitte/Ende Februar)

Im 4. und 5. Standjahr gehen Sie folgendermaßen vor:

  • junge Bodentriebe (aus dem 4. und 5. Jahr) auf 30 Zentimeter einkürzen
  • Gerüsttriebe aus den ersten drei Standjahren pro Jahr um 15 bis 20 Zentimeter verlängern
  • Seitentriebe am Gerüst auf kurze Zapfen mit zwei oder vier Knospen zurückschneiden
  • Zeitpunkt: Spätwinter (Mitte/Ende Februar)

Buddleja, Sommerflieder

Hinweis: „Auf Zapfen schneiden“ bedeutet, dass Äste oder Triebe nicht bis an die Basis geschnitten werden, sondern etwa 10 Zentimeter stehenbleiben.

Erhaltungsschnitt

Mit dem Erhaltungsschnitt sorgen Sie für ein langes Leben Ihres Sommerflieders. Diese Schnittart wird ab dem 6. Standjahr durchgeführt. Dabei wird der Schmetterlingsstrauch jährlich im Spätwinter um die Hälfte bis zu zwei Dritteln zurückgeschnitten. Seine Höhe sollte nach dem Schnitt ungefähr einen Meter betragen.

Mit dem Erhaltungsschnitt können Sie die Blütenfülle sowie Wuchshöhe und -breite beeinflussen. Dabei gilt, je kräftiger Sie zurückschneiden, desto stärker sind Wachstum und Blütenbildung. Eine harmonische Wuchsform mit homogener Krone erhalten Sie mit einem moderaten Rückschnitt (Formschnitt); schneiden Sie tiefergreifend, dann bekommen Sie große, voluminöse Blütenrispen. Allerdings geht die Blütenfülle zu Lasten der Krone, also einem homogenen Erscheinungsbild. Daher sollten Sie vor dem Schnitt überlegen, welches Ziel Sie verfolgen.

Die folgende Anleitung dient dem Ziel der verstärkten Blütenbildung:

  • Bodentriebe der ersten drei Standjahre bodennah auf 10 Zentimeter lange Zapfen
  • abschneiden (überaltert, mangelnde Frostbeständigkeit)
  • Seitentriebe auf Zapfen mit 2 bis 4 Knospen einkürzen
  • jüngere Bodentriebe auf 30 Zentimeter zurückschneiden
  • in den folgenden Jahren immer die drei ältesten Gerüstriebe kappen
  • Zeitpunkt: Spätwinter (Mitte/Ende Februar)

Ist das Ziel eine homogene Krone, dann gehen Sie für den Formschnitt wie folgt vor:

  • Schnitthöhe der Gerüsttriebe variieren
  • für die Kronenbildung günstige Zweige nur um ein Drittel einkürzen
  • Schnitt verblühter Blüten

Während der Blütezeit sollten Sie verblühte bzw. verwelkte Blütenrispen laufend abschneiden, denn diese Form des Schnitts fällt nicht unter das Schnittverbot. Geschnitten wird, weil die verwelkten Blüten den darunterliegenden Knospen nicht nur das Sonnenlicht nehmen, sondern Sie verhindern damit auch, dass der Schmetterlingsflieder den größten Teil seiner Energie in die Samenbildung steckt. Damit sich die neuen Knospen gut entwickeln können, schneiden Sie die Triebspitze bis zur nächsten Knospe ab.

Tipp: Im Zuge des Entfernens der verwelkten Blüten können Sie auch überhängende Zweige bis zu einer Seitenverzweigung abschneiden.

Auslichtungsschnitt

Der Auslichtungsschnitt verfolgt das Ziel, einer Verkahlung des Sommerflieders entgegen zu wirken. Ursachen für die Verkahlung können folgende Schnittfehler sein:

  • mehrmaliges Schneiden während der Saison
  • Bildung von Astquirlen

Unterziehen Sie den Schmetterlingsflieder während einer Saison mehrmals einem Schnitt, dann kann es zu einer Verkahlung der Strauchbasis kommen, bei gleichzeitigem verstärktem Austrieb an den Triebspitzen. Wurde der Schmetterlingsstrauch nie ausgelichtet, dann bildet er Astquirle. Das sind dicke Äste, die ineinander verwachsen sind und sich gegenseitig am Wachstum behindern können. Außerdem sehen Sie im Inneren des Schmetterlingsflieders nur mehr kahle, also blattlose Äste.

Eine weitere mögliche Ursache für die Verkahlung ist, wenn Buddleja davidii jährlich einem kräftigen Rückschnitt unterzogen wird. Dem Strauch selbst schadet eine Verkahlung nicht. Das blattlose Innere des Strauchs beeinträchtigt jedoch massiv sein Erscheinungsbild. Daher sollten Sie den Sommerflieder regelmäßig auslichten. Gehen Sie nach folgender Anleitung vor:

  • Abschneiden von veralteten und stark verzweigten Ästen
  • Äste an der Basis bis tief in den Astring schneiden
  • außerdem dünne Basistriebe einkürzen
  • Zeitpunkt: zeitiges Frühjahr

Sommerflieder, Buddleja

Verjüngungsschnitt

Ein Verjüngungsschnitt macht einen kümmerlichen Schmetterlingsstrauch wieder fit, denn er macht Platz für einen Neuaufbau des Strauches. Gehen Sie nach folgender Anleitung vor:

  • abgestorbene Triebe bodennah entfernen
  • alte bzw. vergreiste Gerüstäste auf Zapfen mit mindestens einem Knospenpaar einkürzen
  • kräftige Jungtriebe auf 30 Zentimeter einkürzen (Ersatz für nicht mehr austreibende Gerüsttriebe)
  • Seitentriebe der Jungtriebe auch 2 Knospen einkürzen
  • Zeitpunkt: Spätwinter (Ende Januar bis Ende Februar)

In den Folgejahren schneiden Sie den alten Schmetterlingsflieder wie einen Sommerflieder in den ersten Standjahren. So können Sie ihn langsam wieder aufbauen.

Frostschäden entfernen

Bemerken Sie nach einem strengen Winter deutliche Frostschäden am Sommerflieder, dann können Sie die allgemeinen Schnittregeln außer Acht lassen. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Totholz vollkommen entfernen
  • alle erfrorenen Triebe bis ins gesunde Holz abschneiden

Wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich um gesundes oder erfrorenes Holz handelt, dann können Sie dies mit dem sog. Vitalitätstest prüfen. Dazu kratzen Sie ein kleines Stück Rinde ab. Ist das Gewebe darunter hell und grün, dann ist der Trieb gesund. Ist er hingegen braun, dann handelt es sich um Totholz.

Krankheitsschnitt

Ein Krankheitsschnitt wird unabhängig von der Jahreszeit durchgeführt, denn schließlich soll sich die Krankheit nicht ausbreiten. Um dies zu vermeiden, schneiden Sie die erkrankten oder befallenen Pflanzenteile großzügig ab. Dabei ist es wichtig, dass Sie das Schneidewerkzeug vor und nach dem Schnitt desinfizieren, denn manche Erreger harren wochenlang auf Scheren, Messern und Sägen aus.

Tipp: Ist der Befall bereits weit vorangeschnitten, sollten Sie das Schneidewerkzeug auch zwischendurch desinfizieren. So verringern Sie die Gefahr, dass Sie beim Schnitt für eine Ausbreitung der Krankheit sorgen.

Schmetterlingsflieder