Bevor Funkien (Hosta) als Blattschmuckstaude im Garten beliebt wurden, besiedelten sie die Wälder Japans. Hier heißen die Gewächse Urui und zählen zum Berg-Gemüse. Ihre Nutzung ist größtenteils in Vergessenheit geraten. Ihr erfahren Sie, ob Funkien giftig sind für Mensch und Tier.

Inhaltsstoffe

Die grünen Pflanzenteile der Funkien sind reich an Vitamin C und Kohlenhydraten. Sie gehören zu den Spargelgewächsen und werden als nicht giftig für den Menschen eingestuft. Im asiatischen Raum blickt die Pflanze auf eine lange Küchentradition zurück. Hier werden Blätter, Blüten und junge Triebe verschiedenartig zubereitet und als Delikatesse angeboten. Der Botanische Garten von Montreal stuft alle rund 45 Arten als essbar ein. Katzen und Hunde sollten dennoch nicht an den Pflanzenteilen knabbern, denn mit zunehmendem Alter steigt der Gehalt an Saponinen in den Blättern. Diese Stoffe können giftig für die Haustiere sein, denn sie reizen die Schleimhäute und beeinflussen das zentrale Nervensystem. Während beim Menschen keine schweren Vergiftungen durch eine erhöhte Aufnahme von Saponinen auftreten, können Haustiere wie Katzen unter Erbrechen oder Durchfall leiden und im schlimmsten Fall sterben.

Hinweis: Funkien sind durch ihre spiralig angeordneten und grundständigen Laubblättern eindeutig zu erkennen und können nicht mit anderen Arten verwechselt werden, die giftig sind.

Triebe

Die jungen Sprosse, die im Frühjahr aus dem Boden schießen, zeichnen sich durch wenig Fasern aus. Sie eignen sich ideal für die Zubereitung und können roh in Salaten verzehrt oder als Spinatgemüse gedämpft werden. Der Geschmack variiert von Sorte zu Sorte und erinnert grob an eine Mischung aus Spargel und Frühlingszwiebel. Frisch verzehrt ähnelt die Konsistenz dem knackigen Biss von Eisbergsalat. Hosta montana ‚Aureomarginata‘ ist schon früh im Jahr essbar, denn die Funkie treibt einige Zeit vor ihren Verwandten aus. Die ineinander geschachtelten Blätter, die den Spross bilden, zeichnen sich durch unterschiedliche Aromen aus:

Funkien-Blüte

  • je jünger die Triebe, desto zarter und milder
  • äußere, oft rosafarbene Blätter sind bitter
  • innere, helle bis weiße Blätter haben eine dezente Bitterkeit

Tipp: In Sesamöl angebraten und mit etwas Sojasauce und einer Prise braunen Zucker verfeinert schmecken die Sprosse hervorragend.

Blätter

Auch wenn sich die Blätter entfalten, können diese weiter verarbeitet werden. Diese eignen sich für Wokgemüse oder zum Dünsten. Gehackte Blätter werden Smoothies, Suppen oder Eintöpfen beigefügt. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Fasern zu. Das Laub wird härter und die Konzentration an Bitterstoffen steigt. Die Funkien der Sieboldii-Gruppe entwickeln dünne und zarte Blätter, die nicht allzu faserig sind.

Funkien - Hosta

Blüten

Vielseitig verwendbar sind die Blüten der Funkien, die in Japan frittiert und zu Reisgerichten gereicht werden. Lilafarbene Blüten verfärben sich nach dem Zubereiten bläulich und sehen appetitlicher aus als helle Blüten. Letztere eignen sich verzuckert als Beigabe zu Marmeladen oder als Dekoration in Salaten. Je intensiver die Blüten duften, desto aromatischer ist der Geschmack der Kronblätter und Blütenorgane. Eine Konservierungsmethode bietet das Einlegen in Essig und Öl.

Funkien - Hosta

  • Hosta plantaginea var. grandiflora: auffallend große Blüten mit intensivem Duft
  • Hosta plantaginea ‚Guacamole‘: hellviolette Blüten mit mittelstarkem Duft
  • Hosta ventricosa: dunkelviolette Blüten eignen sich zum Frittieren
  • Hosta sieboldiana ‚Grünschnabel‘: weiße Blüten besonders duftend und aromatisch

Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Hosta
https://www.wissenschaft.de/allgemein/toedliche-versuchung/