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Sommerflieder erfroren: so reagieren Sie richtig

Sommerflieder erfroren

Sommerflieder sind mehrjährige Zierpflanzen, die eigentlich winterhart sind. Trotzdem kann es vorkommen, dass sie nach einem harten Winter Frostschäden zeigen. Das sollten Sie tun, wenn der Sommerflieder erfroren ist.

Auf den Punkt gebracht

  • beim Kauf auf Winterhärte achten
  • Frostschutz für junge und frisch gepflanzte Sträucher notwendig
  • Rückschnitt und Geduld als Rettungsmaßnahmen bei Frostschäden

Sommerflieder

Sommerflieder, auch Schmetterlingsflieder genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Der Gattung werden heute gut 100 Arten zugerechnet. In heimischen Gärten und Parks sind der

  • Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii) und der
  • Wechselblättrige Sommerflieder (Buddleja alternifolia)

am weitesten verbreitet. Von beiden Arten gibt es zahlreiche Sorten, die sich nicht nur im Wuchs und/oder der Blütenfarbe, sondern auch hinsichtlich der Frosthärte unterscheiden. Deshalb sollten Sie bereits beim Kauf darauf achten, ob die gewählte Buddleja-Sorte in Ihrer Region tatsächlich winterhart ist.

Sommerflieder (Buddleja davidii) 'Nanho Blue'
Buddleja davidii ‚Nanho Blue‘ ist nicht nur dekorativ, sondern übersteht auch Temperaturen von bis zu -20°C.
Quelle: Ptelea, Buddleja davidii ‚Nanho Blue‘, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Sommerflieder retten

Ist der Sommerflieder erfroren, setzen sich die Rettungsmaßnahmen aus zwei Schritten zusammen:

  • Ausmaß der Frostschäden feststellen
  • Schäden beheben

Ausmaß der Frostschäden feststellen

Bei diesem Schritt geht es in erster Linie darum, herauszufinden, ob

  • nur die oberirdischen Pflanzenteile oder
  • auch die Wurzeln

durch Frost und Kälte gelitten haben. Ist ersteres der Fall, spricht der Gärtner vom Zurückfrieren des Sommerflieders, tritt letzteres ein, ist der Zierstrauch erfroren und Sie müssen mit einem Totalausfall rechnen.

Zurückfrieren

Frostschäden an den oberirdischen Pflanzenteilen treten beim Sommerflieder immer dann auf, wenn es ihm zu kalt wird.

Schneebedeckter Sommerflieder im Winter

Dieses Wetter kann den Schmetterlingsflieder erfrieren lassen:

  • strenger Winter
  • milder Winter mit kaltem Wintereinbruch im zeitigen Frühjahr
  • unerwarteter Spätfrost mit sehr tiefen Temperaturen

Totalausfall

Das Erfrieren der Wurzeln kommt beim Sommerflieder zum Glück eher selten vor. Gefahr droht

  • bei längeren Frostperioden um die minus 20 Grad Celsius
  • bei Barfrösten (Kälteperioden ohne schützende Schneedecke)

Vitalitätstest

Die Witterung ist zwar ein gutes Indiz, um Frostschäden einzuschätzen, aber für eine genaue Bestimmung sollten Sie einen sogenannten Vitalitätstest machen. Dafür kratzen Sie ein wenig Rinde mit einem scharfen und desinfizierten Messer vom Zweig ab. Ist das darunter liegende Gewebe

  • grün, lebt der Trieb noch
  • braun, ist er erfroren

Hinweis: Entfernen Sie nur so viel Rinde wie nötig, denn mit dem Freilegen des Gewebes verletzen Sie die Pflanze.

Schäden beheben

Damit ihr Sommerflieder wieder fit wird, braucht er einen Rückschnitt. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • lebende (grüne) Triebe auf 30 bis 50 Zentimeter einkürzen
  • erfrorene (braune) Zweige an der Basis abschneiden
Sommerflieder schneiden

Zu welchem Zeitpunkt Sie den Rückschnitt durchführen, hängt von der Ursache und den Witterungsbedingungen in Ihrer Region ab:

  • nach einem strengen Winter (raue Lagen): Ende März / Anfang April
  • in milden Regionen: ab Ende Februar möglich
  • nach einem Spätfrost, wenn keine weiteren mehr zu erwarten sind: sobald das Wetter der Jahreszeit entspricht

Pflege nach dem Rückschnitt

Damit sich Ihr Sommerflieder nach Winterkälte und Rückschnitt wieder erholt, braucht er viel Kraft und Energie. Deswegen verwöhnen Sie ihn nach dem Schneiden wie folgt:

  • mit einer großzügigen Portion Hornspäne und Kompost düngen
  • Düngemittel oberflächlich auf der Wurzelscheibe einarbeiten
  • gießen

Frostschäden vorbeugen

Sommerflieder gelten allgemein als gut winterhart. Allerdings brauchen sie eine gewisse Zeit, bis sie ihre Frosthärte entwickelt haben. So sind sortenunabhängig

  • junge Exemplare (unter fünf Jahren) und
  • frisch gepflanzte ältere Sträucher (weniger als fünf Standjahre)

gefährdet. Damit diese Schmetterlingsflieder den Winter gut überstehen, sollten Sie den unteren Bereich vor Frost und Kälte schützen. Dafür kommt als Frostschutz infrage:

  • eine Mulchschicht
  • eine Schicht Kompost
  • Tannenreisig
Sommerflieder mit Mulchschicht
Rindenmulch ist ein guter Winterschutz für Schmetterlingssträucher.

Hinweis: Wechseln sich im zeitigen Frühjahr milde Tage mit frostigen Nächten ab, können Sie jüngere Sommerflieder nächtens mit einem Pflanzenschutzvlies bedecken.

Häufig gestellte Fragen

Wann soll ich bei einem Totalausfall roden?

Bei einem frostbedingten Totalausfall sollten Sie die Hoffnung nicht gleich aufgeben. Warten Sie mit dem Roden bis Mitte / Ende Juni. Mit etwas Glück treibt der Sommerflieder auch zu diesem späten Zeitpunkt noch aus.

Welcher Winterhärtezone gehören Sommerflieder an?

Schmetterlingsflieder werden je nach Sorte der Winterhärtezone (WHZ) 5, 6 oder 7 zugerechnet. Im besten Fall vertragen sie Temperaturen bis minus 28 Grad Celsius (WHZ 5). Sorten der WHZ 7 halten dagegen nur Temperaturen bis minus 17 Grad Celsius aus. Diese Angaben verstehen sich allerdings nur als Richtwerte, da beim Sommerflieder das Mikroklima ausschlaggebend ist.

Welche Sommerflieder sind besonders winterhart?

Buddleja-Sorten, die nur geringe Winterschäden aufweisen, sind beispielsweise
– Bonnie
– Les Kneale
– Nanho Blue
– Nike
– Sunkissed
– White Wings

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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