Agapanthus, Schmucklilie überwintern: die richtige Pflege im Winter

Agapanthus, Schmucklilie richtig überwintern

Der Agapanthus oder auch die Schmucklilie genannt, besticht durch das prachtvolle Erscheinungsbild und edle Blüten. Er fühlt sich im Haus als Zimmerpflanze ebenso wohl, wie im Freien oder auf dem Balkon. Die mehrjährige Pflanze benötigt über die Winterzeit eine spezielle Pflege, damit sie im Folgejahr wieder wunderschön gedeihen kann. Wie die optimale Winterpflege aussieht, erklärt der Pflanzenexperte im Detail.

Überwinterung

Wenn sich kalter Frost im Spätherbst bemerkbar macht, bricht für die Schmucklilie die Wintersaison an. Entgegen manch einer Werbung, gibt es keine garantiert winterharten Agapanthus-Arten. Einige Sorten zeigen sich dennoch sehr robust gegen Frost, andere hingegen mögen es wärmer während der Winterzeit. Bei der Überwinterung und der Winterpflege wird unterschieden zwischen immergrünen sowie blatteinziehenden Agapanthus-Arten, Kübel-Überwinterung und Freilandüberwinterung im Beet. Der Pflegeanspruch gestaltet sich entsprechend verschieden.

Agapanthus

Immergrün

Die immergrüne Pflanze mit dem Trivalnamen „Liebesblume“ legt keine Winterpause ein und wächst ganzjährig durch. Aus diesem Grund verliert sie keine Blätter und erhält ihr prachtvolles Antlitz auch während der Wintermonate. Allerdings blüht sie in der kalten Jahreszeit nicht. Wie bei den meisten Arten, endet die Blütensaison Ende August/Anfang September.

Agapanthus mit seinen länglichen, grünen Blättern

Pflege

Standort

Während diese Schmuckliliengewächs-Art im Sommer warme Temperaturen auch gern als Zimmerpflanze genießt, bevorzugt sie im Winter kühle Orte, wo sie hell stehen kann. Da sie auf keinem Fall längere Zeit Frost ausgesetzt werden sollte, erübrigt sich eine Freiland-Überwinterung für diese Art. Ausgepflanzte Exemplare sind dementsprechend aus der Beet-Erde auszupflanzen. Steht sie allerdings zu warm, beeinträchtigt dies ihr Blütenwachstum im Folgejahr, weshalb sie auch den Winter nicht als Zimmerpflanze verbringen sollte. Folgende Bedingungen sollte der Standort für die immergrüne Liebesblume erfüllen.

  • Umgebungstemperatur zwischen 0 Grad Celsius und 7 Grad Celsius
  • Platz mit Tageslicht ohne direkte Sonnenstrahlung
  • alternativ künstliche Pflanzenbeleuchtung verwenden
  • trockner Standort
  • niedrige bis trockene Luftfeuchtigkeit
  • optimaler Standort: Garage, Keller und Gartenhäuser mit Fenstern

Schmucklilie mit Blütenknospen

Gießen

Da die immergrünen Arten trocken überwintern sollten und kühle Standorte im Winter meist eine gewisse Luftfeuchtigkeit mit sich bringen, ist der Wasserbedarf dieser Pflanze sehr gering und ist vor allem abhängig von den Witterungsbedingungen. Wenn es viel regnet, muss im Winter in der Regel nicht gegossen werden. Ist der Winter recht trocken, könnte ein ein- oder zweimaliges Gießen während der Kältesaison notwendig werden. Der optimale Zeitpunkt ist dann gegeben, wenn sich die obere Erdschicht weniger als einen Zentimeter eindrücken lässt.

Düngen

Nach der verwelkten Blüte im August/September kann noch bis Anfang Oktober ein Flüssigdünger für immergrüne Pflanzen im zweiwöchigen Rhythmus verabreicht werden. Dieser sorgt vor Wintereinbruch dafür, dass der Agapanthus nochmals kräftig Nährstoffe „tanken“ kann. Sobald er Ende Oktober/Anfang November oder bei erstem Frost in das Winterquartier gestellt wird, benötigt er keinen Dünger mehr bis zum nächsten Frühjahr.

Schneiden

Die immergrüne Schmucklilie verholzt nicht, weshalb ein Schneiden vor der Überwinterung nicht notwendig ist. Wichtig ist lediglich, dass alle verwelkten Blüten und vertrockneten Pflanzenteile abgeschnitten werden, da diese unnötig den Nährstoffbedarf erhöhen und die Liebesblume schlimmstenfalls schwächen können.

Agapanthus braucht im Winter eine spezielle Pflege

Umtopfen/-pflanzen

Bereits Mitte September sollten die immergrünen Schmucklilien aus dem Gartenbeet ausgepflanzt und in einen Kübel umgepflanzt werden. Dieser recht frühe Termin ist deshalb gegeben, weil diese Pflanzensorte ein Umtopfen vor der Überwinterung nicht gut verträgt. Wird zeitig vom Beet in den Kübel gepflanzt, erhält sie ausreichend Gewöhnungszeit vor Einbruch der Frostkälte.

Hat die Schmucklilie den Sommer in einem Kübel oder Blumenkasten verbracht, ist von einem Umtopfen abzuraten. Dies sollte nur im Frühjahr vorgenommen werden und auch nur dann, wenn die Wurzelgröße ein Umtopfen erfordert.

Blatteinziehend

Blatteinziehender Agapanthus

Pflege

Im Gegensatz zur immergrünen Schmucklilie, verliert dieses Exemplar im Winter das Laub und legt eine Winterruhe mit Wachstumsstop ein. Zudem verträgt sie kalte Minustemperaturen deutlich besser als ihre anderen Familienangehörigen, wenngleich es keine wirklich winterharten Liebesblumen gibt. Die Wintersaison beginnt für den blatteinziehenden Agapanthus je nach Witterungsverhältnissen in der Regel im November, sobald der erste Nachtfrost kommt.

Standort

Damit die blatteinziehende Pflanze den Winter gut übersteht, ist es immens wichtig, ihr einen optimalen Standort zu bieten. Grundsätzlich gilt hier: je nasser sie steht, desto weniger verträgt sie hohe Minustemperaturen. Wenn Sie sich an folgende Standort-Bedingungen halten, klappt die Überwinterung in der Regel problemlos.

Agapanthus sollte an einem frostgeschützten Ort überwintern

  • trockener Standort: Umgebungstemperatur bis minus 15 Grad Celsius möglich
  • nasse Wetterverhältnisse: Umgebungstemperatur maximal Minus 3 Grad Celsius
  • Lichtverhältnisse: hell bis dunkel
  • in Balkonkästen oder Kübel gepflanzt, dunkel im frostgeschützten Keller oder einer Garage überwintern
  • bei Freiland-Überwinterung vor kalten Winden schützen

Tipp: Vor übermäßiger Nässe im Freiland schützt eine Folie, die über die Pflanze gespannt wird. Tannennadeln, Laub oder Reisig über dem Wurzelbereich sorgen für einen Kälteschutz.

Schmucklilie mit ihren edlen Blüten

Gießen und Düngen

Die im Freiland überwinternde blatteinziehende Agapanthus wird spätestens ab Oktober nicht mehr gegossen. Sollten die Temperaturen noch höher liegen, so regnet es in der Regel ausreichend und die Luftfeuchtigkeit steigt, sodass ein Gießen nicht mehr erforderlich ist. Zudem wäre es vorteilhaft, wenn die Beetpflanze bestmöglich abtrocknen könnte, bevor ein nasser Winter ihre Kälteempfindlichkeit reduziert. In den Wintermonaten wird gänzlich auf das Gießen verzichtet. Auch Schmucklilien, die im Dunkeln trocken überwintern, sollten nicht gegossen werden. Mit Abschluss der Blütensaison im August oder manchmal auch September, ist nicht mehr zu düngen.

Schneiden

Ein leichter Rückschnitt ist bei der blatteinziehenden Schmucklilie vor der Überwinterung angeraten. Dies fördert das Wachstum im Folgejahr und macht die Pflanze unanfälliger für winteraktive Schädlinge, welche in den nicht-hölzernen Pflanzenteilen ihre Nahrung suchen. Der Rückschnitt sollte nicht später als Anfang Oktober erfolgen, sodass die Schnittwunden bis zum ersten Bodenfrost verheilen können und keine Angriffsfläche für Infektionen bieten. Ein Rückschnitt um ein Drittel ist ausreichend.

Agapanthus benötigt die optimale Winterpflege

Umtopfen/-pflanzen

Von einem Umpflanzen aus dem Gartenbeet in einen Kübel, um sie an einem frostgeschützten Ort zu überwintern, wird abgeraten. Dies belastet die Pflanze zu sehr und die Chancen des Eingehens würden sich erhöhen. Auch blatteinziehende Schmucklilien, die sich zum Sommerende in Kübeln oder Balkonkästen befinden, sollten nicht vor der Überwinterung umgetopft werden.

Im Kübel

Kübel-Überwinterung

Sollten Liebesblumen in Kübeln oder Balkonkästen aufgrund ihrer Größe/Schwere nicht an einen frostfreien Platz umplatziert werden können, sollten zumindest einige wesentliche Standortbedingungen erfüllt werden.

  • für Wind- und Regenschutz sorgen
  • Wasserablauf optimieren, um Staunässe zu vermeiden und Trockenheit zu fördern
  • obere Erdschicht mit Laub, Tannennadeln oder Reisig abdecken
  • auf dem Boden stehenden Kübeln Kälteisolierung wie Holz oder Styropor unterschieben
  • gegebenenfalls ein Wärmevlies umwickeln

Schmucklilie kann auch im Kübel überwintert werden

Frühjahrsbeginn

Winterende/Frühjahrsbeginn

Da der Agapanthus im neuen Jahr recht früh wieder mit dem Wachstum beginnt und damit die Überwinterung endet, kann sie bereits ab Mitte/Ende März wieder aus ihrem Winterquartier herausgeholt werden beziehungsweise von Überwinterungsmaßnahmen befreit werden. Sollte es noch frostig um den Gefrierpunkt herum werden, übersteht diese Amaryllisgewächs-Art dies, ohne das Auswirkungen auf ihre Gesundheit oder das Wachstum zu erwarten sind. Ziehen sich höhere Minustemperaturen noch länger hinaus, ist mit der Beendigung der Überwinterung noch zu warten.

Umtopfen nach Winterende

Umgetopft werden sollte die Liebesblume grundsätzlich nur dann, wenn es unbedingt nötig ist, da sie sehr empfindlich darauf reagiert. Der optimalste Zeitpunkt ist zwischen April und Mai gegeben, damit sie sich in ihrer neuen Erde bis zum Knospenwachstum gut akklimatisieren kann.

Frühjahresschnitt

Die Schmucklilie wird nach der Überwinterung in der Regel nicht geschnitten. Sollten durch Nässe verweichte oder gelb verfärbte Pflanzenteile vorhanden sein, können diese ebenso wie eventuell vertrocknetes Laub, abgetrennt werden. Wird Ihnen die Pflanze zu mächtig, können Sie die immergrüne Schmucklilie im April/Mai zurückschneiden. Das blatteinziehende Exemplar erhält ihren Rückschnitt bei Bedarf idealerweise vor der Überwinterung.

Schmucklilie kann nach dem Winterende umgetopft werden

Gießen und Düngen

Ab April beginnt für die Liebesblumen wieder die Gieß- und Düngesaison. Je nach Wetterverhältnissen muss mit kalkfreiem Gießwasser die Erde mäßig feucht gehalten werden, um der Pflanze ein kräftiges Wachstum zu ermöglichen. Düngen können Sie bereits mit einem Blühdünger. Dieser sorgt kurz nach dem Überwinterungsende für ein reges Knospenwachstum und ein prachtvolles Blütenmeer im Sommer.

Fazit

Der Agapanthus ist zwar nicht grundsätzlich winterhart, doch an einem optimalen Standort und mit ein wenig guter Pflege beziehungsweise Wintervorbereitung, macht kurzzeitiger Frost ihm nichts aus. Blatteinziehende Schmucklilien können sogar einige Minustemperaturen überleben. Da sich diese Pflanzenart gut sowie problemlos mit dem richtigen Know-how überwintern lässt und von Frühjahr bis Herbst für einen eleganten Blickfang im Haus, auf dem Balkon oder im Garten sorgt, lohnt sich der minimale Aufwand zur Überwinterung.

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