Sommerflieder schneiden – Rückschnitt von Schmetterlingsflieder

Sommerflieder schneiden

Er gehört zu einem der prächtigsten Blütensträucher im sommerlichen Garten: der Sommerflieder, auch Schmetterlingsflieder genannt. Ein Rückschnitt des Sommerflieders ist nicht zwingend notwendig, aber dennoch sinnvoll. Denn bei dem wuchsfreudigen Gehölz gilt: Je stärker es zurückgeschnitten wird, umso üppiger fällt die Blütenpracht im Sommer aus. Im Gegensatz zum Gemeinen Flieder blüht der Schmetterlingsflieder an den einjährigen Trieben. Bei einem Schnitt besteht also nur wenig Gefahr, dass das Gehölz im kommenden Sommer nicht blüht.

Bester Zeitpunkt

Wie nahezu alle Sommer blühenden Gehölze bildet der Schmetterlingsflieder die Blüten an den neuen Trieben. Im Spätwinter steckt dieser neue Austrieb noch in den Knospen, während der Strauch bereits im Sommer an den Spitzen der frischen Zweige Blütenstände trägt. Mit einem leichten Rückschnitt im Spätwinter können Sie die Blütenfülle daher deutlich steigern.

Kürzen Sie einfach die Blütentriebe aus dem Vorjahr ein. Beschneiden Sie Ihren Sommerflieder bei mildem Wetter, am besten so früh wie möglich, jedoch nach den letzten Starkfrösten. Auf diese Weise ist der Neuaustrieb stärker und kräftiger als bei ungeschnittenen Pflanzen und Sie können die volle Blütenpracht länger genießen.

  • Zeitpunkt: Spätwinter (Februar)
  • nach den letzten Starkfrösten
  • nur an trockenen, bewölkten Tagen schneiden
  • Vorjahrestriebe auf zwei Augen kürzen
  • nur alle drei bis vier Jahre durchführen

Nach dem Beschneiden treibt der Sommerflieder aus den schlafenden Augen wieder neu aus. Das kostet das Gehölz sehr viel Kraft, sodass auch die Blüte entsprechend später einsetzt. Damit sich die Blüte nicht in den Spätsommer verlagert, empfiehlt sich ein Schnitt bis spätestens Mitte Februar. Bei sehr milder Witterung kann der Schnitt bereits Ende Januar erfolgen. Durch das Ungleichgewicht zwischen der Wurzelmasse und der Krone werden die neuen Triebe besonders lang und kräftig und die Blütendolden zahlreich und groß.

Sommerflieder fachgerecht zurückschneiden

Fehler beim Zurückschneiden

Kürzen Sie auf keinen Fall jährlich nur die Spitzen der einzelnen Triebe! In diesem Fall verzweigen diese im oberen und äußeren Bereich übermäßig. Eine sehr ungünstige Wuchsform für Sträucher, denn in diesem Fall kommt kein Sonnenlicht mehr ins Innere und das Gehölz bildet nur noch außen Blätter.

Werkzeug

Benutzen Sie zum Schnitt der Buddleja am besten eine scharfe, saubere Gartenschere, damit das Holz nicht splittert oder einreißt. In diesem Fall kann sich die Wunde nur schlecht schließen, sodass bei feuchtkalter Witterung die Gefahr besteht, dass Bakterien, Viren oder Pilze eindringen und das Gehölz schwächen oder gar erkranken lassen. Sollte es nach dem Schnitt noch einmal kalt werden, ist das in der Regel unproblematisch, denn der Schmetterlingsflieder ist härter im Nehmen, als allgemein angenommen wird.

  • für dünnere Äste: Gartenschere oder Rosenschere
  • für dickere Triebe (Basistriebe): Astschere
  • eventuell ist auch eine Kappsäge notwendig

Schnitttechniken

Beim Beschneiden von Sträuchern unterscheidet man verschiedene Schnitttechniken. Im jährlichen Rhythmus wird ein leichter Schnitt zur gesunderhaltung des Strauches durchgeführt, ohne dadurch besonders formverändernd und radial in den Wuchs des Schmetterlingsflieders einzugreifen. Damit das Gehölz aber über Jahre hinweg bis ins hohe Alter ansehnlich wächst, ist es alle paar Jahre notwendig, ein wenig stärker in den Aufbau einzugreifen.

Sommerflieder mit dem richtigen Werkzeug schneiden

Schnittmaßnahmen

Regelmäßige Schnittmaßnahmen

Wuchsstarke Sommerblüher wie die Buddleja halten Sie gesund und vital, indem Sie den Strauch jährlich kontrollieren. Grundsätzlich werden bei allen Sträuchern vertrocknete, nach innen wachsende oder am Boden liegende Zweige entfernt. Schneiden Sie über einem Auge, treibt der Zweig hier wieder neu aus. Soll an dieser Stelle kein neuer Trieb wachsen, müssen Sie den verbleibenden Aststummel so kurz wie möglich halten.

  • abgestorbene und kranke Zweige entfernen
  • nach innen wachsende Äste komplett schneiden
  • einen von zwei sich kreuzenden Trieben kappen
  • immer ganz am Ansatz abschneiden

Dieser Schnitt kann prinzipiell über das gesamte Jahr durchgeführt werden. In der Wachstumsperiode, also wenn die Pflanze Blätter trägt, ist besser zu erkennen, ob ein Zweig vertrocknet ist. Bei warmer Witterung können die Wunden zudem schneller verheilen.

Krone modellieren

Zwar wächst der Schmetterlingsflieder auch ohne Schnitt, im Garten soll er aber eine ansprechende Form und eine kompakte Krone haben. Diese lässt sich durch einen gezielten Schnitt beeinflussen. Für einen schönen, homogenen Kronenaufbau sollten Sie deshalb folgende Schnittmaßnahmen durchführen.

So gehen Sie dabei vor:

  • Schnitthöhe im Strauch variieren
  • einige Triebe stark zurückschneiden
  • andere Zweige länger lassen
  • besonders günstig platzierte Äste nur um ein Drittel kürzen

Verjüngungsschnitt

Im Laufe der Zeit können die Triebe des Strauches, die an der Basis des Gehölzes entspringen, zu eng nebeneinander wachsen und sich damit gegenseitig behindern. Das hat zur Folge, dass der Sommerflieder mit zunehmendem Alter von unten und innen heraus kahl wird. In diesem Fall hilft ein Verjüngungsschnitt. Selbst nach einem radikalen Rückschnitt treibt der Strauch zuverlässig wieder neu aus und wächst schön buschig nach.

Auslichtungsschnitt

Auch dann, wenn der Sommerflieder für seinen Standort zu groß wird, können Sie Hand anlegen und ihn deutlich zurückschneiden. Da das Gehölz je nach Sorte sehr schnellwüchsig ist, kann es bereits in wenigen Jahren zu groß werden. Dabei wächst der Strauch nicht nur in die Höhe, sondern auch sehr ausladend in die Breite, sodass nahe Nachbargehölze bedrängt werden können. In einem Abstand von zwei bis drei Jahren entfernt man nach der Blüte die ältesten, stark verzweigten Triebe am Ansatz. So verjüngt sich der Strauch von selbst.

  • einige der Äste direkt an der Strauchbasis kappen
  • sehr dünne Basistriebe kürzen
  • veraltete, stark verästelte Zweige an der Basis schneiden
  • Astschere benutzen
  • sehr starke Äste mit einer Kappsäge entfernen

Sommerflieder mit Blütenrispe

Ausnahme

Eine Ausnahme bildet der wechselblättrige Sommerflieder (Buddleja alternifolia). Dieses Gehölz zeigt einen anderen Wuchscharakter als die übrigen Sommerfliederarten. Buddleja alternifolia bildet zahlreiche kleine Blütenrispen in den Blattachseln. Entscheidend ist jedoch, dass diese Variante ihre Blüten am vorjährigen Holz trägt.

Würde man den Strauch also im Frühjahr beschneiden, muss man im Sommer auf die Blütenfülle verzichten und bis zum Folgejahr warten. Deshalb wird der wechselblättrige Sommerflieder kaum geschnitten oder allenfalls nach der Blüte nur leicht ausgelichtet.

Radikalschnitt

Der Sommerflieder ist sehr schnittverträglich und kann bei Bedarf auch radikal bis auf sein Grundgerüst zurückgeschnitten werden. Diese Maßnahme ist beispielsweise bei erkrankten Gehölzen notwendig. In diesem Fall wird das Gehölz radikal bis auf 30 cm über dem Bodenniveau gekürzt. Gärtner bezeichnen dieses Verfahren als „auf den Stock setzen“.

So können bisher schlafende Augen an der Basis aktiviert werden, das Gehölz treibt neu aus und wächst dichter und verzweigter als vorher. Sinnvoll ist diese Schnittmaßnahme bei allen Sträuchern, die zu eng beieinander stehen oder jahrelang vernachlässigt wurden. Nach dem ersten Radikalschnitt ist ein ein- oder zweimaliger Nachschnitt in den Folgejahren notwendig.

  • alle grundständigen Triebe bis auf zwei oder drei Augen kürzen
  • alle dünnen Äste komplett entfernen
  • sich kreuzende und nach innen wachsende Zweige herausschneiden
  • nur jeweils einen bis zwei Seitentriebe pro Haupttrieb stehen lassen
  • diese nach dem ersten bis zweiten Auge kappen

Wer nicht für mindestens ein Jahr auf die Blüten verzichten möchte, kann diesen Radikalverjüngungsschnitt auch über drei Jahre verteilen. Jedes Jahr wird ein Drittel der Zweige nach oben beschriebener Methode geschnitten. Man verteilt den Schnitt am besten über den gesamten Strauch, sodass die gekürzten Zweige kaum auffallen und immer noch genügend Triebe mit Blättern und Blüten übrig bleiben. Im folgenden Jahr ist das nächste Drittel an der Reihe. Nach drei Jahren ist der Schmetterlingsflieder komplett verjüngt.

Verblühtes ausputzen

Neben dem Winterschnitt des Schmetterlingsflieders, der zur Erhaltung und Verjüngung des Gehölzes dient, empfiehlt sich außerdem ein gelinder Sommerschnitt, der während der Blütezeit stattfindet. In diesem Fall entfernt man allerdings lediglich die verblühten Blütendolden.

Das fördert nicht nur die nachfolgenden Verzweigungen, sondern verhindert zudem, dass der Blütenstrauch Samen bildet und sich damit überall im Garten ausbreiten kann. Der Sommerflieder gilt als invasiv. Das heißt, dass der ursprünglich aus Asien stammende Strauch auch einheimische Pflanzen verdrängen kann.

Junge Gehölze

Aufbau von jungen Gehölzen

Wird eine Jungpflanze von Anfang an richtig aufgebaut, erspart sich der Gärtner später einen radikalen Rückschnitt. Denn so kann das Gehölz gezielt gefördert und modelliert werden. Bei einer jungen Buddleja entfernt man im ersten Jahr nach der Pflanzung die schwachen Triebe und kürzt die Haupttriebe stark ein.

Sommerflieder im Gartenbeet

  • Zeitpunkt: Februar (Winterschnitt)
  • alle dünnen und schwachen Zweige an der Basis kürzen
  • alle Haupttriebe auf 50 cm zurückschneiden
  • zwei nach außen gerichtete Knospen stehen lassen
  • unmittelbar über den Augen/Knospen kürzen
  • keine langen Aststummel stehen lassen (Eintrittsöffnung für Krankheitserreger)

Aus den wenigen, kräftigen Trieben baut sich langsam ein Grundgerüst auf, das jedes zweite oder dritte Jahr wieder zurückgeschnitten werden kann. Zwar wird das Gehölz dann nicht so schnell so üppig und groß, wächst dafür aber von Anfang an schön kompakt.

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