Sind Maiglöckchen giftig? Ja – alle Infos für Kinder und Haustiere

Maiglöckchen sind giftige Pflanzen

Sie zeigen im Frühjahr wunderschöne weiße Blüten, die in ihrer Form an die Haube einer Nonne oder Magd erinnern: Maiglöckchen (lat. Convallaria majalis). Die Pflanze stammt aus der Familie der Spargelgewächse und kommt in fast ganz Europa vor. Die Pflanzen wachsen vor allem in Buchen- und sommergrünen Eichenwäldern, man findet die Pflanze jedoch auch an Wegesrändern oder sogar in Gärten.

Maiglöckchen

So schön und duftend die kleinen Pflänzchen mit ihren Blüten und später mit den roten Beeren auch sein mögen, leider sind sie sehr giftig und stellen damit für Mensch und Tier eine ernste gesundheitliche Gefahr dar. Nähere Details zu Vorkommen und Inhaltsstoffen des Maiglöckchens finden sich in allen gängigen Natur- und Pflanzenführern.

Giftigkeit

Welche Teile der Pflanze giftig sind

Beim Maiglöckchen sind alle Bestandteile giftig, von den Stängeln und den Blättern über die Wurzeln bis zu den Blüten und den Beeren. Die Gifte verschwinden auch nicht beim Trocknen der Pflanze. Zu Vergiftungen im Zusammenhang mit der Pflanze kann es deshalb relativ schnell kommen. Es besteht die Gefahr, dass vor allem Kinder die Gifte über den Mund aufnehmen, indem sie die Blüten und später die roten Beeren in den Mund stecken, dazu gehört auch die Berührung mit den Händen und deren späterer Kontakt mit dem Mund.

Der einzige Vorteil an einer eventuellen Vergiftung mit den Bestandteilen des Maiglöckchens ist, dass der Körper die Gifte nur in sehr geringer Menge aufnehmen kann und dass Kinder meist nur einen kleinen Teil der Pflanzen verkosten wollen, weil sie einfach neugierig auf den Geschmack sind. Damit ist auch die aufgenommene Menge an Giftstoffen gering. Dadurch bleiben Vergiftungen zwar unangenehm, in den meisten Fällen gehen sie jedoch glimpflich aus.

Maiglöckchen sind sehr giftig

Giftstoffe

Welche Gifte die Pflanzen enthalten

Maiglöckchen enthalten Glykoside vom Cardenolidtyp, die eine starke Reaktion des Herzens hervorrufen. Die höchste Konzentration an Glykosiden ist in den Blüten und den Samen der Pflanze zu finden. Genau deshalb war die Pflanze übrigens bereits in früheren Jahrhunderten als Mittel gegen Herzbeschwerden beliebt. Das Maiglöckchen wurde früher Salus Mundi, Heil der Welt, genannt und stellte sogar eine Weile das Berufsemblem der Ärzte dar. Heute gibt es wieder verschiedene Medikamente, die eine für den Körper verträgliche Dosis an Bestandteilen der Pflanzen enthalten. Die meisten Arzneimittel werden bei Beschwerden des Herzens wie unter anderem bei Herzrhythmusstörungen verabreicht. Die empfohlene Dosis muss genau eingehalten werden.

Gesundheitsrisiko

Die gesundheitlichen Risiken für Menschen

Für Menschen

Die ersten Anzeichen einer Vergiftung durch Bestandteile des Maiglöckchens können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Dazu gesellen sich meist Schwindel oder Benommenheit, Krämpfe des Magen-Darm-Bereiches sowie sogar Sehstörungen. Je nach Stärke der Vergiftung und körperlicher Konstitution des Betroffenen kann es zu einer Herzschwäche, einer Pulsverlangsamung sowie zu Herzrhythmusstörungen kommen. In besonders schlimmen Fällen kann es nach dem Verzehr von Bestandteilen des Maiglöckchens sogar zu einer tödlichen Vergiftung kommen.

Sammeln von Bärlauch:

  • Gefahr durch Verwechseln der Blätter mit denen des Maiglöckchens

Maiglöckchenblätter können mit Bärlauchblättern verwechselt werden

Eine hohe Verwechslungsgefahr besteht übrigens beim Sammeln von Bärlauch. Da das Maiglöckchen genau wie die Herbstzeitlose und eben der Bärlauch zur selben Zeit blühen, kann es zu einer Verwechslung der sehr ähnlich aussehenden Blätter dieser Pflanzen kommen. Im Gegensatz zu Bärlauch sind Maiglöckchen sowie Herbstzeitlose giftig. Im Zweifelsfall sollte deshalb die Knolle mit ausgegraben werden, da man an ihr genau bestimmen kann, um welche der drei Pflanzen es sich handelt. Eine gute Idee ist auch der Besuch bei einer kräuterkundigen Person, bevor der vermeintliche Bärlauch weiterverarbeitet wird. Fachleute kennen sich mit dem Aussehen der Pflanzen genau aus.

Die richtige Reaktion bei Berührung oder Verzehr

Bei einem Kontakt mit den giftigen Maiglöckchen reicht es auf keinen Fall aus, nur die Hände zu waschen und den Mund mit Wasser auszuspülen. Egal, ob es Kinder oder Erwachsene betrifft, es muss sofort der Notarzt gerufen werden. Gegebenenfalls ist die Giftinformationszentrale zu informieren. Bis zum Eintreffen des Notarztes sind die lebenswichtigen Funktionen des Körpers wie der Puls und die Atmung laufend zu kontrollieren. Wer medizinische Kohle im Haushalt hat, kann diese dem Betroffenen als erste schnelle Maßnahme gegen die Vergiftung geben. Weitere Tipps und Hinweise gibt es bei der Giftinformationszentrale Gizbonn.de oder auch bei der Apotheken Umschau.

Für Haustiere

Welche Risiken bestehen für Tiere wie Katzen und Hunde

Genau wie es für Menschen gefährlich ist, mit den Bestandteilen des Maiglöckchens in Kontakt zu kommen, ist dies auch bei Haustiere wie Hunden oder Katzen der Fall. Die Pflanzen sind für Tiere ebenfalls giftig. Gerade junge Tiere mit ihrem ausgeprägten Spiel- und Entdeckertrieb schnuppern und kosten gern an allem, was sich in der Natur bietet. Es ist deshalb empfehlenswert, den Garten und die nähere Umgebung nach den Pflanzen abzusuchen und diese vielleicht sogar rechtzeitig an einen sichereren Ort umzusetzen.

Maiglöckchen sind in ihren Pflanzenteilen giftig

Haben Hunde oder Katzen Bestandteile des Maiglöckchens gefressen, können die gleichen Symptome wie bei den Menschen auftreten: Durchfall oder Erbrechen, Übelkeit, Schwindelanfälle und sogar Krämpfe sind Anzeichen einer Vergiftung und müssen auf schnellem Weg durch einen Veterinärmediziner behandelt werden. Vergiftungsfälle bei Haustieren sind ebenfalls an die Giftinformationszentrale zu melden. Weitere Informationen über Vergiftungen bei Tieren finden Sie unter anderem bei Snauz.de, dem Onlinemagazin über Tiere.

Für Kinder

Weitere Tipps für junge Eltern

Viele Familien wünschen sich heute einen Garten für die Kinder sowie auch eine Möglichkeit, Gemüse und Obst anzubauen und sich damit den Traum vom eigenen Gärtnern zu erfüllen. Bevor es mit den Gartenarbeiten beginnt, sollte die neue Umgebung nach giftigen Pflanzen abgesucht werden. Am besten ist es, den Garten das gesamte Jahr über zu beobachten und ihn so kennenzulernen. Eventuelle giftige Pflanzen wie das Maiglöckchen können so rechtzeitig entdeckt und gegebenenfalls ausgegraben und an einen sicheren Ort umgesetzt werden. Damit es gar nicht erst zu einem Kontakt mit der Pflanze kommt.

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