Schwarzäugige Susanne aussäen: alles zur Anzucht

Schwarzäugige Susanne

Die Schwarzäugige Susanne gehört zu den bekanntesten Kletterpflanzen aus dem südöstlichen Afrika. Die hübsche Blühpflanze ist recht anspruchslos und lässt sich problemlos von Anfängern kultivieren. Aufgrund der simplen Anzucht und langen Blütezeit ist sie populär in Privatgärten und als Kübelpflanze auf Balkonen und Terrassen. Da es sich um eine einjährige Pflanze handelt, wird der Vorgang jährlich wiederholt. Mit der richtigen Vorgehensweise wird das Aussäen von Thunbergia alata zu einem Kinderspiel.

Aussaat: Zeitpunkt

Bevor Sie mit dem Aussäen der Schwarzäugigen Susanne beginnen können, müssen Sie den richtigen Zeitpunkt auswählen. Das Akanthusgewächs (bot. Acanthaceae) stammt nicht aus Mitteleuropa, sondern dem warmen Südostafrika, was eine Aussaat ins Freiland nicht möglich macht. Sie müssen die attraktive Kletterpflanze im Haus vorziehen. Für genau diesen Zweck gibt es zwei Termine, die abhängig von der Verfügbarkeit eines Mini-Gewächshauses sind:

  • Mitte bis Ende Januar mit Mini-Gewächshaus
  • Anfang März ohne Mini-Gewächshaus

Die Art gehört zu den Pflanzen, die über einen langen Zeitraum in den hiesigen Breitengraden im Haus vorgezogen werden muss. Grund dafür sind die niedrigen Temperaturen über den Frühling und die Gefahr auf Spätfröste, was den Jungpflanzen stark zusetzen würde. Darum wird eine Schwarzäugige Susanne in den meisten Fällen einjährig gehalten, begeistert aber bis in den Herbst mit ihrer Blütenpracht. Bis zur Blütenbildung dauert es stolze vier Monate, was die frühe Aussaat erklärt.

Hinweis: Alternativ können Sie das Saatgut nach den Eisheiligen direkt ins Freiland aussäen, wenn Sie deutlich länger auf die Blüte warten können. In diesem Fall zeigt sie bis in den Spätsommer nicht ihre Blüten, behält diese aber dafür bis zum Winteranfang.

Standort

Die Schwarzäugige Susanne benötigt einen optimalen Standort, damit die Samen nach dem Aussäen effektiv keimen können. Da es sich bei der Pflanze um einen Dunkelkeimer handelt, ist das Saatgut in keiner Form auf Licht angewiesen, was die Anzucht in vielen Formen erleichtert. Sie können die Anzuchtgefäße nach der Vorbereitung an einem dunklen Standort platzieren, der idealerweise 20°C warm sein sollte. Sobald erste Keimlinge zu sehen sind, muss der Standort etwas angepasst werden. Ab diesem Zeitpunkt ist der Platz an einem hellen Fenster ohne direkte Mittagssonne notwendig bis Sie die junge Schwarzäugige Susanne auspflanzen. Achten Sie darauf, dass die Keimlinge nicht zugig stehen, da die Art diese Umstände nicht verträgt.

Schwarzäugige Susanne

Anzucht: Vorgehen

Sobald Sie sich für einen Termin entschieden haben, können Sie mit dem Aussäen der Samen in Pflanzgefäße beginnen. Das Vorgehen ist nicht aufwendig und lässt sich selbst von Anfängern problemlos umsetzen, da die Schwarzäugige Susanne anspruchslos in Bezug auf das Substrat ist. Sie benötigen:

  • Pflanzgefäße
  • hochwertige Anzuchterde
  • Sand
  • Klarsichtfolie oder Mini-Gewächshaus
  • Sprühflasche

Bei der Auswahl der Pflanzgefäße sollten Sie folgenden Punkte beachten:

  • Material: Ton, Kunststoff
  • Durchmesser: 10 bis 12 cm
  • nicht zu hoch

Da die einzelnen Samen etwas Platz benötigen, sollten Sie keine zu kleinen Töpfe verwenden. Die Schwarzäugige Susanne bildet ein extensives Wurzelwerk aus, durch das sie genügend Kraft aufbauen kann, um in die Höhe zu wachsen. Haben Sie alle notwendigen Materialien und Utensilien zur Hand, geht es an die Anzucht. Das Vorgehen gelingt auf die folgende Weise:

  • Töpfe mit Anzuchterde füllen
  • Anzuchterde bis 2 cm unter den Rand
  • max. 5 Samen pro Topf
  • Samen auf das Substrat legen
  • Abstand zwischen den Samen einhalten
  • 1 cm Sand- oder Substratschicht auf die Samen
  • das entspricht der Aussaattiefe
  • vorsichtig mit Fingern andrücken
  • Hohlräume werden dadurch verdichtet
  • mit Sprühflasche anfeuchten

Das Aussäen der schwarzäugigen Susanne ist hiermit aber noch nicht beendet. Abhängig davon, ob Sie ein Mini-Gewächshaus haben oder nicht, müssen Sie auf unterschiedliche Weise vorgehen. Wenn Sie in Besitz eines Mini-Gewächshauses sind, platzieren Sie die Anzuchtgefäße in diesem. Falls Sie keines besitzen, decken Sie die Töpfe mit Klarsichtfolie ab. Durch die Folie wird verhindert, dass die Samen aufgrund zu niedriger Luftfeuchtigkeit austrocknen und nicht keimen. In den nächsten zwei bis drei Wochen ist es nun wichtig, die Erde ausreichend feucht zu halten. Dafür prüfen Sie das Substrat täglich auf Trockenheit und feuchten dieses nach Notwendigkeit an.

Tipp: Saatgut für die Schwarzäugige Susanne können Sie entweder im Handel erwerben oder von eigenen Exemplaren sammeln, die Sie oder Ihre Bekannten besitzen. Dafür lassen Sie die welken Blüten stehen und zu Samenkapseln reifen, die Sie anschließend ernten können.

Pikieren und Auspflanzen

Schwarzäugige Susanne

Die ersten Keimlinge sollten nach maximal drei Wochen erscheinen. Wundern Sie sich nicht über eine geringe Anzahl von Keimlingen, die Schwarzäugige Susanne ist berüchtigt dafür, sehr unregelmäßig zu keimen. Sobald sich die Keimlinge zeigen, vereinzeln Sie diese. Pro Topf sollten maximal drei Keimlinge verwendet werden, da es sonst zu Platzmangel kommt. Verwenden Sie hierfür hochwertige Einheitserde, da die Pflänzchen noch nicht so viele Nährstoffe benötigen. Beim Pikieren wählen Sie ausschließlich die kräftigsten Exemplare aus. Während der Zeit bis nach den Eisheiligen müssen Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Rankhilfe verwenden
  • Erde feucht halten
  • vor Mittagssonne schützen
  • in regelmäßigen Abständen pinzieren
  • nach etwa 8 Wochen Flüssigdünger verabreichen

Ab Mitte April werden die Pflanzen abgehärtet. Das heißt, Sie stellen diese bei gutem Wetter auf den Balkon oder die Terrasse, damit sich die Pflänzchen ein wenig an die Außenwelt gewöhnen können und robuster werden. Das Auspflanzen oder Umtopfen in die endgültigen Gefäße ist nach den Eisheiligen möglich. Im Topf wird eine der folgenden Erden für die Schwarzäugige Susanne
verwendet:

  • Pflanzenerde
  • Geranienerde
  • Kübelpflanzenerde

Achten Sie auch hier auf eine hochwertige Qualität, da die Thunbergia alata somit deutlich besser wächst. Im Freiland sollte nur ausreichend humose Erde vorhanden sein. Ebenfalls ist es wichtig, dass der Standort windgeschützt ist, da die Kletterpflanze schnell vom Wind erfasst wird.

Tipp: Es finden sich unterschiedliche Rankhilfen für Thunbergia alata, die Sie als Stütze für das Gewächs verwenden können. Besonders gut geeignet sind robuste Schnüre, Rosenstäbe, Bambusstöcke oder sogar Äste sein, die selbst gut in der Erde befestigt werden müssen, um der Pflanze genügend Halt zu bieten.