Schnittlauch im Topf

Allium schoenoprasum, oder auch schlicht Schnittlauch, ist in den meisten Nutzgärten von Selbstversorgern und Hobbygärtnern zu finden. Als beliebtes Würzkraut ist er leicht zu ziehen und ergiebig im Ertrag. Doch auch, wer keinen Garten oder sogar Balkon sein eigenen nennt, muss nicht zwingend auf die beliebte natürliche Würze verzichten. Wir erklären, wie man Schnittlauch im Topf säen und auf dem sprichwörtlichen Fensterbrett in der Küche aufziehen kann.

Standortanforderungen

Unabhängig von der Entscheidung über die Aufzucht im Freien oder in der heimischen Wohnung lohnt zunächst ein Blick auf die allgemeinen Standortbedingungen, unter denen die beliebte Lauchpflanze optimal gedeiht:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Bei vollsonnigen Standorten mit Schutz vor zu intensiver Sommersonne
  • Vergleichsweise hoher Wasserbedarf
  • Boden mit hoher Wasserspeicherkapazität, zugleich aber sehr guter Drainfähigkeit wegen hoher Anfälligkeit für Wurzelfäule durch Staunässe
  • Hoher Nährstoffgehalt im Boden, da schnellwachsende Pflanze mit hohem Bedarf
  • Ideale Bodenzusammensetzung daher anteilig Humus und sandige Bestandteile, zur Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit mit lehmhaltigen Anteilen
  • Neutraler bis alkalischer pH-Wert in Boden und Wasser bevorzugt, starke Abneigung gegen saure Milieus
  • Hohe Affinität zu Kalk, somit problemlos mit Leitungswasser zu gießen

Schnittlauchblütenknospen

Schnittlauch in der Wohnung

Die perfekte Pflege in geschlossenen Räumen

Da Pflanzen von Natur aus üblicherweise im Freien gedeihen, stellt die Kultivierung des Schnittlauchs innerhalb einer Wohnung natürlich zunächst eine Schwierigkeit dar, mit der der Hobbygärtner umzugehen wissen muss. Das bedeutet aber nicht das Aus für die Topfaufzucht auf dem Fensterbrett, viel mehr sollte man als Konsequenz daraus lediglich noch mehr Wert auf die Auswahl und Bereitstellung der möglichst idealen Standortbedingungen legen. Denn während im Freiland zwar häufig einzelne Punkte nicht ideal ausfallen, können diese Schwächen leicht durch optimale Bedingungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden.

Auf dem heimischen Fensterbrett dagegen herrscht eine sozusagen vollständig „künstliche“ Wuchsumgebung, in der alle Rahmenbedingungen gezielt erstellt und optimiert werden müssen.

Mit diesen Tipps und Beispielen für den perfekten Standort im Innenraum gelingt es jedoch leicht, auch diese Hürde auf dem Weg zum schmackhaften Würzgemüse aus Eigenanbau zu meistern:

Standort

  • heller Standort, beispielsweise Fensterbank mit Südausrichtung
  • zum Schutz vor zu intensiver Sonneneinstrahlung möglichst mit Verschattungsmöglichkeiten
  • wegen meist konstant hohen Temperaturen und fehlendem (kühlendem) Wind in Wohnräumen lieber frühzeitig verschatten, als Trockenheit, Überhitzung und Verbrennen durch zu hohe Sonneneinstrahlung zu riskieren

Boden

  • für Pflanztopf gezielt gewünschte Bodenqualität mischen
  • ca. 2/4 Humus, 1/4 Sand, 1/4 lehmige Bestandteile (Bspw. Gartenerde/ Mutterboden)

Pflanztopf

  • Topf ausreichend groß wählen, um genügend Nährstoff- und Wasserreservoir anzubieten
  • keine bestimmte Topfform für Wurzelwerk erforderlich, somit beliebig an Standort anpassbar
  • im Topfboden Drainagelöcher gegen Staunässe vorsehen und Löcher mit Tonscherben oder steinen gegen Ausspülen der Erde abdecken

Belüftung

  • zu hohe Austrocknung durch Wind im Innenraum meist irrelevant
  • stattdessen Standort mit Belüftungsmöglichkeiten zur Vermeidung von übermäßiger Staunässe und Dauerfeuchte an den Stielen wählen
  • beispielsweise in der Nähe von Fenstern oder Balkontüren

Aussaat

Der Ursprung allen Wachstums

Hinsichtlich Einsaat und Aufzucht zeigt sich Schnittlauch besonders umgänglich und anspruchslos. So, wie er im Freiland zu gegebener Zeit schlicht direkt in das Erdreich eingesät wird, so kann das Säen auch im Innenraum direkt in den angedachten Pflanztopf erfolgen. Die Samen sollten für eine dauerhaft gleichbleibende Feuchte und somit gute Keimfähigkeit leicht in die Erde eingedrückt werden, oder mit einer dünnen Schicht Erde abgedeckt werden. Ein Umsetzen, Pikieren oder sonstige Pflegemaßnahmen im Laufe des Wuchses sind dagegen nicht erforderlich. Die wichtigste Voraussetzung für eine gute Entwicklung des Schnittlauchs vom Säen bis zur Ernte ist die Gewährleistung gleichbleibender Umgebungsbedingungen und die Bereitstellung von ausreichend Licht, Feuchtigkeit, Nährstoffen und Belüftung.

Schnittlauch,   Allium schoenoprasum

Düngen

Ohne Nährstoffe kein Ertrag

Während sich die Themen Licht, Luft und Feuchtigkeit durch einen bewusst gewählten Standort, sowie eine regelmäßige Pflege der Pflanze gut beherrschen lassen, tritt die Nährstoffversorgung dagegen leicht in den Hintergrund. Denn wo ein trockener Boden im Pflanztopf sofort ins Auge sticht, wird eine Mangelversorgung an Nährstoffen meist erst durch bereits eingetretene Schädigungen des Schnittlauchs erkennbar.

Dass das Nährstoffreservoir im Pflanztopf zudem gegenüber Freilandstandorten deutlich eingeschränkt ist, sollte der qualitativen und quantitativen Nährstoffversorgung der Pflanze durch gezielte Bodenverbesserungen Rechnung getragen werden:

  • Vor der Aussaat: Einarbeiten von Humuserde oder Kompost in die Pflanzerde
  • Während der Aufzucht: regelmäßige, mäßige Gaben von organischem Gemüsedünger, beispielsweise durch Beimengung zum Gießwasser
  • Kalk: bei Verwendung von kalkhaltigem Leitungswasser als Gießwasser meist keine zusätzlichen Gaben erforderlich, bei sehr kalkarmem Wasser vor Aussaat und ein- bis zweimalig während des Wachstums Kalkgaben durch Gartenkalk oder vergleichbare Präparate

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