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Schneeballhortensie vermehren | so klappt’s

Schneeballhortensie vermehren | so klappt's - Titelbild

Es handelt sich nicht immer nur um die eigenen Pflanzen: Möglicherweise steht im Garten eines Freundes eine Schneeballhortensie, die sehr schön blüht: Wie Sie diese einfach vermehren können, erfahren Sie in diesem Text.

Auf den Punkt gebracht

  • Schneeballhortensien sind leicht zu vermehren
  • verschiedene Möglichkeiten
  • über Stecklinge oder Steckhölzer geht es am einfachsten
  • große Hortensien können auch geteilt werden

Vermehrung durch Stecklinge

Es ist möglich, die Schneeballhortensie (Hydrangea arborescens) durch Stecklinge zu vermehren. Wie das funktioniert, erfahren Sie in der folgenden Anleitung.

1. geeignete Triebe heraussuchen

Es kommen nur gesunde Triebe für die Vermehrung in Frage. Diese dürfen weder Krankheitsanzeichen zeigen noch Schädlinge vorweisen. Der ausgewählte Trieb muss fest und frischgrün sein. Außerdem darf keine Blüten oder Knospen haben.

2. Triebe schneiden

  • richtiger Schnittzeitpunkt liegt im Juli
  • es sollte aber nicht zu warm oder zu trocken sein
  • scharfes Messer oder entsprechende Schere verwenden
  • Werkzeug am besten vorher desinfizieren
  • Trieb unterhalb des dritten Blattpaares abschneiden
  • möglichst glatte Schnittränder erzeugen
Schneeballhortensie schneiden

3. Triebe behandeln

  • unteres Blattpaar entfernen
  • unterhalb des Blattknotens schräg anschneiden
  • mittleres Blattpaar zur Hälfte einkürzen, dass verringert die Verdunstung
  • oberhalb des Triebes kappen
  • Steckling dann etwas antrocknen lassen

4. Anzuchtgefäß vorbereiten

Damit sich keine Staunässe bildet, versehen Sie einen Topf oder eine Schale mit einer Drainageschicht, welche dabei aus aus Kies oder Tongranulat bestehen kann. Danach füllen Sie die Anzuchterde für Hortensien ein, feuchten sie und drücken sie etwas an. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, denken Sie das Anzuchtgefäß mit einer Folie ab. Dafür etwas Klarsichtfolie zuschneiden oder einen Gefrierbeutel bereitlegen. Als Abstandhalter zwischen Folie und Erdoberfläche eignen sich kleine Holzstäbchen.

Anzuchttöpfchen

5. Stecklinge einpflanzen

  • Triebe in Bewurzelungspulver tauchen
  • einige Zentimeter tief in die Erde stecken
  • dabei vorsichtig sein, die Triebe nicht quetschen
  • Erde rund um die Triebe gut andrücken
  • vorsichtig wässern, ohne Erde wegzuschwemmen

6. Anzuchtgefäße abdecken

Nach dem Einpflanzen der Triebe wird das Anzuchtgefäß abgedeckt. Dafür stecken Sie die Holzstäbchen in geringem Abstand in die Erde. Die Triebe müssen überragen. Die Folie spannen Sie vorsichtig darüber und befestigen sie dann mit Klammern, einer Schnur oder einem Gummiband an dem Gefäßrand. Es ist wichtig, dass die Folie von Zeit zu Zeit abgenommen wird, um zu lüften.

Hinweis: Ein Zimmergewächshaus eignet sich ebenfalls gut zur Anzucht von Stecklingen, es darf aber nicht in der Sonne stehen.

7. Pflege bis zum Auspflanzen

  • Pflanzgefäße schattig aufstellen
  • dabei zu dunkle Ecken ebenso meiden, wie zu viel Sonne
  • nicht zu viel Gießen
  • im Freien vor Wind schützen
  • können auch an einem kühlen Ort im Haus stehen
  • Wurzelbildung erfolgt dann nach rund zwei Wochen
  • erkennbar an der Bildung neuer Blätter oder Triebe
Schneeballhortensie vermehren

8. Umtopfen und Auspflanzen

Im ersten Jahr sind Jungpflanzen noch zu empfindlich für die Freilandhaltung. Deshalb sollten Sie die jungen Schneeballhortensien einzeln in größere Töpfe umpflanzen und danach in den Garten stellen. Im Winter müssen Sie diese dann wieder ins Haus räumen und im nächsten Frühjahr an vorgesehener Stelle im Garten pflanzen.

Mit Steckhölzer vermehren

Das Vermehren von Schneeballhortensien über Steckhölzer erfolgt genauso wie das Vermehren über Stecklinge. Der einzige Unterschied besteht in den verwendeten Trieben. Steckhölzer sind verholzte Triebe, sie werden in der kalten Jahreszeit geschnitten. Dadurch erübrigt sich das Entfernen oder Zurückschneiden der Blätter. Die Anzucht erfolgt dann im zeitigen Frühjahr.

Durch Teilung vermehren

Schneeballhortensien lassen sich auch durch Teilung vermehren. Dazu eignen sich am besten Sträucher, die noch nicht zu groß sind, da der Wurzelballen ausgegraben werden muss. Mit einem scharfen Spaten wird der Ballen dann in Stücke geteilt. Diese Teilstücke einfach wieder an den vorgesehenen Stellen im Garten einpflanzen.

Vermehrung durch Ableger

Ein Ableger eines Strauches wird dadurch gebildet, dass ein Trieb auf der Erde wurzelt und später von der Mutterpflanze abgetrennt wird.

Schneeballhortensie vermehren

Anleitung:

  • langen, gesunden Trieb der Schnellballhortensie herunter biegen
  • auf der Erde mit zwei Haken fixieren
  • dabei einen größeren Zwischenraum lassen
  • diesen Zwischenraum mit Erde anhäufen, so dass der Trieb in der Erde verschwindet
  • sobald sich Triebe durch die Erde schieben, hat eine Wurzelbildung stattgefunden
  • Trieb von der Mutterpflanze abtrennen
  • überflüssige Länge abschneiden
  • bewurzeltes Teilstück wieder einpflanzen

Hinweis: Manchmal bilden sich Wurzelausläufer, die abgetrennt und ausgegraben werden können. Mit diesen lassen sich die Hortensien ebenfalls vermehren.

Häufig gestellte Fragen

Funktionieren diese Vermehrungsarten auch bei anderen Hortensien?

Ja, je nachdem um welche Art es sich handelt, kann die eine oder andere Variante besser funktionieren.

Wie kann eine Infektion mit Krankheitserregern verhindert werden?

Am besten gelingt dies durch sauberes Arbeiten und wenn die Triebe vor dem Erdkontakt in Holzkohlepulver getaucht werden. Auch eventuelle offene Wunden sollten mit dem Pulver behandelt werden.

Warum ist eine Teilung nicht so gut zur Vermehrung geeignet?

Bei der Teilung wird der Wurzelballen mitsamt der Pflanze in mindestens zwei Hälften geteilt. Dabei wird aber die Form des Strauches zerstört. Eine vormals rund geschnittene Hortensie sieht dadurch nicht mehr so ansehnlich aus.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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