Eingerollte Blätter am Sommerflieder versetzen den Gärtner in Alarmbereitschaft. Mit diesem Gebaren signalisiert das opulente Blütengehölz, dass die Rahmenbedingungen aus dem Gleichgewicht geraten sind. Mannigfaltige Ursachen können das häufige Schadbild hervorrufen. Die Bandbreite möglicher Auslöser erstreckt sich von Frostschäden über Pflegefehler bis zu Schädlingsbefall. Eine schrittweise Analyse im Ausschlussverfahren führt zur Lösung für das Problem. Lesen Sie in diesem Leitfaden 5 Lösungsansätze. Das ist zu tun, wenn am Buddleja die Blätter einrollen.

Schmetterlingsflieder Blätter rollen sich ein

Sommerflieder begeistert als reich verzweigter, sommergrüner Strauch mit trichterförmiger Statur. Charakteristisch sind straff aufrechte Haupttriebe, deren Seitenzweige malerisch überhängen. Premium-Sorten für den Garten strecken sich bis zu 400 Zentimeter gen Himmel. Zwerg-Sorten verharren auf einer Höhe von 60 bis 100 Zentimetern, ideal für die Kultivierung im Kübel. Von Juli bis Oktober ziert das Blütengehölz Beet und Balkon mit großen, gebogenen Blütenrispen, die Schmetterlinge, Bienen und Hummeln magisch anziehen. Dieser Eigenschaft verdankt Buddleja seinen zweiten Namen Schmetterlingsflieder.

Das sommerliche Blütenmärchen ist darauf angewiesen, dass eine ganze Schar lanzettförmiger Blätter die Versorgung sicherstellt. Die bis zu 10 Zentimeter langen, spitz zulaufenden Blätter erscheinen pünktlich zum Beginn der diesjährigen Vegetationsperiode und ebnen den Weg für das kommende Blütenfestival. Rollen Blätter am Sommerflieder vor oder während der Blütezeit ein, besteht dringender Handlungsbedarf. Denn ohne sein Laubgewand mangelt es dem Ziergehölz an Leistungsvermögen für das Wachstum der bis zu 30 Zentimeter langen Blütenrispen.

Sommerflieder, Buddleja
Sommerflieder, Buddleja

Ursachen & Maßnahmen

Frostschaden

Wenn Sommerflieder sein Laub austreibt, schwebt die Gefahr verspäteter Bodenfröste wie ein Damoklesschwert über dem Strauch. Eine einzige frostige Nacht genügt, um am jungen Blättergewand erheblichen Schaden anzurichten. Rollen lediglich die Blattränder ein, besteht noch kein Grund zur Beunruhigung. Mit dieser Strategie schützt sich ein Schmetterlingsflieder aus eigener Kraft gegen Frost und kalten Ostwind. Sobald sich das Wetter dem Kalender anpasst, rollen die Blattränder wieder aus. Strenger oder lange anhaltender Frost lässt dem jungen Laub hingegen keine Überlebenschance. Typisches Schadbild sind stark eingerollte, schlaff herabhängende und eingetrocknete Blätter. Lösung für das Problem ist ein gezielter Rückschnitt bis ins gesunde Holz. So gelingt es:

  • Sommerflieder mit Frostschaden im Juni zurückschneiden
  • Triebe mit erfrorenen Blättern einkürzen bis ins gesunde Holz
  • Scherenklingen ansetzen in wenigen Millimetern Abstand zu einer Knospe oder gesundem Blatt

Mit einem Vitalitätstest ermitteln Sie den Übergang vom beschädigten zum gesunden Holz. Kratzen Sie mit Fingernagel oder Messerspitze ein wenig Rinde ab. Tritt trockenes, braunes Gewebe hervor, befinden Sie sich im abgestorbenen Triebbereich. Helles, grünes Gewebe signalisiert, dass an dieser Stelle das florale Leben pulsiert. Buddleja ist ausgestattet mit einer gutmütigen Schnittverträglichkeit. Sehen Sie sich gezwungen zu einem radikalen Rückschnitt, treibt der Strauch dennoch willig wieder aus, solange Stummel mit einigen Knospen, Blättern oder schlafenden Augen übrig bleiben.

Trockenstress

Sommerlicher Trockenstress zählt zu den häufigsten Ursachen für eingerollte Blattspreite am Schmetterlingsflieder. Primär betroffen sind junge Sträucher, deren Wurzelsystem sich noch im Aufbau befindet. Fällt über längere Zeit kein Regen, bleiben ältere Exemplare von dem Schadbild ebenfalls nicht verschont. Rollt der Sommerflieder inmitten der Blütezeit die Blätter ein, möchte er durchdringend gegossen werden. Das gilt für Sträucher im Beet und Kübel gleichermaßen. So machen Sie es richtig:

  • Bester Zeitpunkt ist am frühen Morgen oder nach Sonnenuntergang
  • Gießkanne befüllen mit Leitungswasser
  • Brausekopf von der Kannentülle abziehen
  • Unmittelbar auf die Wurzelscheibe gießen, ohne Laub oder Blüten zu benetzen

Bilden sich im Beet kleine Pfützen, wird der Gießvorgang beendet, damit sich keine Staunässe bildet. Im Kübel ist der Wasserbedarf gedeckt, wenn erste Tropfen aus der Bodenöffnung laufen. Vermeiden Sie bitte einen gezielten Beschuss Ihres Sommerflieders mit dem Wasserschlauch. Feuchte Blätter rollen sich nicht schneller wieder auf, sondern bieten in erster Linie Krankheiten und Schädlingen eine ideale Angriffsfläche.

Tipp: Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) blüht am schönsten an seinen diesjährigen Trieben. Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr gehört daher zum obligatorischen Pflegeprogramm. Wechselblättriger Sommerflieder (Buddleja alternifolia) blüht an vorjährigen Trieben und wird von Zeit zu Zeit ein wenig ausgelichtet.

Schmetterlingsflieder

Befall mit schädlichen Bodenpilzen

Können Sie mit Frostschaden und Trockenstress die beiden häufigsten Ursachen ausschließen, richtet sich der Blick auf den Wurzelbereich. Schmetterlingsflieder rollen Blätter ein, wenn kranke Wurzelstränge ihre Arbeit einstellen. Im Fokus steht der Wurzelpilz Pythium. Die Eipilz-Art ist eng verwandt mit den Erregern gefürchteter Krankheiten, wie Mehltau oder Schwarzbeinigkeit. Fatalerweise treibt Pythium stets unterirdisch sein Unwesen, sodass Sie einen Befall erst mithilfe von Folgeerscheinungen entdecken, wie eingerollten Blatträndern. Alle bedeutenden Zierpflanzen zählen zum Wirtspflanzenkreis, sodass Sommerflieder nicht verschont bleibt. Der Verdacht erhärtet sich, wenn weitere Symptome hinzukommen, wie Welkeerscheinungen, vergilbtes Laub und abgelöste Rindenpartien.

Für die Bekämpfung von Wurzelpilzen an Schmetterlingsflieder stehen bislang keine Fungizide zur Verfügung. Herkömmliche Spritzmittel gegen Pilzinfektion erzielen keine nennenswerten Resultate. Im frühen Stadium besteht jedoch die Option biologischer Bekämpfungsmethoden. Ziel sind sonnigere, trockenere Rahmenbedingungen, die Pythium-Erregern die Lebensgrundlage entziehen. In der Gartenpraxis bewährte Vorgehensweisen haben wir im Folgenden für Sie zusammengetragen:

  • Boden und Substrat etwas trockener halten
  • Schwere, feuchte Erde mit Sand anreichern
  • Schattenwerfende Pflanznachbarn zurückschneiden
  • Kübelpflanzen an einen sonnigeren Standort umsiedeln
  • Wiederholt mit Ackerschachtelhalm-Sud wässern zwecks Stärkung der Abwehrkräfte

Für den ökologisch bewirtschafteten Hausgarten bietet der Fachhandel ein biologisches Spritzmittel an. Prestop von Biofa enthält natürliche Gegenspieler von Pythium und verzichten dabei auf chemische Inhaltsstoffe. Spezielle Bakterien und Pilze parasitieren den Erreger und unterbinden das weitere Wachstum. Belastbare Erfahrungswerte über die Schlagkraft des Biopräparates werden derzeit noch gesammelt.

Blattläuse

Wenn Sie Ihren Sommerflieder auf Ursachen für eingerollte Blätter untersuchen, sollte eine Lupe griffbereit sein. Laubgehölze rollen ihre Blattspreite häufig ein als Abwehrreaktion auf Blattläuse. Die winzigen Schädlinge besiedeln dabei vorzugsweise die Blattunterseiten, um sich am Pflanzensaft zu laben. An den Zapfstellen hinterlassen sie kleine gelbe Flecken, die ebenfalls mit bloßem Auge schwer zu erkennen sind. Sind Sie Blattläusen auf die Spur gekommen, steht ein bewährtes Hausmittel als Lösung für das Problem bereit. So gelingt es:

  • Vorab den betroffenen Strauch abbrausen mit möglichst kräftigem Wasserstrahl
  • Beeterde mit Folie vor übermäßiger Nässe schützen
  • Kübel mit Wurzelballen in einen Plastiksack packen
  • 1 l Wasser erwärmen und darin 30-40 g reine Kernseife auflösen
  • Idealerweise einige Spritzer Spiritus hinzufügen
  • Abgekühlte Seifenlösung in einen Hand- oder Drucksprüher füllen
Blattlaus-Befall
Blattlaus-Befall

Besprühen Sie den Blattlaus-befallenen Schmetterlingsflieder dabei alle 3 Tage mit Seifenlösung. Behandeln Sie die Ober- und Unterseiten gleichermaßen. Wenden Sie das Hausmittel bitte nur an, wenn keine Sonnenstrahlen auf den Strauch treffen.

Wühlmäuse

Treiben sich Wühlmäuse in Ihrem Garten herum, stehen dabei die saftigen Wurzeln eines Sommerflieders ganz oben auf der Speisekarte. Konnten Sie alle genannten Ursachen als nicht zutreffend verwerfen, rücken die gefräßigen Nager ins Visier. Angeknabberte Wurzelstränge transportieren keine oder sehr geringe Mengen an Wasser und Nährstoffen in Richtung des Laubs. Infolge der eingeschränkten Versorgung rollen die Blätter ein. Statt sich wochenlanger Bekämpfungsstrategien zu widmen, bringen Sie den Wurzelballen in Sicherheit. So geht es:

  • Wurzelscheibe mit scharfem Spaten abstechen
  • Radius entspricht der Hälfte bis zwei Drittel der Wuchshöhe
  • Wurzelballen aus dem Boden heben
  • Grube auskleiden mit Wühlmausdraht oder Wühlmauskorb
  • Schmetterlingsflieder erneut einpflanzen und großzügig angießen

Umpflanzen ist eine effektive Lösung für das Wühlmaus-Problem, wenn der betreffende Sommerflieder fünf Jahre und jünger ist. Ältere Sträucher verkraften die Prozedur jedoch selten unbeschadet. Greifen Sie stattdessen auf bewährte Strategien zurück, um die Schädlinge dauerhaft zu vergrämen. Beispielsweise starke Gerüche können feine Wühlmausnasen nicht ertragen. Begasen mit Rauch-Kartuschen aus Lavadinöl vertreibt die Nager auf Nimmerwiedersehen. Eine Mischung aus Thuja-Pflanzenjauche und Rizinusöl erzielt ebenso gute Vergrämungserfolge. Haben die Schädlinge erst einmal das Weite gesucht, erholen sich die Wurzeln rasch und eingerollte Blätter am Sommerflieder gehören der Vergangenheit an.

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