Sind Tulpen giftig? Risiken durch Tulpenblüten für Mensch und Tier

Tulpen, Tulipa
Tulpen, Tulipa

Farbenfroh, anmutig sowie zeitlos elegant: Tulpen sind dekorative Frühlingsboten, die Blumenliebhaber auf der ganzen Welt begeistern. Die prachtvollen Pflanzen, die ursprünglich aus Südeuropa und Asien stammen, zieren Gärten, Balkone oder Terrassen. Eine Frage sorgt jedoch für Verunsicherung: Sind Tulpen giftig? Schließlich werden gerade Eltern und Tierbesitzer häufig vor dieser Blumengattung gewarnt. Wir haben die wichtigsten Informationen über die Tulpe übersichtlich zusammengefasst und verraten Ihnen, ob eine ernsthafte Gefahr von dieser Gartenschönheit ausgeht.

Giftigkeit

Die Tulpe – in allen Pflanzenteilen giftig

Tulpen sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch in allen Teilen giftig. Zwiebel, Stängel sowie Blütenblätter enthalten gesundheitsschädliche Tuliposide, die sowohl Hautreizungen als auch akute Vergiftungserscheinungen auslösen. Ein längerer Hautkontakt mit Tulpenblüten oder anderen Pflanzenteilen kann ekzematöse Veränderungen, Juckreiz sowie Rötungen verursachen. In Einzelfällen entstehen sogar schmerzhafte Schwellungen oder kleine Hautrisse. Tipp: Verwenden Sie beim Einsetzen von Tulpenzwiebeln stets Gartenhandschuhe. Nach einem direkten Hautkontakt sollten Sie die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser abwaschen.

Verwechslungsgefahr

Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Tulpenzwiebel oder Speisezwiebel?

Tulpenzwiebeln, die eine besonders starke Giftkonzentration aufweisen, sehen unserer Speisezwiebel zum Verwechseln ähnlich. Werden sie unabsichtlich von Kindern oder Erwachsenen verzehrt, sind folgende Symptome zu befürchten.

  • gesteigerter Speichelflus
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Schock
  • Apathie
  • Abfall der Körpertemperatur

Tulpenzwiebeln von Tulpenpflanzen

Pflanzenteile

In seltenen Fällen kann das ungewollte Verschlucken der Tulpenzwiebel sogar einen lebensbedrohlichen Kreislauf- oder Atemstillstand zur Folge haben. Tulpenblätter sind zwar weniger giftig als Tulpenzwiebeln, können jedoch bei Kindern, Senioren oder Haustieren starke Magen- und Darmbeschwerden auslösen. Aus diesem Grund sollten die Blüten der Tulpe keinesfalls als Tischdekoration verwendet oder in der Küche aufbewahrt werden. Sie möchten nicht auf bunte Blumenarrangements auf Ihrem Esstisch verzichten? Dann können Sie sich bedenkenlos für essbare Blüten wie Rosen, Veilchen oder Gänseblümchen entscheiden, die das Auge erfreuen und garantiert keine giftigen Stoffe enthalten.

Blüte

Tulpenblüten – Giftigkeit für Hunde, Katzen und Nagetiere

Blüten, Stängel und Zwiebel einer Tulpe sind nicht nur für Menschen, sondern auch für unsere Haustiere ungenießbar. Da Tulpen ihre Giftstoffe an das Blumenwasser abgeben, kann selbst das Trinken aus Untersetzern oder Vasen akute Magenprobleme auslösen. Haustiere, die ausgiebig an Tulpenblüten geknabbert haben, zeigen typische Vergiftungsanzeichen wie die Folgenden.

  • Speichelfluss
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Nahrungsverweigerung

Vergiftungsgefährdet sind vor allem Nagetiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster, die mit Vorliebe saftige Pflanzen verzehren. Aber auch Hunde und Katzen müssen von der Tulpe und ihren Blüten ferngehalten werden.

Blätter von Tulpenpflanzen

Vorbeugung

Gezielte Vorbeugung schützt vor gesundheitlichen Problemen

Wenn Sie Tulpen in Ihrem Garten einpflanzen oder zurückschneiden möchten, sollten Sie dies nur mit geeigneter Schutzausrüstung erledigen. Tragen Sie Handschuhe sowie langärmelige Kleidung, um einen unerwünschten Hautkontakt zu vermeiden. Haben Sie kleine Kinder, die gerne bunte Blumen pflücken? Oder besitzen Sie Haustiere, die sich frei im Garten bewegen? Dann sollten Sie besser kein Risiko eingehen und komplett auf giftige Pflanzen verzichten. Wir dürfen Ihnen versichern, dass es zahlreiche ungiftige Alternativen gibt, die Garten oder Terrasse in eine blühende Oase verwandeln. Tipp: Rose, Flieder, Jasmin sowie Hortensie sind nicht nur eine Bereicherung für jede Grünfläche, sondern auch absolut ungefährlich für Mensch und Tier. Suchen Sie weitere ungiftige Blühpflanzen für Ihr Eigenheim? Gärtnereien oder Blumengroßmärkte halten ganzjährig eine riesige Auswahl für Pflanzenfreunde bereit.

Erste Hilfe

Erste Hilfe bei Vergiftungen

Hautrötungen und -reizungen, die durch einen direkten Kontakt mit der Tulpe ausgelöst wurden, heilen meist ohne Behandlung ab. Haben Ihre Kinder oder Haustiere in einem unbeobachteten Moment an einem Tulpenblatt geknabbert und lediglich ein winziges Stück davon verschluckt, können Sie ihnen reichlich Wasser zu trinken geben oder Aktivkohle verabreichen, um die Schadstoffe zu neutralisieren. Besteht hingegen der Verdacht, dass größere Mengen aufgenommen wurden, muss unverzüglich ein Arzt oder Veterinär kontaktiert werden. Das medizinisch geschulte Fachpersonal wird im Einzelfall entscheiden, welche Behandlungsschritte einzuleiten sind.

Tulpen können Vergiftungserscheinungen auslösen

Fazit: Tulpen sind giftig für Mensch und Tier

Die Giftigkeit der Tulpe ist nicht von der Hand zu weisen und kann eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit darstellen. Bereits ein einmaliger Hautkontakt mit der Tulpenzwiebel oder den Tulpenblättern kann schmerzhafte Reizungen auslösen. Der unabsichtliche Verzehr dieser Pflanzenteile löst akute Vergiftungssymptome aus und erfordert meist eine ärztliche Behandlung. Nähern Sie sich den farbenfrohen Frühlingsblühern aus diesem Grund stets mit gebotener Vorsicht. Familien mit Kleinkindern oder Tierbesitzer sollten hingegen komplett auf Tulpen verzichten und ihr Zuhause vorzugsweise mit ungiftigen Blumen schmücken.

Quellen:

http://www.gizbonn.de/233.0.html

http://www.botanikus.de/Gift/tulpe.html

https://www.garten-treffpunkt.de/lexikon/pflanzengifte.aspx

http://www.alte-sonnen-apotheke.de/tipps-fuer-haus-und-garten/ungiftige-gartenpflanzen.html

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