Sonnenblumen säen und vorziehen

Sonnenblumen, bot. Helianthus, sind einjährig und müssen jedes Jahr neu gepflanzt werden. Alternativen zum Kauf von Jungpflanzen für Gartenbeet und Kübelkultur ist die Direktsaat und das Vorziehen von eigenen Pflanzen.

Auf den Punkt gebracht

Titel

Anleitung für die Direktsaat

Die Aussaat Helianthus beginnt im Herbst mit der Ernte der Kerne, die den Samen enthalten. Ob Sie dabei die Sonnenblumenkerne aus den vertrockneten Blüten herauslösen oder sie bis zum nächsten Frühjahr in der darin lassen, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Sie die Kerne den Winter über an einem warmen und trockenen Ort lagern.

Sonnenblumenkerne

Zeitpunkt

Der ideale Zeitpunkt zum Säen von Sonnenblumen ist gekommen, wenn der Boden eine Temperatur von sieben bis acht Grad Celsius angenommen hat. Nach dem Kalender ist die hierzulande in milden Regionen im April der Fall. Der sichere Weg ist jedoch, mit dem Aussäen bis Mitte Mail (nach den Eisheiligen) zu warten.

Tipp: Da es von der Aussaat bis zur Blüte ungefähr elf Wochen dauert, können Sie die Blütezeit der Sonnenblumen verlängern, indem Sie die Kerne zeitlich versetzt in die Erde stecken.

Beim zeitversetzten Aussäen ist es ideal, wenn Sie in einem Abstand von einer Woche säen. So entwickeln sich im Sommer ständig neue Sonnenblumenblüten. Die letzte Aussaat erfolgt in diesem Fall Ende Juni / Anfang Juli, damit es auch die letzten Sonnenblumen bis zur Blüte schaffen.

Standort und Boden

Sonnenblumen brauchen, wie ihr Name vermuten lässt, einen sonnigen Standort. Zudem sollte er windgeschützt sein, damit die Pflanzen nicht abknicken. Der Boden hat idealerweise folgende Eigenschaften:

Sonnenblume Standort
  • nährstoffreich
  • durchlässig
  • lehmig bis sandig

Sonnenblumen säen

Beim Aussäen von Sonnenblumen sollten Sie auf Abstand zwischen den Pflanzen achten, da zwischen den verschiedenen Arten Unterschiede bestehen. So beträgt beispielsweise der Pflanzabstand von

  • Stauden-Sonnenblume, Helianthus decapetalus und Helianthus microcephalus 70 bis 100 Zentimeter
  • Rauhaarige Stauden-Sonnenblume, Helianthus atrorubens 50 bis 75 Zentimeter
  • Behaarte Sonnenblume, Helianthus mollis 70 Zentimeter
  • Riesen-Staudensonnenblume, Helianthus giganteus 50 Zentimeter

Haben Sie sich für das zeitversetzte Aussehen entschieden, sollten Sie die Sonnenblumenkerne in größeren Abständen in die Erde stecken, damit die später ausgesäten Pflanzen ausreichend Platz haben.

Helianthus

In Bezug auf die Saattiefe der Kerne gibt es zwischen den verschiedenen Arten und Sorten keine Unterschiede. Deshalb kommen alle Samen etwa vier bis sechs Zentimeter tief in den Boden.

Pflege

Sonnenblumen lieben nicht nur die Sonne, sondern brauchen auch von Anfang an viel Wasser. Deshalb darf der Boden nach dem Säen nie austrocknen. Gedüngt wird erst, wenn sich aus den Kernen stattliche Jungpflanzen entwickelt haben.

Anleitung zum Vorziehen

Das Vorziehen von Helianthus ist zwar nicht unbedingt erforderlich, hat aber den Vorteil, dass sie früher zu blühen beginnen. Denn die Sommerblüher werden bereits ab Mitte / Ende März drinnen vorgezogen, wenn es für die Aussaat im Garten noch zu kalt ist.

Sollen die Sonnenblumen später im Freiland ausgepflanzt werden, brauchen Sie zum Vorziehen neben den Samen:

Sonnenblumensprossen
  • Saattöpfe, kleine Blumentöpfe (zehn bis zwölf Zentimeter im Durchmesser)
  • normale Gartenerde

Sonnenblumen säen

Im ersten Schritt füllen Sie die Töpfe mit der Gartenerde. Danach können Sie die Samen in die Erde geben:

  • zwischen drei und fünf Sonnenblume pro Pflanzgefäß
  • Tiefe: ungefähr zwei Zentimeter
  • mit Erde bedecken
  • Substrat leicht anfeuchten

Tipp: In jedem Fall sollten Sie mehr Samen aussäen, als Sie später an Pflanzen brauchen, denn nicht aus jedem Kern entwickelt sich ein Keimling.

Standort und Pflege

Für das Keimen stellen Sie die Töpfe an einen

Sonnenblumen
  • hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung (z.B. eine Fensterbank)
  • mit einer Temperatur von 15 Grad Celsius

Keimlinge auswählen

Nach der Keimdauer von ein bis zwei Wochen gilt es, einen kritischen Blick auf die Keimlinge zu werfen, denn lediglich die stärksten werden bis zum Auspflanzen im Garten weiter kultiviert. Deshalb entfernen Sie die schwächeren Exemplare, sodass pro Topf nur mehr eine Sonnenblume übrig bleibt.

Diese Pflanzen kommen nun an einen sonnigen Standort bei einer Temperatur von 15 Grad Celsius. Bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen brauchen sie regelmäßige Wassergaben, damit sich die Pflänzchen zu kräftigen Jungpflanzen entwickeln können.

Sonnenblumen für die Kübelkultur

Helianthus wächst nicht nur im Garten, sondern kann auch im Kübel gehalten werden. Rein theoretisch können Sie vorgezogene Pflanzen in ein größeres Pflanzgefäß für Balkon oder Terrasse umsetzen. Für die Praxis empfiehlt es sich jedoch, die Kerne direkt in den vorgesehenen Topf (Kübel etc.) auszusäen.

Sonnenblume im Topf

Vorbereitung

Für die Direktsaat brauchen Sie einen Kübel mit mindestens 35 Zentimeter Durchmesser. Für größere Sorten wird ein Blumentopf mit einem Mindestvolumen von 18 Litern empfohlen. Größere Arten sollten Sie in einem schweren Tontopf aussäen, damit die Sonnenblume bei Wind nicht so schnell umfällt. An das Substrat stellen die Pflanzen keine besonderen Ansprüche. Da sie jedoch zu den Starkzehrern zählen, empfiehlt sich eine nährstoff- und mineralstoffreiche Erde für die Kübelkultur.

Tipp: Damit die Sonnenblume später nicht unter Staunässe leidet, sollte der Topf Abzugslöcher haben. Des Weiteren sollten Sie eine Drainageschicht aus Tonscherben und Kies am Topfboden anlegen.

Sonnenblumen säen

Da der Platz im Kübel begrenzt ist, sollten Sie pro Pflanzgefäß nur eine Sonnenblume groß ziehen. Trotzdem stecken Sie in jeden Topf drei Sonnenblumenkerne in einer Tiefe von vier bis sechs Zentimetern. So erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen, denn nicht jeder Kern bringt eine Pflanze hervor. Gießen Sie die Samen gut an und achten Sie darauf, dass das Substrat nicht austrocknet. Stehen Sie nach der Keimung vor der Qual der Wahl, bleibt die nur kräftigste Sonnenblume im Topf.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Sonnenblumenpflänzchen nachträglich versetzen?

Das nachträgliche Versetzen der Pflänzchen ist möglich, wenn sich beispielsweise herausstellt, dass der Pflanzabstand zu gering ist.

Werden die Sprösslinge von Schnecken gefressen?

Ja, Schnecken sind eine Gefahr für die Pflanzen. Daher empfiehlt es sich, die Sprösslinge mit einer Barriere vor den gefräßigen Tieren zu schützen.

Kann ich Sonnenblumen aus Vogelfutter für die Aussaat verwenden?

Dem spricht nichts entgegen, allerdings bleibt es eine Überraschung, welche Sonnenblume aus dem Vogelfutter wächst.